Ankunft in Lima

Als wir endlich in Lima landen habe ich noch keine 5min geschlafen. Dafür vier Filme gesehen und alle 10min nachgeschaut wie lange der Flug wohl noch dauert…. Wir waren sehr schnell heute und landen nicht um 6 Uhr, sondern sogar schon um 5:15 Uhr. Auch an der Grenze geht alles ziemlich fix. Das ist alles wunderbar, aber jetzt bin ich ein wenig zu früh für mein Empfangskomitee. Eigentlich wollte mich ja Roberto am Flughafen abholen. Aber der steckt nun doch noch in Villa Rica im Militär in einer Inspektion fest. Deshalb war ich sehr froh als Walter mir angeboten hat mich in Empfang zu nehmen. Ich packe meinen Koffer vom Band und warte noch 10min bis er in der Eingangshalle auftaucht. Ursprünglich hatten wir uns während der letzten Reise auf den Galapagos kennengelernt, letztes Mal als wir uns trafen kam er für einen 2tägigen Zwischenstopp auf seiner Europareise nach Zürich, das war im letzten Frühling. Er ist zwar gebürtiger Peruaner, wohnt aber schon seit Kinderjahren in Argentinien in der nähe von Buenos Aires. Im Moment ist er gerade auf Familienbesuch bei seiner Tante. Diese wohnt nur etwas 15Autominuten vom Flughafen entfernt und wir suchen uns also ein Taxi um dorthin zu kommen. Macht man 2 Schrite aus dem Flughafengelände heruas werden auch die Preise plötzlich drastisch kleiner… Wir haben uns einiges zu erzählen und die Fahrt vergeht wie im Fluge. Im Haus seiner Tante angekommen besorgen wir uns als erstes um die Ecke ein paar Brötchen und dann gibt es Frühstück. Die etwas süsslichen Brötchen schmecken für mich extrem nach Peru! So langsam komme ich an.

Der arme Walter ist wie ich noch ein wenig verschlafen, er hatte am Abend zuvor eine lustige Familienrunde die bis in die Morgenstunden gedauert hat und jetzt musste er so früh aufstehen für mich… Bald lerne ich auch Walters Tante Miluska kennen. Sie wohnt in einer mittelgrossen Wohnung zusammen mit ihrer Mutter. In den 3 Stockwerken darüber wohnen ihre zwei Töchter mit ihren Familien und eine ihrer Schwestern. Nach einem ausgiebigen Kaffeekränzchen (bzw Teekränzchen, den brauche ich gerade da es in Lima empfindlich kalt ist, vor allem in einem Haus ohne Heizung und peruanischen Fenstern) mit verschiedensten Familienmitglieder Walters machen wir uns auf um mir eine SIM Karte zu besorgen. Diesemal ohne komplziertes Passkopieren und Unterschrift sondern einfach mit Walters peruanischer DNI (eine persönliche Nummer die jeder peruaner besitzt). Das geht dann auch im erstbesten Kiosk und kostet mich 3min und 3.-. Das Leben hier ist echt einfacher mit guten Freunden.

Das Haus von Miluska steht in einem (eher) sicheren Viertel. Allerdings bin ich überzeugt dass ich die einzige Touristin hier bien und ich wäre auch nie alleine hier herumspaziert. Aber mit Walter ist alles ganz einfach. Wir gehen gleich auch noch einkaufen fürs Mittagessen. Alles kann gleich um die Ecke in verschiedenen kleinen Läden besorgt werden, so wie ich es von Villa Rica kenne. Beim Früchtestand muss ich mir ein paar Granadillas kaufen, mmmh so fein! Dann weiter zu Kartoffeln, Fleisch und Gewürze. Miluska kocht extra für mich Lomo Saltado, ein peruanisches Nationalgericht. Dies braucht aber seine Zeit. Der Reis köchelt auf dem Gasherd vor sich hin während sie Zwiebeln und Tomaten schentzelt und Walter und ich Kartoffeln schälen. Lachen muss ich als Miluska mir ihre Alternative zur Kanoblachpresse zeigt. Die ist nämlich ein grosser (nach Knoblauch stinkender) Stein. Auch witzig finde ich ihre Katze die die runde Figur eines Fussballes hat. Ich fühle mich extrem wohl hier und mein Spanisch ist (für die Müdigkeit die mich doch langsam befällt) noch ganz ok. Als es dann um knapp 13Uhr Zmittag gibt habe ich wirklich Hunger. Viel peruanischer könnte der kulinarischer Start meiner Reise gar nicht sein (und sie ist auch dementsrpchend gross 😛 )

Nachdem die erste Portion Reis dieser Reise verspiesen ist, ist es langsam Zeit in mein Hostal zu fahren. Dieses liegt im Zentrum von Lima. Walter muss sowieso dorthin um noch etwas einzukaufen und so begleiten mich Walter, Miluska und Rodrigo, Miluskas 10jähriger Enkel. Wir laufen mit meinem Gepäck zur nächsten grossen Strasse wo die Busse und Minivans halten. Es hat sehr viele Leute und das gehupe ist gleich neben der Strasse teilweise fast nicht auszuhalten. Fährt ein Bus ab hält gleich der nächste Kombi, aus dem Fenster und der Tür werden die Haltestellen gebrüllt, Leute steigen ein und aus, es ist ein riesiges Chaos. Ich kann beim besten Willen nicht sagen wie Walter weiss in welchen Bus wir einsteigen müssen aber er bringt uns sicher ins Zentrum Limas. Der Verkehr ist so krank und alles so chaotisch, es hat mir schon fast ein bisschen gefehlt 😉

Im Hostal angekommen schmeisse ich meine Sachen ins Zimmer und begleite Walter noch auf der Suche nach dem Schmucksteinladen bei welchem er auf Geheiss seines Bruders Schmucksteine einkaufen soll. Dieser liegt einer kleinen Einkaufspassage mit vielen Touri-Artikeln und ich kann mir noch eine tolle Peru-Kappe kaufen, die werde ich dann in den Andenhöhen brauchen. Geld muss noch gewechselt werden und dann lassen wir uns im Park hinter dem Regierungsgebäude nieder um noch einen Dessert zu geniessen. Es ist ca. halb6 und jetzt bin ich wirklich hundemüde. So verabschiede ich mich dann von Miluska, Rodrigo und Walter und mache mich auf zu meinem Bett. Irgendwie fühlt es sich so an als wäre ich schon viel länger als 1 Tag hier in Lima. Peru hat mir gefehlt.

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