Die Sonne scheint schon als wir in Huaraz um 7Uhr aus dem Bus torkeln. Ich bin erstaunt wie gut ich geschlafen habe. In der Sonne warten wir auf unser Gepäck und schlendern dann zu unserem Hotel. Auf Anraten von Trini habe ich privat bei Katia gebucht, sie hat Zimmer im 6. Stock ihres Hauses, neu ausgebaut mit tollem Blick auf die Stadt.

Hinter dem Tal in dem Huaraz liegt können wir die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca entdecken. Dies ist der höchste Bergzug des amerikanischen Kontinentes. Dementsprechend hoch sind wir auch in unserem Tal hier schon: Knapp über 3000m.ü.M. So komme ich beim Treppensteigen in den 6. Stock schon ziemlich ausser Atem.
Wir dürfen in den ersten Tagen uns erstmal an die dünne Luft gewöhnen, so spazieren wir nach einem feinen Zmorgen (Caldo de Gallina, Trutensuppe) wie es uns gerade gefällt duch die Strassen und über die Plaza Belen, sowie die Plaza de Armas mit ihren malerischen Kirchen.

Weiter gehts zur Plaza de Soledad wo wir ein Tour-Büro finden welches im Reiseführer angepriesen wurde. Es gibt einen solchen Überfluss an Touranbieter dass es einem sturm werden kann und man nicht weiss wo man anfangen soll zu buchen. Wir haben aber richtig gewählt und entscheiden uns gleich am nächsten Tag zur wahrscheinlich bekanntesten Naturattraktion des Parque Nacional Huascaran zu fahren: der Laguna 69. Für heute wird uns der Mirador (Aussichtspunkt) empfohlen und ein kurzer Ausflug nach Wilkahuain, einer Wari-Ruine.
Wir steigen erstmal zum Mirador El Pinar hinauf. Obwohl die Luft und vorallem der Wind sehr kalt ist wärmt die Sonne sehr. Vorallem bergauf komme ich schon ziemlich ins schwitzen. Nach ca. 20min kommen wir oben an. Der Weg führte durch ziemlich ärmlich aussehende Backsteinhäuser, Hunde, Hühner und Schweine liefen uns über den Weg und ich bin schon das erste Mal froh Roberto dabeizuhaben. Die Aussicht ist fantastisch und wie gesagt, nach Lima tut die Sonne einfach nur gut!
Beim Abstieg meint Roberto er habe Hunger, es ist ja auch schon 13:30. Ich selbst bin noch pappsatt vom Zmorge und geniesse meinen Ananasshake währned Roberto ein MEnu zerdrückt. Keine Ahnung wie der Mann so dünn sein kann…?! Weiter im Takt geht es in der Calle Cajamarca wo die Microtaxis zu Wilkahuain losfahren. Wir dürfen vorne einsteigen da ich hinten die Beine gar nicht zwischen die Sitze bringe. Der VW Bus macht mir ein wenig Angst, er sieht aus und tönt als würde er gleich auseinaderfallen. Die Beifahrertür kann nur noch von aussen geöffnet werden und innen im HAndschuhfach klirren lose Schrauben von denen ich nicht wissen will wo sie überall fehlen. Gottseidank bin ich schon das erste Mal müde (die Höhe macht sich bemerkbar) und wache erst auf als Robertos Kopf an meinen stösst als er auch eindöst und wir beide fast aus dem Fenster fallen. Da sind wir aber gleich am Ziel. Die Gegend ist geprägt von den angepflanzten Eukalyptusbäumen, Mais und Weizen. Die Wilkahuain Ruinen liegen gleich am Rand eines Centro Poblado (Bevölkertes Zentrum, ein sehr kleines Dorf). Es ist jetzt nicht total überragend, aber man sieht eine sogenannte Chullpa, also ein Grabhaus mit zwei Stöcken in denen man neben den Mumien auch Gefässe, Schmuk und Werkzeuge der Wari gefunden hat. Das ganze ist ca. 1300-1000 Jahre alt.
Nach der Besichtigung wird uns gesagt es gäbe noch weitere Chullpas etwas höher oben, 10min zu Fuss. Wir verpassen aber offensichtlich den Abzweiger (Signale wären nicht schlecht…) und geraten auf einen Wanderweg der gerade den Berg hinaufführt. So steigen wir bis zu einem kleinen Aussichtspunkt hinauf und sehen uns ein wenig die Landschaft an. Auch hier wieder, die Sonne ist ein genuss, auch wenn ich den Sonnenbrand schon spüren kann…
Nachdem wir zurück bei den Ruinen ankommen müssen wir etwas warten da am späten Nachmittag nichtmehr viele Kombis den Weg bis ins Centro Poblado hinauffinden. Wir suchen einen Kiosk. Viele Leute hier leben von der Landwirtschaft. Die Frauen tragen ihre typische Cholita-Tracht: Farbige Röcke und einen hohen, breitkrempigen Hut. Vom Reiseführer her weiss ich, das hier schon Touristen ausgeraubt wurden, aber mit Roberto getraue ich mich viel mehr. Er ist sich die dreckigen Strassen aus Villa Rica und den Communitites gewohnt. Dann schnappen wir uns ein Micro und fahren zurück in die Stadt wo wir im Markt Essen für die morgige Wanderung einkaufen gehen. Dann wollen wir beide eher früh ins Bett da wir von der Höhe ziemlich erschöpft sind und wir morgen auch sehr früh aus den Federn müssen, Abholung ist um 4:40.