Viel zu früh klingelt der Wecker für die Berggänger… Verschlafen machen wir uns in der Küche erstmal ein Tee. Roberto und ich haben hier in Huaraz ein eigenes Zimmer mit Zugang zu Küche und Wohnzimmer mit Cheminee, alles sehr hell und neu. Heute morgen bin ich vor allem froh dass es in der Küche Kokablätter hat um uns aufs anstrengende Trekking vorzubereiten. Während wir auf die Abholung warten halten wir uns fest an der Tasse fest, es ist nämlich noch dunkel und eisig kalt.
Im Bus, der unsere etwa 30köpfige Wandertruppe zum Basecamp im Parque Nacional Huascaran fährt, schlafen alle noch friedlich. Nach ca. 2h git es einen Frühstückshalt. Jetzt, um schon fast 8Uhr ist die Sonne draussen und wärmt zumindest ein bisschen. Ich schlürfe also meine Hühnersuppe und versuche ein wenig Konversation mit den 3 Deutschen neben uns zu machen, aber es sind alle noch ein wenig im Koma scheint es mir. Weiter fahren wir bis zu einem Fotostopp bei der Laguna Llanganuco. Diese versprichtmit ihrem türkisfarbenen Wasser schon sehr viel für unser eigentliches Ziel heute, der Laguna 69. Der Wind zieht kräftig und macht alle Selfiebemühungen zunichte. Dafür ist die Sicht glasklar und die wunderschönen Schneeberge ragen über den Horizont hinauf. Wir befinden uns hier auf ca. 4000m Höhe.

Die Fahrt geht aber noch 2min weiter bis zum Basecamp von wo wir die 7km bis zur Laguna 69 auf 4600m.ü.M. hinaufwandern dürfen. Die Wanderung geht zeimlich gnädig durch eine Ebene los. Kühe weiden und Mäander von glasklarem Gletscherwasser fliessen auf die Laguna Llanganuco zu.


In unserem Rücken ragt der Höchste Berg Perus, der Huascaran (6768m), mit seinen zwei Gipfeln auf.

Die Luft zieht einem durch Mark und Bein, aber die starke Sonne leistet abhilfe. So langsam wird der Wanderpfad steiler und ich komme ins schwitzen. Dabei habe ich es noch gut da Roberto mir den Rucksack abnimmt. Nun taucht auch vor uns eine Eisspitze auf, der Chacraraju.

Roberto teilt mir die Namen von vielen Pflanzen und Tieren mit. Ihm fallen auch die kleinen Blümchen im Gras auf über die ich einfach hinweggelaufen wäre. Vieles, so meint er, hat Verwandte in der Selva, einfach in gross und mit mehr Blätter und Blüten. Ich kann ihm aber oft nur ein „mhm, interesante“ zurückgeben, die Luft ist mir zu dünn um zu laufen und zu reden gleichzeitig. Nach einer ersten Steigung verflacht sich die Landschaft wieder ein wenig und wir laufen an einer weiteren kleinen Lagune vorbei. Wolken steigen langsam hinter der Cordillera auf und verfangen sich spektakulär in den Hohen Spitzen.


Ein Deutscher aus der Gruppe fragt mich im Scherz ob das für Schweizer überhaupt noch beeindruckend sei, wir hätten ja eigene Berge. Aber na klar ist es das!! Vor allem auch zusamm mit dem Wissen das der Punkt hier schon höher ist als ich in Europa jehmals kommen werde. Roberto ist begeistert vom Eis welches an den feuchten Schattenhängen gefrohrenen Kaskaden bildet. Obwohl er die Anden kennt hat er das noch nicht oft aus der Nähe gesehen. Dann geht es nochmals die letzten undert Höhenmeter hinauf. Der letzte Kilometer ist mit abstand der schwierigste. Meine Beine bekunden Sauerstoffmangel nach ein paar Schritten, sonst geht es mir aber besser als erwartet, ist ja erst unser zweiter Tag heute in der Höhe. Allerdings trinken wir Wasser wie wild und sind froh mehr als 1L pro Person mitgeschleppt zu haben (also Roberto hat geschleppt, ihm macht die Höhe weniger Herzklopfen als mir). Dann endlich geht es noch die letzten Meter geradeaus und ich kann das tiefblau der Laguna 69 am Fusse des Berges schimmern sehen.

Und dann sind wir am Ziel. Erst 5min verschnaufen, Haare richten, dann Fotos machen 🙂 Und dann etwas essen. Es ist schon krass wie viele Energie der Aufstieg in diese Höhen braucht. Ich fühle die mitgebrachte Orange sehr und vertilge auch das Brot mit Freude. Mit dieser Aussicht ist das Zmittag sowieso ein Hochgenuss! Die Laguna ist wirklich wahnsinnig blau. Am Rand ist das Wasser klar und würde eigenltich zum Baden einladen, wäre da nicht der böhenartige Wind der einem unter die Kleider kriecht. Die Steine hier sind weiss und machen das Ambiente mit dem vergletscherten Chacraraju schon fast ein wenig kitschig.





Nach ca. 1h macht sich unsere Gruppe auf zum Abstieg. Was so schwer zu besteigen war ist lächerlich einfach beim hinunterlaufen. Roberto und ich sind ziemlich schnell und können so auch immer wieder ein wenig Pause machen um die Aussicht zu geniessen.


Schlussendlich kommen wir nach etwas 6h wieder beim Bus an. Wir sind beide müde, aber sehr glücklich, die Landschaft ist der Wahnsinn und die Laguna wirklich eine Perle! Im Bus schlafe ich wie ein Baby fast 2 geschlagenen Stunden. Dann bin ich etwas erholt. Roberto geht es eher umgekehrt. Er meint er habe Kopfschmerzen, was nach der Höhe ganz gut sein kann. Allerdings glüht sein Kopf regelrecht und ich mache mir etwas Sorgen. Wir überstehen die langsame 3h Busfahrt und steigen in Huaraz mit etwas schmerzenden Füssen und verspannten Beinen aus. Wieder zuhause hat Roberto wirklich Fieber und Bauchkrämpfe. Das sind keine Anzeichen von Höhenkrankheit, ich glaube er hat eher etwa verdorbenes gegessen. Ich setzte Teewasser auf und bin froh ein schönes, relativ warmes Zimmer zu haben, denn Roberto wälzt sich ziemlich herum und wir schlafen beide mässig viel diese Nacht. Am Morgen gehe ich in die Apotheke um ihm en paar Medis zu kaufen. Die helfen schnell, allerdings ist er heute nicht zu Wanderungen bereit. Ist mir aber auch etwas egal, denn ich spüre noch ziemlich meine Beine von gestern. So machen wir uns einen angenehmen faulen Tag nachdem wir in der Stadt Mitagessen und Busfahrten reserviert haben. Roberto muss dann am Abend schon wieder auf den Nachtbus nach Lima während ich einfach morgen in der früh das Hostel wechsle (ich brauche ja kein eigenes grosses Zimmer) und noch ein paar Bergtouren anhänge bis wir uns dann am 20.8. wieder in Lima treffen um nach Cusco zu fliegen.
Amazing Katherin genieße deine wunderbare Reise und vielen Dank für die großartigen Reiseberichte und Fotos. Es ist so schön ein bisschen dabei zu sein. Hier ist es immer noch kalt und kunterbunt mit dem Wetter. Akki macht sich und hatte seine erste Erfahrung mit einem Feriengast gemacht. Wir hatten Connie hier, Belinda’s kelpie für zwei Nächte. Neue Erfahrungen auch für ihn und mich 😊 nun geht es weiter mit Bäume schneiden und den Garten wieder in den Griff zu bekommen. Morgen ist Markt. Dir alles Liebe und Gute 🤗 bin in Gedanken bei Dir ! Big hug and take care! Francine and Akki 🤗🐶
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