Huaraz – Templo de Chavin

Ich habe nun schon einige LAgunen und Berge des Huascaran Parkes gesehen. Heute will ich aber ein wenig mehr in die Geschichte eintauchen. In Chavin, einem Dorf im nnächsten Tal hinter Huaraz kann man eine wichtige Ruinenstätte der Cahvinkultur besuchen, den Tempel von Chavin. Für diese Tour muss ich erst um 9Uhr bereitstehen und kann gemütlich noch das wunderbare Frühstük geniessen. Angel, der Hostelbesitzer lässt sich jeden Morgen etwas anderes einfallen. Gestern gab es Guacamole, heute Omelett mit Schokosauce und Bananen, mmh 🙂 Dann steige ich ein weiteres MAl in einen Bus. Und bin die einzige Europäerin heute. Alles andere sind Peruaner pus noch 3 Touris aus Argentinien. Zuvorderst sitzt eine Familie mit Grosseltern, Eltern und kleiner Prinzessin. Schon 10min nachdem wir Huaraz auf der kurvigen Strasse verlassen hatten wird der kleinen schlecht. Die Führerin nimmt alles gelassen und meint wir nähmen beim Restaurant Plastiksäcke mit.

Der Stop in einem kleinen Dorf nach Huaraz ist nur kurz einen Mate de Coca zu trinken (und Plastiksäcke zu suchen).

Ich setzte mich random zu jemanden an den Tisch und bin erstaunt auf Deutsch angesrochen zu werden. Obwohl ich in der Liste nu rPeruaner gesehen habe fand ich gleich auf Anhieb einen jungen Deutschen (Name vergessen, Let’s say Marco) der gerade auf Besuch bei seiner peruanischen Familie ist. Das erste mal seit 17Jahren. Sein Grossvater will ihm nun am liebsten das ganze LAnd zeigen. Beginnen tun sie hier in Huaraz, dann geht es weiter nach Cusco. Auch er hat früher einmal in Deutschland gelebt und mag sich noch an einige Wörter erinnern. Wir wechseln aber schenll wieder in Spanisch. Marco lebt in Stuttgart, seine Mutter kommt aber aus Lima. Er überraschte seine Grosseltern als er unangemeldet einfach vor der Tür stand, eine sehr schöne und geglückte Überraschung, da in Peru die Familie ja so wichtig ist. Und ganz ehrlich, er sieht auch viel eher nach Peruaner als nach Deutscher aus. Er meint er fühle sich hier sehr wohl udn würde gerne nach seinem Abi ein Jahr hier leben.

Man stiegt wieder ein und der Bus bringt uns zu der LAguna Quericocha. Wir sind bei langem nicht die einzige Gruppe die hier halt macht. Man darf aussteigen und ein paar Fotos schiessen. In dieser LAgune werden Truchas (Forellen) gezüchtet und rund herum sieht man wieder den Quenoal Baum von gestern. Kinder laufen mit kleinen SChafen und LAmas herum damit man sie für ein Foto mit dem Tier bezahlt. Ich lasse mich dan aber leiber von den drei Argentiniern vor der LAguna ablichten.

Dann fragen sie mich über Roger Federer aus. Die drei sind nämlich passionierte Tennisspieler. Sie erzählen mir das sie gerade angekommen sind und sich nun ein paar Tage an die Höhe gewöhnen bevor sie den berühmten Santa Cruz Trek von 4 Tagen machen. Der Bus steigt in Kurven bis zu 4500m.ü.M. auf. Die Kleine vorne im Wagen kotzt weiter und weint. Sie hat Ohrendruck. Sie wolle doch nur nach HAuse, die Ruinen interessieren sie nicht… Oje, Ferien mit Kindern muss ein Spass sein…

Am höchsten Punkt passieren wir ein Tunnell um hinten im nächsten Tal wieder nach unten zu kurven. Es igeht ziemlich steil runter und man hat eine gute Sicht über das mit lehmfarbenen Häusern gesprenkelte Tal. Ca. Um 12Uhr kommen wir in Chavin an. Ganz am Ende des Dorfes liegt das zum Tempel dazugehörende Museum welches wir nun erst besuchen um uns ein Bild über die Bedeutung Chavins zu machen.

Gleich im ersten Raum finden isch etwa 30 sogenannte Schlüsselsteine. Das sind grosse Steinbolzen welche vorne aus der Fassade des Tempels hinausragten. Sie tragen Gesichter von Mythenwesen oder halb MEnsch/halb Tieren. Unsere Führerin erklärt uns, dass Chavin für die früheren Kulturen so etwas wie ein Wallfahrtsort gewesen war wo ein Priester zu den Sonnenwenden Zeremonien abgehalten hat. Dabei wurde der Saft eines Kaktus konsumiert welcher psychoaktiv wirkt. Die Fratzen der Schlüsselsteine sollen die Metamorphose eines Menschen auf Kaktus darstellen, er soll sich nämlich in einen Puma verwandeln. Über 1000 solche Steine mit Köpfen wurden gefunden. Ausserdem auch beschlagene Platten, Stehlen und Obeliske. Viele zeigen Götter oder PRiester, zu erkennen an den Schlangen, welche die HAare darstellen. Der Blick ist immer nach oben gerichtet, richtung der Sonne, des Hauptgottes. Ebenfalls ausgegraben hat man Muscheltrompeten. Diese riesigen Muschelschalen stammen ursprünglich von der Küste Equadors, was zeigt, wie gross das Handelsimperium der Chavin gewesen sein muss. Auf diesen Trompeten sollen Musiker während den Zeremonien gespielt haben. Das HAuptheiligtum ist dann eine ca. 4m hohe Stehle, die man in der Mitte eines unterirdischen LAbyrinthes gefunden hat. Wegen ihrer Unzugänglichkeit nimmt man an, dass es nur wenigen PErsonen erlaubt war diese Stehle zu sehen und direkt mit dem Gott zu kommunizieren.

Nach der ausführlichen Besichtigung des kleinen Museums ist der nchste halt gottseidank der Zmittag, mein MAgen schreit schon nach Reis… Den gibt es dann auch beim Lomo Saltado und einer Karaffe Chicha Morada (dunkler Maissaft). Erst danach, am Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so stark herunterbrennt, starten wir unseren SPaziergang über das Gelände des Templo de Chavin.

Erst einmal sieht alles nach einem trockenen Grasshügel aus. Nur die überdachten Ausgrabungen deuten daraufhin, dass es hier etwas spannendes zu sehen gibt. Unsere Führerin stoppt bei einem schmalen Tunnellausgang. Dies, so meint sie, ist ein Teil eines Drainage-Kanals. Diese Kanäle durchziehen das ganze Tempelgelände und waren vor allem während der REgenzeit wichtig. Sie sind zT so hoch dass man darin stehen konnte (zumindest wenn man ein 1.20 grosser Chavin Mensch ist…). Vielleicht hatten die Kanäle also auch als Fluchtroute gedient. Dafür spricht, das ein Kanal sogar unter dem angrenzenden FLuss hindurch führt. Weiter hat man die Wasserschächte warscheinlcih auch dazu gebraucht um dem Wasser Gaben darzubringen. Etliche Kermaiken wurden in den Gängen gefunden. Und ein wenig weiter oben, sozusagen im ersten Stock des Tempels gab es einen Künsltich angelegten Teich denn man über die Kanäle entleeren konnte. Dies liess den Boden unter dem Tempel rumpeln und rauschen und hat sehr wahrscheinlcih einen grossen Eindruck auf die Zeremonienteilnehmer gemacht. Das Wasser ist allem Anschein nach auch der primäre Grund warum der Tempel in einem Tal, anstatt sicher vor Erdrutschen und Hochwasser auf einem Berg steht. Es sollte dem Wasser gehuldigt werden, deshalb ist er auch von 2 Seiten von Bächen eingeschlossen.

Wir gehen weiter. Hinter der nächsten Ecke eröffnet sich dann die grosse Plaza des Tempels vor uns. Sie misst genau 49x49m. Das Quadrat soll das Andenkreuz darstellen welches verschiedenste Symboliken besitzt. Darüber tront der HAupttempel dessen eingang von 7 weissen und 7 schwarzen riesigen Steinsteheln verziert ist. 7 Adler zieren das Eingangsportal zusammen mit 2 behauenen Steelen. Alles was wir hier sehen ist original so wie man es vorgefunden, bzw. Ausgegraben hat. Das Alter des Tempels wird auf 4000JAhre geschätzt.

Auf den Treppenstufen können wir eingravierte Schlagen entdecken. Allgemein ist die Dreisamkeit des Vogels, Pumas und der Schlange allgegenwärtig. Zusammen mit der Zahl 7 und dem Andenkruez spielte sie eine sehr grosse Rolle in der MYthologie von Chavin sowie auch später den Inkas oder anderen Andenkulturen. Die Sonne brennt uns auf den Kopf während unsere Führerin mit inbrunst von diesem energiegeladenen ORt erzählt. Sie habe selbst auch schon an Zeremonien (die heute noch stattfinden) teilgenommen und es sei ein magisches Erlebnis. Ich finde sie übertreibt es ein wenig, bin aber von der Ingenieursleistung (vor allem der Drainagekamäle) sehr beeidnruckt. Die Sonne scheint an den Sonnenwenden genau in die Mitte, bzw auf einen der aussensteine des Eingangstors wenn sie über dem gegenüberliegenden Hügel aufgeht. Ein grosser Stein mit Kuhlen zeigt das Sternbild des Orion und wenn man die Löcher mit Wasser füllt spiegeln sich die Sterne exakt darin. Das alles ist sehr faszinierend.

Die meisten Fundstücke fand man in den sogenannten Gabengesteller rund um den Zeremonieplatz oder auch unterirdisch in einem LAbyrinth. Auch dieses kann man besichtigen und ich frage mich, wie die Chavinleute wohl die schweren Brocken aus den Bergen bis hierher gebracht und dann auch noch so gekonnt aufeinandergeschichtet haben dass es hier unten nicht nur teilweise Beleuchtet sondern auch so gut durchlüftet ist dass man Korn lagern konnte. Auch alle zT heftigen Erdbeben hat dieser Tempel unbeschadet überstanden während es Huaraz mehrere Male in Einzelteile zerlegt hat. All diese Fragen muss ich aber nicht stellen, denn das macht schon unser jüngstes Gruppenmitglied für uns. Sie klpet am Rockzipfel der Führerin und fragt ihr Löcher in den Bauch. Für den ganzen Rundgang benötigen wir um die 3h. Wir sehen auch noch einen echten Schlüsselstein welcher in der glatten Fassade hoch über dem Boden eingelassen ist. Solche hat man früher rund um den Tempel zu sehen bekommen.

Die Tour endet mit einem Rundgang durch die Verkaufsmeile wo uns Halbedelsteine, Taschen und Schmuck angeboten wird. Wir kämpfen uns zum Bus durch welcher uns dann wieder die Kurven zum Tunell hoch und auf der anderen Seite runter nach Huaraz bringt. Dort angekommen lerne ich Chiara aus CHur kennen im Hostal. Es tut mir so gut nach dem ganzen Englisch/SPanisch SPrachenchaos einfahc mal wieder Schweizerdeutsch zu sprechen. ZEitig sind wir im Bett, reden aber noch fast 2h, bis Raz reinkommt und meint also er wolle jetzt schlafen.

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