Cusco Valle Sur – Tipon, Pikilaqta und Andahuaylilas

Es ist Donnerstag Morgen und Roberto und ich sitzten zusammen beim Frühstück im Hostel. Es ist ein wenig gehetzt, denn in 20min sollte Roberto für seine 2Tägige Tour zum Machu Picchu abgeholt werden. ICh hingegen werde heute den südlichen Teil des Tales in welchem Cusco liegt erkunden. Meine Tour beginnt um 8:30 in der Innenstadt. Nachdem Roberto von einem Tourguide vor der Hostaltür abgeholt wurde, packe auch ich meine Sachen und spaziere richtung Plaza de Armas. Dort warte ich noch 15min bis mich eine junge Frau zur Gruppe bringt, die wie bestellt und nicht abgeholt auf der Plaza steht. Von dort sind es nochmals 10min zum Bus welcher schon auf der HAuptstrasse aus Cusco raus steht. ICh freunde mich gleich mit der 4köpfigen peruansichen Familie aus Lima an die wie ich hinter unserem Guide herzotteln. Die Eltern sind mit zwei erwachsenen Töchtern gerade auf Kulturreise nach Cusco. Der Vater ist ziemlich lustig und spässelt mit allen herum.

Der erste Halt der Tour machen wir in Tipon. Das STädtchen liegt im Tal, wir klettern aber in kurven den Berg hinauf, dorthin wo sich die Inkaruinen finden. Die Inkas haben nie im Tal gebaut aus Vorsicht vor Steinschlägen, Schlammlawinen und Überschwemmungen. Als wir beim Parkplatz ankommen tut sich über uns schon ein tolles Panorama auf: Die Terrassen von Tipon.

Speziell an dieser Inkastätte sind die Wasserkanäle. Hier entspringt eine Quelle die noch nie versiegt hat, in der grössten Trockenperiode nicht. Die Inkas leiteten das Wasser in vier Kanäle um welche sich im zeremoniellen Becken in 4 gleich starken Strahlen auf eine Platte ergiessen die so gut nivelliert ist dass das Wasser weiter wie ein Vorhang über die ganze Länge der Kante fliesst.

Der Ort wurde früher genutzt um Mais anzubauen. Es hat immer Wasser und die Anlage ist so im Berg eingebracht das den ganzen Tag die Sonne draufscheint. Dies taten auch die SPanier weiter da die Wasserversorgung schon so gut gegeben war, was auch der Grund ist, warum Tipon (fast) gar keine Zerstörung der Conquistadores widerfuhr. Die Kanäle ziehen sich an den Seitenränder der Terassen entlang und stürzen in kleinen Wasserfällen auf die nächste Ebene. Nirgends fliesst etwas daneben oder war jeh ein Kanal überfüllt oder trocken. Die Inka-Ingenieure wussten ganz genau was sie taten.

Dies alles erzählt unser Guide in einer guten Stunde in der wir durch das Gelände spazieren. Auch hier wächst viel Quenoal, wie schon in Huaraz, aber auch die FLor del Inka (Inkablume) ist häufig in ihrem wunderbaren dunkelrot zu sehen. Weiter kommen wir auch am Bad des Inkas, also des Inkakönigs, vorbei. Ein Wasserstrahl füllt eine kleine Wanne die auf der Seite einen in den Stein eingelassenen Sessel hat, sogar mit Armstützen. Gegenüber des Inkathrones hat es auch noch Platz für einen etwas kleineren Sessel damit der Inka das Bad mit seiner Frau teilen konnte.

Allzubald winkt unser Führer mit dem Perufähnchen und wir müssen weiter. Wir legen einen kleinen Zwischenstopp bei einer Bäckerei ein. Diese ist speziell für die Gegend, hier machen sie nämlich sogenannte Riesenbrote. So wahnsinnig beeidruckt bin ich jetzt von den flachgedruckten Pfünderli nicht, aber die Peruaner kaufen fleissig für die ganze Familie (also für 40 Leute) ein. Danach muss man schauen dass man im Bus nicht versehentlich auf eine der Brotscheiben trampt.

Eine weitere SEhenswürdigkeit im Valle Sur ist das als prä-Inka datierte Pikilaqta. Auf der STrasse dorthin fahren wir am eingangstor zu Tipon vorbei welches die Inkas errichtet hatten um die zu- und abwanderung zu kontrollieren.

Nun, Pikilaqta (7. Jh) ist einiges älter als Tipon (14.Jh) und dementsprechend auch weniger intakt. MAn kann aber immernoch die alte grosse Eignangstrasse, sowie einzelne Häuser plus den Palast erkennen. In einem Teil der Stätte wurden nur runde Getreidespeicher entdeckt, woraus auf die Einwohnerzahl Pilaqtas geschätzt wurde: ca. 160000 Leute wenn ich mich richtig errinnere. Auch hier wird uns allerhand über die Wari in diesem Fall erklärt. Der Guide erzählt eine Geschichte der Wari-Prinzessin welche als Mitgift verlangte dass ihr Verehrer ihrer STadt Wasser bringe, denn dieses war und ist auch heute, absolute Mangelware. Insgesamt ist die Ruinenstatt doch sehr gross. MAn fand viele überrest von Gips an den Wänden und in den Böden welcher ein wenig weiter oben aus den Bergen abgebaut wurde, eine Tätigkeit, welcher die heutige Bevölkerung heute noch nachgeht.

LEtzter Stopp mit dem Bus ist dann Andahuaylilas. Das Dorf ist nicht besonders speziell, aber die Kirche mit der war doch was… Ja und wie! MAn darf keine Fotos schiessen und ihr müsst deshalb auf eine Beschreibung meinerseitz vertrauen. An den Wänden hoch oben hängen schon fast 30 riesige Gemälde welche das LEben von San Pedro, also dem heiligen Sankt Petrus, beschreiben. Die Wände sind alle bemahlt, auch das Dach, mit Blumen, Engel, Ornamente. Und da ist Gold, viieel Gold, nicht nur auf dem HAuptaltar sondern auch an den Säulen, Türen und Bänken. Das alles wirkt ein bisschen überladen. Die Kirche hat den Übernamen Sixtinische Kappelle wohl verdient… Trotz allem ist sie halt eine Kirche und beeindruckt mich nicht ganz so fest wie die Inkastätte.

Dann ist es 2Uhr Nachmittags und die kurze Tour im Valle Sur schon vorbei, es geht zurück nach Cusco. Dort gehe ich erst auf den MArkt um Proviant für morgen zu kaufen und setzte mich dann an der Plaza de Armas noch ein wenig zwischen die Touristen um auszuspannen. MAn bietet mir alle 2 Minuten Sonnenbrillen, Anhänger, MAssagen oder eine City Tour an und in der restlichen Zeit macht man Fotos von verliebten Paaren vor dem Brunnen mit dem Inka. Dann zuhause esse ich noch ein Yogurt (als bzw ich trinke es aus der Flasche so wie es hier normal ist) und versuche dann um 7Uhr früh schlafen zu gehen. Morgen werde ich sehr früh aus den FEdern hüpfen müssen und dazu auch noch ganz fit sein.

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