Von Rurrenabaque aus macht man typischerweise 2 Touren: eine in die Selva des Paruqe MAdidi und eine zweite in die Pampas de Yacuma. Da wir ersteres schon vom Boot aus besucht haben bleiben noch die Pampas. Rund um den Rio Yacuma erstreckt sich eine Flache, in der REgenzeit überschwemmte Gegend welche viele Tiere beherbergt. Das Highlight ist die Fauna welche man besser sehen kann als in der Selva da weniger Bäume im Weg stehen. Diese Tour dauert 3 Tage. Wir werden also gleich am nächsten Tag nach unserer Ankunft in Rurrenabaque vom 4×4 abgeholt welcher uns erstmal nach Yacuma bringt. Das sind 3h Sandpiste. Wir essen und werden zum Hafen verfrachtet. Dort wartet Samir, unser Guide.
Insgesamt sind wir 6 Personen plus 2 Kinder die im Selben Boot sitzen. Essen, Gas und Rucksäcke werden eingeladen. Dann gehts los, auf den Weg zu unserer Lodge. Der Fluss führt momentan sehr wenig Wasser und die Tiere kommen so näher an das Boot heran. In den ersten 10minuten schon sehen wir tonnenweise Kaimane, die Grösse reicht von 20cm zu ca. 4m. Auch Kapybaras hat es viele, oft mit Jungtieren. Die sind soo süss 😀 Weiter zu sehen auf unserer FLusssfahrt sind Schildkröten, Fischreiher, Eisvögel, Shanshos (Hoatzine auf Deutsch) und sogar eine Horde kleiner Affen 😀




Nach ca. 2h kommen wir in einer Kurve zu einem etwas grösseren Becken des Flusses. Und bald sehen wir die Rücken der rosaroten Flussdelfine! Ca.5 Stück schwimmt im braunen Wasser umher. Hier dürfen wir schwimmen gehen meint Samir. Es ist zwar etwas ein ungemütlicher Gedanke in dasselbe Wasser zu steigen in dem wir zuvor hunderte Kaimane gesehen haben, aber die sollen ja nicht aggressiv sein. Ausserdem vertragen sie sich nichtso gut mit den Delfinen. Die Mehrheit getraut sich also ins sehr warme NAss zu springen. Roberto bleibt im Boot, er ist Wasser gegenüber eher skeptisch und schwimmt auch nicht so gut. ICh und REa, eine weitere Schweizerin, schwimmen voraus richtung Delfin. Ahh etwas berührt mein Bein! Der Delfin will wohl mit uns spielen, allerdings ist er sehr schnell auch wieder weg. Als mehr Leute kommen bleiben die Tiere eher weg vom Pulk. Nach der Nachmitagshitze ist der Fluss grossartig, auch wenn er so warm ist, dass es schon fast keine Abkühlung mehr darstellt. Auch Roberto und Carolina, die beiden letzten im Boot verbliebenen kommen noch zur erfrischung da die CHilenin sich zu weit herauslehnt und knallhart ins Wasser fällt. Roberto geht sie „retten“ (das Wasser ist nur Knietief am Rand, also niemand war in gefahr zu ertrinken). Dann steigen alle wieder ins Boot und Samir gibt ein wenig Gas sodas wir ca. Eine halbe Stunde später bei der Lodge ankommen. Wir beziehen unsere Hüttchen welche alle durch Holzstege verbunden sind, erfreuen uns an Max, dem herumtollenden Hundewelpen, und sitzen um 7Uhr alle zu Tisch für ein wunderbares Znacht.
Fürs Abendprogramm nimmt uns Samir dann nochmals mit aufs Boot um die Glühwürmchen zu beobachten welche kleine Blitzgewitter in den Bäumen am Flussufer veranstalten. Wir hören die Vögel um die besten Schlafplätze streiten, sehen Fledermäuse herumsausen und zählen in 3min mehr als 200 Kaimane welche mit roten Augen ins Taschenlampenlicht blinzeln. Dann ist feierabend und alle gehen schlafen.
Die Gruppe trifft sich zum Früstück wieder an Tag 2. Früchte, Brownies, Pancackes, alles was das Herz begehrt wird aufgetischt. Wir haben es ziemlich lustig zusammen. Carolina, die chilenin, reist mit Thomas aus Frankreich. Die Familie mit den 2 Kindern (Junge und Mädchen, 9 und 11 Jahre alt) kommt aus Belgien, sie sprechen Flämisch und ich muss immer mal wieder lachen, es tönt ein wenig wie Deutsch in lustig. Mit Rea unterhlate ich mich viel, Landsfrau halt. Sie ist auch sehr kommunikativ und lustig.
Das heutige Highlight soll die suche nach der Anakonda sein. Dafür müssen wir nun wirklich die Pampa kennenlernen, das heisst wir wandern zu Fuss zu einem Teich umgeben von Wasserpflanzen und viel Sumpf. Alle kriegen Gummistiefel, dann kanns losgehen. Die SOnne brennt schon um 10Uhr auf unsere Köpfe. Samir geht mit einem Stock voraus, wir sind auf der suche nach Schlagen, welche das feuchte Terrain sehr gerne haben. Viele Enten, Gänse, Reiher und andere Watvögel flüchten vor unserem Gestampfe.

Der Sumpf ist manchmal so tief dass ich den Fuss fast nicht mehr herausziehen kann. Die Kinder leiden ein wenig, es ist ziemlich anstrengen und zu allem übel wird der Junge auch noch von einer Wespe gestochen. Allerdings hören wir kein Wort Beschwerde von den zweien.
Dann hat Samir endlich Glück und kann eine Schlange einfangen. Profimässig hält er sie fest damit wir sie begutachten können. Berühren ist untersagt da Sonnencreme den Reptilien nicht guttut, es greift ihre Haut an. Er trägt eine Cobra mit sich. Sie ist giftig, allerdings nur tötlich für kleine Nager.
In ca. 3h umrunden wir den See, eine Anakonda können wir aber leider nicht finden… schaade, aber der Ausflug war auf alle Fälle sehr spannend! Wir fahren zurück zur Lodge um zu duschen (ich habe 2 volle Liter Wasser getrunken, die Sonne ist sehr stark!) und ZMittag zu essen. Dann gibt es eine kleine Ruhepause um in die Hängematten zu liegen und Siesta zu machen. Ich bleib mit Rea am Tisch sitzen und rede mit ihr über Gott und die Welt. Sie hat in Cali, Kolumbien ein Praktikum gemacht , wovon sie mir mit herzblut erzählt und natürlich gibt sie mir auch noch Tipps für meine weitere Reise. In der Schweiz arbeitete sie für die CS bevor sie sich entschieden hat noch etwas anderes zu machen vor 30.
Dann wecke ich Roberto und wir sammeln uns wieder alle auf Samirs Boot. Heute Nachmittag gehen wir Piranhas fischen. Roberto hat sich schon seit Beginn der Tour darauf gefreut. Wir werden an die richtige Stelle gebracht und Samir erklärt uns wie wir das Fleisch auf den Hacken drücken müssen. Alle werfen ihre Angelschnüre aus, und wirklich nach 2min fischt Roberto den ersten Piranha aus dem Wasser! Sie sind zwar klein, ca. 15cm, aber ihre Zähne sehen schon so aus als könnten sie einen Knochen abnagen. Auch ich habe, nachdem die Fische immer nur das Fleisch gegessen aber nicht angebisen haben, nach einer halben Stunde Glück. Wohoo mein erster Fisch 😛 Die Piranhas sind sehr schön, mit golden glitzernder Seite und rotem Bauch. Paco, der Fisch welchen wir immer in den Communitites gegessen haben, ist ihr verwandter und hat auch einen roten Bauch. Schlussendlich fangen eigentlich alle Gruppenmitglieder einen Fisch. Auch kleine Welse und Sardienen sind dabei. Sogar die Kinder ziehen ihr Nachtessen aus dem Wasser.

Beim Znacht ein paar Stunden später dürfen wir dann auch wirklich unseren Fang probieren. Und sie schmecken wirklich gut! Roberto ist glücklich weil er von der gesamten Gruppe die Fischaugen bekommt 😛
Der dritte Tag dann ist eher kurz. Am morgen wollten wir nochmals hinausfahren um mit den Delfinen zu schwimmen, allerdings regnet es in strömen. Mit dem Schirm finden wir den sehr rutschigen Weg über die Holzpanelen zum Esszimmer. Nach dem Frühstück heisst es wer will kann gehen, der Rest soll den REgen geniessen. So legen wir uns unter das Wellblechdach und hören gemütlich in der Höngematte den Tropfen zu. Erst um 12Uhr hört der Regen etwas auf, perfekt in der Zeit, wir müssen nämlich mit dem Schiff zurück zum Hafen! Erstmal Wasser aus dem Boot schöpfen, dann werden Rucksäcke unter eine Blache gepackt und los gehts. Wir sehen vorallem viele Vögel, denen scheint der REgen zu gefallen. AUch die Kapybaras stören sich nicht daran.
3h die NAtur geniessen, dann sind wir zurück in Yacuma. Unser Auto hat neue Gäste gebracht und wartet schon auf uns. Es ist von oben bis unten mit Dreck übergossen, das ganze Auto ist braun. Die Staubpiste hat sich in einen sumpf verwandelt und beim zurückfahren rutschen wir grösstenteils. Unser Fahrer ist aber sehr erfahren und wir bleiben nur einmal fast in einem Matschloch stecken. Allerdings haben wir heute 4h um zurück nach Rurrenabaque zu kommen. Der Regen hat sich dort dann verzogen und wir können ruhig noch abendessen gehen. Es ist sogar angenehm kühl um zu schlafen.



Unser erster Stopp ist ein kleiner Sapziergang von einer halben Stunde zu einem Wasserfall. In der Gegend wachsen Gummibäume welche man leicht an den Einkerbungen am STamm erkennen kann wo man eingeschnitten hat um den Gummisaft zu gewinnen. Wir laufen einem kleinen Fluss entlang. Dieser hier ist glasklar, man sieht kleine Fische schwimmen. Am Wasserfall angekommen sind wir total verschwitzt und freuen uns auf ein erfrischendes Bad.
Wieder zurück beim Boot kocht uns Julio auf einem kleinen GAsherd das Mittagessen. Es sit wirklich köstlich, SUppe mit Huhn, Pasta und Ei. Dann tuckern wir weiter bis es langsam eindunkeln will. Da machen wir das Boot an einem der Strände fest. Man stellt uns sowas wie ein Zelt auf: Mit frisch geschnittenen Palmenstengel bauen uns Julio und Ramon ein gestell über welches ein Plastik gespannt wird. Darunter ein Mosiktonetz, Matten und Schlafsack, fertig ist die Unterkunft.
Dann gibts Abendessen und eine Spray-Session, die sandfleigen sind seehr lästig. Allerdings verziehen sie sich als die Sonne untergeht. Zuvor haben wir noch Zeit die Spuren im Schlamm zu begutachten. Die meisten sind von Kapybaras die hier zum Fluss kommen um zu trinken. Wenn wir Glück haben sehen wir welche am morgen. Offensichtlich hat es auch Junge dabei. Auch Vögel und ein Tapir (?) können wir erkennen.
Nach dem Essen soll gefischt werden. Im dunkeln sollen die Fische besser beissen. Alle mitreisenden sind begeisterte Hobbyfischer, inklusive Roberto. Ich hab keinen Plan, aber stell mich mal mit Roberto an den STrand. Er erklärt mir wie man erkennt wann der Fisch nur ein wenig nascht oder wirklich angebissen hat. Und wirklich zieht er bald einen etwa 20cm grossen Wels aus dem Wasser. Das wars dann aber auch schon, der Vollmond geht auf und die Fische wollen mässig beissen. Ramon hat etwas mehr Glück, er fischt aber auch mit Netz. Kurz vor Mitternacht ist dann fertig und wir ziehen uns in unser „Zelt“ zurück. Wir können die Sterne sehen die in unser „Schlafzimmer“ scheinen, sie sind wunderschön.

Beim Mitagessenstopp begeben wir uns in den Krieg mit den Sandfliegen. In 20min fange ich mir ca. 50Stiche ein und beschliesse dass lange Hosen trotz Hitze vorteilhaft sind. Dafür springen wir vorher noch kurz in das Bassin beim nahen Wasserfall.
Kurz danach passieren wir die Grenze zum PArque MAdidi. Dieser NAturpark beherbergt viele Tiere und ist bekannt als der Park mit der grössten Biodiversität der Welt. Er reicht von den Andengipfeln bis hierher herunter in die Selva. Wir machen einen kleinen Spziergang um Affen zu suchen, werden aber nicht fündig. Trotz allem sind die Bäume, Blumen und Schlingpflanzen grossartig anzuschauen. Zurück geht es dann dem FLuss entlang wo wir unter anderem auch Katzenartige spuren finden, wahrscheinlich ein Ozelot oder was ähnliches.
Auch die LAgune ist sehr schön. Bei der Ankunft sehen wir Fischmünder aus dem Wasser ragen. Der warme Tümpel hat nicht genug Sauerstoff, deshalb müssen sie auftauchen um Luft zu schlucken. Wir machen hier eine kurze PAuse bevor wir wieder zum Boot zurückwandern.
Dann stehend die letzten 3h Flussfahrt an. Es gibt Mitagessen en route, danach brauche ich eine Siesta. Roberto weckt mich als wir schon die Brücke von Rurrenabaque sehen können. Wir legen an, suchen unsere sieben Sachen zusammen und fragen uns zu unserem Hostal durch. Dort wird erstmal geduscht und aller Sand vom Körper gewaschen. Ich fühle mich wie neu gebohren! Dann einen kleinen Spaziergang durchs Dorf. Rurre ist sehr Touristisch, es hat viele Kleiderläden, Restaurants, Discotheken und Touragencies. In letzterer buchen wir unseren Trip für morgen, dann gibts eine grossartige Wassermelone unten am Fluss und dann eine Sandfreie Nacht in einem richtigen Bett mit Ventilator.



























































































