Pico Austria – Am höchsten Punkt meines LEbens

NAch dem CHolitas Wrestling sind sowohl ich als auch vor allem Roberto etwas zerstört. IRgendetwas haben wir gegessen das nicht gut war und so bleiben wir am Freitag mehrheitlich im Hostel um uns zu erholen. Das klappt auch ganz gut, vor allem da die MEdis bei Roberto gut anschlagen. Und so fühlen wir uns heute bereit auf den Pico Austria zu steigen. Die Tour beginnt früh um 7:30, eine Uhrzeit zu der (verständlicherweise) noch niemand arbeitet und es nirgends Frühstück gibt. Wir kaufen uns also am Vortag etwas Brot, Banane, Orangen und Yogurt welches wir friedlich um 6:45Uhr morgens im Bett mampfen. Da wir fast den ganzen letzten Tag verschlafen haben sind wir schon früh sehr fit. Auch der Guide erscheint rechtzeitig und wir steigen in einen VW Bus zu MAtthias aus Deutschland. Mit dem Guide Ephraim sind wir heute zu 4. auf der Tour in die Cordillera Real. Auf Ephraim müssen wir aber noch eine halbe Stunde warten, wir vermuten er hat verpennt. Als wir dann aber alle zusammenhaben gehts endlich los. Aus La Paz raus auf die Schnellstrasse, dann eine Abzweigung nach rechts auf die Dreckpiste. Und die will fast nicht enden. 2.5h brauchen wir bis zum Parkplatz. Wir fahren an einsamen Häusern aus Lehm vorüber, an Alpaka- und Lamaherden die auf den spärlichen Wiesen grasen. Ein paar kleine Bäche überqueren wir und das ganze auto füllt sich mit Staub von der STrasse.

Dann sind wir endlich da. Mir tut schon etwas das Steissbein weh da wir auf dem Sitz extrem eingequetscht waren (bin zu gross für Südamerika) und es ziemlich geholpert hat. Zur stärkung eine Banane, dann kann es losgehen. Wir starten auf ca. 4300m Höhe und unser Weg führt erst zu der LAguna Chiarkota. Es ist noch nicht wirklich anstrengend und ich kann mich noch ein wenig mit MAtthias unterhalten. ER ist 2.5Monate in Peru und Bolivien unterwegs mit Schwerpunkt anden. Er ist auch entsprechend ausgerüstet. Allerdings meint er, die Höhe mache ihm etwas zu schaffen, er werde wohl einfach langsam sein Tempo gehen.

Unterwegs kommen wir an einer kleineren LAgune vorbei. Hier soll es Trutcha (Forellen) haben. Roberto und Ephraim fachsimpeln über die Fischzucht.

Dann, nach ca. 30min erreichen die LAguna Chiarkota. Sie ist wunderschön blau und umringt von den hohen Schneebergen der Cordillera Real. Auch den Pico Austria können wir zu unserer rechten sehen. Er ist so hoch… das wird ein schwerer Aufstieg… Aber erstmal kurz die Aussicht geniessen!

Allerdings geht auch hier wie schon in Huaraz ein Wind der zeimlich abkühlt. Die sonne hilft, so dass man den aufstieg in Pullover machen kann, aber rumstehen geht nur mit Schaal und gut eingepackt. Weiter geht es richtung oben. Wir können unser Ziel sehen aber da feheln noch einige Höhenmeter. Es geht im Zickzack auf die erste Anhöhe. Dann weiter über Geröllfelder manchmal mehr manchmal weniger steil nach oben. Mit jedem MEter wird es anstrengeder. Die Aussicht auf die Laguna und das Tal welches wir mit dem Auto durchquert haben gibt aber Motivation. JEder Höhenmeter merkt man, allerdings bin ich nun doch schon sehr gut akklimatisiert und und das athmen fällt nicht so schwer. Langsamen und stetigen Schrittes gehts voran.

Erst als wir schon fast die PAsskuppe unten am Pic Austria erreicht haben schlägt mein HErz so schnell dass ich zwischendurch Pause machen muss. Wir sind aber jetzt schon auf 5000meter Höhe meint Ephraim. Auf dem PAss warten wir auf MAtthias der noch ein wenig mehr leidet. Ich bin einfach nur dankbar schleppt Roberto den Rucksack. Ihm scheint die Höhe nicht so viel auszumachen und das er als SOldat fit ist versteht sich von selbst. ER ist es auch welcher sich zuvorderst an den letzten 40minütigen Aufstieg bis auf die Spitze des Berges macht. OBwohl man von Anfang an das Ziel sehen kann geht es nur in kleinen Schritten. Ich war noch nie so hoch oben. Der Schieferstein ist auch ziemlich rutschig und man muss darauf achten wo man hinsteht. Die Gletscher der Schneeberge rechts liegen schon unter uns, ein paar Wolken sind aufgezogen und der Wind kommt direkt von der Arktis. Es schneit ganz leicht.

Eine dreiviertelstunde später setzte ich den Fuss auf 5350 meter über Meer. Und setze mich erstmal. Wie bestellt kommt auch gleich die Sonne raus, der Wind schwächt ab und die 360° PAnoramaaussicht kann genossen werden. Aber erstmal 5min verschnaufen. Das war ja mal anstrengend. ICh spüre jeden Muskel in meinen Beinen bis hinauf in den Rücken. Aber ich habs geschafft. Roberto ist schon am Steine herumwerfen um einen Turm zu bauen, keine Ahnung wo er diese Energie hernimmt. Ephraim liegt in der SOnne und MAtthias kommt langsam aber sicher auch oben an. Fotos machen, und auf die warmen Steine liegen. Dann gibts Mitagessen, Reis mit Poulet (what else) aber das ist eines der besten Hühnchen ever, denn ich bin huuungriiig. Es ist schon krass wie viel Energie nur durch die Höhe verloren geht. ICh fühle richtig wie mein Energitank wieder gefüllt wird. Dann machen wir noch ein paar Fotos auf denen ich nicht wie eine ausgelaugte Hexe aussehe und pausieren etwa 40min. Man sieht den Huayna Potosi, die gesamte Coridllera Real, die Laguna und sogar über die ganze gelbliche Ebene bis zum Lago Titicaca.

Ephraim erzählt uns ein paar Inkageschichten über die Berge hier die als Brüder gebohren worden sein sollen. Aussdem der Name, pico Austria kommt nicht von einem Österreicher sondern von Entdeckern aus Australien (Australia, Austra, samesame oder) die angeblich hier herumgeklettert sein sollen. So sicher bin ich mir aber nicht ob Ephraim das wirklich weiss oder ob er gerade etwas erfindet.

Dann geht es an den Abstieg. Der geht ziemlich in die OBerschenkel, da sehr steil. Manchmal muss man sich wie Ephraim einfach gehen lassen und den Berg hinunterrennen. JEtzt können wir die AUssicht nochmals geniessen welche beim Aufstieg etwas Nebelverhangen war. Wir wandern über die mit gelb-schwarzen Grassbüschel überseähten Wiesen ca. 2h bis zurück zum Auto.

So ist dass, 4h rauf, knapp 2h runter. Es ist 4Uhr Nachmittags als wir unten ankommen und noch ein paar Guetsli und Nüsse untereinander verteilen. Dann steigen wir ins Auto wo ich mich erstmal auf der hintersten Sitzbank ausbreite. Wir sind nur zu 4. in einem VW Bus, man hat vorig Platz, auch wenn wir noch eine Ansässige CHolita mit nach LA PAz nehmen. Es rüttelt aber zu fest und ich schlage mir zu oft denKopf an um liegen zu bleiben. Zumindest finde ich eine Position wo ich meine Beine strecken kann. Oh, eine MAssgage wäre jetzt nice. An Robertos Schulter schlafe ich dann auf der geteerten Strecke noch sicher 30min friedlich ein.

Der Verkehr in der STadt verzögert die Ankunft im Hostel ein wenig, aber wir werden heute sowieso mit dem Bus eine STadt weiterfahren. SO holen wir nach dem Znacht (Chicken MAssala, einfach nur köstlich unter anderem weil ich so hungrig war) unser Gepäck und fahren an den Terminal wo wir uns einen Übernachtbus nach Uyuni suchen. Meine Beine wollen zwar lieber ein Kingsize-Aquabett aber die werden wohl jetzt beim rütteln der STrasse entspannen müssen. Hoffentlich tun sie das, denn sie müssen bald bereit sein für die kälteste Etappe unserer Reise, den Salar de Uyuni.

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