Von Cochabamba bringt uns der Bus der Flota Bolivar sehr bequem nach La Paz. Wir wählen eine Tagesfahrt da wir am nächsten Tag nochmals 8h Busfahrt vor uns haben und einfach dazwischen in La Paz in einem Bett schlafen wollen. Es ist sehr kalt als wir ankommen am Abend und wir sind froh dass wir im selben Hostel unterkommen konnten und die GEgend schon kennen. So gibt es oben im hauseigenen Restaurant Abendessen und eine entspannte Nacht.
Am nächsten morgen müssen wir in Rekordzeit packen, Früstücken und Geld abheben, dann holt uns sehr pünktlich unser Guide in der Lobby ab. Wir werden an eine Ecke mit Bussen verfrachtet wo wir unseren Bus nach Guanay finden. Der Guide erklärt uns genau wo wir Aussteigen müssen und wer uns am Ziel erwarten wird. Der Bus ist bunt und sieht holprig aus. Mit einer halben Stunde verspätung fahren wir um 11Uhr los bis zur nächsten Haltestelle in La PAz wo wir nochmals 30min vertrödeln, Leute steigen ein und aus, Verkäufer wollen uns Trauben, SIM Karten und Brötchen andrehen, dann gehts endlich los. Erstmal in die Höhe. Ausserhalb von La Paz kurven wir durch eine karge Landschaft gesäumt von Schneebergen. Nach ca. 5000müM gehts dann abwärts. Der Weg führt richtung Coroico, hier in der Nähe befindet sich die Death Road, die gefärlichste Strasse der Welt. Diese macht man heute nur noch als Tour mit dm Mountainbike, aber die STrasse welche neu gebaut wurde ist nicht viel besser. Es geht sehr steil runter, es ist etwas sehr eng. Man merkt an der Vegetation dass wir nun stetig tiefer hinunterkommen. Langsam hat es Sträucher und Büsche, dann folgen Farne und Blumen und zuletzt die Bäume. Coroico ist dann schon auf 1000müM. Wir halten kurz, dann braust der Bus weiter. Nun sind wir wirklich schon in der Selva.

Der zweite Stopp ist in einem kleinen Dorf wo wir kurz aussteigen um uns etwas essbares zu besorgen, es ist schon 2Uhr Nachmittags. Es gibt Papa Rellena (fritierte Kartoffelstockballen mit Füllung). Und weiter geht die Endlose fahrt, nun über nicht asphaltierte Strassen. Es ist seeehr staubig, die Pflanzen am WEgesrand tragen alle eine Sandschicht. Überholen ist hier fast nicht möglich da nicht mehr als ein Auto auf die STrasse passt und es auf der Seite sehr steil richtung FLuss hinunter geht. Jedesmal bei einem Überholmanöver muss ich wegschauen. Die Selva wird tropischer, es hat nun BAnanenstauden und halbfertige Holzhäuser.
Nun wird es langsam dunkel um halb7 und wir widmen uns unserer Netflixserie bis wir dann um ca. 8Uhr in Guanay ankommen. Dort erwartet uns Ramon, unser Guide. Er bringt uns zur Unterkunft wo wir unsere Sachen hinschmeissen und dann schnell zum Abendessen. Es ist wunderbar WARM! Ich muss schnell in kurze Hosen schlüpfen. Nach dem Essen machen wir noch eine runde in dem doch ziemlich grossen Dorf, suchen Angelschnur und Hacken für Roberto und essen ein Glace an der Plaza.
Am nächsten Tag gibts Frühstück und ja ich fühle mich hier wie in den Communities, nice eine Portion Reis um den Tag anzufangen…. Dann Registration im Puerto (Hafen) und Wartezeit bis Ramon und unser Kapitän alle Sachen gekauft, zusammengetragen und ins Boot verfrachtet haben. Die Tour ist normalerweise für bis zu 10 Leute, wir sind allerdings diesemal alleine, wir haben also eine Privattour. Die nächsten 3Tage werden wir auf dem Rio Beni verbringen um nach Rurrenabaque zu fahren. Das Boot ist klein (mit zehn Leuten stell ich mir das zeimlcih überfüllt vor…), etwas breiter und länger als ein Weidling.
Julio ist unser Kapitän und chauffiert uns den Fluss hinunter. Neben ihm ist natürlich Ramon und noch zwei ihrer Kollegen dabei. Es hat eher wenig Wasser und er muss wissen auf welcher Seite er durchfahren kann ohne grosse Stämme zu streifen. Am ersten Tag begegnen wir häufig Kranen auf Schiffen welche das halbe (oder eher das ganze) Flussbett umgraben um nach Gold zu suchen. 4kg in 2Wochen holen sie so aus dem Schutt. Das hat allerdings zur Folge dass der ganze Fluss braun gefärbt wird da so viel Sand aufgewirblet wird. Deshalb ist dieses vorgehen in Peru verboten worden. Hier suchen sowohl eine Kolumbianische als auch eine Chinesische Firma weiter nach dem begehrten Metall. Auch einzelpersonen waschen Gold hier, bis zu 4g pro Tag kann man finden wenn man glück hat. Bei einem Preis von 1g a fast 30$ ist das gar kein schlechter verdienst.

Unser erster Stopp ist ein kleiner Sapziergang von einer halben Stunde zu einem Wasserfall. In der Gegend wachsen Gummibäume welche man leicht an den Einkerbungen am STamm erkennen kann wo man eingeschnitten hat um den Gummisaft zu gewinnen. Wir laufen einem kleinen Fluss entlang. Dieser hier ist glasklar, man sieht kleine Fische schwimmen. Am Wasserfall angekommen sind wir total verschwitzt und freuen uns auf ein erfrischendes Bad.

Wieder zurück beim Boot kocht uns Julio auf einem kleinen GAsherd das Mittagessen. Es sit wirklich köstlich, SUppe mit Huhn, Pasta und Ei. Dann tuckern wir weiter bis es langsam eindunkeln will. Da machen wir das Boot an einem der Strände fest. Man stellt uns sowas wie ein Zelt auf: Mit frisch geschnittenen Palmenstengel bauen uns Julio und Ramon ein gestell über welches ein Plastik gespannt wird. Darunter ein Mosiktonetz, Matten und Schlafsack, fertig ist die Unterkunft.
Dann gibts Abendessen und eine Spray-Session, die sandfleigen sind seehr lästig. Allerdings verziehen sie sich als die Sonne untergeht. Zuvor haben wir noch Zeit die Spuren im Schlamm zu begutachten. Die meisten sind von Kapybaras die hier zum Fluss kommen um zu trinken. Wenn wir Glück haben sehen wir welche am morgen. Offensichtlich hat es auch Junge dabei. Auch Vögel und ein Tapir (?) können wir erkennen.

Nach dem Essen soll gefischt werden. Im dunkeln sollen die Fische besser beissen. Alle mitreisenden sind begeisterte Hobbyfischer, inklusive Roberto. Ich hab keinen Plan, aber stell mich mal mit Roberto an den STrand. Er erklärt mir wie man erkennt wann der Fisch nur ein wenig nascht oder wirklich angebissen hat. Und wirklich zieht er bald einen etwa 20cm grossen Wels aus dem Wasser. Das wars dann aber auch schon, der Vollmond geht auf und die Fische wollen mässig beissen. Ramon hat etwas mehr Glück, er fischt aber auch mit Netz. Kurz vor Mitternacht ist dann fertig und wir ziehen uns in unser „Zelt“ zurück. Wir können die Sterne sehen die in unser „Schlafzimmer“ scheinen, sie sind wunderschön.
Am Nächsten Morgen gibts kurz nach dem Früstück eine kleine Wanderung auf der anderen Flussseite, an einer Community vorbei, die den Solarpanels nach ziemlich gutes Geld macht mit PApayaproduktion. Dann wandern wir unter dem grünen Blätterdach hindurch. Die heisse Sonne ist gedämpft, sowie auch alle Geräusche, man getraut sich fast nicht zu sprechen. Irgendwann hören wir ein grunzen und ein getrampel und wissen das wir fast mit einer Gruppe Waldschweini zusammengestossen wären. Man kann sie dann ein paar Schritte später auch riechen und wir finden ihr Schlammbad. Dann gehts weiter mit dem Boot. Der Fluss ist breit mit vielen Bögen, dann wieder gerade und durch Hügel eingeschlossen, manchmal passieren wir kleine Canons.


Beim Mitagessenstopp begeben wir uns in den Krieg mit den Sandfliegen. In 20min fange ich mir ca. 50Stiche ein und beschliesse dass lange Hosen trotz Hitze vorteilhaft sind. Dafür springen wir vorher noch kurz in das Bassin beim nahen Wasserfall.
Roberto fischt wieder und hat diesesmal mehr Glück. Der Wels denn er herauszieht nennt sich Tuburi und soll sehr gut schmecken. Das werden wir dann beim Abendessen erfahren.
Kurz danach passieren wir die Grenze zum PArque MAdidi. Dieser NAturpark beherbergt viele Tiere und ist bekannt als der Park mit der grössten Biodiversität der Welt. Er reicht von den Andengipfeln bis hierher herunter in die Selva. Wir machen einen kleinen Spziergang um Affen zu suchen, werden aber nicht fündig. Trotz allem sind die Bäume, Blumen und Schlingpflanzen grossartig anzuschauen. Zurück geht es dann dem FLuss entlang wo wir unter anderem auch Katzenartige spuren finden, wahrscheinlich ein Ozelot oder was ähnliches.
Nach weiteren 3h ist es Zeit das Nachtlager aufzuschlagen. Wieder wird uns unser „Zelt“ gebastelt. Diese Nacht kommt aber ein heftiger wind auf und wir finden keine Ruhe. Der Plastik ist sehr laut und löst sich sogar nach einem heftigen Windstoss an einer Ecke. Roberto steht auf um ihn auf Bodenhöhe zu befestigen, das hält den Sand besser ab welcher in unser Schlafzimmer weht. Wir schlafen ein paar wenige Stunden, aber der Sand kriecht in Ohre, Mund und Nase und ist grauenhaft unangenehm. ICh fühle mich wie ein Beduine in der Wüste, meine HAare sind sandgestrahlt und ich mache mir um meine Elektronik etwas sorgen. Der Wind wird stärker und das Moskitonetz weht uns über die Köpfe. Um 4Uhr ist Schluss, Ramon holt uns ins Boot wo wir uns unter eine Decke kuscheln und den Kopf einziehen um nicht angeblasen zu werden. Wir schlafen bis etwa 9Uhr, dann gibts Frühstück für die übernächtigete Gruppe. Rührei, Brötchen, Tee und Früchte machen alles ein wenig besser, trotzdem knirscht es bei jeder Bewegung die ich mache.
Ein letzter Spaziergang im PArque MAdidi führt uns am Vormittag zu einer LAgune. Hier ist der Wald etwas lichter, es hat viele grosse Bäume. Ramon erzählt uns dass hier einmal fast ein paar Touristen verloren gegangen wären da sie einer Horde Schweine hinterhergejagt sind um Fotos zu schiessen. Der Wald sieht aber überall gleich aus, so dass sie den Rückweg nur noch mit Mühe gefunden haben. In der NAcht ist es gefährlich, meint er. Jaguare könnten dich angreifen. Hier werden sie gross und stark. Irgenwie macht mir das Freude aber auch etwas mulmig, ich will einen Jaguar sehen, aber nur einen mit vollem MAgen… NAtürlich läuft uns keine Grosskatze über den Weg, allerdings einige schwarze Laufvögel.
Auch die LAgune ist sehr schön. Bei der Ankunft sehen wir Fischmünder aus dem Wasser ragen. Der warme Tümpel hat nicht genug Sauerstoff, deshalb müssen sie auftauchen um Luft zu schlucken. Wir machen hier eine kurze PAuse bevor wir wieder zum Boot zurückwandern.
Dann stehend die letzten 3h Flussfahrt an. Es gibt Mitagessen en route, danach brauche ich eine Siesta. Roberto weckt mich als wir schon die Brücke von Rurrenabaque sehen können. Wir legen an, suchen unsere sieben Sachen zusammen und fragen uns zu unserem Hostal durch. Dort wird erstmal geduscht und aller Sand vom Körper gewaschen. Ich fühle mich wie neu gebohren! Dann einen kleinen Spaziergang durchs Dorf. Rurre ist sehr Touristisch, es hat viele Kleiderläden, Restaurants, Discotheken und Touragencies. In letzterer buchen wir unseren Trip für morgen, dann gibts eine grossartige Wassermelone unten am Fluss und dann eine Sandfreie Nacht in einem richtigen Bett mit Ventilator.