Pozuzo – Trama und Aguas Turquesas

Nachdem ich ausgiebig das Treffen mit alten und neuen Freunden genossen habe sitze ich nun im Auto nach Oxapampa. Von dort sind es noch 2.5h mehr bis nach Pozuzo, dem ursprünglichen Ort wo die deutsch-österreichischen Auswanderer sich vor ca. 150 Jahren niedergelassen hatten. Die sehr kurvige und enge Strasse ist in steile Hügel gehauen welche von grün bedeckt sind. Unten im Tal rauscht der Fluss. Es ist ein wenig wärmer als in Villa Rica, ansosnten ist es sehr ähnlich, nur die Strasse noch ein wenig krimineller, vor allem um Lastwagen zu kreuzen. In Villa Rica bin ich um halb2 losgefahren, um knapp 5Uhr steige ich bei iner kleinen Touragency in Pozuzo aus. Man empfängt mich gleich mit offenen Armen. JEssica erklärt mir was ich in den folgenden 2 Tagen alles an Sehenswürdigkeiten unterbringen kann und quartiert mich auch gleich in ihrem „Hostel“ ein. Eigentlich wohne ich nun einfach im obersten Stock ihres HAuses. Ich fühle mich auch gleich wie ein Familienmitgleid, ich soll doch einfach nehmen was in der Küche ist und man kann mich auch auf einen Spaziergang durch die Stadt begleiten damit ich nicht alleine gehen muss usw. Ich werfe aber erstmal meine Sachen aufs Bett und gehe nach der langen schweisstreibenden Autofahrt Duschen. Die Dusche ist einfach ein offenes Rohr, warmes Wasser kann ich mir träumen. Macht aber nichts, draussen ist es noch immer ziemlich warm.

Dann mache ich einen kurzen Spaziergang (alleine, muss mich ja wieder dran gewöhnen) durch das Dorf. Pozuzo ist wierklich sehr klein, in 15min hat man alle Strassen mal abgelaufen. Und ja, es wirkt irgendwie deutsch. Vielleicht sin des die vielen deutsch-spanischen Schlider oder die vereinzelten Riegelhäuser oder auch die vielen Biertanks und bilder von Leuten in Lederhosen und Dirndel die zu sehen sind. Diese mischen das normale peruanische Dorf auf.

Auf der Plaza steht ein kleines Wasserrad, eine Technologie die die Auswanderer wohlmitgebracht haben aus Europa. Auch steht auf einem Schild mit österreichischem und Deutschem Adler dass am 26.März 1857 ungefähr 200 Tiroler und 100 Preussen mit dem Schiff Norton von Belgien aus startetn um 2 Jahre Später 1859 hier in Pozuzo nach einer langen und beschwerlichen Rise ankamen mit dem klaren Ziel die Selva Peruana zu kolonisieren. Das Schiff ist ebenfalls (als Kinderspielplatz) nachgebaut auf der Plaza zu sehen.

Dann dunkelt es langsam ein und ich frage mich zum nächsten typidchen Restaurant durch. Dort gibts eine köstliche Portion Käsespätzle (auch wenn sie auch hier noch nicht viel von echtem Käse gehört haben….).

Am nächsten Tag geht schon um 5Uhr morgens los mit der Tour. Dies, weil wir (ich und Thomas, mein Guide, habe Privatführung heute) mit dem Schulbus mitfahren bis ins nächste Dorf, ca 45min weiter oben am Fluss. Dort gibt es erstmal ein saftiges Frühstück: Reis, Rind, Banane und Yuca. Dann werden Wanderschuhe angeschnallt und los gehts über die Brücke und den Berg hoch. Tomas ist Jessicas MAnn und der Besitzer der Ecotours Pozuzo. Er fotografiert auch und hat seine Profikamera dabei. Wir wandern etwa 30min durch den Wald, es ist nicht sehr hell obwohl die Sonne schon aufgegangen ist. Graue Wolken bedecken den Himmel und manchmal Nieselt es etwas.

Oben kommen wir auf dem Hof Trama an. Hier lebt die Familie Müller mit ihren Pferden, Kühen, Schweinen, Hühner und Hunden. Sie haben auch einen Fischteich auf ihrer kleinen „Alp“.

Nicht weit entfernt kommen wir dann a Balkon von Trama vorbei. Der Felsvorsprung lässt einem eine tolle Aussicht aufs Tal geniessen, auch wennes nach wie vor etwas grau ist. Der Fluss, welcher erst vor 1h noch fast klar war hat sich hellbraun gefärbt, weiter oben in den Hügeln regnet es stärker. Tomas macht gefühlte tausend Fotos von mir.

Der Spaziergang geht weiter und Tomas freut sich über meine Wanderlust. Er meint, die Leute aus Lima seien immer so träge, mit ihnen mache er den gleichen Weg in doppelter Zeit. Wir kommen immer wieder an Bananenplantagen, ORangenbäumen und kleinen „Bauernhäuser“ vorbei. Die Umgebung ist wie in Villa Rica, man nennt es auch Ceja de Selva (Augenbraue der Selva), also der Anfang des Regenwaldes. Alles ist sehr nass und etwas schliefrig. Nach ca. 1h kommen wir zu den Aguas Turquesas oder Aguas Saladas, ein Quellfluss mit sehr mineralienreichem Wasser. Schon von weitem riecht man den Schwefel. Die Leute hier sagen das Wasser hätte heilkräfte und manche Tours gehen extra hierhin um sich bei der Quelle mit dem Nassen Schlamm einzucremen, das sei gut gegen Falten, Hautausschläge, Pickel und grundsätzlich einfahc mal alles… Obwohl die SOnne heute nicht so scheint ist der FLuss tiefblau. Die Quelle ist ein kleiner Wasserfall der direkt aus dem Berg strömt. Da es doch warm ist draussen stürze ich mich also ins Bikini um schwimmen zu gehen. Das geht dann aber doch ein wenig länger, denn das Wasser ist ziemlich kalt. Aber es sieht so einladend aus dass ich mich zu ein paar Schwimmzügen überwinden kann.

Danach fühle ich mich zwar nicht 3 Jahre jünger aber doch gut erfrischt. Die Wanderung geht weiter zum kleinen MAchu Picchu, ein Berg welcher dem original etwas gleicht:

Und führt uns zum letzten Stopp, einem Wasserfall. Da es heute REgnet hat es eher viel Wasser. Die Selva hier ist etwas dunkel und Tomas erzählt mir dass dieLeute manchmal eine blonde Frau sehen welche auf einem Stein weiter oben am Fall steht. So kommen wir auf Geistergeschichten und er erzählt mir eine wirklich grauenvolles erlebnis aus seiner Jugend als er alleine im grossen HAus seiner Grosseltern auf dem Land war. Anscheinend spukt es dort und er ist felsenfest davon überzeugt eine weisse Frau gesehen zu haben. Gut glaube ich nicht an solche Dinge weil der Ort ist schon ein wenig spooky.

Dann fleigt ein kleiner Kolibri vorbei und nimmt den Horror mit sich. Wir wandern weiter und sehen auf dem Weg noch 4 Tucane in einem Hohen baum sitzen. Wunderschön sind sie mit ihren bunten Schnäbel! An der STrasse angekommen sind wir viel zu früh dran für den Schulbus. Also laufen wir 30min weiter zu der Vivienda der Familie Schmidt.Es ist 12Uhr und wir kriegen Fleischsuppe zum Zmittag. Nun drückt langsam die Sonne heraus. Auf der Vivienda sind alle Familienmitglieder damit beschäftigt sich auf das Wochenende vorzubereiten, sie werden dann auf ihrem Land ein Fest der Milch veranstalten. Sie haben an der Hauswand auch eine kleine Familienausstellung mit Bildern ihrer Urgrosseltern welche aus Deutschland hierher eingewandert sind. Alte Schuhe, ein RAdio, eine Nähmschiene und Gletteisen aus Europa stehen da noch rum.

Um wieder nach Pozuzo zurückzukommen setzten Tomas und ich uns also an die STrasse und warten auf ein Auto dass uns mitnimmt. Bald kommt der Sohn der Schmidts mit dem Töff vorbei und nimmt mich mit. Juhuu Töff fahren. Die Strasse ist nicht befestigt und ist seeehr wie diejenige in die Communitites. Ich fahre mit einem happy Smile hinten auf dem Motorad mit, der Wind in den Haaren gibt mir ein gefühl von Freiheit.

In Pozuzo angekommen mache ich kurz Siesta, ich bin um 4;30 aufgestanden und nun um 2Uhr shcon etwas müde. Dann reicht es noch um den Mirador zu suchen, allerdings ist er nicht allzu spektakulär. Ich wandere ein wenig durch das Dörfchen, besuche den Cementerio de Colonos (Den Kolonistenfriedhof) und kaufe mir zum Znacht feine MAngos. Die Küche Jessicas ist zwar ein Riesenchaos, aber ich finde noch knapp ein genügend gewaschenes Messer und Teller. Damit setzte ich mich nach dem Eindunkeln aufs Bett und schaue mir endlich mal wieder schweizer Nachrichten an nachdem das Wifi in Villa Rica einfach garnicht funktioniert hatte.

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