Santa Fe de Antioquia

Am Montag morgen begebe ich mich, nun wieder alleine, zum Terminal Norte. Ich frage mich zum Bus nach Santa Fe de Antioquia durch und 10min später gehts in einem Combi ab richtung der ehemaligen Hauptstadt Anioquias. Die Strasse ist voller Baustellen und die Fahrt verzögert sich dadurch etwas. Macht aber nichts. Ich unterhalte mich wunderbar mit zwei Spanierinnen aus Valencia und einem älteren Herren welcher uns von seiner Finca in einem Dörfchen nahe MEdellin erzählt. Kurz vor 12 Uhr kommen wir an. Erstmal muss ich kurze Hosen montieren, die Sonne strahlt vom Himmel. Dann schlendere ich erstmal über die nahe Plaza, sehe mir die Kirche und die süssen Kaffees an und entscheide mich dann für eines der Restaurants um mein Pollo a la Plancha (Gegrillets Hühnchen) mit Reis, Salat und Banane zu essen.

Hier fühlt es sich an wie in Südfrankreich (oder wohl wie in Spanien) im Hochsommer. In den Gässchen staut sich die Hitze, die weissen Fassaden der Häuser strahlen. Viele Fenster haben Blumen auf dem Sims, die Holzgitter an den Fenstern sind bunt bemahlt, das Dörfchen ist wirklich sehr hübsch. Weitere 3 Kirchen laufe ich ab, begutachte die vielen Souvenirstände und die zweite grosse Plaza.

Dann winke ich einem Mototaxi und lasse mich zur Puente Colgante (Hängebrücke) chauffieren. Es ist wirklich zu heiss um in der prallen Sonne den Spaziergang dorthin geniessen zu können. Der Weg führt sowieso der Strasse entlang. Mein Fahrer ist ganz nett und gesprächelt etwas mit mir. In Santa Fe de Antioquia regnet es fast nie, die Hügel sehen trocken aus. Hier wächst ein Baum mit dem Namen Tamarind. Er gehört zu den Fabacea, was meint er produziert eine Hülsenfrucht. Diese bohnenähnliche Frucht wird dann zu einer Süssigkeit oder auch einer Limonade verarbeitet. Was ebenfalls hier oft wächst ist Mango. Das alles erfahre ich auf der kurzen Fahrt an den Fluss. Dann halten wir an einem Aussichtspunkt wo man schön auf die Hängebrücke hinunterblicken kann. Die Puente de Occidente (Westbrücke) war früher sehr wichtig und für ihre Zeit sehr fortschrittlich. Sie ist auch heute noch zu einem grossen Teil aus Holz. Der Ingenieur welche sie erbaute hiess José Maria Villa und war unter anderem auch beim Bau der Brooklyn Bridge involviert.

Wir fahren also mit dem Moto einmal über die Puente de Occidente, ich kriege ein paar Erklärungen von meinem Fahrer/Guide und laufe dann zu Fuss die ganzen 291m zurück. Der Rio Cauca, gerade sehr breit und voll mit dem Wasser aus den Regengüssen der letzten Tagen. Ich treffe in der Mitte wieder auf die zwei Spanierinnen aus dem Bus und wir machen je für den anderen ein paar Fotos. Dann gehts zurück ans andere Ufer und mit dem Motocarro zurück nach Santa Fe de Antioquia.

Was mir nun noch fehlt um alle Sehenswürdigkeiten des Städchens abgeklappert zu haben ist das Museum Juan del Corral, benannt nach einem der Ehemaligen Präsidenten (oder dem Diktator wie man sagt) Antioquiens. In seinem ehemaligen Wohnhaus sind Kunstgegenstände und Zeitzeugen des heutigen Departements Antioquien ausgestellt. Hier lerne ich, dass Antioquien sich nach der Unabhängigkeitserklärungen von Cartagena und Mompox als eigener Staat ausgerufen hatte. Im Museum kann man die Urkunde begutachten welche von Juan del Corral 1813 unterzeichnet wurde. Ausserdem sind da vor allem christlich geprägte Kunstwerke, Kriegswaffen aus dem Unabhängigkeits- und dem Bürgerkrieg und auch ein paar ganz wenige Fundstücke aus präkolumbianischen Zeiten, also Schalen und Gefässe der Ureinwohner der Gegend über welche man aber fast nichts weiss.

Das Museum ist klein und in einer halben Stunde bin ich einmal gemütlich durch die Ausstellungsräume gewandelt. Danach setzte ich mich nochmals auf die Plaza, diesmal in ein Café und geniesse einen becher Glace zum Dessert.

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Kurz nach 4Uhr mach eich mich wieder auf zum Terminal, sage Santa Fe de Antioquia tschüss und fahre die 2h wieder zurück nach MEdellin. Und heute schaffe ich es doch wirklich einmal früh ins Bett zu gehen…!

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