Leticia – Ankunft in Kolumbien

Nach meinem Urwaldabenteuer möchte ich morgen die Grenze nach Kolumbien überqueren. Dies tut man von Iquitos aus mit dem Boot. In 10 Stunden fährt das Schnellboot zum Dreiländer-Dreieck Peru/Kolumbien/Brasilien. Um da anzukommen brauche ich aber ein Boot welches morgen auch fährt. HEute Abend ist Sonntag und das Office der grossen Amazonasfähre ist zu, ich kann mich nicht versichern wann das Schiff ablegt und ob es nun Montag- oder Dienstagabend ablegt. Ich checke erstmal in meinem neuen Hostel ein, diesesmal ein ganz angenehmer Ort! Der Besitzer hilft mir Licht iin die Bootsituation zu bringen. Er meint die beste Option sei, ganz früh am Morgen an den Hafen zu fahren und direkt dort bei den Schnellbooten Eduardo noch einen Platz zu ergattern. „Normaerweise hat es noch welche, alle Touristen welche ich schon geschickt haben sind nicht mehr zurückgekommen.“ Ok, ähm, tönt ja erfreulich 😛 Ich kaufe mir bei einem der wenigen offenen Läden einen Jogurtdrink und bin um halb7 im Bett um genug Schlaf zu kriegen.

Um 3Uhr morgens tappse ich aus dem Dorm. Der Nachbar mit dem Mototaxi wartet wie abgemacht draussen auf mich. Die Stadt ist leer und still als wir mit einem höllentempo zum Hafen brausen. Dort steht schon eine kleine Schlange Menschen an um zu boarden. Mein Fahrer wartet bis ich sicher weiss dass mich das Boot mitnimmt und fräst dann wieder zurück ins Bett. Ich kriege mein Ticket und um 4Uhr sitze ich im Schnellboot welches kurz darauf den Amazonas runter tuckert. Um 6Uhr geht die Sonne auf. Der Fluss ist braun und weit, die Ränder von Palmen und Bäumen gesäumt. Ich versuche etwas zu schlafen. Es gibt ein Sandwich zum Frühstück, ich sehe mir ein paar Serien an, ich schlafe, es gibt Mittagessen (Reis mit Poulet oléolé), Film, Buch. Ein paar Zwischenstopps in sonst von der Zivilisation abgeschnittenen Communitites. Der Sessel ist gottseidank ziemlich bequem. Kolumbianische Soldaten wollen den Pass sehen, dann Peruanische. Rechte Seite ist Peru, links nun Kolumbien.

Nach 10 langen Stunden erreichen wir ziemlich genau um 2Uhr Santa Rosa auf der Peruanischen Seite. ICh steige aus, packe mein Gepäck und steige ins Boot welches mich zum Grenzposten fahre soll. Beim warten auf den peruanischen Aus- und den kolumbianischen Einreisestempel lerne ich Yolanda aus MEdellin und Benedict aus Frankreich kennen. Yolanda ist Benedikts Guide, er reist immer wieder nach Kolumbien. Sonst arbeitet er in Montpellier im Krankenhaus als Arzt in der Hämatologie. Zwei Stempel können sehr lange dauern und wir kennen danach alle unsere LEbensgeschichten. Dann, ca 45min später springen wir endlich auf die Fähre nach Leticia. Der Hafen liegt hinter einer vorgelagerten Insel ein wenig versteckt.

Dort angekommen gehts erstmal ins Mototaxi und zur ersten Wechselstube um Soles in Pesos zu tauschen. Dann weiter ins Hostal. Dort organisiere ich meinen nächsten Tag, eine Tour nach Puerto Nariño, gehe mir früchte einkaufen, suche einen Bankautomaten. Leticia ist sehr touristisch und farbig. ICh esse ein paar Empanadas zum Znacht und breite mich dann in meinem Dorm aus den ich heute für mich alleine habe.

Am Dienstag morgen wache ich früh auf, packe meinen Rucksack, frühstücke und warte pünktlich um halb8 auf meine Tour. Die kommt und kommt nicht… Da sehe ich auf der aufgehängten Uhr die Zeit, eine Stunde später als auf meinem Handy… Als ich nachsehe wird mir bewusst dass die autmoatische Zeiteinstellung auf Brasielien, welches ein paar hundert Meter weiter beginnt eingestellt ist. Und die haben eine Stunde früher als Peru und Kolumbien… Naja, eine Stunde später kommt der Guide dann püntklich und führt mich wieder an den Hafen. Dort treffen wir den Rest der Gruppe und er erklärt uns dass die vorgelagerte Insel Fantasie heisst und erst seit ein paar JAhren besteht. Im Winter während der Regensaison wird sie komplett überschwemmen, deshalb ist es schwierig ein Stromnetz für die Leute welche dort leben aufzubauen. Wir kreuzen die Insel, auf welcher viel Reis wächst, und stiegen auf der Amazonasseite ins Touriboot. Ich lerne Tino und Thorsten aus Deutschland kennen, da ich ihnen immer etwa die hälfte der Erklärugnen übersetzten muss.

Unser erster Halt Flussaufwärts ist die Isla de los Micos, eine Insel wo 4 Affenhorden des Mono ardillas leben. Sie sind halbwild, also sie ziehen frei herum, mögen aber die tägliche Bananenration der Guides und sehen die Touristen als Bäume an um an diese zu kommen. Fast 100 Äffchen turnen auf den Köpfen, Schultern und Rucksäcken herum als wären wir gar nicht da. Sie sind schon ziemlich süss, auch wenn ich ein wenig gespalten bin ob man so mit Wildtieren umgehen sollte… Unser Guide erklärt uns die LEbensweise, Ernährung und Verhalten der Tiere. Das Alphamnnchen schart bis zu 200 Weibchen und junge Männchen um sich. Will ihm eines Konkurrenz machen wird es verstossen. Der Ausgeschlossene raubt im Gegenzug ein paar Weibchen und startet seine eigene rasselbande. Die Affen ernähren sich vor allem von Insekten, fressen aber auch Früchte und Lehm, wegen den Vitaminen und Mineralien.

Nach dem wir alle unsere Frisuren wieder gerichtet haben gehts weiter zu einem kleinen Recreo, Natura Park, welches bekannt ist für seine grossen Seerosen, der Victoria Regia. Sie gehört zu den Lotusblumen. Die Blätter können bis zu 2m durchmesser heranwachsen. Auf der Unterseite haben sie viele Stacheln um sich gegen gefrässige Fische zu schützen. Einen Mnschen kann das Blatt nicht tragen, aber eine Schlange kann sich darauf sonnen wenn sie ihr Gewicht gut verteilt, auch Wasservögel können auf den schwimmenden Tellern ausruhen.

Der Garten des Recreos ist sehr schön, das Buffet zum Zmittag (mit Salat :D) sehr lecker. Wir sehen ein paar Chihuacos (Oropendulas, die Vögel welche die hängenden Nester Bauen) herumschwirren und Kröten quaken im Teich.

Auf der Weiterfahrt machen wir halt vor einer kleinen Insel. Hier ruhen sich die Flussdelfine nach der morgentlichen JAgd aus. Bald sehen wir ihre rosafarbenen Buckel aus dem Wasser auftauchen. Unser Guide erzählt uns, dass der LEgende nach die Delfine sich in Menschen verwandeln können. Deshalb schicken die indigenen Anwohner ihre jungen Töchter niemals zum Wasser wenn sie die Regel haben, denn sie denken dass der Delfin das riechen kann, sich in Menschengestalt ihr nähert, sie verliebt und für immer mit in den Fluss nimmt… Das können aber nur die rosaroten, die grauen Delfine sind nicht ganz so gespenstische Tiere 🙂 Wir sehen beide hier vor der Insel, für einige ist es das erste Mal und wir gondeln eine weile vor dem strand hin und her um auch ja kein Delfinbuckel zu verpassen. Es stimmt, diese Tiere haben etwas magisches.

Weiter gehts bis Mazedonia. So heisst die Eingeborenencommunity ein paar Kilometer unterhalb von Puerto Nariño. Hier werden vor allem Armbänder und andere Artesanias (Kunst, Souvenir etc.). Ausserdem führens ie uns ihren traditionellen Willkommenstanz in ihren Trachten aus Muscheln und Federn vor. So ganz original sind diese wohl nicht mehr, aber sie sehen hübsch aus! Da ich noch keine Souvenirs kaufen will lasse ich mir dann ein Tattoo malen (keine Angst, geht in 15Tagen wieder ab). Die Farbe kommt direkt aus einer nussartigen Frucht welche sie früher für ihre Hautbemahlungen gebraucht haben. Der Name der Stammes ehisst auch „schwarz gezeichnete MEnschen“. Während er mir eine Eule auf das Schulterblatt pinselt erklärt mir der Künstler er gehöre zum Familienclan der rosaroten Delfine. Auch er erzählt mir die Geschichte von den Delfinen welche sich in MEnschen verwandeln können.

Nachmittags um halb3 kommen wir an unserem Ziel an, Puerto Nariño. In diesem kleinen Dorf gibt es keine Autos oder Motorräder, nur Velos. Es ist sehr ruhig und idyllisch. Es hat Strom aus einem grossen Generator und eine wasseraufbereitungsanlage. An eienr grossen Station können alle Anwohner gratis Trinkwasser abholen. Wir steigen auf den Aussichtsturm, essen Fruchtglace und sehen uns verschiedenste Bäume an. Unter anderem sehen wir den Cashew-Baum. An den Hauswänden sind oft Tiere oder Bäume gemalt. Dies, weil alle Familien einen Clan bilden. Es gibt die Himmel-Clans (Alle Vögel wie Tukane, Papageien, Loros….) und die Erde-Clans (Jaguar, Bäume, Delfine…). Heiraten darf man nur zwischen den Clans, nie untereinander (Tukan-Jaguar ok, Tukan-Papagei nicht ok). Das war früher die Art wie die indigenen hier Inzucht vermieden.

Um 4Uhr ist es an der Zeit nach Leticia zurückzukehren. Dort kommen wir um 5Uhr an, die perfekte Zeit um noch im Parque Santander das allabentliche Spektakel welches die Loros (kleine grüne Papageien, so ähnlich wie Wellensittiche) veranstalten zu sehen. Tino und Throsten haben mich darauf hingewiesen. Also spaziere ich zum Park und steige dort auf den Kirchturm. Oben warten schon ein Fotograf und andere Touristen auf die Ankunft der Vögel. Ein paar sind schon hier und fleigen schnatternd von Baum zu Baum. Pünktlich um viertelnach5, wie es Tino mir angekündigt hat schwebt eine schreiende schwarze Wolke über die STadt und stürzt sich in den STadtpark. Ein paar hundert Loros streiten sich nun um den besten Schlafplatz in den Palmen des PAruqe Santander. Sie fliegen auf um kopfvoran wieder hinunterzustechen, es sieht aus als würde es Papageien regnen. Der Lärm ist beachtlich. Und ich bin begeistert. Ausserdem gibt es eine tolle Aussicht auf Leticia und kurz vor 6 einen wunderschönen Sonnenuntergang gratis dazu.

Der Kirchturm ist klein und es ist etwas ein gedränge. ICh mache ien Foto für David und seine Mutter, so kommen wir ins Gespräch. David erzählt mir er sei Anästesist und arbeite in Dublin wo er auch studiert hat. Seine Mutter kommt aus Popayan, dem süden von Kolumbien. Er zieht nun auf Januar wahrscheinlcih nach Edinburgh. Das wäre ja dann wohl ganz in der nähe wo ich auch hinziehe stellen wir fest und tauschen mal Nummern. Vielleicht sind wir später beide froh schon jemanden zu kennen in der neuen Heimat.

Als die Vögel sich endlich etwas beruhigen mache ich mich auf den Rückweg zum Hostel um dann um 8Uhr mich nochmals mit Yolanda und Benedict zum Znacht zu treffen. Im selben REStaurant sitzen auch Tino und Thorsten, wir machen also ein internationales Dinner. Ich kriege hier sogar eine richtig gute Gemüselasagne, während Benedict meint seine Spaghetti Bolognese sei zwar ganz in ordnung aber werder Spaghetti noch Bolognese 😛

Um 10Uhr sind wir alle satt und ein wenig müde. Für Cocktails reicht es heute nicht, ich muss morgen fliegen. Also zurück zum Hostel wo eine Gruppe Neuseeländer im Dorm eingezogen ist und die Klimaanlage auf 21 grad runtergeschraubt hat. Eine Eiswelle trifft mich an der Tür so dass ich rechtsumkehrt mache und beim Besizter um eine Decke bitte. So können wir dann alle wunderbar im Eiskasten schlafen.

Mit dem Boot nach Rurrenabaque

Von Cochabamba bringt uns der Bus der Flota Bolivar sehr bequem nach La Paz. Wir wählen eine Tagesfahrt da wir am nächsten Tag nochmals 8h Busfahrt vor uns haben und einfach dazwischen in La Paz in einem Bett schlafen wollen. Es ist sehr kalt als wir ankommen am Abend und wir sind froh dass wir im selben Hostel unterkommen konnten und die GEgend schon kennen. So gibt es oben im hauseigenen Restaurant Abendessen und eine entspannte Nacht.

Am nächsten morgen müssen wir in Rekordzeit packen, Früstücken und Geld abheben, dann holt uns sehr pünktlich unser Guide in der Lobby ab. Wir werden an eine Ecke mit Bussen verfrachtet wo wir unseren Bus nach Guanay finden. Der Guide erklärt uns genau wo wir Aussteigen müssen und wer uns am Ziel erwarten wird. Der Bus ist bunt und sieht holprig aus. Mit einer halben Stunde verspätung fahren wir um 11Uhr los bis zur nächsten Haltestelle in La PAz wo wir nochmals 30min vertrödeln, Leute steigen ein und aus, Verkäufer wollen uns Trauben, SIM Karten und Brötchen andrehen, dann gehts endlich los. Erstmal in die Höhe. Ausserhalb von La Paz kurven wir durch eine karge Landschaft gesäumt von Schneebergen. Nach ca. 5000müM gehts dann abwärts. Der Weg führt richtung Coroico, hier in der Nähe befindet sich die Death Road, die gefärlichste Strasse der Welt. Diese macht man heute nur noch als Tour mit dm Mountainbike, aber die STrasse welche neu gebaut wurde ist nicht viel besser. Es geht sehr steil runter, es ist etwas sehr eng. Man merkt an der Vegetation dass wir nun stetig tiefer hinunterkommen. Langsam hat es Sträucher und Büsche, dann folgen Farne und Blumen und zuletzt die Bäume. Coroico ist dann schon auf 1000müM. Wir halten kurz, dann braust der Bus weiter. Nun sind wir wirklich schon in der Selva.

Der zweite Stopp ist in einem kleinen Dorf wo wir kurz aussteigen um uns etwas essbares zu besorgen, es ist schon 2Uhr Nachmittags. Es gibt Papa Rellena (fritierte Kartoffelstockballen mit Füllung). Und weiter geht die Endlose fahrt, nun über nicht asphaltierte Strassen. Es ist seeehr staubig, die Pflanzen am WEgesrand tragen alle eine Sandschicht. Überholen ist hier fast nicht möglich da nicht mehr als ein Auto auf die STrasse passt und es auf der Seite sehr steil richtung FLuss hinunter geht. Jedesmal bei einem Überholmanöver muss ich wegschauen. Die Selva wird tropischer, es hat nun BAnanenstauden und halbfertige Holzhäuser.

Nun wird es langsam dunkel um halb7 und wir widmen uns unserer Netflixserie bis wir dann um ca. 8Uhr in Guanay ankommen. Dort erwartet uns Ramon, unser Guide. Er bringt uns zur Unterkunft wo wir unsere Sachen hinschmeissen und dann schnell zum Abendessen. Es ist wunderbar WARM! Ich muss schnell in kurze Hosen schlüpfen. Nach dem Essen machen wir noch eine runde in dem doch ziemlich grossen Dorf, suchen Angelschnur und Hacken für Roberto und essen ein Glace an der Plaza.

Am nächsten Tag gibts Frühstück und ja ich fühle mich hier wie in den Communities, nice eine Portion Reis um den Tag anzufangen…. Dann Registration im Puerto (Hafen) und Wartezeit bis Ramon und unser Kapitän alle Sachen gekauft, zusammengetragen und ins Boot verfrachtet haben. Die Tour ist normalerweise für bis zu 10 Leute, wir sind allerdings diesemal alleine, wir haben also eine Privattour. Die nächsten 3Tage werden wir auf dem Rio Beni verbringen um nach Rurrenabaque zu fahren. Das Boot ist klein (mit zehn Leuten stell ich mir das zeimlcih überfüllt vor…), etwas breiter und länger als ein Weidling.

Julio ist unser Kapitän und chauffiert uns den Fluss hinunter. Neben ihm ist natürlich Ramon und noch zwei ihrer Kollegen dabei. Es hat eher wenig Wasser und er muss wissen auf welcher Seite er durchfahren kann ohne grosse Stämme zu streifen. Am ersten Tag begegnen wir häufig Kranen auf Schiffen welche das halbe (oder eher das ganze) Flussbett umgraben um nach Gold zu suchen. 4kg in 2Wochen holen sie so aus dem Schutt. Das hat allerdings zur Folge dass der ganze Fluss braun gefärbt wird da so viel Sand aufgewirblet wird. Deshalb ist dieses vorgehen in Peru verboten worden. Hier suchen sowohl eine Kolumbianische als auch eine Chinesische Firma weiter nach dem begehrten Metall. Auch einzelpersonen waschen Gold hier, bis zu 4g pro Tag kann man finden wenn man glück hat. Bei einem Preis von 1g a fast 30$ ist das gar kein schlechter verdienst.

Unser erster Stopp ist ein kleiner Sapziergang von einer halben Stunde zu einem Wasserfall. In der Gegend wachsen Gummibäume welche man leicht an den Einkerbungen am STamm erkennen kann wo man eingeschnitten hat um den Gummisaft zu gewinnen. Wir laufen einem kleinen Fluss entlang. Dieser hier ist glasklar, man sieht kleine Fische schwimmen. Am Wasserfall angekommen sind wir total verschwitzt und freuen uns auf ein erfrischendes Bad.

Wieder zurück beim Boot kocht uns Julio auf einem kleinen GAsherd das Mittagessen. Es sit wirklich köstlich, SUppe mit Huhn, Pasta und Ei. Dann tuckern wir weiter bis es langsam eindunkeln will. Da machen wir das Boot an einem der Strände fest. Man stellt uns sowas wie ein Zelt auf: Mit frisch geschnittenen Palmenstengel bauen uns Julio und Ramon ein gestell über welches ein Plastik gespannt wird. Darunter ein Mosiktonetz, Matten und Schlafsack, fertig ist die Unterkunft.

Dann gibts Abendessen und eine Spray-Session, die sandfleigen sind seehr lästig. Allerdings verziehen sie sich als die Sonne untergeht. Zuvor haben wir noch Zeit die Spuren im Schlamm zu begutachten. Die meisten sind von Kapybaras die hier zum Fluss kommen um zu trinken. Wenn wir Glück haben sehen wir welche am morgen. Offensichtlich hat es auch Junge dabei. Auch Vögel und ein Tapir (?) können wir erkennen.

Nach dem Essen soll gefischt werden. Im dunkeln sollen die Fische besser beissen. Alle mitreisenden sind begeisterte Hobbyfischer, inklusive Roberto. Ich hab keinen Plan, aber stell mich mal mit Roberto an den STrand. Er erklärt mir wie man erkennt wann der Fisch nur ein wenig nascht oder wirklich angebissen hat. Und wirklich zieht er bald einen etwa 20cm grossen Wels aus dem Wasser. Das wars dann aber auch schon, der Vollmond geht auf und die Fische wollen mässig beissen. Ramon hat etwas mehr Glück, er fischt aber auch mit Netz. Kurz vor Mitternacht ist dann fertig und wir ziehen uns in unser „Zelt“ zurück. Wir können die Sterne sehen die in unser „Schlafzimmer“ scheinen, sie sind wunderschön.

Am Nächsten Morgen gibts kurz nach dem Früstück eine kleine Wanderung auf der anderen Flussseite, an einer Community vorbei, die den Solarpanels nach ziemlich gutes Geld macht mit PApayaproduktion. Dann wandern wir unter dem grünen Blätterdach hindurch. Die heisse Sonne ist gedämpft, sowie auch alle Geräusche, man getraut sich fast nicht zu sprechen. Irgendwann hören wir ein grunzen und ein getrampel und wissen das wir fast mit einer Gruppe Waldschweini zusammengestossen wären. Man kann sie dann ein paar Schritte später auch riechen und wir finden ihr Schlammbad. Dann gehts weiter mit dem Boot. Der Fluss ist breit mit vielen Bögen, dann wieder gerade und durch Hügel eingeschlossen, manchmal passieren wir kleine Canons.

Beim Mitagessenstopp begeben wir uns in den Krieg mit den Sandfliegen. In 20min fange ich mir ca. 50Stiche ein und beschliesse dass lange Hosen trotz Hitze vorteilhaft sind. Dafür springen wir vorher noch kurz in das Bassin beim nahen Wasserfall.

Roberto fischt wieder und hat diesesmal mehr Glück. Der Wels denn er herauszieht nennt sich Tuburi und soll sehr gut schmecken. Das werden wir dann beim Abendessen erfahren.

Kurz danach passieren wir die Grenze zum PArque MAdidi. Dieser NAturpark beherbergt viele Tiere und ist bekannt als der Park mit der grössten Biodiversität der Welt. Er reicht von den Andengipfeln bis hierher herunter in die Selva. Wir machen einen kleinen Spziergang um Affen zu suchen, werden aber nicht fündig. Trotz allem sind die Bäume, Blumen und Schlingpflanzen grossartig anzuschauen. Zurück geht es dann dem FLuss entlang wo wir unter anderem auch Katzenartige spuren finden, wahrscheinlich ein Ozelot oder was ähnliches.

Nach weiteren 3h ist es Zeit das Nachtlager aufzuschlagen. Wieder wird uns unser „Zelt“ gebastelt. Diese Nacht kommt aber ein heftiger wind auf und wir finden keine Ruhe. Der Plastik ist sehr laut und löst sich sogar nach einem heftigen Windstoss an einer Ecke. Roberto steht auf um ihn auf Bodenhöhe zu befestigen, das hält den Sand besser ab welcher in unser Schlafzimmer weht. Wir schlafen ein paar wenige Stunden, aber der Sand kriecht in Ohre, Mund und Nase und ist grauenhaft unangenehm. ICh fühle mich wie ein Beduine in der Wüste, meine HAare sind sandgestrahlt und ich mache mir um meine Elektronik etwas sorgen. Der Wind wird stärker und das Moskitonetz weht uns über die Köpfe. Um 4Uhr ist Schluss, Ramon holt uns ins Boot wo wir uns unter eine Decke kuscheln und den Kopf einziehen um nicht angeblasen zu werden. Wir schlafen bis etwa 9Uhr, dann gibts Frühstück für die übernächtigete Gruppe. Rührei, Brötchen, Tee und Früchte machen alles ein wenig besser, trotzdem knirscht es bei jeder Bewegung die ich mache.

Ein letzter Spaziergang im PArque MAdidi führt uns am Vormittag zu einer LAgune. Hier ist der Wald etwas lichter, es hat viele grosse Bäume. Ramon erzählt uns dass hier einmal fast ein paar Touristen verloren gegangen wären da sie einer Horde Schweine hinterhergejagt sind um Fotos zu schiessen. Der Wald sieht aber überall gleich aus, so dass sie den Rückweg nur noch mit Mühe gefunden haben. In der NAcht ist es gefährlich, meint er. Jaguare könnten dich angreifen. Hier werden sie gross und stark. Irgenwie macht mir das Freude aber auch etwas mulmig, ich will einen Jaguar sehen, aber nur einen mit vollem MAgen… NAtürlich läuft uns keine Grosskatze über den Weg, allerdings einige schwarze Laufvögel.

Auch die LAgune ist sehr schön. Bei der Ankunft sehen wir Fischmünder aus dem Wasser ragen. Der warme Tümpel hat nicht genug Sauerstoff, deshalb müssen sie auftauchen um Luft zu schlucken. Wir machen hier eine kurze PAuse bevor wir wieder zum Boot zurückwandern.

Dann stehend die letzten 3h Flussfahrt an. Es gibt Mitagessen en route, danach brauche ich eine Siesta. Roberto weckt mich als wir schon die Brücke von Rurrenabaque sehen können. Wir legen an, suchen unsere sieben Sachen zusammen und fragen uns zu unserem Hostal durch. Dort wird erstmal geduscht und aller Sand vom Körper gewaschen. Ich fühle mich wie neu gebohren! Dann einen kleinen Spaziergang durchs Dorf. Rurre ist sehr Touristisch, es hat viele Kleiderläden, Restaurants, Discotheken und Touragencies. In letzterer buchen wir unseren Trip für morgen, dann gibts eine grossartige Wassermelone unten am Fluss und dann eine Sandfreie Nacht in einem richtigen Bett mit Ventilator.