San Cipriano

In Buenaventura finden Jessi und ich nach einigem Warten am Terminal das Colectivo welches uns nach Cordoba fährt. Dort bei dieser kleinen Häuseransammlung findet sich sowas wie ein Bahnhof. Gleise führen in den Wald. Es sthet aber kein Zug auf diesen Gleisen sondern Holztresinen mit einem Motorrad auf der Seite.

Dieses Transportmittel nennen die Leute hier Brujita (Hexlein) und es sit die einzige Art wie wir von Cordoba nach San Cipriano kommen. Wir verfrachten unsere Rucksäcke hinter den Sitzbank und quetschen uns zwischen Mutter mit Kleinkind und zwei Männer irgendwie auf die Tresine. Das Motorrad steht mit dem Hinterrad auf deinem der Gleisstränge und als unser „Zugführer“ gas gibt schnellt das Holzbrett auf Rädern mit einigem Garacho vorwärts. Ich klammere mich an die Bank, die ganze Brujita rüttelt, schüttelt, quietscht und rattert. Ich habe ehrlich gesagt nicht sehr viel Vertrauen in das Gefährt, aber irgendwie ist die rasante fahrt, erst durch ein paar ärmlich aussehende Häuser, dann durch den Dschungel, ganz lustig und auf alle Fälle ein Adrenalinkick.

Fast 15min brettern wir durch das dichte Grün, über ein paar Brücken und um Kurven bis vor uns Häuser auftauchen. Wir sind in San Cipriano angekommen. Am „Bahnhof“ stehen ein paar Männer, einer von ihnen nimmt uns gleich in Beschlag und meint er habe Zimmer für Touristen. Ok, wir gehenalso mal mit ihm. Das Zimmer ist zwar nich nicht ganz fertig, Wände sindnicht verputzt, der Lichtschalter bambelt noch unbefestigt an den KAbeln von der Decke, aber für eine Nacht tuts das, vor allem da das Zimmer recht günstig ist. Sobald wir unsere Sachen auf das Bett gestellt haben werden wir weiter beschwatzt von wegen Tour zum Wasserfall und überhaupt. Wir bremsen unseren übereifrigen Freund und meinen wir wollen erstmal etwas essen gehen, es ist nämlich schon 12Uhr. Wir werden also zum nächsten Restaurant geführt wo wir einen Mangosaft und EMpanadas bestellen. Unser Guide erkklärt uns beim Essen die Attraktionen San Ciprianos. Wasserfall, Naturpark, Schwimmen im Fluss. Ok, für heute wollen wir also zum Wasserfall. Nach dem Zmittag gehts also los. Unser Führer kommt uns zwar etwas eigenartig vor, er scheint zu schielen und irgendwie ein entzündetes rotes Auge zu haben. Sein Afrohaar ist gestutzt bis auf ein kleines Schwänzchen hinten und vorne steckt ein Kamm mitten in der Frisur. Lustigerweise scheint letzteres hier der letzte schrei zu sein, wir sehen weitere Männer mit demselben Kamm mitten im Kopf. Whatever… Die Anwohner hier sind ausserdem ausnahmslos Afrokolumbianer.

Unser Weg führt uns erst in den Naturpark gleich am Ende ds Dorfes. Die Wege hier sind breit und schön, man merkt dass doch einige Touristen hierherkommen, allerdings oft nur für 1 Tag von Cali aus. Einige kommen usn in Badehosen entgegen und tragen grosse Gummireifen auf welchen sie den Fluss hinuntergetrieben sind. Das machen wir definitiv morgen, der Fluss an welchem wir entlanglaufen ist nämlich wunderschön klar und ladet zum baden ein.

Bei einer grossen Brücke angekommen müssen wir den Fluss kreuzen (die Brücke sieht zwar super aus, es fehlt aber der Boden um darüber gehen zu können). Ab da merken wir dass wir tatsächlich einen Guide brauchen um zum Wasserfall zu gelangen. Es geht rauf, wieder runter, einen Teil durch den seichten Bach, dann wieder nach oben durch den Wald. Ich bin froh habe ich meine Wanderschuhe angezogen, alles ist sehr schlammig und rutschig. Nur durch den Bach muss ich die Schuhe ausziehen. Wir wandern gut 45min durch den dichten Wald bis wir beim Wasserfall ankommen. Es ist nicht heiss aber schwülwarm und uns läuft der Schweiss nur so runter. So will sogar ich mich im Pool unter dem Fall abkühlen gehen.

Jessi und ich schwimmen zwei kurze runden, dann habe ich zumindest schon wieder kalt, das Wasser ist ziemlich eisig. Refrischt setzten wir uns auf den Baumstamm und essen ein paar Erdnüsschen. Mit unserem Führer ist nichtso zu reden, aber JEssi und ich haben uns immernoch genug zu erzählen. Nach einer halben Stunde in der wir das Rauschen des Wassers und das grün der Pflanzen genossen haben, machen wir uns auf den heimweg.

Am Abend ist in San Cipriano rein garnichts mehr los. Wir kommen um 4Uhr zurück ins Dorf, duschen, entspannen kurz und machen uns dann auf die Suche nach einem Abendessen. Nun hat es keine Touristen mehr hier und nur noch 1 offenes Restaurant, dasselbe in dem wir am Mittag schon waren. Es gibt Reis, PAtacones und etwas Salat mit Fisch. Es errinnert mich stark an das Restaurant in welchem wir in Raya immer gegessen haben. Katzen streicheln mir beim Fischessen um die Beine, JEssi als Vegetarierien hat nur Linsen, das ist weniger spannend.

Dann wollen wir es uns in unseren Betten bequem machen. Aber oh Schreck, eine riesenkackerlake hat sich hinter der Tür versteckt. Wir holen den Besitzer welcher das Vieh mit einem Besen nach draussen wischt. Kaum sitze ich im Bett kriecht aber die nächste Kackerlake aus dem Bad. Mich graust es von oben bis unten, jessi ist besser als ich, schnappt sich den Besen und befördert den Ungebetenen Gast zu seinem Kollegen in den Garten. Dann ist ruhe, keine Rieseninsekten mehr. Und was ich nicht sehen will muss ich ja nicht suchen. Ich versuche meine Paranoia dass sich währen dich schlafe eine Kackerlake in mein Bett schleicht herunterzuschlucken und zu schlafen.

DAs einzige was sich in mein Bett schleicht in dieser Nacht sind ungefähr 200 Moskitos. Mein ganzer Körper beisst und juckt am nächsten morgen, JEssi geht es nicht besser. Dann ist ein kühles Bad heute ja vielleicht eine ganz gute Idee. Nach einem grossen Frühstück in unserem Stammrestaurant (Reis, fritierte Bananen, Rührei) wird umgezogen und der Besitzer gibt uns je einen Ring und eine Schwimmweste um baden zu gehen. Der Schwimmring ist gross genug um sich reinzusetzten und bequem den Fluss hinunterzufloaten. Aber erstmal müssen wir ein paar Schritte den Fluss hinauf machen. Wieder in den Park, dem grossen Kiesweg entlang bis zum obersten Charco (Ort wo der Fluss einen kleinen See macht). Nach etwa 40min Fussmarsch lassen wir unsere Ringe zu Wasser und legen uns bequem hinein. Die Sonne scheint uns ins Gesicht, der Fluss ist schön kühl und fliesst gemächlich zwischen hohen Bäumen hindurch. Immer wieder passieren wir kleine Stromschnellen, dann sitzen wir wieder eine Viertelstunde fast ohne uns weiterzubewegen in einem der Charcos. Es sit wunderbaaar entspannend. Unsere Flipflops sind nun 2 Paddel mit denen wir unsere Ringe etwas Steuern können. Der FLuss ist meist nicht tiefer als 1m, manchmal bleiben wir in den Stromschnellen an einem grossen Stein hängen. Dann sammelt sich das Wasser wieder in einem tiefen Becken in welchem wir durch das klare Wasser die 5m bis auf den Boden sehen können.

Fast 3h verbringen JEssi und ich auf dem Wasser. Wir geniessen, quatschen und lachen viel. Die Umgebung welche an uns vorbeizieht ist wunderschön. Erst ganz kurz vor dem Dorf steigen wir aus den Ringen und tragen sie zurück zu unserem Hostel. Dann packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg zum Brujita-Bahnhof und nach einer kurzen Wartezeit von 20min dürfen wir uns wieder auf die Holztresine setzten und werden zurückgefahren. Unterwegs müssen wir aber noch kurz anhalten und ein Brot suchen welches von der letzten Tresine gefallen ist… Only in Südamerika haha…

Zurück in Cordoba essen wir bei einer Bäckerei einen kleinen süssen Snack, dann begleitet uns ein junge von vielleicht 10JAhren nach oben an die STrasse und hält uns den richtigen Bus an um wieder nach Cali zurückzukommen.

Bevor ich abschied nehemn muss von JEssi, sie geht nämlich mit dem Nachtbus nach Neiva, gönnen wir uns noch ein feines Abendessen ine inem Crepes & Waffles. Dann ist es Zeit tschüss zu sagen. Die Tage mit JEssi waren sehr schön, wir hatten es immer super lustig und uns imme etwas zu erzählen!

ICh hoffe ich sehe sie irgendwann einmal wieder in der Schweiz, in Glasgow oder in Tanzania 😉

Ich selbst lasse mich vom Uber ins Hostel zurückchauffieren. Dort treffe ich erstmal auf JEsse, den Amerikaner vom Pacifico Hostel. Er meint in 15min gehe er mit einer Gruppe erst Abendessen, dann Salsa tanzen. Da kann ich ja wohl nicht fehlen! Kurz unter die Dusche gehüpft bin ich startbereit für einen Tanzabend. Eine Deutsche, eine Amerikanerin, zwei Amerikaner, ein Belgier, ein Franzose, ein Argentinier und eine Schweizerin gehen aus. Beim Abendessen gits für mich nur einen Saft, aber danach im Salsaclub bin ich 100% dabei. Alle anderen tanzen noch nicht lange, was heisst die meisten hatten bis jetzt nicht mehr als 5 Salsalektionen. Der Club ist (an einem Montagabend) zum bersten voll und die meisten hier tanzen fast schon auf professionellem Niveau. Wir beobachten erstmal, dann tanze ich ein wenig mit Patrick (dem Belgier welchen ich schon letztesmal in Cali kennengelernt hatte). Bald getrauen sich alle ein wenig die paar gelernten Schritte auszuprobieren. Irgendwann werde ich einem der „Profis“ zum tanzen aufgefordert und nun kann ich wirklich drehen und laufen und tanzen was das Zeug hält. Einige der Männer sind wirklich zu gut für mich, ich habe die Hälfte der Zeit keine Ahnung was ich eigentlich mache, aber ich gebe mein Bestes. Und mit einem lächeln sieht auch ein falscher Schritt gut aus;)

Um 1Uhr morgens bin ich überglücklich und müde. Mit PAtrick und Julien (dem Franzosen) mache ich mich auf den Heimweg 5Blocks zum Hostel. Dort falle ich ins Bett und schlafe fast sofort ein. Tanzen ist schon einfach das Beste was es jerh hets gits! 😀

Cali – La capital de la Salsa

Der Bus fährt um 10Uhr in Salento ab und kommt in Cali um 3Uhr an. Die Strasse war ohne Löcher und richtig angenehm, trotzdem bin ich irgendwie zu faul um heute noch gross was zu machen. Ich freue mich aber als ich in meinem Hostel wie abgemacht wieder auf JEssi und Holly aus MEdellin treffe. Wir quatschen ein wenig, dann muss ich unbedingt duschen und mich einrichten. So ist es schnell 6Uhr und es tönen bekannte Rythmen aus dem Tanzsaal des Hostels. Ich war begeistert als JEssi mir sagte ihr Hostel habe eine Salsaschule im selben Gebäude. Jeden Abend gibt es gratis Stunden. Juhuii da bin ich natürlich sofort dabei! Es sind zwar Anfängerklassen aber besser als nichts. Und es sind sogar mehr Männer da als Frauen, only in Südamerika…

Nach dem Tanzen warte ich auf die anderen zwei Chicas welche noch im NAgelstudio stecken, dann gehts um 8Uhr etwas ausgehungert mit Jessi, Holly, Dominik aus England und Michael aus der Schweiz Abendessen. Wir suchen uns einen sehr teuer aussehenden italiener an der Ecke aus, denn JEssi hat etwas zu feiern, Sie hat nämlich einen Job gekriegt für Januar wenn sie zurück in der Schweiz ist. Sie spendiert uns deshalb eine Flasche Weisswein. Ich esse Spaghetti und die Nudeln hier sind erstens wirklich Spaghetti und zweitens sogar al dente. Danach bin ich sehr müde und habe etwas Kopfweh. Ich gehe deshalb besser ins Bett als mit den anderen noch in den Ausgang.

Am nächsten Tag essen wir alle zusammen Zmorge, dann fahren Holly und Dominik bald zurück nach Medellin. Ich melde mich bei der Free Walking Tour des Hostels an. Michael kommt mit mir mit und so spazieren wir mit einer ca. 15köpfigen Gruppe um 10Uhr aus dem Hostel. Unser Guide ist aber leider etwas ein Schnurri, er labert sehr viel und erzählt nicht ganzo wahnsinnig viel. Trotzdem ist die Tour ganz ok.

Wir starten an der Plazoleta Jairo Varela. Dieser Platz ist nach einem sehr bekannten Salsamusiker benannt welcher mit seiner Band Grupo Niche einer der Erfolgreichsten Salsakünstler Calis war. Salsa ist heute vor allem in Südamerika super populär, allerdings wurde die neue Musik in New York das erste Mal gespielt, sozusagen als peppiger JAzz. Der Name kommt der LEgende nach von einem Musiker welcher auf die fRage wie denn der rythmus welcher gespielt wird heisst mit Salsa geantwortet hat da er meinte es sei wie Gewürzter Jazz, Jazz mit Salsa (=Sauce) also.

Auf der Plaza steht auch ein Monument welches aussieht wie verbogene Trompeten, Sie sollen das Wort Niche bilden, allerdings braucht man dafür etwas viel Vorstellungskraft.

Der nächste Halt machen wir hinter dem STadtregierungsgebäude. Hier wurde erst vor kurzem noch Deomstriert und es sind einige Grafitis und Schriftzüge am Boden übrig. Im Park verkauft eine Señora Früchte und uns wir ddie Chontadura, eine der typischsten Früchte in Cali vorgestellt. Sie ist rot und sieht aus wie eine spitze Tomate, ist allerdings wie der NAme sagt sehr hart (dura) und muss erst 4h gekocht werden um geniessbar zu sein. MAn isst sie mit etwas Salz und Honig und das schmeckt dann ein wenig wie Gschwellti.

Einen Platz weiter kommen wir an der unumgänglichen statue von Simon Bolivar vorbei. Der Caycedo Park ist überfüllt mit Leuten nun um Mittagszeit. Unser Führer verbringt eine halbe Stunde damit uns eine Geschichte über die Uhr der hier ansässigen Kirche zu erzählen welche irgendwie recht langweilig ist. Der Punkt: die Uhr hat einen Fehler, die Römische 4 wurde als IIII geschrieben.

Dann gehts noch zum letzten Stopp, ebenfalls eine Kirche und Museum La Merced. So langsam mag ich dem ewigen geplapper nicht mehr zuhören. Cali selbst errinner tmich irgendwie an Lima. Es hat schöne Ecken, aber insgesamt ist die Stadt nicht sehr touristisch und eigentlich vor allem als Capital de la Salsa (HAuptstadt des Salsa) bekannt.

Ich schreibe JEssi und um ca, 13Uhr trifft sie pünktlich auf das Ende der City Tour ein um uns etwas Essbares zu suchen. Beim Essen sprechen wir über unsere weiteren Reisepläne und ich schliesse mich ihr spontan an um morgen nach San Cipriano und dann einen Tag später nach Buenaventura an die Pazifikküste zu fahren. Nachdem wir unsere Salate verspiesen haben suchen wir einen Busstopp des Mio, der Schnellbuslinie Calis. Ich muss nämlich wenn ich an die verregnete Küste gehen will dringend einen neuen Regenschutz für meinen Rucksack. Wir fahren also 20min bis in die nähe eines Decatlon. Dort verbringen wir sicher eine halbe Stunde, dieser Laden hat einfach alles was man zum Reisen brauchen könnte, schlussendlich gehen wir aber beide einfachmit einem Rucksack-Regencover wieder hinaus.

Vor dem Decatlon rufen wir ein Uber und fahren auf den Cerro de los tres Cruzes um noch vor dem Eindunkeln die Aussicht auf Cali zu geniessen. Die Fahrt dauert wegen dem Verkehr sicher 45min, aber JEssi und ich unterhalten uns grossartig. Endlich oben ist die Aussicht zwar gut aber der Mirador etwas enttäuschend, man kann nicht einmal einmal um die 3 Kreuze herumgehen um auf die ganze STadt zu sehen.

Naja, was solls, 30min wieder zurück hinunter uns zum nächsten Crepes&Waffles. Diese Restaurantkette tönt zwar Amerikansich, ist aber eine Kolumbianische Erfindung von zwei Studenten. Obwohl es sehr schöne Lokations isnd ist das Essen nicht überteuert und die REstaurants (allein in Cali gibt es über 10 davon) stellen nur alleinerziehende Frauen ein. Wir geniessen von hinten bis vorne die feinen Crepes, dann laufen wir dem Boulevard entlang zurück ins San Antonio Quartier wo unser Hostel steht.

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich beizeiten nach San Cipriano fahren, allerdings ist heute wieder Streik. Und der Busterminal nur halb funktionierend. Zusammen mit Michael versuchen wir unser Glück. Am Terminal sagt man uns aber alle Strassen in den Norden und Osten sind blockiert. Man kommt nur in den Süden nach Popayan und Pasto. Wir erkundigen uns also nach dem ersten Bus von morgen nach Buenavantura und machen uns dann ein gemütlicher Tag im hostel. Draussen laufen Demos und wir wollend en Leuten nicht dazwischenkommen. Unser upgedateter Plan ist nun erstmal an die Küste fahren und auf dem Rückweg dann noch San Cipriano anzuhängen. Das Hostel 1h von Buenaventura mit dem Boot ist gebucht und das einzige was fehlt ist der Bus.