Ciudad Perdida Trekking Tag 3&4 – Der Rückweg

Irgendwo im Dschungel an der Karibikküste Kolumbiens versteckt sich eine heilige Stadt der Tayronas, die Ciudad Perdida. Erst 1973 wurde sie von zwei Grabräuber entdeckt was auch der grund ist warum viele ihrer Schätze im Schwarzmarkt untergegangen sind. Geblieben sind die Ruinen und Überbleibsel einer vergangenen Kultur welche nur noch von den Kogi wirklich verstanden und im Geheimen weiter unterhalten wird. Um zu dieser STadt zu kommen müssen wir aber erst den Fluss und dann 1200 Treppenstufen überwinden. Eine Brücke ist in Planung, wer weiss schon wie lange das noch dauert. Also muss man Schuhe abziehen, Hosen so hoch wie möglich hochkrempeln und hoffen dass man die richtigen Steine erwischt um nicht bis zum Bauchnabel im Wasser zu landen.

Der Fluss ist super kalt und ich beeile mich mich an den zwei Seilen so schnell wie möglich hinüberzuhanglen bevor meine Füsse und Beine abfrieren. Als alle wieder angezogen und mit Mückenspray bedeckt sind („die Ciudad PErdida ist die HAuptstadt der Moskitos“)sind führt uns Jhon zur Treppe. Ich bin froh ist es eine alte tayrona und keine Inkatreppe. In Peru waren die Stufen letzterer immer fast 1m hoch. Diese Treppe hier besteht aus eher kleinen, sehr dicht geschichteten Steinen. 70% ist original, 30% rekonstruiert, da der Regen seine Spuren hinterlassen hatte. Die Stufen sind zwar nicht hoch, dafür gibt es viieele davon. Mir hatte schon gegraut vor der Treppe aber es geht ganz ordendlich voran auch wenn die Steine glitschig und zT nur gross genug für die Fusspitze sind. Nach ca. 20min sind wir schon oben. Helen meint, da fehlen ja über 100 Stufen…! Habe sie nicht vermisst 😉

Am Eingangsposten stehen Militärs bereit und stellen uns alle einen „Pass“ für die Ciudad Perdida aus. Dann dürfen wir die verlorene Stadt betreten. Steinkreise zeigen die Orte wo früher die runden Häuser gestanden hatten, im selben Stil wie wir sie im Eingebohrenendorf gesehen hatten. Jhon erklärt uns, dass es in der Mitte jedes Kreises ein oder mehrere Gräber gibt. Die Tayronas begruben ihre Toten mit all ihren Habseligkeiten erstmal für 3 Jahre ausserhalb der Stadt. Dann wurden die Gebeine gehoben und unter dem Haus der Familie zusammen mit Gold und Edelsteinen beigesetzt. Daraufhin mussten alle Bewohner das Haus verlassen, bis es in sich selbst zusammengefallen war. Ersta dann durfte eine Schicht erde und ein Steinkreis mehr auf die Fläche gelegt und ein neues Zuhause gebaut werden. Als die Stadt von zwei grabräubern entdeckt wurde 1973 wussten diese also wo sie nach Gold suchen mussten. Als anderen Schatzsuchern auffiel dass die zwei (sie waren Vater und Sohn) plötzlich über sehr viel mehr Geld verfügten folgten sie ihnen zur Ciudad Perdida. Bald wimmelte es auf dem Berg von grabenden Männern. Da es genug zu finden hatte lief das so lang gut bis einer der Ursprünglichen Entdecker eine sehr grosse Goldstatue fand. Diese wurde ihm geraubt und er dabei umgebracht. Da brach richtiggehend ein Krieg um die besten Stücke los. Einige der Grabräuber bekamen es mit der Angst zu tun und einer meldete die archäologische Stätte daraufhin der Regierung welche das Gebiet sofort absperren lies um Forscher die Ausgrabugnen machen zu lassen. Leider konnten diese nicht mehr viel finden, das meiste war schon ausgegraben und verhöckert worden. Die Stücke welche heute im Museum de Oro in Santa Marta liegen kommen fast alle von einer weiteren kleineren Stätte welche später weiiter oben am Berg entdeckt wurde. Mit diesen wurde auch das Alter der Kultur bestimmt. Es gibt zwei verschiedene arten von Goldstatuen der Tayronas: die älteren sind aus purem Gold, aus einem Block geschnitzt. Die neueren sind legierungen mit Kupfer zB und gegossen in Tonvorlagen. So konnten die Künstler Gold sparen und durch die Giesstechnik detailliertere Sujets erschaffen. MEist zeigen sie ein Mischwesen aus MEnsch und einem Tier. Das Tier verkörpert immer eine Fähigkeit welche der MEnsch gern Besitzen möchte (Das beispiel von Jhon war die Fledermaus die, da sie auf dem Kopf schläft, die Welt aus einer anderen PErspektive sieht).

Da es nicht viele Leute heute morgen hier oben hat haben wir die Stadt ganz für uns. Wir besichtigen alle 4 Teile davon. Überall können wir die Häuserkreise erkennen, Wasserkanäle die den Berg hinunter das Wasser sammeln, feine steile Treppen und über allem die Natur welche die STadt über die 400 JAhre in welcher sie in Vergessenehit geraten war wiedererobert hat. Die Ureinwohner mieden ihre heilige Stadt nach der Ankunft der Spanier. Dies weil mit den Invasoren neue Krankheiten in die Gegend eingetragen worden waren welche die indigienen nur so dahinrafften. Als imer mehr Leute, sogar in ihrer heiligsten Stätte starben dachten sie die Stadt hätte einen Fluch auf sich und getrauten sich nicht mehr sie zu betreten. Erst in jüngster Zeit kommen die Wiwas und Kogis zurück um auch hier wieder Opfergaben an die Mutter Erde zu machen, meist in Form von farbigen (Edel-)Steinen. Sie verstehen heute was wirklich geschah damals und wissen dass die Ciudad Perdida nicht verflucht ist. Wie ihre traditionen aber genau aussehen darf niemand ausserhalb vom Clan wissen. JEden September wird die Ciudad PErdida für einen ganzen Monat geschlossen um den Familien ihre Privatsphäre zu geben ihren alten Bräuchen nachzugehen. AUch heute lebt noch ein Kogi-Schamane welchen wir ebenfalls noch besuchen. Seine zwei Häuser (für ihn und seine Frau) rauchen aus dem aus Blätter gewobenen dach. Innen brennt das HErdfeuer um die Moskitos fernzuhalten und die Blätter des Dachstockes zu trocknen um sie länger Haltbar zu machen. Luis hatte uns erklärt dass für die Errichtung eines solchen HAuses immer der ganze Clan anwesend ist (also die Männer) und diese in 3h die Hütte fertiggestellt haben können. Das Dach wird am Oben zusammengesetzt und dann auf die runden MAuern gesetzt. Der Schamane praktiziert für all seine Clanmitglieder welche zu ihm kommen mit Krankheiten oder Problemen. Er trägt die typische Tracht der Kogi in weiss mit spitzer Kappe welche die Schneeberge symbolisiert. Auch Frauen und Kinder Tragen eine weisse Toga. Sie alle haben schwarze lange Haare was es fast unmöglich m acht Jungen von Mädchen zu unterschieden. Dies erkennt man nur daran dass die Jungs eine Tragetasche mittragen, die Mädchen aber farbige Ketten.

Auf dem höchsten Punkt der Ciudad PErdida angelangt haben wir die typische Postkartenansicht der zwei etwas erhöhten HAuskreise wo früher das HAus des obersten Häuptlings und seiner Frau gestanden hat. Der Ort fühlt sich an wie sich ein heiliger ORt anfühlen soll. Irgendwie magisch, verwunschen, bedeutungsvoll… Ich kann mich nicht satt sehen an den Terrassen und den und den Hügel voller Bäume rundherum. Die Sonne scheint, wir haben perfektes Fotowetter. Wir sind einfach mitten im Norgendwo im Dschungel und hier steht eine STadt, wie cool ist das denn!

Jhon und Luis beglücken uns mit zwei Tabletts voller Früchte und Knabberfood, schliesslich wir sind schon fast 2.5h unterwegs… wir essen zu viel auf diesem Trek 😛 Charile erzählt mir von seinem Job bei BP welcher er in London innehatte. Arnout sinniert über seine die Zukunft als Berater in der Politik. Dann verlassen wir die Ciudad Perdida. Der letzte Punkt welcher wir anschauen ist ein Stein welcher eine KArte der Wege und STädte im Gebiet der Tayronas darstellen soll. Allerdings wissen die Forscher nicht wie die ursprüngliche Position der KArte war da die Grabräuber den Brocken auf den Boden gelegt haben. Je nach Stellung zeigt die KArte eine weitere STadt weiter oben am Berg welche allenfalls noch auf ihre Entdeckeung wartet.

Die Treppe wieder runterzusteigen braucht ziemlich viel Konzentration um nicht auszuschlipfen. Als alle heil unten angekommen und den Fluss wieder heil und mehr oder weniger nass überquert haben steht schon Spaghetti mit Hühnchen im Camp bereit, dann machen wir uns auf den Rückweg. Das heisst, den selben Weg wieder zurück. Heute allerdings nur noch 3.5h zum Camp2. Meine Beine sind etwas in Mitleid gezogen vom Treppensteigen und das Affentempo der Gruppe ist heute etwas hart mitzuhalten. Nach dem Abendessen fängt Helen an mit allen ein Rätselspiel zu spielen welches ich sogar kenne, aber mein Hirn ist definitiv zu müde um heute noch Geistesblitze zu haben. Um 8Uhr bin ich im Bett und schlafe innerhalb von Sekunden tief und fest.

Am nächsten Morgen wieder in die feuchten verschwitzten Kleider des Vortages zu steigen ist grauslig. Sogar das neue Tshirt ist schon etwas klamm und stinken nach dem innern des Rucksacks. Naja, nur noch heute morgen… Aber dieser ist happig. Eine Stunde aufstieg in 6h Wanderung, niemals geradeaus und 6 vieel zu fitte Kumpels 😛 Erstmal marschiere ich mit Helen mit um ihre Rätselspiele mitzumachen, heute klappt es auch ganz gut. Luuk, Iris, Arnout und Luis sind fleissig am mitraten. Als wir im Camp1 um 9Uhr snacken checke ich auch endlich das Rätsel mit dem offenen und geschlossenen Deckel vom vorabend. Luis bringt uns noch den HAuspapagei vorbei mit seinen leuchtend rot-blauen Federn. Alle rennen aufs Klo, dann gehts weiter. Helen hat ein weiteres Spiel gefunden (Who has the hat?) aber bald verliere ich den Anschluss an die Gruppe als sie meinen den bErg hinaufrennen zu müssen. Das ist mir zu anstrengend und ich mache den Ausfstieg in meinem Tempo. Oben wartet Luis dann irgendwann auf mich und wir holen die Gruppe beim Wiwa-Dorf wieder ein.

Als wir endlich oben sind gibts Wassermelooooneee 😀 Und eine ganz tolle Aussicht!

Dann wieder frischer Bergab richtung Mamey. Ich schwatze mit Corinne damit die schmwezenden Füsse von alleine laufen. Nun sind wir wieder auf offenem Gebiet und die Sonne brennt. AUch heute schwitzen wir alle ohne Pause. Ein paar Halte um ein kühles Cola bei einem Händler am Strassenrand zu kaufen. Um ca. 1Uhr kommen wir in Mamey an. Es gibt essen (wir sind alle soo voll), wir legen die Beine hoch, befreien die Schuhe von einem MEter Schlamm und versuchen ein etwas trockeneres nicht allzustinkendes Shirt zu finden. Dann werden wir in Wagen verladen und es geht 2h zurück nach Santa Marta.

Bzw. für Helen, Corinne und mich nur bis nach El Zaino, ein Kaff auf dem Weg am Eingang des Tayrona PArkes wo wir heute kurz übernachten werden um morgen den Nationalpark zu erkunden. Sobald wir im Hostal angekommen sind und unsere dreckige Wäsche abgegeben und geduscht haben schmeissen wir uns in eine Hängematte und findens einfach gerade seeehr bequem nicht mehr auf unseren zwei Füssen stehen zu müssen. Diese Nacht schlafe ich trotz hitze und einer million Moskitos wie ein Baby.

Ciudad Perdida Trekking Tag 1&2 – Der Hinweg

Das Auto von Expotur holt uns so ultrapünktlich um 8Uhr im Hostel ab dass Corinne, Helen und ich doch fast noch am Früstück sitzen als der 4×4 vorfährt. Noch auf dem Arepa (so was wie ein Pancake der hier typisch ist) herumkauend laden wir Koffer, wanderschuhe und Wanderrucksäcke ins Auto und ab gehts nach Santa Marta. Dort im Office des Veranstalters treffen wir unsere Gruppe. Iris und Luuk aus Holland, Arnout aus Belgien, Charlie aus Frankreich, unser Guide Jhon und der übersetzter Luis. Die Koffer werden ausgeladen, angeschrieben, alles vorbereitet, bezahlt und eingepackt. In der folgenden 2.5stündigen Fahrt folgt das normale kennenlernen, wo kommst du her wo gehst du hin. Iris ist sehr motiviert laufen zu gehen, sie hat einen Abschluss in Sportphysiologie und scheint sehr fit zu sein. Luis erzählt uns dass er eigentlich Zahnarzt studiert hat, allerdings gibt es in Kolumbien offensichtlich zu viele Zahnärzte, deshlab jobbt er momentan als Übersetzer. Sein englisch ist praktisch perfekt und er verbringt offensichtlich auch viel Zeit im Fitnesstudio. Helen und ich sind uns einig dass er verboten gut aussieht 😛

Mamey ist der Startpunkt unserer 4tägigen Wanderung. Es gibt erstmal Zmittag (ohoo Reis mit Poulet, fein). Jhon ist hier aufgewachsen und erklärt uns dass der Übername des Dorfes, Machete, davon kommt dass es hier früher eher etwas rauer zu und herging und dass die Leute in Ermangelung eines Polizeipostens ihre Probleme oft mit der Machete ausgefochten haben. Heute sei das aber nicht mehr so. In der Gruppe sprechen nicht viele Spanische, nur ich, Corinne und Charlie ein wenig. Ich bin sicher die einzige die Jhon wirklich gut versteht, für mich gibt es danach von Luis alles nochmals nachgedoppelt auf englisch. Auf der ganzen Tour spricht Jhon dann eingeltich nur noch mit mir wenn er spanische Erläuterungen abgibt.

Nun endlich werden die Wanderschuhe angeschnallt. Es geht los. Erstmal laufen wir eher auf einer STrasse, immer wieder überholt uns ein Töff oder Maultiere. Der Ciudad PErdida Trek ist sehr bekannt und es kommen viele Touristen hierher. ZT über 200 Leute am Tag. Heute sind wir aber ca. 3 Gruppen die hintereinander starten. Und es ist bald klar wer als erstes ankommen wird. Fast alle Mitglieder sind extrem sportlich, vor allem Iris, Luuk, Helen und Corinne. NAch einer halben Stunde geht es den ersten Berg hinauf. Immer wieder wird Pause gemacht, unter anderem bei einem kleinen Stand von Jhons Vater um uns eine kalte Cola zu kaufen. Alle ohne Ausnahme sind schon nach 1h klatschnassgeschwitzt. 1h kraxxeln wir eine sandige Piste den Berg hoch. Die Sonne brennt, es ist sehr heiss und feucht, der Schweiss tropft von Strin beim laufen. Oben sehen alle aus als wären sie geschwommen. Auf dem Gipfel erwartet uns ein Unterstand wo Jhon eine Wassermelone aufschneidet. Eine WASSERMELONE! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie göttlich die ist!

Weiter gehts im sogenannten Colombian-Flat, was einfach gar nie flach sondern immer entweder aufwärts oder abwärts ist. Der Weg führt zuerst durch Gebiet der Bauern. Hier sind grosse Flächen des Waldes gerodet um man kann Kühe weiden sehen. Früher gab es hier riesige Plantagen von Koka und militarisierte Gruppen die im Drogenahndel involviert waren. Die Regierung hat damit Schluss gemacht in dem sie mit Fliegern Umweltgifte über die Plantagen ausgetragen hatten. Um den Bauer eine Alternative zu geben händigten sie Kaffee- und Kakaopflanzen aus um damit einen neuen Handela ufzubauen. Das funktierte aber mässig da das Klima nicht geeignet war. Abhilfe schuf dann dank der neuen Sicherheit nach Vertreibung der Paramilitares der Tourismus welcher immernoch wächst da Kolumbien noch nicht lange eine sichere Reisedestination ist und die Leute die Ciudad PErdida erst jetzt für sich entdecken.

Nach ein paar Stunden passieren wir die Grenze zum Gebiet der Eingeborenen. Es gibt noch 4 verschiedene Clans der ursprünglich grössere Zusammengefassten Gruppe der Tayronas. Der Trek führt durch das Gebiet der Kogis. Die Familien bekamen dank der Regierung ihr Territorium als Reservat zugesprochen und verdienen ebenfalls am Tourismus mit. Uns wir dgesagt dass sie aber sehr zurückgezogen und immernoch eher ursprünglich leben. Kindern ist es verboten den Clan zu verlassen, ausser einigen wenigen welchen sie erlauben zu studieren damit sie mit ihren Fähigkeiten als Ärzte oder Juristen ihren Leuten dienen können. Sie isnd verpflichtet nach dem Studium ins Dorf zurückzukehren. Hier in der Kogi-Area stehen die schönen grossen Bäume. Luis erspäht einen Tukan. Der Weg wird dafür etwas schwieriger, vor allem schlammig. Ein Part nennt sich der Culo Rojo, der Roter Hintern, da gehts es ziemlich steil einen Abhang hinunter welcher mit rotem Matsch bedeckt ist. Mit geduld und viel Vorsicht kommen wir alle mit unbeflecktem Po hinunter. Dann geht es über den Fluss auf einer Hängebrücke aus Stahlseil und 20min weiter dem Flussufer entlang zu unserem ersten Nachtcamp. Es ist einiges Konfortabler als ich mir vorgestellt habe mit Dusche, Wasserklo und Stockbetten für alle mit sogar bequemer MAtratze und unverrissenem Moskitonetz. Ich will einfach nur noch unter die Dusche. Alle sind verschwitzt von oben bis unten und das kühle Wasser tut soo gut. In trockenen frischen Kleidern wie eugebohren setzten wir uns an den Tisch und bald bringt uns Ismael, unser Koch, das Abendessen. Es gibt Fisch mit Reis und auf jeden Teller ist wohl eine Portion für 5 Leute gepackt, ich bin nach eienm drittel schon satt obwohl mich das wandern ziemlich hungrig gemacht hat. Schlussendlich waren wir um die 4 Stunden unterwegs heute. Nach dem Essen sitzen wir also alle noch gemütlich bei Kaffee und heisser Schokolade zusammen. Wir (ok ich) reissen eine riesige Diskussion über Umwelt/Klima/Politik an welche super interessant ist, vor allem Arnout welcher Politik und Ökonomie studiert hat ist nicht mehr zu stoppen. Erst um 10Uhr beschliessen wir kollektiv ins Bett zu gehen denn morgen ist ein langer Tag.

Das Frühstück steht 5:30 auf dem Tisch. Mit kleinen Augen und grossem Hunger verdrücken wir unsere Arepa mit Rührei, Ananas, Papaya und Melone.

Dann werden die alten immernoch nassen Kleider angezogen (bääh), Schuhe angeschnallt, Rucksack geschultert und auf gehts. Um 6Uhr sind wir schon unterwegs. Erstmal gehts dem Fluss entlang, Colombian-Flat. Jhon schlägt ein zügiges Tempo an. Bald kommen wir auch schon zum ersten Aufstieg. Innerhalb von 10min schwitze ich wieder. Die Brille kann ic hier fast nicht tragen, sie rutscht von der Nase oder beschlägt ganz einfach von der Hitze die ich ausstrahle. In ca. 40min gehts auf den nächsten Hügel. Hier wartet Wassermelone, yesss!! Ich bin schon das erste Mal wieder kaputt und es ist erst 7Uhr morgens.

Die nächste Etappe führt uns an einem Eingebohrenendorf vorbei. Hier leben ein paar Familien des Wiwa-Clans (zwar immernoch auf Kogi-Gebiet, aber das geht offensichtlich). Wir machen eine Viertelstunde Pause und ein Ältester erklärt uns ein wenig seine Kultur. Alle Männer müssen um erwachsen zu werden mit ca. 18Jahren eine Initiation durchlaufen in der sie 3 Tage meditieren, sich nicht aus dem Haus entferenen und nicht schlafen dürfen. Schaffen sie das kriegen sie einen ausgehölten, etwa handgrossen Kürbis (Name vergessen). Sie füllen ihn mit einem Kalziumpulver welches sie aus Muscheln gewinnen welche sie erst verbrennen und dann zerstampfen. Dieses Pulver vermischen sie mit den Kokablättern welche sie kauen und diese Mischung soll ihnen Energie und Ausdauer für die langen Märsche geben. Auch typisch ist die Herstellung ihrer Umhängetaschen aus Blattfasern. Darin werden die getrockneten Kokablätter aufbewahrt. Der Kürbis ist ein Heiligtum und muss beschützt werden wie eine Ehefrau, er ist die Legitimisierung und Zeichen der Zugehörigkeit zum Clan. Er ermöglicht dem MAnn auch die Teilname an Entscheidungen und Zusammenkünfte.

Etwas weiter den Berg wieder hinunter kommen wir dann an einem Kogi-Dorf vorbei. Alle Häuser sind aus Holz und Palmen geflochten, die Dächer haben zwei Spitzen welche die zwei wichtigsten Berge der Sierra Nevada darstellen welche für die Kogi das Herz der Welt ist. Das Dorf hier ist nicht um darin zu wohnen sondern hierher kommen die LEute nur um Zusammenkünfte abzuhalten. JEde Kogi-Familie hat ihr eigenes Haus hier und uns ist es verboten ins Dorf hineinzugehen. Jhon erklärt uns also vom Weg aus ein paar Eingenarten der Kogi-Kultur. So leben Kogi-Familien immer getrennt, die Männer in einem, die Frauen in einem anderen Haus. Sie haben wenig Kontakt zueiannder. Jungen Männer, nachdem sie den Kürbis erhalten haben, mit einer älteren Frau verheiratet welche sie in alle Sachen welche ihr Vater ihnen nicht mitgeben konnt einführt, also Liebe, Sex, Kinder usw. Kommt die Frau in die Menopause hat der MAnn anrecht auf eine zweite, junge Ehefrau mit welcher er weiter Kinder zeugen soll. Die erste Ehefrau bleibt im Haus und ist sozusagen der Chef der Familie. Stirbt der Mann ist die zweite Ehefrau, nun erfahren, frei für einen zweiten, jungen Ehemann und so schliesst sich der Kreis.

Während Jhon spricht stechen uns die Moskitos als wären wir ihr lang ersehntes Mitagessen. So laufen wir noch so gerne wieder los, dem FLuss entlang, und kommen bald ins Camp2. Hier werden wir heute Mitagessen. Ismael ist schon vorausgerannt und kocht schon fleissig vor sich hin. Bald serviert er uns wieder Berge von Suppe und Reis mit Poulet. Es ist ein frühes Mitagessen, um knapp 11Uhr. Dann ahben wir Zeit um uns im Bach abkühlen, mir ist das Wasser aber definitiv zu kalt, auch wenn ich noch so gerne baden gehen möchte bleibe ich lieber beim Füsse reinhalten.

Nach dem Essen wieder in die Wanderschuhe zu steigen ist etwas hart, immerhin ist das Tshirt in der Sonne etwas getrocknet. Über den Fluss etwas weiter oben und up the Hill. Dieser Aufstieg hat es in sich, vor allem da alle Bäuche noch (zu) voll sind vom Zmittag. Eine Stunde stampfen wir über Stock und Stein bergauf. Unsere Gruppe ist einfach sau fit und ich kann mit Jhons Tempo definitv nicht mithalten. Macht aber nix, ich mache den Anstieg in meinem Tempo. Fast oben fängt es an zu regnen. Da ich abe rnicht mehr nass werden kann als ich eh schon bin stört mich das nicht unbedingt, es ist sogar ein wenig angenehm. Auf dem Berg gibts heute Ananas und ich muss mich einfach erstmal ein paar Minuten hinsetzten, das war anstrengend. Iris ist schon wieder topfit und motiviert so wie immer und lässt sich nur von einer handflächengrossen Spinne verunsichern. Wir montieren alle den Regenschutz auf die Rucksäcke, dann gehts weite. Nun wird es richtig sumpfig, allerdings haben wir Glück und der Regen ist weder sehr stark noch sehr lang. Die Sonne lässt sich aber nicht mehr wirklich blicken bis zu unserem letzten Stopp im Camp3. Nach den 4 am Morgen folgen 3h wandern am Nachmittag. Es geht hier einfach gar nie geradeaus. Imer wieder balanieren wir auf Steinen über Bäche oder weichen Sumpflöchern aus. Der Weg führt durch den Wald, es ist warm und die Luftfeuchtigkeit ist gefühlte 300%. Ich war auf diesem Trek noch nicht einmal trocken.

Um ca. 4Uhr kommen wir ins Camp3 welches ebenfalls ähnlich aufgebaut ist wie die anderen zwei. Doppelstockbetter für alle, Jhon und Luis schlafen in Hängematten. Wir sind gleich am Fluss und während ich die zumindest lauwarme Dusche in Kompanie einer riesen SPinne bevorzuge gehen Helen, Iris und Corinne nochmals schwimmen. hier zeiht man besser lange Hosen an um nicht vollkommen verstochen zu werden. Ich setzte mich auf eine Bank und mache ien paar Dehnübungen, meine Muskeln spüren das lange auf und ab und vor allem auch das eher hohe Tempo der gruppe. Die anderen 3 Gruppen auf dem Trek kommen immer mindestens eine halbe Stunde später an. Das Camp ist ausgelegt für einiges mehr Personen als diese 4 Gruppen zusammen zählen. Luis erzählt uns dass in der HAuptsaison bis zu über 200 Leute am selben Tag den Trekk starten. Wir sind höchstens 50 und ganz ehrlich das reicht auch. Ich will mir nicht vorstellen was fürein Gewusel und WC Anstehen und nasse stinkende Kleiderschlacht an solchen Daten hier stattfindet.

Ismael zaubert wieder in der Küche, wir kriegen erstmal eine Wanne Popkorn um den ersten schon gar nicht vorhandenen Hunger zu verdrängen, um 6Uhr stehen 8 dampfende Teller auf dem Tisch, Reis mit Steak. Heute muss ich ein wenig früher ins Bett anstatt noch tiefgreifende Diskussionen zu führen Der Tag war lang und morgen früh muss ich bereit sein die verlorene Stadt zu finden. Also sind Corinne, Helen und ich um 9Uhr in den Federn. Die Better sind wirklich bequem und da nicht alle besetzt sind kann ich mir noch eine zweite Kuscheldecke ergattern mit der ich gaanz angenehm warm habe in der Nacht.