Irgendwo im Dschungel an der Karibikküste Kolumbiens versteckt sich eine heilige Stadt der Tayronas, die Ciudad Perdida. Erst 1973 wurde sie von zwei Grabräuber entdeckt was auch der grund ist warum viele ihrer Schätze im Schwarzmarkt untergegangen sind. Geblieben sind die Ruinen und Überbleibsel einer vergangenen Kultur welche nur noch von den Kogi wirklich verstanden und im Geheimen weiter unterhalten wird. Um zu dieser STadt zu kommen müssen wir aber erst den Fluss und dann 1200 Treppenstufen überwinden. Eine Brücke ist in Planung, wer weiss schon wie lange das noch dauert. Also muss man Schuhe abziehen, Hosen so hoch wie möglich hochkrempeln und hoffen dass man die richtigen Steine erwischt um nicht bis zum Bauchnabel im Wasser zu landen.

Der Fluss ist super kalt und ich beeile mich mich an den zwei Seilen so schnell wie möglich hinüberzuhanglen bevor meine Füsse und Beine abfrieren. Als alle wieder angezogen und mit Mückenspray bedeckt sind („die Ciudad PErdida ist die HAuptstadt der Moskitos“)sind führt uns Jhon zur Treppe. Ich bin froh ist es eine alte tayrona und keine Inkatreppe. In Peru waren die Stufen letzterer immer fast 1m hoch. Diese Treppe hier besteht aus eher kleinen, sehr dicht geschichteten Steinen. 70% ist original, 30% rekonstruiert, da der Regen seine Spuren hinterlassen hatte. Die Stufen sind zwar nicht hoch, dafür gibt es viieele davon. Mir hatte schon gegraut vor der Treppe aber es geht ganz ordendlich voran auch wenn die Steine glitschig und zT nur gross genug für die Fusspitze sind. Nach ca. 20min sind wir schon oben. Helen meint, da fehlen ja über 100 Stufen…! Habe sie nicht vermisst 😉

Am Eingangsposten stehen Militärs bereit und stellen uns alle einen „Pass“ für die Ciudad Perdida aus. Dann dürfen wir die verlorene Stadt betreten. Steinkreise zeigen die Orte wo früher die runden Häuser gestanden hatten, im selben Stil wie wir sie im Eingebohrenendorf gesehen hatten. Jhon erklärt uns, dass es in der Mitte jedes Kreises ein oder mehrere Gräber gibt. Die Tayronas begruben ihre Toten mit all ihren Habseligkeiten erstmal für 3 Jahre ausserhalb der Stadt. Dann wurden die Gebeine gehoben und unter dem Haus der Familie zusammen mit Gold und Edelsteinen beigesetzt. Daraufhin mussten alle Bewohner das Haus verlassen, bis es in sich selbst zusammengefallen war. Ersta dann durfte eine Schicht erde und ein Steinkreis mehr auf die Fläche gelegt und ein neues Zuhause gebaut werden. Als die Stadt von zwei grabräubern entdeckt wurde 1973 wussten diese also wo sie nach Gold suchen mussten. Als anderen Schatzsuchern auffiel dass die zwei (sie waren Vater und Sohn) plötzlich über sehr viel mehr Geld verfügten folgten sie ihnen zur Ciudad Perdida. Bald wimmelte es auf dem Berg von grabenden Männern. Da es genug zu finden hatte lief das so lang gut bis einer der Ursprünglichen Entdecker eine sehr grosse Goldstatue fand. Diese wurde ihm geraubt und er dabei umgebracht. Da brach richtiggehend ein Krieg um die besten Stücke los. Einige der Grabräuber bekamen es mit der Angst zu tun und einer meldete die archäologische Stätte daraufhin der Regierung welche das Gebiet sofort absperren lies um Forscher die Ausgrabugnen machen zu lassen. Leider konnten diese nicht mehr viel finden, das meiste war schon ausgegraben und verhöckert worden. Die Stücke welche heute im Museum de Oro in Santa Marta liegen kommen fast alle von einer weiteren kleineren Stätte welche später weiiter oben am Berg entdeckt wurde. Mit diesen wurde auch das Alter der Kultur bestimmt. Es gibt zwei verschiedene arten von Goldstatuen der Tayronas: die älteren sind aus purem Gold, aus einem Block geschnitzt. Die neueren sind legierungen mit Kupfer zB und gegossen in Tonvorlagen. So konnten die Künstler Gold sparen und durch die Giesstechnik detailliertere Sujets erschaffen. MEist zeigen sie ein Mischwesen aus MEnsch und einem Tier. Das Tier verkörpert immer eine Fähigkeit welche der MEnsch gern Besitzen möchte (Das beispiel von Jhon war die Fledermaus die, da sie auf dem Kopf schläft, die Welt aus einer anderen PErspektive sieht).


Da es nicht viele Leute heute morgen hier oben hat haben wir die Stadt ganz für uns. Wir besichtigen alle 4 Teile davon. Überall können wir die Häuserkreise erkennen, Wasserkanäle die den Berg hinunter das Wasser sammeln, feine steile Treppen und über allem die Natur welche die STadt über die 400 JAhre in welcher sie in Vergessenehit geraten war wiedererobert hat. Die Ureinwohner mieden ihre heilige Stadt nach der Ankunft der Spanier. Dies weil mit den Invasoren neue Krankheiten in die Gegend eingetragen worden waren welche die indigienen nur so dahinrafften. Als imer mehr Leute, sogar in ihrer heiligsten Stätte starben dachten sie die Stadt hätte einen Fluch auf sich und getrauten sich nicht mehr sie zu betreten. Erst in jüngster Zeit kommen die Wiwas und Kogis zurück um auch hier wieder Opfergaben an die Mutter Erde zu machen, meist in Form von farbigen (Edel-)Steinen. Sie verstehen heute was wirklich geschah damals und wissen dass die Ciudad Perdida nicht verflucht ist. Wie ihre traditionen aber genau aussehen darf niemand ausserhalb vom Clan wissen. JEden September wird die Ciudad PErdida für einen ganzen Monat geschlossen um den Familien ihre Privatsphäre zu geben ihren alten Bräuchen nachzugehen. AUch heute lebt noch ein Kogi-Schamane welchen wir ebenfalls noch besuchen. Seine zwei Häuser (für ihn und seine Frau) rauchen aus dem aus Blätter gewobenen dach. Innen brennt das HErdfeuer um die Moskitos fernzuhalten und die Blätter des Dachstockes zu trocknen um sie länger Haltbar zu machen. Luis hatte uns erklärt dass für die Errichtung eines solchen HAuses immer der ganze Clan anwesend ist (also die Männer) und diese in 3h die Hütte fertiggestellt haben können. Das Dach wird am Oben zusammengesetzt und dann auf die runden MAuern gesetzt. Der Schamane praktiziert für all seine Clanmitglieder welche zu ihm kommen mit Krankheiten oder Problemen. Er trägt die typische Tracht der Kogi in weiss mit spitzer Kappe welche die Schneeberge symbolisiert. Auch Frauen und Kinder Tragen eine weisse Toga. Sie alle haben schwarze lange Haare was es fast unmöglich m acht Jungen von Mädchen zu unterschieden. Dies erkennt man nur daran dass die Jungs eine Tragetasche mittragen, die Mädchen aber farbige Ketten.

Auf dem höchsten Punkt der Ciudad PErdida angelangt haben wir die typische Postkartenansicht der zwei etwas erhöhten HAuskreise wo früher das HAus des obersten Häuptlings und seiner Frau gestanden hat. Der Ort fühlt sich an wie sich ein heiliger ORt anfühlen soll. Irgendwie magisch, verwunschen, bedeutungsvoll… Ich kann mich nicht satt sehen an den Terrassen und den und den Hügel voller Bäume rundherum. Die Sonne scheint, wir haben perfektes Fotowetter. Wir sind einfach mitten im Norgendwo im Dschungel und hier steht eine STadt, wie cool ist das denn!

Jhon und Luis beglücken uns mit zwei Tabletts voller Früchte und Knabberfood, schliesslich wir sind schon fast 2.5h unterwegs… wir essen zu viel auf diesem Trek 😛 Charile erzählt mir von seinem Job bei BP welcher er in London innehatte. Arnout sinniert über seine die Zukunft als Berater in der Politik. Dann verlassen wir die Ciudad Perdida. Der letzte Punkt welcher wir anschauen ist ein Stein welcher eine KArte der Wege und STädte im Gebiet der Tayronas darstellen soll. Allerdings wissen die Forscher nicht wie die ursprüngliche Position der KArte war da die Grabräuber den Brocken auf den Boden gelegt haben. Je nach Stellung zeigt die KArte eine weitere STadt weiter oben am Berg welche allenfalls noch auf ihre Entdeckeung wartet.
Die Treppe wieder runterzusteigen braucht ziemlich viel Konzentration um nicht auszuschlipfen. Als alle heil unten angekommen und den Fluss wieder heil und mehr oder weniger nass überquert haben steht schon Spaghetti mit Hühnchen im Camp bereit, dann machen wir uns auf den Rückweg. Das heisst, den selben Weg wieder zurück. Heute allerdings nur noch 3.5h zum Camp2. Meine Beine sind etwas in Mitleid gezogen vom Treppensteigen und das Affentempo der Gruppe ist heute etwas hart mitzuhalten. Nach dem Abendessen fängt Helen an mit allen ein Rätselspiel zu spielen welches ich sogar kenne, aber mein Hirn ist definitiv zu müde um heute noch Geistesblitze zu haben. Um 8Uhr bin ich im Bett und schlafe innerhalb von Sekunden tief und fest.
Am nächsten Morgen wieder in die feuchten verschwitzten Kleider des Vortages zu steigen ist grauslig. Sogar das neue Tshirt ist schon etwas klamm und stinken nach dem innern des Rucksacks. Naja, nur noch heute morgen… Aber dieser ist happig. Eine Stunde aufstieg in 6h Wanderung, niemals geradeaus und 6 vieel zu fitte Kumpels 😛 Erstmal marschiere ich mit Helen mit um ihre Rätselspiele mitzumachen, heute klappt es auch ganz gut. Luuk, Iris, Arnout und Luis sind fleissig am mitraten. Als wir im Camp1 um 9Uhr snacken checke ich auch endlich das Rätsel mit dem offenen und geschlossenen Deckel vom vorabend. Luis bringt uns noch den HAuspapagei vorbei mit seinen leuchtend rot-blauen Federn. Alle rennen aufs Klo, dann gehts weiter. Helen hat ein weiteres Spiel gefunden (Who has the hat?) aber bald verliere ich den Anschluss an die Gruppe als sie meinen den bErg hinaufrennen zu müssen. Das ist mir zu anstrengend und ich mache den Ausfstieg in meinem Tempo. Oben wartet Luis dann irgendwann auf mich und wir holen die Gruppe beim Wiwa-Dorf wieder ein.

Als wir endlich oben sind gibts Wassermelooooneee 😀 Und eine ganz tolle Aussicht!

Dann wieder frischer Bergab richtung Mamey. Ich schwatze mit Corinne damit die schmwezenden Füsse von alleine laufen. Nun sind wir wieder auf offenem Gebiet und die Sonne brennt. AUch heute schwitzen wir alle ohne Pause. Ein paar Halte um ein kühles Cola bei einem Händler am Strassenrand zu kaufen. Um ca. 1Uhr kommen wir in Mamey an. Es gibt essen (wir sind alle soo voll), wir legen die Beine hoch, befreien die Schuhe von einem MEter Schlamm und versuchen ein etwas trockeneres nicht allzustinkendes Shirt zu finden. Dann werden wir in Wagen verladen und es geht 2h zurück nach Santa Marta.

Bzw. für Helen, Corinne und mich nur bis nach El Zaino, ein Kaff auf dem Weg am Eingang des Tayrona PArkes wo wir heute kurz übernachten werden um morgen den Nationalpark zu erkunden. Sobald wir im Hostal angekommen sind und unsere dreckige Wäsche abgegeben und geduscht haben schmeissen wir uns in eine Hängematte und findens einfach gerade seeehr bequem nicht mehr auf unseren zwei Füssen stehen zu müssen. Diese Nacht schlafe ich trotz hitze und einer million Moskitos wie ein Baby.


