Das Boot knattert mit lautem aber eher langsamen Motor in den blauen See hinaus. Es zieht und die Sonne wärmt noch fast gar nicht, also sitzen Roberto und ich in meinen Schaal eingemummelt da und versuchen noch ein wenig weiterzuschlafen. Ca. 1.5h später fahren wir die Isla del Sol, die Sonneninsel der Inkas an. Wir steigen aber noch nicht aus sondern lassen uns noch eine Insel weiter zur Isla de la Luna (Mondinsel) bringen. Die ist sehr klein und wir haben eine Stunde Zeit um den Inkatempel zu besichtigen. Die Anlage ist eher klein und grösstenteils Prä-Inka. Ich höre einer jugnen Deutschen zu wie sie ihrem Freund erklärt, dass hier nur Jungfrauen wohnten, zusammen mit einer „Grossmutter“ welche sie auf die Ehe vorbereiten sollte. Waren sie reif und kam ein MAnn der eine Frau suchte auf die Insel wurden sie in einer Reihe aufgestellt und der MAnn konnte sich so eine Ehefrau aussuchen.
Nach einem Durchgang durch die Ruinen steigen Roberto und ich noch auf den Kamm hinauf und haben eine tolle Aussicht auf die ISla del Sol. Die gesamte Insel hier ist Terrassiert, es lassen sich auch Inkamauern erblicken. Die paar Häuschen die hier stehen gehören den Anwohnern welchen die Insel gehört und auch den Eintritt von 10 Bolivianos verlangen. Es ist sehr trocken, das Grass ist alles gelb und die einzigen schattenspendende Bäume sind angepflanzte Eukalyptus. Die Steine für den Bau des Tempels kommen offensichtlich auch von hier, es ist steinig und sandig, beim hinuntergehen muss man aufpassen nicht auszurutschen. Der Titcacasee glänzt blau bis fast an den Horizont wo wir 2 Berge mit Schnee erblicken können, beide über 6000m hoch.





Das Boot wartet schon auf uns als wir wieder unten ankommen und es geht zurück zur Isal del Sol, diesesmal mit den PAssgieren auf dem Dach wo man sich in der Sonne wärmen kann. Dort angekommen können wir gleich als erstes den Templo del Sol (Sonnentempel) besichtigen. Dies war früher ein Inkatempel der ihrem höchstem Gott, der Sonne, gewidmet war. Er stellt auch sowas wie das Gegenstuck zur Isla de la Luna dar, da die SOnne für Männlichkeit steht. Allerdings ist auch hier einfach ein paar Bögen des Gemäuers übrig. Das einzig wirklich erwähnenswerte ist eine Steinkuppel welche die Inkas ohne Lehm so stark gebaut haben dass man darauf stehen kann.
Mir und Roberto grummelt der MAgen, es ist nach 13Uhr und wir haben beide Hunger. Gleich um die erste Ecke ist ein ganz kleines REstaurant mit Plastikstühlen welches alle auslassen da man mit der Tour im Städtchen Yumani, 40min weiter essen geht. Wir wollen aber nicht mehr so lange warten und setzten uns als einzige an den schrägen Tisch. ES gibt Spaghetti für mich und frisch gefangenen Titicacaforelle für Roberto. Wir haben eine geniale Aussicht auf den See beim Speisen und bald sind auch alle weitern LEute verschwunden, so dass wir nach einem gemütlchen Zmittag noch viel gemütlicher weiterwandern können.



Auf dem Weg nach Yumani begegnen uns zwei kleine Mädchen mit ihrem Alpaka und bequatschen uns ein Foto zu machen. Normalerweise finde ich das ziemlich doof, aber dieses Alpaka hat wenigstens keine Sonenbrille auf oder Pommel an den Ohren… Wir geben nach und schiessen ein paar Touriföteli mit Alpaka 🙂

Yumani selbst klebt am HAng oberhalb der Buht wo sich der Haupthafen der Isla del Sol befindet. Auch hier haben die Inkas ihre SPuren hinterlassen, zB gibt es eine alte Inkatreppe und unten am HAfen ist das Inka-Gründerpärchen Manko Capac und seine Frau (Name zu kompliziert…) als Statuen aufgestellt.

Roberto und ich wollen nun aber erst hoch hinaus anstatt an den Hafen. Wir steigen unter keuchen (sind ja immernoch auf 4000m.ü.M) auf den nächsten Hügel um zum Aussichtspunkt zu gelangen. Es sieht ähnlich aus wie auf der ISla de la Luna, steinig, windig, trocken. Die einzigen Bäume sind Eukalyptus und mit dem gelben grass welches den Boden bedeckt fühle ich mich sehr an Australien errinnert. ICh frage Roberto sogar schon ob er denke es gäbe hier Schlangen, aber denen ist es hier in der NAcht wahrscheinlich zu kalt wenn die Temperaturen unter 10 Grad fallen.


OBen angekommen zeigt sich uns die Isla del Sol in einem 360° Rundumblick. Das Gelb der Insel und des nahen Festlandes wird vm tiegen Blau des Titicacasees wunderschön kontrastiert, ich könnte stundenlang hier oben sitzten. Der Wind zieht uns um die Ohren während ich Fotos schiesse und Roberto versucht das grösste Steinmannli zu bauen.

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Nach einer Trinkpause steigen wir wieder nach Yumani herab, besichtigen die Inkatreppe sowie die Inkaquelle, welche auch als Quelle der ewigen Jugend bezeichnet wird, und steigen zum HAfenbecken hinab. Von dort ist es nur noch ein kurzer Weg zu unserem Hostal.


Dort angekommen wird vor dem Znacht kurz geduscht, dann suchen wir etwas zu essen. Im REstaurant bedient uns ein älterer Herr. LEider gibt es nur die Hälfte des Essens welches auf der KArte steht. Zu wenig Touristen, es lohne sich nicht so viel zu kochen, meint er. ICh frage ihn warum denn jetzt, in der Trockenzeit keine Touristen da sind. Darauf meint er, seit der Norden der Insel geschlossen ist seien die Besuche eingebrochen, zumindest die für mehr als einen Tag. Diese Aussage macht mich stutzig, denn morgen wollten wir eigentlich in den Norden wandern. Wir lernen aber nun als ich nachhake dass das nicht gehen wird. Die drei Communitites der Insel konnten sich auf keinen Vertrag einigen welcher den Tourismus regeln sollte und nun wir der ganze Norden von den Anwohnern blockiert. Es wurden sogar schon Boote konfisziert und verbrannt die von Yumani aus in den Norden starten wollten. Um 4Uhr nachts könne man rüberwandern, dann sei niemand am Kontrollpunkt… Naja, so viel ist es mir jetzt doch nicht wert. Wir essen unsere Quinoasuppe und bedanken uns. Wir werden wohl morgen wieder nach HAuse fahren.
Und das tun wir dann auch. NAch einem Ausgedehnten Frühstück auf der Aussichtsterrasse eines der Hostels tuckern wir um 10Uhr am nächsten Tag mit dem Boot wieder nach Copacabana zurück nachdem uns mehrere andere LEute, Ansässige und Touristen, bestötigt haben dass es keinen Weg in den Norden gibt. In Copbacabana lassen wir uns dafür noch zu den Islas Flotantes (schwimmende Inseln) heruasbringen, allerdings haben diese nichts mit den Islas Flotantes de los Uros, welche ich letztes MAl von Puno aus besuchte, zu tun. Dies hier ist die Touristenversion mit Plastikschwimmer unter der Totora. Nichtsdestotrotz sind sie süss und ein kleiner wanderweg führt uns zum Mirador del Inca und der Playa blanca von wo aus wir eine tolle Sicht auf den Titicacasee haben der wie immer in der wunderbaren Sonne glänzt.

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Als wir am späten Nachmittag wieder in Copacabana am Hafen landen machen wir den einzigen Spaziergang der noch übrigbleibt, nämlich zu der Boca del Sapo (Krötenmaul), einer kleinen Höhle unten am Calvarioberg. Der Weg dahin ist oft von Plastik gesäumt, je näher wir der Grotte kommen desto schlimmer wird es. Vor der letzten kurve sehen wir auf einen strand hinab der mit grünen und weissen Glassplitter übersäht ist. Auch stinkt es nach Altglas und altem Bier. Warum erfahren wir gleich bei der wirklich winzigen Grotte. Jemand ist gerade am Beten und eine ganze flasche Bier wird in die Felsöffnung gesprayt. Das wird wohl täglich öfters passieren und deshalb riecht es hier wie in einer Säuferbar. Phuu, da will ich keine zwei Minuten bleiben. Wieder hat es viel Plastik herum, alles ist versucht, abgebrannte Grasflecken zeugen von angezüntem Feuerwerk oder fraunfürzen. ICh finde es grauenhaft. Ausgerechnet der heilige Ort ist weil er heilig ist am verseuchtesten. ICh rege mich auf und wir wandern schnell weiter. Der Weg führt nun einmal um den Calvario und so langsam besserts mit Abfall und cih kann auch die Ausscht wieder geniessen. Nach ca. 30min sind wir zurück in Copacabana. Einmal duschen im Hostal, Abendessen und dann wohlverdiente Nachtruh.





Was uns leider ebenfalls auffällt sind die tonnen an Abfall die überll herumliegen. Viel Plastik und Glasflaschen. Ausserdem ist der halbe Berg von Wachs bedeckt. Uns geht auch bald auf warum das so ist. Wir setzten uns und beobachten ein wenig die Leute. Ich hatte mich schon gefragt warum hier oben so viele Plastikspielzeuge verkauft werden… Die Stände sind überfülltmit Autos, Häuser, Tiere, Stapel aus Spielgeld. Am Beispiel einer FAmilie sehen wir live was es damit auf sich hat. Es werden zwei LAstwagen herangetragen und sorgfältig auf Kokablätter abgesetzt. Dann steht die Familie im kreis darum und bekreuzigen sich während ein Priester (oder so?) ein Feuer macht. Es wird irgendwas gebetet und die LAstwagen ins Feuer gehalten. Dann öffnet man eine Flasche Bier, schüttelt sie richtig und besprücht die Wagen sowie alle mitglieder der Familie. Das ist dann der Moment wo ich sehr aufpassen muss nicht schallend loszulachen. Weihwasser (auch das kann man kaufen an den STänden) wird herumgetröpfelt, eine Glocke geschüttelt und nach ca. 20min wird der Priester bezahlt und alle sind glücklich. Die Familie teilt dann weiter ihr Fanta mit den LAstwagen die wohl als weiterer Plastikmüll auf dem Berg enden. Das war wohl das schrägste was ich seit langem gesehen habe. Andere zünden auch Frauenfürze an oder packen verschiedene Sachen die sie sich wünschen (Haus, Kind, Geld) in einen Plastiksack und machen das Prozedere dann für alles auf einmal. Es steht zwar gross auf dem Altar der Jungfrau geschrieben man solle die Natur nicht kontamnieieren, aber das scheint Nebensache zu sein. Auch steht, keine KErzen auf dem Altar anzünden, das Schild ist aber vom Kerzenrauch geschwärzt und nun ja, rein technisch gesehen brennen die Kerzen auf einer dicken Schicht Wachs also…



