Lima – Am Ende meiner Reise

Als der Flieger am späten Nachmittag in Lima landet erwartet mich doch tatsächlich jemand am Flughafen. Yohel ist gekommen um mich in empfang zu nehmen, sogar mit einem grossen Poster und Weihnachtsgeschenken. Ooooh, ich bin sehr gerührt! Auf dem selbstgemalten Poster steht: „Willkommen Zuhause, Willkommen in Peru“. Und so fühlt es sich irgendwie an wieder in Lima zu sein. Ich mag die Stadt nicht speziell aber ich kenne sie doch schon gut. Wir suchen das Taxi des Hostels welches ich bestellt habe und erzählen uns was alles passiert ist seit wir uns in Medellin das letzte Mal gesehen haben. Yohel wohnt ganz in der Nähe der Plaza San Martin wo ich mein Hostel habe. Endlich mal wieder ein eigenes Zimmer um meine Sachen auszulegen und zu packen. Jetzt brauche ich allerdings erstmal ein Abendessen. Der Verkehr war mal wieder schrecklich und es ist schon bald 6Uhr abends. Seit dem Frühstück mit Andrea und Joaquin hatte ich nichts zwischen den Zähnen. Yohel begleitet mich noch bis zum Real Plaza, einem riesigen Einkaufszentrum wenige Blocks von der Plaza entfernt. Dann muss er aber ins Studio, seine Nachtschicht fängt bald an. Ich suche mir einen Platz im überfüllten Foodcourt und beobachte beim Essen die Leute. Aus den Lautsprechern schallen Weihnachtslieder, alles ist schön geschmückt und es ist auch Abends um 7 noch warm genug für kurze Hosen und T-Shirt.

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Nach dem Essen spaziere ich zurück ins Hostel. Die Plaza San Martin ist wunderschön beleuchtet und alle sind draussen mit der ganzen Familie. Ein bisschen nostalgisch werde ich schon wenn ich daran denke dass ich in drei Tagen heimfliegen werde. Ich kann noch gar nicht fasse dass ich so bald schon zuhause sein werde. Und schon gar nicht dass ich in 2 Wochen (2 WOCHEN!!) nach Glasgow ziehen werde. Ich hatte bis jetzt nie länger als 2min darüber nachgedacht. Das einzige was irgendwie einer Vorbereitung nahe kommt ist der Fakt dass ich mir ein App heruntergeladen habe wo ich freie WG-Zimmer ansehen kann. Ansonsten bin ich mental noch sehr sehr weit weg von einem erneuten Studienbeginn oder Umzug…

Ich gehe auf mein Zimmer und geniesse es mal wieder alleine zu sein, ohne auf andere Leute achten zu müsse. Ich lese ein wenig in den News und höre Musik. Irgendwann muss ich eingeschlafen sein denn ein Klopfen an der Tür weckt mich. Roberto ist da. Ich dachte erst er würde es nicht mehr nach Lima schaffen, sein Chef imMilitär hat erst kürzlich gewechselt und es war sehr lange nicht klar ob er es irgendwie aus Villa Rica herausschaffen würde. Aber ich wusste auch das in Südamerika alles irgendwie möglich ist… Ich bin sehr glücklich ihn nochmals sehen zu können bevor ich nach Hause fliege.

So verbringe ich die letzten 3 Tage in Lima zusammen mit Roberto. Wir shoppen uns durch Souvenirläden und Supermärkte, geniessen das erstaunlich gute und sonnige Wetter, probieren uns durch sämtliche Fischrestaurants der Stadt (in Villa Rica gibt es keine Shrimps und die sind hier offensichtlich gerade Saison) und besuchen auch nochmals den Circuito de Agua. Roberto kennt den Brunnenpark noch nicht und ich will ihm unbedingt die Abendshow zeigen. Es hat unglaublich viele Leute und nach dem Spektakel gönnen wir uns noch ein paar Anticuchos in einem der vielen Esszelte. Am letzten Abend gönnen wir uns einen Drink in einem der schicken Bars an der Plaza San Martin bevor wir in einen brandneu eröffneten Club tanzen gehen. Obwohl wir beide wissen dass wir uns sehr vermissen werden ist die Stimmung nicht traurig. Wir haben eine ganz tolle Zeit zusammen und ich bin sehr dankbar dafür.

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Am Samstag Nachmittag dann stehe ich mit einem total überfüllten Koffer in der Hostellobby. Unser Taxi bringt uns durch den zermürbenden Verkehr durch die halbe Stadt zum Flughafen. Ich habe extra nicht allzu viel Zeit eingerechnet, ich mag nicht noch lange mit Roberto herumsitzen, das macht mich nur traurig. Ich hasse abschied nehmen, vor allem da ich dieses Mal sicher bin dass es für eine sehr lange Zeit sein wird. Es ist auch einfach ein komisches Gefühl, ich will nach Hause zu Familie und Freunde, aber dann will ich auch nicht hier weg und gleichzeitig winkt das Abenteuer PhD in Schottland und irgendwie holt mich das alles in dem Moment ein als ich mich in die Schlange zum Gate stellen soll. Roberto umarmt mich für eine gefühlte Ewigkeit und natürlich muss ich weinen. Aber ich weiss, auch wenn es eine lange Zeit dauern wird, ich kann wiederkommen, irgendwann. Das ist zwar gerade ein etwas schwacher Trost, aber besser als nichts. So lasse ich Roberto gehen, ich weiss ihm geht es gerade nicht besser als mir. Am Gate sitze ich vor mich hinstarrend herum bis der Flug endlich aufgerufen wird. Jetzt will ich nur noch fort von hier. Endlich im Flieger schaue ich etwas genervt aus dem Fenster, es geht mir nicht schnell genug. Eine ältere Dame setzt sich neben mich und sagt ganz aufgeregt hallo. Das stellt mich wieder etwas auf. Haha ich werde die überkommunikativen Südamerikaner so vermissen. Ich grüsse zurück und zeige ihr 5min später wie man den Gurt öffnet und schliesst und erkläre ihr wie man das iPhone auf Flugmodus stellt. Ich versichere ihr auch dass ihr Panetone welchen sie mitschleppt nicht herumrutschen wird wenn sie ihn unter den Vordersitz stellt. dEr Flieger wird nicht so steil hinaufsteigen. „Es mi primer vuelo“ meint sie, es sei ihr erster Flug. Ja, das habe ich mir doch gedacht. Sie geht nach Milano, Italien, das erste Mal um ihre Tochter und Familie zu besuchen. Und da bringt sie Panetone mit, haha ich muss innerlich sehr lachen. Der Flug ist somit sehr unterhaltsam. Sie macht mir sogar eine neue Frisur als ich mich über meine fettigen Haare beschweren nach 8h fliegen. Der Zopf sieht sehr gut aus 🙂 Sie meint sie habe das immer für ihre Tochter gemacht. In Madrid angekommen helfe ich ihr ans neue Gate und warte dann auf meinen eigenen Flug. Ich freue mich so so sehr auf meine Familie!! Und auf mein Zimmer und mein eigenes Bett…! Südamerika und das Reisen waren wundervoll und ich habe so viel neues gesehen und erlebt, so viele tolle Erinnerungen und neue Freundschaften. Aber nun ist es Zeit nach Hause zu kommen. Auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist, denn das nächste Abenteuer kommt bald…

Feliz Navidad

Den Tag vor heilig Abend verbringe ich mit Shopping. Ich brauche ein Geschenk für Andrea und ein neues Outfit. Wir feiern in festlichem rot und meine Auswahl an Tshirts beschränkt sich auf ein mehr oder weniger ausgewaschenes schwarz. Elegant ist auch nicht wirklich ein Adjektiv dass meine Reisekleidung beschreibt. Also wandere ich durch Bogota mit allen anderen Weihnachtsshoppern die noch nach Geschenken suchen. Allerdings bin ich ziemlich planlos was Andreas Vorlieben angeht, so kaufe ich erstmal einen grossen Panetone für die Gastgeberfamilie. Dann probiere ich mich durch die Kleiderläen und finde viel zu viel tolle Sachen. Naja ich kann wohl die verwaschene Hälfte der schwarzen Tshirts hier lassen und dafür ein paar kolumbianische Blousen heimnehmen.

Als ich am frühen Nachmittag hunger kriege und immer noch kein passendes Geschenk für Andrea gefunden habe kommt mir doch noch eine Idee. Jeder mag gutes essen, also werde ich ihr einen Gutschein von Crepes&Waffles schenken. Das ist dann auch gleich der Anlass mich noch einmal dort zu verköstigen. Bald sitze ich, nun ausgestattet mit allem was ich heute brauche, im Untergeschoss des Restaurants. Es ist wie so oft bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich unterhalte mich gerade auf Whatsapp als die Leute plötzlich unruhig werden. Im ersten Moment checke ich gar nicht was läuft. Dann bemerke ich die schwankenden Lampen. Oha, Erdbeben. So schnell wie er gekommen ist, ist der Spuk dann aber auch vorüber. 2min später schreibt mich Yohel aus Lima an: Kathrin, es gab ein Erdbeben in Bogota, bist du ok? Ich bin beeindruckt, das ging schnell. Aber er ist auch Reporter, spricht für die Aktualität seiner News denke ich. Ich kann ihn beruhigen, alles ok. Im Internet sehe ich die stärke des Bebens nach: über 6 auf der Richterskala, das Epizentrum nicht sehr weit von Ibague entfernt. Wahrscheinlich hats hier unten weniger geschüttelt als auf der Strasse. Das ist zwar gut aber falls etwas eingestürzt wäre hätten wir alle hier unten festgesessen.

Nach überlebtem Erdbeben und einem wieder mal wundervollen Crepe mit weisser Schokolade und Ananas kehre ich ins Hostel zurück. Dort packe ich meine Sachen ein, ich werde wohl bei Andreas Freunden übernachten. In der Hostelküche rennen Kinder herum, die Grossmutter ist da und macht schon fleissig Tamales für den nächsten Morgen wie sie mir erklärt. Weihnachtslieder gemixt mit Reggeaton schallt durch das ganze Haus. Festlich haha. Ich mache also alles für den Abend bereit und chille noch ein wenig auf dem Sofa. Meine Familie ruft an, ich schreibe Freunden, scrolle durch Facebook und verfasse noch ein paar Blogbeiträge. Dann, um ca. 18Uhr bestelle ich mein Uber an die Adresse die Andrea mir gegeben hat. Die Strassen sind fast leer, alle sind zuhause bei Familien und Freunde, viele auch in den Süden gereist um es an Weihnachten etwas wärmer zuhaben als in La Nevera (Kühlschrank, der Sitzname von Bogota).

Ich komme also etwa eine halbe Stunde später in irgendeiner Gasse in Bogota an und klingle an der Tür. Erst macht niemand auf und mein Uberfahrer wartet freundlicherweise mit mir bis Andreas Freund Joaquin 5min später auftaucht. Er kommt auf dem Töffli dahergefahren und meint er sei noch am Arbeiten, nur 2 Strassen weiter in seinem Fastfood Laden. Wir stellen also nur kurz meinen Koffer ins Haus und kehren dann in Joaquins kleine Bar zurück. Er verkauft Hotdogs (mit Reis), Pollo a la Brasa (Chickenwings, mit Reis), Pommes Frites, Empanadas und weitere kleine Snacks (natürlich alle mit Reis). Er ist ein riesiger Superhero Fan (und das mit seinen 40 Jahren). Schon in seinem Haus habe ich überall DC Poster und Superman oder Batman Figuren herumstehen sehen. Dasselbe gilt für den Fastfood Laden. Seine zwei Mitarbeiterinnen, beide Venezolaner, tragen je ein Captain America und ein Hulk Shirt, Joaquin selbst eines von Iron Man.

Ich setzte mich also zu diesen Leuten und werde gleich von allen Seiten mit Fragen bombardiert. Joaquin ist sehr lustig, macht viele Witze und man kann auch spüren dass seine beiden Chef-Fritiererinnen ihn gerne haben. Ich kriege eine Empanada und etwas zu trinken. Unterdessen schreibt mir Andrea sie stehe im Stau mit dem Bus. Es ist bald 8Uhr und alle Arbeiter von ganz Bogota wollen nun nach Hause. Naja, wir warten ja gerne, ist nicht so dass ich von einer Kolumbianerin erwarte dass sie pünktlich ist, nid wahr 😛 Bald kommen die beiden Freunde der Venezolanerinnen, bringen Bier und Smirnoff und das ist wohl der Anfang der Fete von heute Abend. Als Andrea endlich ankommt habe ich schon 5 neue Freunde. Wir schliessen nun Joaquins Laden, Andrea und ich gehen noch kurz Wein kaufen um die Ecke, dann gehts erstmal zu Joaquins Haus. Andrea muss noch umziehen auf rot. Ich kriege ein Gästezimmer zugewiesen und der Bettbezug ist natürlich ganz im Superheldenformat. Ich schlafe heute sehr beschützt haha. Aber nun soll erstmal Weihnachten gefeiert werden. Als endlich alle bereit sind gehen wir 2 Strassen zu Fuss durch ein Lichtermeer an Weihnachtsbeleuchtung zu Andrea und Joaquins Freunden. Die ganze Familie ist hier. Erstaunlicherweise keine kleinen Kinder, dafür drei Hunde. Grosseltern, Eltern, Onkel, Tante, Freund, Ehemann…. Wir sind eine Gruppe von ca. 25 Personen. Wir werden sehr sehr herzlich empfangen und ich überreiche der Mama erstmal den Panetone. Wir kriegen alle einen riesigen Teller Paella und werden auf die letzten paar Stühle im Wintergarten gesetzt. Alles hier ist dekoriert, blinkt in grün und rot, die meisten Leute haben Weihnachtspullover an in denselben Farben mit Rudolph dem Rentier und grossen HO HO HO Buchstaben. Es sieht so lustig aus wie es soll. Auch hier wollen natürlich alle nun von mir wissen was ich mache, woher ich komme und ich komme bald gar nicht mehr dazu die super feine Paella mit Shrimps und Muscheln zu essen.

Als alle erstmal satt sind schreiten wir zur Beschehrung. Joaquin platziert sich beim Weihnachtsbaum der fast unter all den Geschenken begraben ist. Jedes Geschnke wird einzeln verteilt und es muss erst geraten werden was wohl drinsteckt. Nach dem Auspacken muss man noch herausfinden von wem das Geschenk wohl ist. Alle machen hundert Prozent mit, inklusive Geschenkpapierknollen herumwerfen falls jemand eine falsche Antwort gibt. Es wird gespasst und gelacht, es ist eine sehr fröhliche Runde. Wir alle kriegen Wein und Bier und obwohl die Besinnlichkeit von Weihnachten total abhandenn kommt fühle ich mich schon fast als Teil einer grossen Familie. Andrea schenkt mir ein hübsches paar Ohrringe und Schokolade (sie kennt mich schon haha), Joaquin hat mir in aller Windeseile noch eine Trinkflasche (natürlich mit Superhelden) besorgt. Ich bin rundum glücklich. Lachen muss ich insgeheim als die Grossmutter eine fast meterhohe Marienstatue bekommt, inklusive anzuschraubender Heiligenschein. Sie ist zu tränen gerührt und die ganze Familie bestaunt die tolle Machart aus Holz. Ojee, ja ich würde das nicht i der Stube aufstellen wollen, aber gut 😛

Danach gibts Dessert. Eigentlich sind wir alle schon überessen, aber man kann nicht nein sagen wenn die Dame des Hauses selbstgemachten Pudding anbietet. Danach gibts noch ein wenig mehr Wein und ein wenig tiefere Diskussionen über das Leben. Ich danke den Gastgebern für die Feier und dass sie mich so bei ihnen zuhause fühlen lassen. Das ist doch normal mija höre ich darauf. (Mija ist kurz für mi hija, meine Tochter). So habe ich also eine grossartige turbulente, sehr authentische Südamerikanische Weihnachten zusammen mit Andrea mit der ich ebenfalls viel spreche und lache an diesem Abend.

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Irgendwann um 4Uhr morgens löst sich die Gemeinschaft auf. Ein paar Betrunkene Umarmungen und versprechen man dürfe gerne wieder kommen, mein Haus ist dein Haus usw. und dann machen Andrea Joaquin und ich uns auf den Weg ins Bett. Wir sind alle etwas zerstört, angetrunken, überessen, fröhlich, lustig und totmüde. Ich falle ins Bett und schlafe sofort ein.

Allerdings läutet der Wecker ziemlich früh am gleichen morgen. Um 9Uhr stehe ichhalb tot unter der Dusche. Joaquin hat vorgesorgt und Tamales gekauft, so sitzen wir 3 verkatert um 9:30 am Frühstückstisch. Ich kann bestätigen das Tamales ein gutes Katerzmorge ist. Ich bedanke mich nochmal, muss mich aber dann verabschieden. Mein Taxi steht schon vor der Tür. Ich umarme Andrea nochmals und lasse sie dann wieder zurück ins Bett gehen. Ich mache mich mit Sack und Pack auf zum Flughafen. Es geht nun zurück nach Lima wo ich meine letzten drei Ferientage verbringen werden.

Bogota – Montserrate & Brilla Colombia

Neben dem Goldmuseum gibt es noch ein Touristenziel welches man einfach gesehen haben muss in bogota. Und das ist der Montserrate. Der Hausberg thront über La Candelaria und die Seilbahn ist von mir aus in 15min zu Fuss zu erreichen. Ich komme um 10:30 dort an, da geht das warten los. Es ist kurz vor Weihnachten, Leute haben frei, Bogota hat viele Touristen… keine Ahnung ob das Ausreden sind oder ob es einfach jeden Tag so ist, auf alle Fälle darf eine komplette Stunde anstehen für Tickets und danach für die Gondel auf den Berg. Naja, man ist ja geduldig….

Zumindest lohnt sich das warten dann hundert mal! In der Zeit bis ich auf dem Berg ankomme kuckt sogar die Sonne etwas aus den Wolken und die Sicht auf die Metropole Bogota ist grandios!IMG_7276.jpeg

Natürlich kann man hier oben auch Touristenramsch einkaufen, es hat Cafes und Restaurants, eine Kirche, ganz viel Weihnachtsdeko und einen kleinen botanischen Garten. Ich inspiziere alles, sehe mir die Erklärungen zu den Vogelspezies hier oben an, schaue in alle Richtungen auf die Stadt. Hunger hätte ich zwar, aber die Restis isnd nun um 13Uhr zu voll. Also lasse ich mich nach ca. 2h wieder von der Seilbahn hinunterbringen.

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Um essen zu finden spaziere ich noch einmal durch das Zentrum, gönne mir ein feines Mittagessen und sehe den Menschenmassen auf der Plaza zu.

Am Abend dann nehme ich mir beizeiten ein Taxi um zur Plaza 93 zu fahren. Meine Freundin Andrea arbeitet dort ganz in der Nähe. Ich kenne sie von meiner letzten Reise wo wir uns in Arequipa, Peru auf einer Stadtführung getroffen haben. Natürlich musste ich ihr schreiben dass ich zu ihr nach Hause nach Bogota kommen werde.

Die Plaza ist schön beleuchtet, alles ist sehr weihnachtlich. Vor allem Andrea. Sie hat eine rot-grüne Mütze mit leuchtenden Sternen auf als sie lachend auf mich zukommt. Sie ist eine eher kleine Frau, hat dafür Energie für vier. Eine Latina halt… 🙂 Ich bin super happy sie heute nach so langer Zeit wieder zu treffen, ich erinnere mich dass wir damals in Arequipa wunderbar auf einer Wellenlänge waren. Und so ist es auch heute. Beim zwei Tacos lachen und erzählen wir uns unser Leben in den vergangenen 2 Jahren. Sie arbeitet im Retailshop Falabella und träumt jedes Jahr wieder vom Reisen. Bald möchte sie in die USA, ihre Schwester wohnt in Miami und bekommt bald ihr zweites Kind. Sie selbst hat hier in Bogota ein Apartment, wohnt da seit Jahren alleine und meint sie lasse sich von Männern nicht ihre Freiheit zum reisen nehmen.

Um 8Uhr machen wir uns dann zusammen auf den Weg zum botanischen Garten. Das heisst wir fahren eine halbe Stunde Auto. Auf dem Weg erklärt mir Andrea dass es dort momentan eine Lichtausstellung gäbe, das müsse man gesehen haben.

Angekommen sind auch schon einige Leute zu sehen. Die Ausstellung heisst Brilla Colombia (Glänzendes Kolumbien) und beinhaltet überlebensgrosse beleuchtete Tierskulpturen aus allen Regionen des Landes. Erst spaziert man durch das Meer, Schildkröten beäugen einem, Haifische und Krebse sind zu sehen und man läuft durch einen Wal-Tunnel. Dann kommen wir in die Wetlands wo Gänse und Wiesel zuhause sind. Weiter geht es mit den Schmetterlingen und Vögel bis wir in den Nebelwald kommen. Von dort steigen wir zu der Schlange in die Wüste, auf die Anden zum Kondor und dann wieder runter zu Jaguar, Faultier und Flussdelfinen in die Selva.
Die Tiere sind wunderschön gemacht, stimmige Musik untermalt das ganze. Es hat viele Besucher aber gerade noch aushaltbar viel Platz. Sowohl Andrea als auch ich sind begeistert und schiessen gefühlte tausend Fotos. Ganz toll ist auch die allerletzte Skulptur eines Chinesischen Neujahrsdrachen welcher mitten in der Lagune thront und sich wunderbar auf dem Wasser spiegelt.IMG_7298.jpegIMG_7315.jpegIMG_7326.jpegIMG_7338.jpegIMG_7360.jpegIMG_7379.jpeg

Erst um 11Uhr Abends, nach vollen 3h, sind wir einmal um den Circuit herumgekommen. Andrea ist ziemlich müde und so bestellen wir uns je unser Uber. Wir verabreden uns für morgen, Heiligabend. Da sowohl ich als auch Andrea nicht mit unseren Familien feiern können hat ein Freund von Andrea uns eingeladen mit zu der Familie eines weiteren Kollegen zu kommen fürs traditionelle Weihnachtsessen. Dadrauf freue ich mich schon sehr!

Ibagué – Cañon de Cobeima

Freitag ist Wandertag und so muss ich etwas früher aus den Federn. Erstmal mit dem Bus ins Stadtzentrum, dort setzte ich mich kurz 20min ins erstbeste Kaffee und esse mein Spiegelei und Brötchen zum Frühstück. Dann versuche ich herauszufinden wo mein nächster Bus fährt. Ich denke ich stehe an der richtigen Strasse, es fahren auch hundert Busse vorbei, aber keiner mit meiner Nummer. Ich frage also den Mann der neben mir steht und auch so aussihet als würde er auf den Bus warten. Und ja, er wartet ebenfalls auf die Nummer 48. Nach 20min taucht dieser dann auch endlich auf, bis dann kenne ich schon die gesamte LEbensgeschichte des guten Mannes, inklusive der seiner ganzen Familie.
Die Fahrt dauert eine gute Stunde, bald sind wir aber schon ausserhalb Ibagués und fahren einem Fluss entlang. Ich will ja in ein Tal, scheint also der richtige Weg zu sein. Es wird etwas holpriger nachdem wir das letzte grössere Kaff hinter uns gelassen haben. Trotzdem hat es immer weider grössere Restaurants, Fincas mit Pferden und Kühen und dann wieder ein paar einfache kleine Wohnhäuser am Strassenrand. Ich steige als allerletzte im hintersten Dörfchen des Tales mit dem NAmen Juntas aus.

Der Name kommt davon dass sich hier zwei Flüsse treffe (juntar = verbinden, zusammenfügen). Hier sollte es eine Touriinfo geben, aber die haben wohl auch Weihnachtsferien. So frage ich kurz die paar Jungs welche beim HAus herumstehen wo es zum Aussichtspunkt geht. Ganz einfach, immer der STrasse nach. So wandere ich los. Der STrasse nach über die Brücken und weiter nach oben. etwa eine halbe Stunde, dann kommt der Abzweiger zum Aussichtspunkt. Den Fussweg hinauf auf den Bergvorsprung und hier sieht man über die beiden Flüsse, Juntas und die STrasse nach Ibagué.

Hier oben treffe ich zwei weitere Spaziergänger. Einer hat die Kopfhörer ziemlich festgeschraubt und ist seiner Kleidung nach (alles aus Leder) wohl mit dem grossen Motorrad da welches ich unten an der Strasse stehen sah. Der andere ist Lionel. Mit ihm fange ich ein Gespräch an und wir entschieden bald zusammen weiterzugehen. Wenn wir der Strasse weiter in das Tal hinauf folgen sollten wir nach meinem Plan zu einem Teleferico kommen.
Wie das so ist in Südamerika ist man nie alleine und mein heutiger Kumpane ist also Lionel. Er erzählt mir wie sehr er die Natur liebt. Ich sehe schon an seinem Schuhwerk dass er gerne läuft, nicht so wie die meisten anderen Südamerikaner. Er sei auch Künstler, mahlt Bilder mit viel Grün und lässt sich sehr gerne draussen inspirieren. Arbeitet tut er in Bogota, deshalb muss er übers Wochenende manchmal einfach der Grossstadt entfliehen. Auch er ist das erste Mal in Ibagué. Seine Gemälde zeigt er mir ebenfalls und sie sind wirklich beeindruckend!

So spazieren wir sicher 1.5h immer weiter die Strasse rauf, an Kühen vorbei durch das warm-feuchte Klima des Waldes. Dann kommen wir wirklich beim Teleferico an. Die Seilbahn führt über die Schlucht (die Abhänge sind nun sehr steil geworden) auf die andere Seite zu einer Finca. Wir bestiegen also die Kabine und gondeln hinaus über den Abgrund. Hier sieht man wie im Valle Cocora immer wieder die wachspalmen aus der Blätterdecke der anderen Bäume hinausragen.
Auf der anderen Seite angekommen kriegen wir einen Begrüssungstee und sehen uns kurz auf der Finca um. Sie ist sehr schön mit weiten Tischen für Touristengruppen oder Anlässe eingerichtet. Solche Fincas oder Resorts git es oft, die Südamerikaner leiben es am Wochenende aus der Stadt hinaus mit allen Kindern an so einen Ort zu fahren um „etwas zu erleben“. So ist auch gerade ein paar mit ihrer 3jährigen Tochter angekommen. Und wohl auch deshlab haben sie hier nicht nur Kühe und Pferde sondern auch 3 Sträusse, ein Hängebauchscwein, Gänse und Hasen. Eigentlich ein kompletter Streichelzoo (wobei die Sträusse definitv nicht gestreichelt werden wollen….)

Eine Führerin wird uns zugeteilt welche uns übers Terrain der Finca führen soll (einen sogenannten Eco-Weg). Dieser führt an einem Hügel vorbei woh anscheinend die Eingebohrenen noch immer ihre toten bestatten und Rituale ausführen. Oben hat es eine kleine Hütte welche ein Museum zur Geschichte von Kolumbien un ddes departements Tolima sein soll. Es ist eher düster hier drin, die Wände sind beschrieben, Zeitungsartikel angeklebt und Abbilder von Präsidenten und REvolutionsführer darübergesprayt. Unsere Füherin erzählt uns etwas unzusammenhängende Anekdoten der sehr blutrünstigen Geschichte die ich aber nicht so genau wiedergeben kann. Dann meint sie noch in einem Nebensatz dass es in diesem HAus auch spukt was die Familie mit Kind, welche benfalls mitgekommen ist, sofort veranlasst das Gehütte zu verlassen.
Weiter geht der Ausflug über einen Aussichtspunkt wo man wirklich schön ins Tal sieht in einem Rundgang wieder zurück zur Finca. Die Kleine läuft in ihren Minigummistiefel wunderbar mit (12mal besser als die Mutter) und erzählt wie ein Buch von ihrer neuen Uhr die sie bekommen hat, die aussieht wie Mickey Mouse und Micckey sei doch schon viel cooler als Minnie… Sie ist sehr süss. Allerdings bleibt sie dann mit Eltern auf dem Spielplatz hängen während Lionel und ich uns in der Finca noch einen Saft und eine Glace gönnen.

Dann ist es Zeit wieder zurückzugehen. Teleferico und 2h Fussweg zurück nach Juntas, dort haben wir beide Kohldampf und ich verdrücke eine ganze mit Mozarella überbachene Forelle. Um etwa halb5 fährt der Bus zurück nach Ibagué wo wir im strömenden Regen im stockdunkeln ankommen. Eigentlich wollte ich noch in den PArque Centenario die Weihnachtsbeleuchtung ansehen, die Plaza Bolivar muss aber genügen denn nun schüttet es wirklcih wie aus Kübeln. Trozdem sind die Lichter wirklcihw udnerhübsch!

Lionel und ich machen schnell ein paar Fotos dann versuchen wir ein Taxi zu kriegen. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus weil momentan alle gerade nach einer Mitfahrgelegenheit suchen. Wir schaffen es dann aber doch noch mehr oder weniger trocken in ein Auto. Auf halbem Weg verabschiede ich mich von Lionel und fahre noch bis ganz nach draussen zu meinem Hotel. Dort packe ich meine Sachen und schlafe bald, bin doch ein paar Stunden gelaufen heute und müde.

Am nächsten Tag ist das letzte Mal Busfahren auf dem Programm. Ich schleppe meinen schweren Koffer ins Terminal und setzte mich in den topmodernen Car nach Bogota.

San Cipriano

In Buenaventura finden Jessi und ich nach einigem Warten am Terminal das Colectivo welches uns nach Cordoba fährt. Dort bei dieser kleinen Häuseransammlung findet sich sowas wie ein Bahnhof. Gleise führen in den Wald. Es sthet aber kein Zug auf diesen Gleisen sondern Holztresinen mit einem Motorrad auf der Seite.

Dieses Transportmittel nennen die Leute hier Brujita (Hexlein) und es sit die einzige Art wie wir von Cordoba nach San Cipriano kommen. Wir verfrachten unsere Rucksäcke hinter den Sitzbank und quetschen uns zwischen Mutter mit Kleinkind und zwei Männer irgendwie auf die Tresine. Das Motorrad steht mit dem Hinterrad auf deinem der Gleisstränge und als unser „Zugführer“ gas gibt schnellt das Holzbrett auf Rädern mit einigem Garacho vorwärts. Ich klammere mich an die Bank, die ganze Brujita rüttelt, schüttelt, quietscht und rattert. Ich habe ehrlich gesagt nicht sehr viel Vertrauen in das Gefährt, aber irgendwie ist die rasante fahrt, erst durch ein paar ärmlich aussehende Häuser, dann durch den Dschungel, ganz lustig und auf alle Fälle ein Adrenalinkick.

Fast 15min brettern wir durch das dichte Grün, über ein paar Brücken und um Kurven bis vor uns Häuser auftauchen. Wir sind in San Cipriano angekommen. Am „Bahnhof“ stehen ein paar Männer, einer von ihnen nimmt uns gleich in Beschlag und meint er habe Zimmer für Touristen. Ok, wir gehenalso mal mit ihm. Das Zimmer ist zwar nich nicht ganz fertig, Wände sindnicht verputzt, der Lichtschalter bambelt noch unbefestigt an den KAbeln von der Decke, aber für eine Nacht tuts das, vor allem da das Zimmer recht günstig ist. Sobald wir unsere Sachen auf das Bett gestellt haben werden wir weiter beschwatzt von wegen Tour zum Wasserfall und überhaupt. Wir bremsen unseren übereifrigen Freund und meinen wir wollen erstmal etwas essen gehen, es ist nämlich schon 12Uhr. Wir werden also zum nächsten Restaurant geführt wo wir einen Mangosaft und EMpanadas bestellen. Unser Guide erkklärt uns beim Essen die Attraktionen San Ciprianos. Wasserfall, Naturpark, Schwimmen im Fluss. Ok, für heute wollen wir also zum Wasserfall. Nach dem Zmittag gehts also los. Unser Führer kommt uns zwar etwas eigenartig vor, er scheint zu schielen und irgendwie ein entzündetes rotes Auge zu haben. Sein Afrohaar ist gestutzt bis auf ein kleines Schwänzchen hinten und vorne steckt ein Kamm mitten in der Frisur. Lustigerweise scheint letzteres hier der letzte schrei zu sein, wir sehen weitere Männer mit demselben Kamm mitten im Kopf. Whatever… Die Anwohner hier sind ausserdem ausnahmslos Afrokolumbianer.

Unser Weg führt uns erst in den Naturpark gleich am Ende ds Dorfes. Die Wege hier sind breit und schön, man merkt dass doch einige Touristen hierherkommen, allerdings oft nur für 1 Tag von Cali aus. Einige kommen usn in Badehosen entgegen und tragen grosse Gummireifen auf welchen sie den Fluss hinuntergetrieben sind. Das machen wir definitiv morgen, der Fluss an welchem wir entlanglaufen ist nämlich wunderschön klar und ladet zum baden ein.

Bei einer grossen Brücke angekommen müssen wir den Fluss kreuzen (die Brücke sieht zwar super aus, es fehlt aber der Boden um darüber gehen zu können). Ab da merken wir dass wir tatsächlich einen Guide brauchen um zum Wasserfall zu gelangen. Es geht rauf, wieder runter, einen Teil durch den seichten Bach, dann wieder nach oben durch den Wald. Ich bin froh habe ich meine Wanderschuhe angezogen, alles ist sehr schlammig und rutschig. Nur durch den Bach muss ich die Schuhe ausziehen. Wir wandern gut 45min durch den dichten Wald bis wir beim Wasserfall ankommen. Es ist nicht heiss aber schwülwarm und uns läuft der Schweiss nur so runter. So will sogar ich mich im Pool unter dem Fall abkühlen gehen.

Jessi und ich schwimmen zwei kurze runden, dann habe ich zumindest schon wieder kalt, das Wasser ist ziemlich eisig. Refrischt setzten wir uns auf den Baumstamm und essen ein paar Erdnüsschen. Mit unserem Führer ist nichtso zu reden, aber JEssi und ich haben uns immernoch genug zu erzählen. Nach einer halben Stunde in der wir das Rauschen des Wassers und das grün der Pflanzen genossen haben, machen wir uns auf den heimweg.

Am Abend ist in San Cipriano rein garnichts mehr los. Wir kommen um 4Uhr zurück ins Dorf, duschen, entspannen kurz und machen uns dann auf die Suche nach einem Abendessen. Nun hat es keine Touristen mehr hier und nur noch 1 offenes Restaurant, dasselbe in dem wir am Mittag schon waren. Es gibt Reis, PAtacones und etwas Salat mit Fisch. Es errinnert mich stark an das Restaurant in welchem wir in Raya immer gegessen haben. Katzen streicheln mir beim Fischessen um die Beine, JEssi als Vegetarierien hat nur Linsen, das ist weniger spannend.

Dann wollen wir es uns in unseren Betten bequem machen. Aber oh Schreck, eine riesenkackerlake hat sich hinter der Tür versteckt. Wir holen den Besitzer welcher das Vieh mit einem Besen nach draussen wischt. Kaum sitze ich im Bett kriecht aber die nächste Kackerlake aus dem Bad. Mich graust es von oben bis unten, jessi ist besser als ich, schnappt sich den Besen und befördert den Ungebetenen Gast zu seinem Kollegen in den Garten. Dann ist ruhe, keine Rieseninsekten mehr. Und was ich nicht sehen will muss ich ja nicht suchen. Ich versuche meine Paranoia dass sich währen dich schlafe eine Kackerlake in mein Bett schleicht herunterzuschlucken und zu schlafen.

DAs einzige was sich in mein Bett schleicht in dieser Nacht sind ungefähr 200 Moskitos. Mein ganzer Körper beisst und juckt am nächsten morgen, JEssi geht es nicht besser. Dann ist ein kühles Bad heute ja vielleicht eine ganz gute Idee. Nach einem grossen Frühstück in unserem Stammrestaurant (Reis, fritierte Bananen, Rührei) wird umgezogen und der Besitzer gibt uns je einen Ring und eine Schwimmweste um baden zu gehen. Der Schwimmring ist gross genug um sich reinzusetzten und bequem den Fluss hinunterzufloaten. Aber erstmal müssen wir ein paar Schritte den Fluss hinauf machen. Wieder in den Park, dem grossen Kiesweg entlang bis zum obersten Charco (Ort wo der Fluss einen kleinen See macht). Nach etwa 40min Fussmarsch lassen wir unsere Ringe zu Wasser und legen uns bequem hinein. Die Sonne scheint uns ins Gesicht, der Fluss ist schön kühl und fliesst gemächlich zwischen hohen Bäumen hindurch. Immer wieder passieren wir kleine Stromschnellen, dann sitzen wir wieder eine Viertelstunde fast ohne uns weiterzubewegen in einem der Charcos. Es sit wunderbaaar entspannend. Unsere Flipflops sind nun 2 Paddel mit denen wir unsere Ringe etwas Steuern können. Der FLuss ist meist nicht tiefer als 1m, manchmal bleiben wir in den Stromschnellen an einem grossen Stein hängen. Dann sammelt sich das Wasser wieder in einem tiefen Becken in welchem wir durch das klare Wasser die 5m bis auf den Boden sehen können.

Fast 3h verbringen JEssi und ich auf dem Wasser. Wir geniessen, quatschen und lachen viel. Die Umgebung welche an uns vorbeizieht ist wunderschön. Erst ganz kurz vor dem Dorf steigen wir aus den Ringen und tragen sie zurück zu unserem Hostel. Dann packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg zum Brujita-Bahnhof und nach einer kurzen Wartezeit von 20min dürfen wir uns wieder auf die Holztresine setzten und werden zurückgefahren. Unterwegs müssen wir aber noch kurz anhalten und ein Brot suchen welches von der letzten Tresine gefallen ist… Only in Südamerika haha…

Zurück in Cordoba essen wir bei einer Bäckerei einen kleinen süssen Snack, dann begleitet uns ein junge von vielleicht 10JAhren nach oben an die STrasse und hält uns den richtigen Bus an um wieder nach Cali zurückzukommen.

Bevor ich abschied nehemn muss von JEssi, sie geht nämlich mit dem Nachtbus nach Neiva, gönnen wir uns noch ein feines Abendessen ine inem Crepes & Waffles. Dann ist es Zeit tschüss zu sagen. Die Tage mit JEssi waren sehr schön, wir hatten es immer super lustig und uns imme etwas zu erzählen!

ICh hoffe ich sehe sie irgendwann einmal wieder in der Schweiz, in Glasgow oder in Tanzania 😉

Ich selbst lasse mich vom Uber ins Hostel zurückchauffieren. Dort treffe ich erstmal auf JEsse, den Amerikaner vom Pacifico Hostel. Er meint in 15min gehe er mit einer Gruppe erst Abendessen, dann Salsa tanzen. Da kann ich ja wohl nicht fehlen! Kurz unter die Dusche gehüpft bin ich startbereit für einen Tanzabend. Eine Deutsche, eine Amerikanerin, zwei Amerikaner, ein Belgier, ein Franzose, ein Argentinier und eine Schweizerin gehen aus. Beim Abendessen gits für mich nur einen Saft, aber danach im Salsaclub bin ich 100% dabei. Alle anderen tanzen noch nicht lange, was heisst die meisten hatten bis jetzt nicht mehr als 5 Salsalektionen. Der Club ist (an einem Montagabend) zum bersten voll und die meisten hier tanzen fast schon auf professionellem Niveau. Wir beobachten erstmal, dann tanze ich ein wenig mit Patrick (dem Belgier welchen ich schon letztesmal in Cali kennengelernt hatte). Bald getrauen sich alle ein wenig die paar gelernten Schritte auszuprobieren. Irgendwann werde ich einem der „Profis“ zum tanzen aufgefordert und nun kann ich wirklich drehen und laufen und tanzen was das Zeug hält. Einige der Männer sind wirklich zu gut für mich, ich habe die Hälfte der Zeit keine Ahnung was ich eigentlich mache, aber ich gebe mein Bestes. Und mit einem lächeln sieht auch ein falscher Schritt gut aus;)

Um 1Uhr morgens bin ich überglücklich und müde. Mit PAtrick und Julien (dem Franzosen) mache ich mich auf den Heimweg 5Blocks zum Hostel. Dort falle ich ins Bett und schlafe fast sofort ein. Tanzen ist schon einfach das Beste was es jerh hets gits! 😀

An der Pazifikküste

Der Donnerstag fängt früüh an. Um 3:30 verlassen JEssi und ich das Hostel in Cali. Da auch heute vieleicht wieder demonstriert wird ist unsere beste Chance aus der Stadt zu kommen der erste Bus am morgen. Dieser fährt um 4Uhr. Den erwischen wir dann auch, sind aber offensichtlich nicht die einzigen mit dieser Idee, es ist ziemlich voll und leider ist die Strasse sehr holprig bis anch Buenaventura und wir schlafen nicht wahnsinnig gut die 2.5h fahrt bis dorthin. Buenaventura ist einer der grössten Pazifikhäfen Südamerikas. Die STadt selbst ist aber nicht sehr sicher und auch nicht wahnsinnig schön. Jessi und ich spazieren nur schnell vom Terminal 7min an den Muelle Turistico (Touristenhafen) wo wir bis 7Uhr warten müssen bis das Schiffsunternehmen aufmachtmit dem wir zu unserem Hostel fahren wollen. Die Morgenstimmung über dem MEer ist sehr schön. Es richt nach Salzwasser und Fisch, die Pelikane putzen ihr gefieder auf den Stegen und überall rennen schon Strassenverkäufer herum mit Thermoskannen voller KAffee.

Um 8Uhr nachdem wir ein Ticket ergattert und das Schiff gefunden haben stechen wir in See. Nach Beunaventura ist fast die ganze Küste Teil eines NAturparks und somit auch entsprechend wild, grün und wunderschön.

Nach ca. 1.5h werden wir in einer Bucht an einer Treppe ausgeladen. Hier sind wir, inmitten des Nirgendwo in unserem Hostel PAcifico. Und das erste was wir machen ist eine kleine PAddelausfahrt mit dem Kajak. In die Bucht mündet ein Fluss welchen wir zusammen mit Juan, dem Volunteer des Hostels, und Julien, einem Canadier, im zweiten Doppelkanu hinauffahren. Das Salzwasser wird trüb und brackig, dann wieder vollkommen kristallklar und süss. Der Wald um uns herum ist grossartig. Viele Lianen und Bromelien zieren die Bäume die hier richtig dicht an dicht stehen. Man merkt der Gegend an dass es das ganze Jahr hindurch viel regnet, alles ist feucht und halt so richtig wie im Regenwald. Wir sehen ein paar süsse gelb-schwarz gestreifte Fische. Am Schluss wird der Bach zu seicht um mit dem Kanu noch weiterzukommen, also laufen wir noch ein paar MEter hinauf. Während Juan ein paar Yogaübungen durchführt und zu einem Baum sing (jedem das seine oder) stehen Jessi, Julien und ich staunend in der Natur. Vor allem JEssi welche den Amazonas noch nicht kennt ist dies ein Abenteuer pur. Wir atmen die frische Luft welche nach der Grossstadt Cali richtig gut tut.

Der Ausflug mit dem KAnu ging etwa 1.5h und wir kommen perfekt aufs Zmittag zurück ins Hostel. Hier arbeiten mind. 3 weitere Volunteers, ein Franzose, Katalina aus Serbien und eine Argentinierin. Ausserdem lernen wir die anderen Gäste kennen. NEben Julien aus VAncouver ist hier noch Manuela aus Cali und Atesh aus der Türkei. Letzterer ist mit uns im Dorm und passt mir mit seinem Machogehabe so gar nicht. Ich ihm wohl auch nicht nachdem ich ihn bitte im Schlafsaal nicht zu rauchen… Die anderen, speziell Manuela sind aber super nett! Und vor allem ist dieses Hostel das Paradies auf Erden, perfekt um ein wenig Auszuspannen, dem Meeresrauschen zuzuhören und die Aussichten zu geniessen.

Das Hostel steht gleich am Meer und so um 4Uhr sollte man über die Bucht unten an die Küste laufen können da dann Ebbe ist und sich ein Strand unterhalb des Hostels ausbreitet. Nun ist aber erst 2Uhr und Jessi und ich schon etwas müde wegen des frühen Aufstehens. Wir fläzen uns also in eine Hängematte und sind in ein paar Minuten eingeschlafen. ICh wache erst um halb6 wieder auf als der Strand schon weg ist. Haha, naja wenigstens haben wir noch 2 Tage länger um den noch zu finden. Um 6Uhr gibts Abendessen. Die Gerichte hier sind immer entwder mit Seafood (vor allem Shrimps) oder frischem Fisch oder auch vegetarisch. Es gibt Reis dazu und eine portion Gemüse. Habe schon lange nicht mehr so gut gegessen!

Am Abend machen Julien und Jessi ein Feuer und die ganze Crew plus Gäste sitzt darum herum. Der Ort hier ist wunderschön und sehr entspannend. Irgendwann verdoppeln sich die LEute am LAgerfeuer da eine Gruppe von der Insel gegenüber dazukommt. Alles sind junge Leute, einer ist Kolumbianer der aber schon 3Jahre in Deutschland studiert, die anderen sind seine Freunde und sein Vater.

So lange es nicht regnet ist es auch wunderbar warm. Allerdings mögen JEssi und ich nicht soo lange durchhalten, die Siesta am Tag war noch nicht genug schlaf.

Am nächsten Tag nach einer durchregneten Nacht im halboffenen Dorm in der ich so richtig toll geschlafen habe essen wir um 9Uhr Früstück (yess Pancakes, sozusagen Arepa in toll, sogar mit Ahornsirup) und um 9:40 holt uns das Boot ab um mit den Typen von nebenan in einer grossen Gruppe zu den Wasserfällen El Sierpe zu fahren. Manuela, die heute Geburtstag hat, Julien, Jessi und ich ergattern die Poleosition. Die Schiffahrt dauert etwa 1h, wir sehen die Pelikane der grünen Küste entlangsegeln, die Sonne scheint, alle sind glücklich und zufrieden.

Die Wasserfälle hört man bevor man sie sieht. Sie leigen etwas versteckt hinter der dichten Vegetation gleich an der Steilküste wo sie in die Tiefe rauschen. Beide haben sich einen Pool gegraben in dem man schwimmen kann (wenn man nicht so ein gfröhrli ist wie ich). Von dort fliesst das Wasser gleich ins Meer, so sind die Wasserfälle nur mit dem Schiff erreichbar. Alle plantschen eine Stunde herum während ich Fotos von allen schiesse und die Natur begutachte. Wirklich wunderschön. Der Name El Sierpe kommt ausserdem davon dass es hier früher viele Schlangen (=serpiente) gab, heute ist der Ort aber ungefährlich.

Als wieder alle ins Boot verladen sind machen wir einen kleinen Zwischenstopp in einem Eingebrenendorf wo under Kapitän eigentlich Muscheln einkaufen will. Für uns ist es mehr wie eine Führung durch ein typisches Fischerdörfchen der Küste. Es errinnert mich an die Communitites in Villa Rica, viele Kinder die herumtollen und Spielen (es sind gerade 2Monate nationale Ferien), Holzhütten, die Wäsche überall aufgehängt wo die Sonne noch hinkommt. Ich kann mir denken dass die Leute hier eher arm sind.

Unsere Tour bietet noch einen letzten Halt bei einem FLuss welchen man in Badehosen und barfuss hinauflaufen kann. Auch hier sind wir mitten im Dschungel. Die Sonne scheint noch immer, alles ist in warmes grünes Lciht getaucht. Der Bach springt von Stein zu Stein und hinterliess über die JAhre ziemlich tiefe Löcher in welche man sogar hineinspringen kann. Hat allerdings ur Platz für 1 Person in den bis zu 3m tiefen Pools. Wir sehen die grossen blauen Schmetterlinge, wie in Villa Rica, Vögel und eine Tonne Moskitos.

Auch hier bleiben und platnschen wir etwa 1h. Auf der Heimfahrt sehen wir noch den Pelikanen, Möwen und Fregattvögeln beim Fischen zu. Gleich neben dem Boot stürzen sie sich ins Wasser wo gerade ein Schwarm Sardienen vorbeischwimmt.

Dann gehts mit knurrendem MAgen zurück ins hostel wo wir um 2 einen späten Zmittag kriegen. Dann ist entspannen angesagt. Wir reden mit dem Neuzugang Jana aus Deutschland. Sie reist vor dem Antreten ihres ersten Jobs als Englisch- und Spanischlehrerin. Sie wird dafür von Köln nach HAmburg ziehen. Ausserdem ist da nun JEsse aus den USA welcher den Job gekündigt hat um auf Weltreise zu gehen und vielleciht ein neues ZUhause zu finden. Ein paar Kolumbianer sind auch noch angekommen. Dann dösen wir ein wenig in der Hängematte bis um halb5. Da schaffen es Jessi und ich wriklich noch an den Strand hinunter bevor er wieder von den FLuten überspült wird. Das Abendlicht taucht die Küste in Gold, es ist ein wunderschöner Flecken Erde hier!

Am Abend wollen wir eigentlich Manuelas 23. Geburtstag feiern, der Regen macht dem Lagerfeuer aber einen Strich durch die Rechnung. So verbringen wir den Abend erst beim Kartenspielen nach de Znacht, dann mit Bier und Musik für die Tanzfreudigen, schön alles unter Dach denn es giesst in Strömen. Auf dem kurzen Weg um 1Uhr morgens in den Dorm wird alles was nicht unter den Schirm oder die Jacke passt pflatschnass.

Der dritte Tag starten JEssi und ich gemütlich. Heute ist wieder Arepa angesagt zum Frühstück. Dann machen wir uns auf den kurzen Spaziergang zum nächsten Dorf, Juanchaco. Eigenltich ist das ein 15minütiger Fussmarsch. Wir brauchen aber dank der völlig aufgeweichten Erde und einer ausgewachsenen Schlammschlacht auf dem Trail etwas länger. Vor Juanchaco steigen wir eine Treppe bis zum Meer hinab. Die Stufen versinken in der Flut und wir müssen uns 10min gedulden bis uns ein Fischer beim vorbeifahren an den Strand Juanchacos übersetzt. Das Dorf selbst ärmlich, etwas dreckig, etwas hinuntergekommen. Wir spazieren hindurch um auf der STrasse nach LAdrilleros, dem nächsten Kaff weiterzugehen. Wir kommen an einer grossen Militärzone vorbei und nach eienr halben Stunde erreichen wir das etwas schönere Dorf LAdrilleros. Dort suchen wir den Abgang zum Strand. Es ist 11:30 und die Sonne brennt richtig vom Himmel. Am Strand mieten wir jeh einen Plastikstuhl um unsere Sachen irgendwo platzieren zu können denn es ist immernoch Flut und der Strand wir konstant von Wellen überspült.

Wir sonnen uns, baden ein wenig. NAch 1h suchen wir ein Restaurant mit Seeblick und trinken einen Saft und essen eines von JEssies Erdnusspäckchen. Dann gehts gemütlich den ganzen Weg wieder zurück. Unser kleiner Ausflug endet mit verschlammten Füssen welche wir im Hostel im Meer abwaschen. Dann hängen wir etwas herum, trinken einen Schokomlikshake um den Hunger bis 6Uhr zu überbrücken und entspannen.

Nach Eindunkeln wird wieder ein Feuer angefacht und dann werden ganz viele bunte Kerzen verteilt. Heute am 7. Dezember ist La Noche de las Velas (die NAcht der Kerzen) in Kolumbien. Familien treffen sich um Kerzen anzuzünden. Der geschmolzene Wachs wird dann gesammelt und zu einem riesigen Wachsberg zusammengepappt. Auf diesem Berg soll man das nächste Jahr die KErzen anzünden um ihnnoch grösser zu machen. Verstehe einer die Katholiken hier, aber die Kerzen sind süss! Vor allem Manuela ist mit Herzblut dabei. Bald hat man die Musikboxen ans Feuer gestellt, Bier ist auch mehr als genug da und die angewachsene Zahl Gäste sind alle happy am Party machen. Ich spreche iene Zeitlang mit Juliana, einer Kolumbianerinaus Medellin. Sie erzählt mir von ihren Studien in medizinischer Onkologie und dass sie bald nach Italien kommen wir um ein Semester zu studieren.

Da Jessi und ich morgen früh auf das 7:30 Boot zurück nach Buenaventura wollen wird es heute aber nur 12Uhr bis wir ins Schlafzimmer abschleichen.

Am nächsten Tag reicht es nicht für Zmorge, einfach anziehen, fertig packen und ab an den Steg. Dort holt uns das Boot mit 30min verspätung ab und wir kehren einmal über Juanchaco um nach Buenaventura wieder in den Heimathafen zu fahren. Die Pazifikküste hat mir super gut gefallen, ich bin froh hat JEssi mich ein wenig überredet mitzukommen. Nun sitzen wir beim Frühstück (heute Patacones (gestampfte Bananen) anstatt Arepa) und planen gleich auf den Bus nach San cipriano zu gehen. Dieses Dorf ist etwas speziell da sehr abgelegen und nur mit einem speziellen Transportmittel erreichbar. Mehr werde ich euch im nächsten Post erzählen.

Cali – La capital de la Salsa

Der Bus fährt um 10Uhr in Salento ab und kommt in Cali um 3Uhr an. Die Strasse war ohne Löcher und richtig angenehm, trotzdem bin ich irgendwie zu faul um heute noch gross was zu machen. Ich freue mich aber als ich in meinem Hostel wie abgemacht wieder auf JEssi und Holly aus MEdellin treffe. Wir quatschen ein wenig, dann muss ich unbedingt duschen und mich einrichten. So ist es schnell 6Uhr und es tönen bekannte Rythmen aus dem Tanzsaal des Hostels. Ich war begeistert als JEssi mir sagte ihr Hostel habe eine Salsaschule im selben Gebäude. Jeden Abend gibt es gratis Stunden. Juhuii da bin ich natürlich sofort dabei! Es sind zwar Anfängerklassen aber besser als nichts. Und es sind sogar mehr Männer da als Frauen, only in Südamerika…

Nach dem Tanzen warte ich auf die anderen zwei Chicas welche noch im NAgelstudio stecken, dann gehts um 8Uhr etwas ausgehungert mit Jessi, Holly, Dominik aus England und Michael aus der Schweiz Abendessen. Wir suchen uns einen sehr teuer aussehenden italiener an der Ecke aus, denn JEssi hat etwas zu feiern, Sie hat nämlich einen Job gekriegt für Januar wenn sie zurück in der Schweiz ist. Sie spendiert uns deshalb eine Flasche Weisswein. Ich esse Spaghetti und die Nudeln hier sind erstens wirklich Spaghetti und zweitens sogar al dente. Danach bin ich sehr müde und habe etwas Kopfweh. Ich gehe deshalb besser ins Bett als mit den anderen noch in den Ausgang.

Am nächsten Tag essen wir alle zusammen Zmorge, dann fahren Holly und Dominik bald zurück nach Medellin. Ich melde mich bei der Free Walking Tour des Hostels an. Michael kommt mit mir mit und so spazieren wir mit einer ca. 15köpfigen Gruppe um 10Uhr aus dem Hostel. Unser Guide ist aber leider etwas ein Schnurri, er labert sehr viel und erzählt nicht ganzo wahnsinnig viel. Trotzdem ist die Tour ganz ok.

Wir starten an der Plazoleta Jairo Varela. Dieser Platz ist nach einem sehr bekannten Salsamusiker benannt welcher mit seiner Band Grupo Niche einer der Erfolgreichsten Salsakünstler Calis war. Salsa ist heute vor allem in Südamerika super populär, allerdings wurde die neue Musik in New York das erste Mal gespielt, sozusagen als peppiger JAzz. Der Name kommt der LEgende nach von einem Musiker welcher auf die fRage wie denn der rythmus welcher gespielt wird heisst mit Salsa geantwortet hat da er meinte es sei wie Gewürzter Jazz, Jazz mit Salsa (=Sauce) also.

Auf der Plaza steht auch ein Monument welches aussieht wie verbogene Trompeten, Sie sollen das Wort Niche bilden, allerdings braucht man dafür etwas viel Vorstellungskraft.

Der nächste Halt machen wir hinter dem STadtregierungsgebäude. Hier wurde erst vor kurzem noch Deomstriert und es sind einige Grafitis und Schriftzüge am Boden übrig. Im Park verkauft eine Señora Früchte und uns wir ddie Chontadura, eine der typischsten Früchte in Cali vorgestellt. Sie ist rot und sieht aus wie eine spitze Tomate, ist allerdings wie der NAme sagt sehr hart (dura) und muss erst 4h gekocht werden um geniessbar zu sein. MAn isst sie mit etwas Salz und Honig und das schmeckt dann ein wenig wie Gschwellti.

Einen Platz weiter kommen wir an der unumgänglichen statue von Simon Bolivar vorbei. Der Caycedo Park ist überfüllt mit Leuten nun um Mittagszeit. Unser Führer verbringt eine halbe Stunde damit uns eine Geschichte über die Uhr der hier ansässigen Kirche zu erzählen welche irgendwie recht langweilig ist. Der Punkt: die Uhr hat einen Fehler, die Römische 4 wurde als IIII geschrieben.

Dann gehts noch zum letzten Stopp, ebenfalls eine Kirche und Museum La Merced. So langsam mag ich dem ewigen geplapper nicht mehr zuhören. Cali selbst errinner tmich irgendwie an Lima. Es hat schöne Ecken, aber insgesamt ist die Stadt nicht sehr touristisch und eigentlich vor allem als Capital de la Salsa (HAuptstadt des Salsa) bekannt.

Ich schreibe JEssi und um ca, 13Uhr trifft sie pünktlich auf das Ende der City Tour ein um uns etwas Essbares zu suchen. Beim Essen sprechen wir über unsere weiteren Reisepläne und ich schliesse mich ihr spontan an um morgen nach San Cipriano und dann einen Tag später nach Buenaventura an die Pazifikküste zu fahren. Nachdem wir unsere Salate verspiesen haben suchen wir einen Busstopp des Mio, der Schnellbuslinie Calis. Ich muss nämlich wenn ich an die verregnete Küste gehen will dringend einen neuen Regenschutz für meinen Rucksack. Wir fahren also 20min bis in die nähe eines Decatlon. Dort verbringen wir sicher eine halbe Stunde, dieser Laden hat einfach alles was man zum Reisen brauchen könnte, schlussendlich gehen wir aber beide einfachmit einem Rucksack-Regencover wieder hinaus.

Vor dem Decatlon rufen wir ein Uber und fahren auf den Cerro de los tres Cruzes um noch vor dem Eindunkeln die Aussicht auf Cali zu geniessen. Die Fahrt dauert wegen dem Verkehr sicher 45min, aber JEssi und ich unterhalten uns grossartig. Endlich oben ist die Aussicht zwar gut aber der Mirador etwas enttäuschend, man kann nicht einmal einmal um die 3 Kreuze herumgehen um auf die ganze STadt zu sehen.

Naja, was solls, 30min wieder zurück hinunter uns zum nächsten Crepes&Waffles. Diese Restaurantkette tönt zwar Amerikansich, ist aber eine Kolumbianische Erfindung von zwei Studenten. Obwohl es sehr schöne Lokations isnd ist das Essen nicht überteuert und die REstaurants (allein in Cali gibt es über 10 davon) stellen nur alleinerziehende Frauen ein. Wir geniessen von hinten bis vorne die feinen Crepes, dann laufen wir dem Boulevard entlang zurück ins San Antonio Quartier wo unser Hostel steht.

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich beizeiten nach San Cipriano fahren, allerdings ist heute wieder Streik. Und der Busterminal nur halb funktionierend. Zusammen mit Michael versuchen wir unser Glück. Am Terminal sagt man uns aber alle Strassen in den Norden und Osten sind blockiert. Man kommt nur in den Süden nach Popayan und Pasto. Wir erkundigen uns also nach dem ersten Bus von morgen nach Buenavantura und machen uns dann ein gemütlicher Tag im hostel. Draussen laufen Demos und wir wollend en Leuten nicht dazwischenkommen. Unser upgedateter Plan ist nun erstmal an die Küste fahren und auf dem Rückweg dann noch San Cipriano anzuhängen. Das Hostel 1h von Buenaventura mit dem Boot ist gebucht und das einzige was fehlt ist der Bus.

Salento – Valle de Cocora

Am Sonntag ist früh Tagwach. Schon um 6:20 schäle ich mich aus den 3 Decken die ich hier brauche um ein warmes Bett zu haben. Eini kurze Dusche später setzte ich mich an den Tisch um mein Yogurt zu essen. Die Besitzerin ist schon wach und macht mir sogar so früh schon ein Frühstück (Arepa mit Ei und Käse ahoi). Um 7:10Uhr mache ich mich auf den Weg zur Plaza wo die Jeeps ins Valle Cocora fahren. Ich warte dort auf Rachel welche um 7:30 wie abgemacht da ist. Mit ihr kommt ein deutsch-spanisches Pärchen, David und Hetal. Im Auto sitzen schon 2 weitere PErsonen und 3 weitere dürfen sich hinten auf eine Stufe stellen und sich an der Vorrichtung am Dach festhalten. Das ist mal ein effektiver Transport.

Die Fahrt ist nur kurz, ca. 20min, und da sind wir schon am Anfang des Treks. Nach ein wenig herumfragen finden wir auch heraus wo wir abbiegen müssen um erst unten dem Tal entlangzuwandern und erst beim zurückkehren durch das berühmte Valle Cocora kommen wo die bekannten Wachspalmen in den Himmel ragen. Diese Bäume gibt es nur hier und können bis zu 60m hoch werden. Aber erstmal sehen wir sie nur von weitem während wir dem Wanderweg folgen. Bald stoppen wir das erste Mal um den Beitrag für das überqueren privaten Grundes zu bezahlen.

Der Weg ist in ganz gutem Zustand, die Wanderung hier ist auch sehr bekannt und beliebt. Momentan ist Low Season und es kommen nur um die 100 Leute pro Tag, während in der High season bis zu 900 Personen gleichzeitig unterwegs sein können. Etwa 1h laufen wir über Kuhweiden einem Fluss entlang. Dann geht es in den Wald. Es ist sehr feucht, wir steigen über Steine, überqueren den Fluss auf 5 Hängebrücken immer wieder. Bei jedem Farnbaum muss ich an Mueti denken 🙂 Auch einen kleinen Wasserfall begegnet uns auf unserem Weg.

Es geht stetig ein wenig bergauf bis zur Abzweigung zu der Casa de Colibri, einer Finca mit einem kleinen Kolibri-Garten. Um da hinzukommen gehts Treppen hinauf, 15min weiter durch den Wald, dann ein letzter Aufstieg und plötzlich hat es viele Leute. Die Finca kostet 5000PEsos (1.80SFr) Eintritt, dafür bekommen wir eine Schale Agua Panela serviert. Anscheinend trinkt man das normalerweise zu einem Stuck Käse… Ok, süss und salzig zusammen. Ich habe auch schon gehört das man hier heisse Schokolade mit Käse zusammen isst, irgendwie haben die Kolumbianer hier eine Geschmacksverstauchung… Der Zuckerrohrtee ist grossartig und wir setzten uns zu den anderen LEuten welche alle begeistert die Feeders der Kolibris beobachten. Die kleinen Vögel sind wunderschön grün, türkis, blau schimmernd. Sie schwirren unglaublich schnell um die Spender mit Zuckerwasser. Sie wirken manchmal fast mechanisch, so schnell sind ihre Bewegungen. Um ein gutes Bild hinzukriegen muss man schon eine professionelle Kamera dabeihaben. David hat eine und ist so nett die Fotos mit allen zu Teilen. Hier der schönste aller Kolibirs mit wunderbaren Schwanzfedern:

Nach einer kleinen Pause, ein paar Nüsschen un einer MAndarine sind wir gestärkt und wandern zurück zur Kreuzung. Von dort beginnt der einzige etwas happige Aufstief bis zu einer weiteren Finca. David und ich laufen zusammen im etwas schnelleren Tempo hoch und warten dann oben auf die anderen zwei Chicas. Er erzählt mir dass er mit seiner Verlobten Hetal mehrere Monate unterwegs sein wird, sie haben ihre Reise erst begonnen. Er ist Elektroingenieur und weiss schon dass wenn wie zurückkommen er einen Job in der Firma von HEtals Vater auf sicher hat. Hetal selbst ist Kleinkindererzieherin und sollte nicht allzulange auf einen Job warten müssen. Als dann alle 4 oben angekommen sind gibt es ein Gipfelfoto, dann laufen wir schnell weiter denn so langsam verdüstert sich der Himmel und es ist auch empfindlich kühl geworden.

Nun geht es Bergab richtung Valle de Cocora. Nach einer halben Stunde tauchen dann auch schon die Palmen auf. Wir passieren einen weiteren Checkpoint um den Eintritt ins Tal zu bezahlen. Wir sind schon fast 5h unterwegs als wir beim ersten Mirador ankommen. Hier können wir mitten in die Palmen hineinstehen. Die sind aber so hoch dass man sie fast nicht aufs Foto kriegt. Mit Hetals Huawei welches eine Weitwinkelkamera besitzt klappt es dann. Die Plamen heissen Wachspalmen weil ihre laaangen Stämme komplett mit Wachs überzogen sind. Es ist fast unmöglich hinaufzuklettern.

Just als wir unsere Fotoaparate bzw. Handys wieder einpacken spüren wir die ersten Tropfen. Aha, nun kommt der Regen also doch noch. Leider ging auf dem Ciudad PErdida Trekking meine REgenhülle des Rucksacks kaputt, so muss ich mich nun behelfsmässig mit einem aufgeschnittenen Plastiksack begnügen, der hält aber nicht besonders gut und deckt auch nur einen Teil ab. Ich habe deshalb vorsichtshalber meinen Pullover und das Essen im Rucksack in einen Plastiksack gepackt. Bin nun sehr froh soweit überlegt zu haben. Wir brauchen noch gut eine Dreiviertelstunde durch das Tal hinunter zum Punkt woer wir gestartet haben. Der REgen bleibt gottseidank leicht und vermiest uns die Aussicht auf die Palmen nicht. Rachel und ich sind beide vollends begeistert von der einzigartigen LAndschaft. Hier wurde der Wald in dem die Palemn sonst wachsen gerodet, offensichtlich für Kuhweiden, die Palmen wurden aber stehengelassen. Dies zeigt eigentlich erst wie hoch diese Bäume wachsen.

Nach guten 5.5h sind wir zurück am Ausgangspunkt. Es ist kurz vor 2Uhr als wir mit dem Jeep zurück nach Salento fahren. Insgesamt stecken nun 13 Leute im und auf dem Auto plus Fahrer. Es ist kuschlig warm 😛

Zurück in Salento suchen wir uns ein Restaurant und um 3Uhr gibt es etwas zu essen. Lasagna für mich, ich bin super hungrig. Wir sitzen bis fast 5Uhr im Rstaurant und reden über Gott und die Welt die wir bereisen. Dann sind wir alle wie angeworfen müde. Ein bisschen Foodkoma gepaart mit einer 6h Wanderung macht uns alle schläfrig. Der Himmel ist nun auch hier sehr dunkel geworden und als ich nach einem 5min Weg zurück im Hostel über die Türschwelle trete öffnet sich nur einen Moment danach die HImmelstore und es schüttet und donnert und blitzt von überall her. Gutes Timing war das, ich stelle mich unter die heisse Dusche und kuschle mich danach wieder in meine drei Decken für ein wenig Netflix. Nach draussen gehe ich heute ganz sicher nicht mehr.

Ich schlafe tief und fest und ziemlich lange. Am nächsten Morgen stehe ich um 9Uhr auf, esse meine Arepa zum Früstück und verabschiede mich dann von Salento. Nun geht es weiter per 5h Bus zur nächsten grossen Stadt, nach Cali.

Medellin – Parque Arvi, Fussball und Tanzen

In den folgenden 2 Tagen versuchen Yohel und ich Medellin noch ein wenig besser kennenzulernen und unsere Zeit hier gut auszunutzen.

Am Samstag steht für uns der Parque Arvi auf dem Programm. Dieser sehr grosse NAturpark erstreckt sich auf einem Hügel so nahe an der STadt dass man mit einem Metrocable (also einer Gondel) da rauffahren kann. Wieder eimal sind wir begeistert vom Teleferico und der Aussicht! Nachdem wir den ersten Berg erklommen haben scchwebt die Gondel über den Wald des Parkes, sicher 10min lang. Der offizielle Eingang ist im hinteren Teil des NAturreservates. Hier erfahren wir das man für einen Besuch im Wald einen Führer braucht. Hmm, also wandern kann ich ja wohl noch selbst… wir machen also nur den kleinen Rundgang welcher ohne Begelitung erlaubt ist. Dieser führt aber leider oft der STrasse nach. Einen kleinen Abstecher in die Natur eröffnet uns ein Weg an dessen Verlauf ein paar Ausgrabungen von den ersten Spaniersiedlungen gemacht wurden.

Bald fängt es aber leider an zu regnen und Yohel und ich laufen noch bis zur nächsten Kreuzung wo wir ein paar Restaurants finden. Es gibt das Menu mit Reis, Schwarte, Linsen und Salat plus einen Jugo (Saft) von Tomate de Arbol (Baumtomate, eine sehr interessannte Frucht welche wirklich aussieht wie eine Tomate aber ahlt an einem Baum wächst…). Wir bleiben da auch noch ein wenig sitzen bis der Regen aufhört, wandern dann ein wenig weiter, finden aber leider die Zeit nicht um wirklich wieder in den Wald zu kommen da die Wege um 4Uhr Nachmittags schon zu machen… Ich bin ein wenig enttäuscht vom PAruqe ARvi obwohl ich mir sicher bin dass die SPaziergänge mit Guide cool sind, sie waren einfach zu teuer.

Ein weiteres Erlebnis war am selben Abend dann endlich mal Tanzen zu gehen. Holly hatte mich informiert dass es in der Nähe einen Social Club gibt welcher eine gratis Bachattastunde anbietet heute Abend. Da muss ich natürlich hin. Yohel begleitet mich und wir treffen Holly mit ihrer Freundin im Tanzclub welcher sich lustigerweise unter einer Autobahnbrücke befindet… Die Stunde ist super, erst tanze ich mit Yohel, welcher ein wenig zwei linke Füsse hat. In der Hälfte wird aber der Tanzpartner gewchselt und ich darf mit einem Typen aus Cali tanzen welcher zwar nichtso viel vom Bachatta versteht aber dafür vom Salsa. Das funktioniert schon besser und Bachatta ist einfach grooossartig ❤ NAch dem Kurs gibts freies Tanzen. Offensichtlich hat es einige Pros dabei, sowohl Frauen als auch Männer. Uns drei Frauen fällt vor allem ein MAnn auf… erstens tanzt er wie ein Gott und zweitens sieht er umwerfend attraktiv aus… Mein Tanzpartner aus Cali kommt mich beim Salsa holen und wir tanzen ein Lied, Kathrin super happy. Danach versuche ich es noch mit Yohel. Holly wird von unserem Tanzgott, welcher zeimlich sicher auch hier LEhrer ist aufgefordert für Salsa. Danach ertönt Bachatta und ich schaue in so bettelnd an als er Holly zurück an den Tisch bringt dass ich auch mal darf. Haha es ist grossartig, Highlight des Abends 😛 Dann ist auch schon bald wieder halb12 und Yohel und ich lassen uns vom Taxi beim Parque Lleras rausschmeissen. Noch ein wenig Reggeaton wäre nice. Die Discothek welche wir aussuchen ist randvoll, irgendwie haben heute alle Geburtstag, viele Chicas laufen mit einer gelben Schärpe umher wo Feliz Cumpleaños (Happy Birthday) draufsteht. Die Musik ist der Hit und Yohel und ich wieder erst um 2Uhr im Bett…

Deshalb muss ich mal einen Tag ausschlafen. Am Sonntag bin ich erst um halb12 wach. Yohel, welchem ich gestern die Drinks in der Disco spendiert habe da er nicht mehr Geld eingepackt hatte, stand eine Stunde früher schon auf und hat Früstück gekauft. Oooh wie süss. So setzten wir uns in die Lounge, essen Brötchen mit Manjarfüllung (Caramel) mit ORangensaft und ziehen uns 2 Folgen Black Mirror auf NEtflix hinein. Erst am Nachmittag mögen wir ein wenig in die sTAdt fahren. Wir machen einen Spaziergang im Zentrum und fahren dann pünktlich um 4Uhr zum Stadion. Wir haben nämlich Tickets für ein Fussballspiel gekauft. Yohel meinte ihm wurde empfohlen das Heimteam Nacional irgendwas anschauen zu gehen, es gäbe da eine tolle Athmosphäre. Schon in der MEtro ist alles voller grün angezogenen Leute. Männer in jung und alt, Frauen, Kinder, Hunde, alles trägt das Nacional Tricot. Das sit toternst hier und wir wissen nicht einmal gegen wer sie wirklich spielen haha. Wir lassen uns von den MAssen ins Stadion treiben welches ziemlich voll ist. Leute singen schon eine halbe stunde vor Mathbeginn und in der Südkurve hüpft und trommelt es. Da steht eine ganze Band, Leute schwingen Fahnen und ein grosses Transparent mit der Aufschrift „ESto es Nacional, aca se deja la vida“, ungefähr „Das ist NAcional, hier dafür (oder hier) lasse ich mein Leben. Die gegnerische Manschaft von auswärts hat ein paar laute fans dabei, die sind aber in einen kleinen Sektor oben in der Nordkurve gequetscht und umgeben von Polizisten. Es ist wirklich eine sehr ernste Angelegenheit. Verkäufer tänzeln durch die Reihen, verkaufen Bier, Cola, Wasser, Chips, Popcorn, Glace. Yohel und ich teilen uns eine Ladung Popcorn und fanen so gut wir können mit als das Spiel beginnt. Wir bräuchten ein Gesangsbuch hier, wie in der Kirche… Als das 1:0 für Nacional fällt nach nur 12minuten ist die Hölle los. Alles steht jubelt, umarmt sich und singt. Ich muss lachen, die haben doch alle nicht alle Tassen im Schrank. Leider geht das Spiel dann aber 1:1 aus und die Stimmung ist etwas bedrückt da Nacional somit aus dem Cup ausscheidet. Ich bin trotzdem begeistert, war ein tolles erlebnis mein erstes richtiges Fussballspiel. Auch fand ich die Ausdauer der Südkurve beeindruckend, die sangen nämlich über 90min lang (schon vorher und durch die PAuse) ununterbrochen ihre Jubelgesänge (oder Gegröle eher). Viele LEute kamen mit ihren Kindern welche in der Pause sich ebenfalls ein Fussballbattle leisteten. Schon die 2Jährigen welche knapp laufen konnten spielten besser Fussball als ich 😛 Und ja es gab viele so kleine Kinder im Stadion! Fussball hier ist definitiv ein Familienevent.

Am Sonntag Abend sage ich Yohel dann tschüss, er fliegt morgen zurück nach ima, während ich einen weiteren Ausflug plane (welcher einen eigenen Beitrag bekommt). Wir sind uns einig das MEdellin sehr schön ist. Von der Drogenhauptstadt welche vor nicht langer Zeit als gefährlichste stadt der Welt gegolten hat merkt man heute nichts mehr. Im Gegenteil. Hier spürt man den Fortschritt, die Zukunft und auch den Stolz der Leute diese Entwicklung gemacht zu haben und auch immernoch zu machen. Die MEtro ist das beste Beispiel dafür. In den Zügen und den Stationen sieht alles noch wie neu aus obwohl diese schon seit 1995 existiert. Keine Grafitis, keine eingeritzen Namen, viel Respekt beim Ein- und Aussteigen. Die Leute sprechen wirklich von der Cultura de MEtro, sowas wie einem Verhaltenskodex. Nicht zu gergleichen mit unseren SBahnen in welchen Abfall liegen gelassen wird oder welche in der Nacht versprayt werden. Gewisse Schweizer könnten sich von MEdellin eine Scheibe abschneiden!

Auch toll hier definitv das Essen und der Ausgang. Obwohl nicht ganz billig sind die Restaurants sehr divers und wrklcih gut. Ebenfalls die Drinks und ihr wisst ja wie gerne ich eine Discoteca mit toller Musik habe. Die erfahrung MEdellin war grossartig undso gar nicht das was Mueti sich wahrscheinlich vorgestellt hat als sie mir extra noch schrieb ich solle speziell vorsichtig sein 😉 Schön war natürlich auch Yohel kennengelernt zu haben welcher in kurzer Zeit mir wirklich ein guter Freund wurde. Sehr unkompliziert, witzig und unternehmungslustig hatten wir eine tolle Zeit zusammen. Ich hoffe ihn nach Weihnachten in Lima nochmals kurz wiederzusehen. Mir bleibt nun noch 1 Tag in MEdellin welchen ich nutzen will um einen Ausflug nach Santa Fe de Antioquia zu unternehmen.

Medellin – Comuna 13

Um 10Uhr schaffe ich es mich aus meinen 3 Decken zu wickeln. Das Frühstück habe ich verpasst, aber ich kaufe mir an der Metrostation eine Empanada. Yohel und ich sind unterwegs in die STadt um ein paar Telefericos auszuprobieren. Die Gondeln sind Teil des MEtrosystems und kosten uns deshalb nicht mal 1.-. Wir fahren ins Zentrum und von dort mit dem Tram bis Oriente. Je weiter wir uns aus dem touristischen Zentrum entfernen desto weniger modern werden die Häuser und bauten. Es geht immer etwas bergauf. Bevor es ganz steil wird hält das tram und wir steigen auf die Gondeln um. Man hatte uns gesagt wir sollten einfach die Fahrt geniessen, aber nicht unbedint in einem weit entfernten Barrio aussteigen, die sind immernoch eher gefährlich. Also schweben wir einfach ca. 30min erstmal den Berg hinauf und dann gleich wieder hinab. Die Aussicht auf die STadt ist mega! Ich war ja schon in La Paz begeistert von den Gondeln, die hier sind genausogut. Unter uns können wir die Bachsteinbauten ohne Fenster, mit der Bettwäsche aus dem Fenster hängend sehen. Immer wieder unterbricht ein Fussballplatz das Häuserchaos. In den noch ärmeren Gegenden sind die Gebäude dann nur nocha us Holz und Wellblech, irgendwie an den Hang geklebt und ich kann mir vorstellen dass wenn es hier regnet irgendwann das ganze Viertel weggeschwemmt wird. Die fahrt ist schön und beeindruckend.

Wir kehren zurück ins Zentrum und gönnen uns eine Glace zur Stärkung denn bald haben wir unsere nächste Free Walking Tour. Mit dem Metrozug fahren wir auf die andere Seite nach San JAvier. Es ist schon fast 2Uhr nachmittags und an der STation warten mehrere Guides mit verschiedenfarbigen Regenschirme ihre Gruppe. Wir müssen zu den Gelben. Hier in der nähe beginnt die Comuna 13, eine der bekanntesten Stadtviertel MEdellin, einerseits wegen ihrer von Gewalt geprägten Vergangenheit, andererseits wegen seiner wunderschönen Grafitis und den Rolltreppen welche den Leuten den steilen aufstieg bis oben an den Berg erleichtert.

Yohel und ich kaufen uns zur Erfrischung einen Becher Guarapo, die typische Zuckerrohr-Limonade. Dann geht es schon bald los. Wir gehören zu spanischen Gruppe welche mit ca. 10 Leuten 3mal kleiner ist als die englische. José begrüsst uns herzlich zur Walkingtour in seinem Heimatbarrio. Er ist in der Comuna 13 aufgewachsen und hat sein ganzes LEben hier gewohnt. Er wird unsheute nicht nur von den schwiereigen früheren Zeiten sondern auch vom Wandel und dem Fortschritt welcher in den letzten Jahren stattgefunden hat erzählen.

Erstmal müssen wir aber bis zur Comuna laufen, das geht so 15min der Strasse entlang den Berg hinauf. Dabei erzählt uns José von den Gangs welche immernoch im Barrio aktiv sind. Früher war die comuna 13 Zone der Paramilitärs und der FARC welche sich bekämpften und dabei unzählige Tote hinterliessen. Man musste genau wissen wo die unsichtbare Grenze der Territorien verlief denn wenn man diese ohne Erlaubnis übertrat wurde man erschossen. So kam es das Kindernicht in die Schule konnten, da diese in einem von einer anderen Gruppe kontrollierten Teil des Viertels lag. Die Gruppen finanzierten sich durch den Drogenhandel und man musste aufpassen nicht in illegalse Geschäfte hineingezogen oder gar -gezwungen zu werden. Und dannw aren da auch noch die Interventionen der Regierung. In mehreren Säuberungsaktionen wollte man die Terrorgruppen aus der STadt jagen. Die bekannteste ist die Intervencion Orion bei welcher das Militär mit 2 Pumahelikoptern der Amerikaner die Drogenhändler sozusagena us den Häusern bomben wollte. Obwohl die Aktion relativ erfolgreich war (die FARc und die Paramilitares wurden vertrieben) starb dabei fast 1/3 der Zivilbevölkerung welche zwischen den Fronten eingeklemmt wurde. José errinnert sich dass es in seiner Jugend normal war Leichen auf der Strasse zu sehen und dass an diesem Tag sich alle einfach nur hinlegten ud beteten. Er meint aber auch er erzähle usn das nicht um Mitleid zu erregen sondern einfach um die Geschichte widerzugeben. Das ist heute Vergangenheit und obwohl es immernoch illegale Gruppen und unsichtbare Grenzen im barrio gibt hat sich die Situation um Welten verbessert. Die Comuna 13 wurde wieder aufgebaut und Künstler verzierten die Wände der Häuser mit Bildern und farbigen Grafitis der Hoffnung. Jedes Sujet hat eine Geschichte, eine Bedeutung und soll zum Frieden im Quartier beitragen.

Ein weiteres wichtiges Projekt für die Comuna 13 sind die Rolltreppen. In China hergestellt wurden sie 2011 mit Heikoptern eingeflogen um vor allem den alten Leuten den steilen Aufstieg zu ihrem Heim zu vereifachen. Heute sind swohol die Grafitis als auch die Escaleras Electricas ein Touristenhit. Dies bringt Geld und Jobs in die Comuna und viele Anwohner profitieren direkt davon. So wie José. Er führt unsere Gruppen erstmal unten an den Berg wo die Grafitis beginnen. Hier unterbricht ein megamässiges Gewitter die Tour für fast 1h. Es schüttet wie aus Kübeln und Blitz und Donner toben gleich über unseren Köpfen. Die Strasse verwandelt sich in einen reissenden Strom. Aber dann um fast 4Uhr ist alles abgeklungen und die Entdeckungstour kann weitergehen.

Wir werden zu verschiedenen Wandmalereien geführt welche an die Säuberungsaktionen erinnern (1. Foto), an die Hoffnung das Kolumbien eine rosigere Zukunft bevorsteht (2. Foto, die Vögel in den Farben Kolumbiens (Gelb wie Gold, Blau wie das Meer und rot wie das Blut welches für die Unabhängigkeit vergossen wurde) werden aus dem Käfig gelassen. Der Schlüssel welcher in den Kopf des Mädchens passt soll Bildung und Weisheit bedeuten.) oder auch an die ganze Geschichte Kolumbiens. José kann uns natürlich nicht ALLE Bilder aufschlüsseln, aber insgesamt strahlen sie wirklich eine positive Energie aus, machen das Barrio farbig und fröhlich. Hier werden auch öfters Musikvideos von bekannten Künstlern wie zB Daddy Yankee gedreht (3. Foto).

Dann gehts mit den Rolltreppen den Berg hinauf.

Oben kommt man auf einem dem Berg entlang verlaufenden Balkon an. Von diesem aus wurde früher auf Personen geschossen, die Drogenkartelle nutzten die Sichtbarkeit auch aus um Leute hinzurichten. Heute ist es ein Aussichtspunkt wo man über die ganze STadt sieht, wo die Leute flanieren und die Kunst- und Souvenirshops nur so aus dem Boden spriessen. José zeigt uns sein HAus welches gleich oben am Balkon steht. Er hat seine eigene Terrasse mit göttlichem Blick über MEdellin. Er erzählt uns von seiner Familie. Die Mutter hatte 22 Geschwister… Er selbst 12. Davon leben noch alle ausser 2, welche aber an Krankheiten und nicht an Gewalt gestorben sind. Sie hatten grosses Glück.

Unsere Gruppe, bestehend aus ein paar MExikaner, Jessi aus der Schweiz, Philipp aus Deutschland, mir und Yohel sind alle sowohl erschüttert als auch angetan von der Comuna 13. José erzählt seine Geschichte fast jeden Tag und er meint es sei vor allem am Anfang wie eine Therapie gewesen. In der Comuna gibt es viele Künstler die MAlen, HipHop machen, Tanzen oder eben grafiti sprayen. Das ist die Art wie die Leute hier mit der Vergangenheit fertig werden. Ziemlich beeindruckend!

Zurück bei der Metro in San Javier müssen alle Deutschsprechenden (JEssi, Philip, Yohel und ich) unbedingt etwas essbares haben. Wir fahren zusammen zurück nach El Poblado. Jessi ist Pflegefachfrau, Philip Polizist. Sie sind im selben Sprachkurs zusammen, aber eher noch auf Anfängerlevel. Die Tour heute war ein wenig schwierig für sie. Im Zug beäugt uns ein Local und denkt sich wohl er müsse sich den Touristen vorstellen. So meint er „Hola, soy Jesus“. Wir alle meinen so halbherzig „Hola“ und wenden uns wieder unserem Gespräch zu. Jessi meint nur, Ah ja, JEsus hatte es immer viele in der Abteilung für psychisch Kranke. Ich muss lachen, Nein, der hat sich vorgestellt, Jesus ist sein Name, der kommt in Südamerika oft vor. Haha, genial, ich erkläre Yohel dass JEssi den Jesus gleich in die Irrenanstalt stecken wollte, Wir müssen herzlich darüber lachen. Dann steigen wir an unserer STation aus und machen uns auf den Weg in ein italienisches Restaurant. Dort gibts ein wunderbares Risotto mit Shrimps und wir lernen noch JEssis und Philipps Kollegin aus dem Sprachkurs, Holly aus den USA, kennen. Wir bestellen eine grosse JArra (Krug) Sangria und lassen es uns schmecken.

Nach dem essen schreibt mir Florian ob wir mit ihm noch auf seinen letzten Abend in MEdellin anstossen wollen. Sowohl Yohel als auch ich sind zwar müde, aber das können wir schlecht absagen. Also suchen wir noch zusammen mit Philipp die Bar im Parque Lleras und haben einen Drink mit Florian, Michael (einem weiteren Deutschen welcher mit nur 25 sich verselbständigt hat und überall im Ausland vorträge über Bitcoin haltet), Jay (aus den USA, spricht kein Wort) und der Kellnerin aus Venezuela. Dann gehts kurz vor 12 ab ins Bett, Füsse schmerzen noch vom Tanzen gestern, also heute lieber etwas früher Nachtruhe.