Guatapé und El Peñol

Am Donnerstag morgen heisst es, so schnell wiem öglich aus der Stadt. Um 9Uhr stehe ich mit Yohel am Terminal de Norte. Die MEtro bis hierher war leer gewesen, viele Geschäfte bleiben heute zu. Wir irren etwas durch den Jungle des Terminals bis wir die richtige Busgesellschaft finden welche uns nach Guatapé, eines der meistbesuchten Touristenziele in der Umgebung MEdellin, bringt. Wir haben aber Glück, da heute Streik ist sind alle organisierten Touren abgesagt. Heisst, mehr Platz für ide Individualreisenden.

Der Bus bringt uns in ca. 2h in die nähe des riesigen Stausees an welchem Guatape liegt. 10min vor dem Städtchen liegt das Dorf Peñol und ein paar hundert Meter weiter sitzt ein grosser Stein mit demselben Namen. Der Monolith liegt einfach so gross wie er ist in der Gegend und wirkt irgendwie total überdiemsnioniert. Wir steigen mit ein paar anderen Touristen beim Eingang aus dem Bus und beginnen erstmal den Treppenaufstieg bis zum Stein. Der ist schon anstrengend und als wir die Reissverschlussartigen 700 Treppenstufen bis ganz nach Oben sehen wird uns fast übel. Aber hei, was die dicken Amis vor uns können können wir noch lange. Unten am Peñol reihen sich Restaurant an Restaurant, dahinter breitet sich ein grosser Parkplatz aus. Heute ist er aber zu 2/3 leer. Trotzdem sind wir längst nicht alleine. Auf halbem Weg im Aufstieg machen wir eine kurze Fotopause auf einer Aussichtsplattform inklusive Marienstatue. Die Aussicht hier verspricht eine noch bessere von ganz Oben. Als wir endlich alle 700 Trepenstufen hinaufgkeucht sind eröffnet sich uns wirklich ein grossartiges Panorama. Erstmal ein Highfive für die gelungene Bezwingung des Peñol, dann geniessen wir die kilometerweite Sicht auf die mit mit Lagunen und Kanälen übersähte Landschaft. Das Wetter ist sehr wechselhaft und nach einer Viertelstunde überrascht uns ein Regenschauer. Wir flüchten uns mit allen anderen unter eines der Zelte und bestellen uns ein wenig Fruchtsalat. Mir tut ja der Typ leid welcher Wassermelonen hier hinaufschleppen musste…

Als die Sonne wieder herauskommt nach ca. 20min machen wir nochmals eine runde auf der Aussichtsplattform, werden aber bald von einer Horde Moskitos überfallen. Mit Händen und Füssen fächelnd flüchten wir einen Stock tiefer. Dort machen wir nochmals einen Rundgang um auf alle Seiten hinunterzusehen, dann gehts an den Abstieg. 700 Treppenstufen wieder hinunter. Ich unterhalte mich mit Yohel sehr gut und habe sogar erfahren dass er deutsch spricht. Und das sogar ziemlich gut! Er hatte es in der Schule gelernt und sogar einen „Sprachaufenthalt“ von 6Monaten in Pozuzo gemacht. ER versteht eigentlich alles was ich sage und kann auch auf vieles mit einfachen Sätzen antworten. Vielleicht will er irgendwann sein Elektrotechnikstudium mit einem AUslandsemester in München ergänzen.

Unten am Peñol angekommen lassen wir uns nochnicht von den herrlichen Düften der ansässigen Tourirestaurants verführen sondern nehmen erstmal ein Sammeltaxi nach Guatapé. Im Auto fährt auch ein anderer Europäer mit welcher mir schon im Bus aufgefallen ist. Wir grinsen uns an, also sage ich hallo. Und kriege ein HAllo auf Deutsch zurück. Florian kommt aus Österreich und ist für 2 Wochen in Kolumbien unterwegs. Wir beschliessen also Guatapé zu dritt zu erkunden. Erstmal kaufen wir uns das Rückfahrtticket für den Bus um 4Uhr da diese manchmal kurz vor der Abfahrt ausgehen können. Dann sehen wir uns einen Block weiter die Plaza an. Eine hübsche Kirche, malerische farbenfrohe Häuschen, Girlanden, Blumen und Weihnachtslichter machen aus dem Hauptplatz ein malerisches Dorfzentrum. Wir setzen uns in eines der vielen Restaurants und bestellen 2mal Bandeja Paisa für 3 Leute. Das Gericht ist das typischste der Region und kommt in verschiedenen Teller. Da ist Reis (nein, doch, ohh), ein fritiertes Stück Schinken, Bohnen, Salat, Kochbanane und Avocado. Dazu gibts eine ebenfalls hier typische Limonade. Heute ist sie aus Limonen, gibt es aber auch aus Zuckerrohr.

Wir unterhlaten uns in einem verwirrenden Mix aus deutsch, englisch und spanisch und erzählen einander von unserem Leben. Dann, nachdem alle satt geworden sind, wollen wir einen kleinen Spaziergang durch Guatapé unternehmen. Die Stadt ist ursprünglich bekannt geworden wegen ihren farbigen Emailverziereungen an den Hauswänden welche man angebracht hatte damit die Hühner nicht an den Wänden picken so sagt es auf alle Fälle meinReiseführer). Heute sind nicht nur die Wände farbig sondern einfach gleich das ganze Haus. Alles ist in verschiedenen Farben bemalt, Muster, Bilder von HAndwerkern, Blumen und anderen Sujets zieren Balkone, Fensterrahmen oder Dachgibel. Es ist wunderschön, Guatapé ist extrem herzig!

Schlussendlich kommen wir am anderen Ende des Dorfes wieder unten an den Malecon welchem wir ein wenig entlangschlendern. Etwas weiter ist der NAme der Stadt in ebenfalls grossen und farbenfrohen LEttern ausgestellt und es gibt einen weiteren Fotostopp.

Dann fragen wir am Quai nach dem Preis einer Bootsfahrt auf dem See. Wir einigen uns nach ein wenig hin und her auf 20000Pesos (ca. 8.-) pro Person für eine halbe Stunde. Wir besteigen also unser Privatboot und stechen in See. Die Lagunen und Kanöle hier sind alle Teil eines riesigen STausees welcher für Medellin Strom produziert. Wir können erkennen dass der Wasserstand gerade eher tief liegt, das weil eben gerade Energie gemacht wird. Die Inselchen durch welche wir uns hindurchschlängeln beherbergen Hotels oder sind in Privatbesitz. Sogar Pablo Escobar hatte hier irgendwo eine Finca. Wir sehena uchnochmals von weitem die Silhouette des riesigen Peñol. Der Stein steht einfach so alleine irgendwo in der Landschaft, ich erkläre Yohel die Bedeutung des Wortes Drischiss. Dann geht es auch schon wieder zurück an Land.

Wieder auf festem Boden suchen wir uns ein nettes Cafe und geniessen Kaffee bzw in meinem Fall einen Chai Latte mit Kuchen.

Dann ist es schon Zeit um den Bus aufzusuchen welcher uns ohne weitere PRobleme zurück nach Medellin bringt. Dort ist alles wieder ruhig, vom Streik kreigen wir nichts mit, nur die MEtro ist sehr leer und in El Poblado sind einige Geschäfte zu.

NAch einer erfrischenden Dusche im Hostal treffen Yohel und ich Florian für den Znacht. Auch ein paar Restaurants haben heute zu, wir finden aber ein Steakrestaurant welches wirklich gutes Fleisch (nicht fritiert) hat und geniessen dazu eine Flasche Wein spendiert von Florian. Er meint, er arbeite ja schon länger als wir. Er ist 32 JAhre alt, älter als ich ihn geschätzt hätte. Er erzählt uns von seiner Arbeit für eine grosse Österreichische Firma welche verschiedene Projekte im Gesundheitsbereich durchführt. Unter anderem bauen sie Spitäler in Drittweltländern oder Managen die Einführung von neuen Policies. So war Florian auch schon ein Jahr in Gabun stationiert bevor er heute nun von Österreich aus seine eigenen Projekte managt. Ich bin begeistert, so einen Job will ich auch irgendwann. Das sage ich ihm auch, und dass er allenfalls in 4Jahren dann von mir hört sobald ich meinen PhD geschafft habe.

Nach dem Essen sind wir alle nochnicht müde und meinen ein Bier bzw ein Drink läge schon noch drin. Gleich in der Nähe hat eine Bar auf. Sie ganz in Pink gehalten und hat Tonnen von Schnickschnack herumhängen. Eine Dragqueen verkauft uns die Eintritte und bringt einen Wellcomedrink. Die Bar ist gestopft voll und gehört ganz definitv zur Gaycommunity. So kommen wir in den Genuss von mehreren Dragshows und sehr lustigen Bekanntschaften. Keine Ahnung wie diese Frauen auf so hohen Highheels laufen, geschweige denn tanzen können. Irgendwann kurz vor Mitternacht möchte ich dann aber doch noch selbst das Tanzbein schwingen und wir wechseln in den Parque Lleras in einen REggeatonclub bis morgens um 2. Dann laufe ich mit Yohel gechillt nach Hause und falle wie tot ins Hostelbett.