Huaraz – Laguna Churup

Auch am Montag, meinem letzten Tag in Huaraz habe ich noch etwas vor. Heute möchte ich zusammen mit Maria aus Deutschland den Weg zur Lagnua Churup finden. Die Wanderung beginnt etwa 1h ausserhalb von Huaraz, wir müssen am Morgen also erstmal das richtige Micro finden. Mit Hilfe unseres Gastgebers Angel und ein paar LEuten auf der Strasse sitzen wir dann auch pünktlichum 9Uhr im ansonsten leeren VW Büsschen. Erst als wir 45Minuten gewartet haben taucht noch eine Familie aus unserem Hostel auf die auch mitfahren will. Jetzt sind es genug PAssagiere dass der Wagen auch wirklich losfährt. Die Familie mit den zwei Kindern (6 und 8 Jahre alt wenn ich mich richtig errinnere) kommt aus der USA, wobei der Vater ursprünglich (und offensichtlich) aus Indien kommt. Heute ist bei ihnen nur eine Aufwärmtour im Tal angesagt bevor sie dann eine Wochenwanderung unternehmen. Die Kinder sind sich offensichtlich schon einiges gewohnt. ICh unterhalte mich grossartig mit MAria. Sie studiert Biologie mit Mastervertifung auf Verhalten und Neurobio. In ein paar Wochen beginnt in Iquitos ein Kurs wo sie Affen beobachten geht irgendwo im grünen nichts des Jungles auf einer abgelegenen Forschungsstation. ICh bin ein gan bisschen eiversüchtig haha. Ursprünglich kommt sie aus Leipzig, studieren tut sie nun aber in Göttingen.

Der Bus gabelt noch ein paar Cholitas mit ihren bunten Röcken und noch 2 französische Touristinnen auf. Wir kurven durch Eukaliptusplantagen (ehrlich davon gibts ECHT zu viele) etwa 1.5h bis zum Start des Wanderweges. Dort wartet ein Beamter des SERNAMP (Amt für Umwelt) um den Eintritt in den Park zu kassieren bevor wir starten. Maria und ich satteln unsere Rucksäcke und los gehts. Bergauf. Der Weg ist wunderbar ersichtlich, man kann sich nicht verirren. Da es sehr steil ist gehen wir nur langsam, dafür haben wir mit jedem Schritt eine bessere Aussicht uf die umliegenden Hügel.

Es ist gut können wir immer mal wieder ein Foto oder das ausziehen einer der vielen Schichten die wir anhaben vorschieben als Ausrede zum Anhalten, es ist nämlich ziemlich anstrengend. Obwohl ich schon an die Höhe gewöhnt bin muss das Herz trotz allem schwer pumpen. Und es hilft nichts dass es im ersten Stück fast nur Treppen hinaufgeht was ich überhaupt nicht mag. Wir kommen an ein paar Unterständen vorbei, dann geht es ein wenig geradeaus auf eine weitere Bergflanke zu. Hier fliesst ein Bach hinunter und wir vermuten schwer dass dessen Urspurng die Lagune ist.

Der ganze Weg hinauf ist nur ein bisschen länger als 4.5km. Als es nun aber weiter streng den Berg hinaufgeht merke ich dass mein Problem heute nicht die Höhe ist, sondern Magnesium. Ich hatte schon in Lima einmal einen kurzen Notfall und musste in die nächste Apitheke Magnesiumtabletten kaufen, heute bin ich nun aber schon halb auf dem Berg und merke wie ich meine Muskeln überanstrenge. Das ist zu dumm, es ist nämlich auch sonst schon genug fordernd. Naja, ich will diese Lagune sehen, ich werde es wohk überleben. Maria und ich machen es uns also auf halbem Weg schonmal kurz 10min bequem, geniessen die Aussicht und essen eine frische Banane die wir noch kurz auf dem Markt gekauft haben. Dann geht es meinen Beinen besser und wir nehmen die zweite Hälfte in angriff.

Jetzt wird es akrobatisch. An grossen Steinen hängen Seile an denen wir uns hinaufhanglen müssen. Jetzt sind auch meine Arme müde haha. Es zeiht sich extrem un es geht IMMER aufwärts, zT senkrecht.

Ich bin heute wirklich nicht in höchstform, aber mit langsamen Schritten und ein paar PAusen schaffe ich es doch. Ein bisschen ist es eine quälerei und ganz oben ist auch der Weg nichtmehr ganz so einfach zu finden, aber zusammen kommen Maria und ich nach ca. 2h15min am glasklaren Wasser der LAgnua Churup an.

Hier oben zeiht es ziemlich und wir sind doch froh haben wir beide 4Schichten eingepackt. Brot, Orange, Mango und Käsebrötchen kommen gerade recht. Mit so einem Panorama schmeckt der Zmittag zweimal so gut. Ein Adler dreht seine Runden über unseren Köpfen und ein Streunerhund bettelt um ein Stückchen Nussriegel. Es hat fast keine anderen Leute, es ist einfach nur ein friedliches Paradies. Allerdings auch ein zügiges und so brechen Maria und ich doch nach 40min ausgiebigem NAturbeobachtens wieder auf. Jetzt auf dem Rückweg gibt es in unseren Lungen auch genug Luft um ein bisschen zu quatschen und in unseren Köpfen genug Sauerstoff um die Aussicht ins Tal nochmals wirklich zu geniessen. Die Flora ist eher sperrig, Quenoal, der Papierbaum ist allgegenwärtig. Stachliges trockenens Gras, Flechten auf den Steinen und ein paar niedrig wachsende Blumen sind anzutreffen. Steinig ist es, man sieht dass hier öfters Steinschläge in die tiefe donnern. Und auch hier kann man am Horiznont die weissen Gipfel der Cordillera Blanca ausmachen. Gut gelaunt stürzen wir uns also Kopfvoran wieder in die Seile für den Abstieg.

Der Abstieg ist wie immer lächerlich einfach und dauert nicht die Hälfte der Zeit die wir zum Aufsteigen brauchten. Der Strassen-(Bzw Wanderweg-)Hund begleitet uns bis zum Parkplatz wo das Micro auf uns wartet. Auf dem Weg besprechen wir über Venezuela, AfD, Heute Show und Flüchtlingskrise so ziemlich alles was politisch gerade so abläuft. Und merken beide dass wir überhaupt nicht mehr auf dem neuesten STand sind, sollte vielleicht mal wieder zumindest das 20min lesen.

Dann warten wir beim Micro noch ein paar Minuten in denen ich meine zweite etwas unreife Banane dem Strassenhund verfüttere, dann lädt uns der Fahrer ein und wir holen noch die amerikanische Familie ein paar Kurven weiter hinten im Tal ab. Auch sie hatten einen tollen Tag und vor allem der kleine 6Jährige ist noch wahnsinnig aufgekratzt. Er will einfach nicht stillsitzen auf dem Rücksitz und erzählt uns in einer Begeisterung sie hätten einen Hund gesehen der so gross war wie eine Kuh und überhaupt die Berge waren so schön und als sie hierhergefahren sind mit dem NAchbus konnte er gar nicht schlafen und das essen war auch komisch und so weiter. Seine Schwester macht zwischendurch ein paar Verbesserungen (der Hund hatte nur die selbe Zeichnung wie ein Kuh, war aber doch kleiner) und ist nicht minder Begeistert vom Wandern. Wir müssen alle so lachen, die beiden sind zuu süss! Und ich errinnere mich an den Kampf den meine Eltern manchmal hatten wenn wir wandern gehen mussten. I’m so sorry 😛 Diese beiden hier sind sich aber auch wirklich schon vieles gewohnt, sind schon über einige Pässe in den USA sowie in Kolumbien gelaufen. Die Mutter ist schon seit über 1Jahr mit den Kindern unterwegs, sie waren Familie besuchen in Bogota. Die Kinder gingen dort 1Jahr zur Schule um Spanisch zu lernen. JEtzt wo sie zu viert sind reisen sie in Südamerika umher und haben noch keine konkrete Pläne wann das aufhört. Eine weitere Begeisterungswelle bricht los als unser Kombi in einer sTrassensperre aus Schafen, Ziegen und Kühen steckenbleibt. Die Einheimischen Treiben ihre Tiere nach Hause.

Wir haben also volles Unterhaltungsprogramm bis wir in Huaraz ankommen. Da geht es auf direktem Weg unter die Dusche, das heute hat mich doch sehr zum schwitzen gebracht. Dann nimmt der Hunger überhand und Maria und ich schliessen uns einem weiteren deutschen Päärchen, Franz und Sofia, an um irgendwo Znacht zu suchen. Wir finden dasselbe Restaurant von vor 2 Tagen wieder und erklären diesmal den neuen zwei dass eigentlich alles Hääähhnchen mit Reis ist. Bei der Suppe kriegt Sofia einen Schock da sie einen ganzen Hühnerfuss auf dem Tellergrund vorfindet. Franz fragt mich über meine Perukenntnisse aus und erzählt mir von seinen Aufenthalten in der Schweiz und wie sie es schaftten beim Versuch von Chur auf Bellinzona zu fahren in Schaffhausen zu landen….?!

Nach dem Essen machen wir Maria zu liebe noch einen kurzen Abstecher in den Markt damit sie sich für den nächsten Tag noch mit Proviant eindecken kann. ICh kaufe da auch gerade noch Alfajores zum Dessert. DAss ins eigentlich zwei Guetsli mit Dulce de Leche (Caramelcreme ungefähr) in der Mitte und einer Tonne Puderzucker. Damit setzte ich mich dann zurück im Hostel zu Chiara und Raz in die Lobby. Mein Nachtbus fährt erst um 22Uhr und ich habe noch gut 2h totzuschlagen. Chiara macht mir das einfach indem sie mir nämlich erzählt sie habe mit Salome Hepfer die ich von der Kanti kenne und bei der ich erst vor ein paar Monaten am Geburtstagsfest war, zusammengewohnt. Lachend stellen wir fest dass die Welt zu klein ist und schicken Sally ein Selfie.

Um 9Uhr lade ich dann mein Koffer in ein Taxi und fahre zum Terminal von Movilbus Da hat es schon tausend Leute, dann wird erst mein Bus um 20min verschoben und es ist ein riesenchaos, aber am Schluss sitze ich im Bus Richtung Lima eingepackt in Jacke, KAputze und Schaal um der Kälte zu entgehen und versuche ein wenig zu schlafen.

Huaraz – Templo de Chavin

Ich habe nun schon einige LAgunen und Berge des Huascaran Parkes gesehen. Heute will ich aber ein wenig mehr in die Geschichte eintauchen. In Chavin, einem Dorf im nnächsten Tal hinter Huaraz kann man eine wichtige Ruinenstätte der Cahvinkultur besuchen, den Tempel von Chavin. Für diese Tour muss ich erst um 9Uhr bereitstehen und kann gemütlich noch das wunderbare Frühstük geniessen. Angel, der Hostelbesitzer lässt sich jeden Morgen etwas anderes einfallen. Gestern gab es Guacamole, heute Omelett mit Schokosauce und Bananen, mmh 🙂 Dann steige ich ein weiteres MAl in einen Bus. Und bin die einzige Europäerin heute. Alles andere sind Peruaner pus noch 3 Touris aus Argentinien. Zuvorderst sitzt eine Familie mit Grosseltern, Eltern und kleiner Prinzessin. Schon 10min nachdem wir Huaraz auf der kurvigen Strasse verlassen hatten wird der kleinen schlecht. Die Führerin nimmt alles gelassen und meint wir nähmen beim Restaurant Plastiksäcke mit.

Der Stop in einem kleinen Dorf nach Huaraz ist nur kurz einen Mate de Coca zu trinken (und Plastiksäcke zu suchen).

Ich setzte mich random zu jemanden an den Tisch und bin erstaunt auf Deutsch angesrochen zu werden. Obwohl ich in der Liste nu rPeruaner gesehen habe fand ich gleich auf Anhieb einen jungen Deutschen (Name vergessen, Let’s say Marco) der gerade auf Besuch bei seiner peruanischen Familie ist. Das erste mal seit 17Jahren. Sein Grossvater will ihm nun am liebsten das ganze LAnd zeigen. Beginnen tun sie hier in Huaraz, dann geht es weiter nach Cusco. Auch er hat früher einmal in Deutschland gelebt und mag sich noch an einige Wörter erinnern. Wir wechseln aber schenll wieder in Spanisch. Marco lebt in Stuttgart, seine Mutter kommt aber aus Lima. Er überraschte seine Grosseltern als er unangemeldet einfach vor der Tür stand, eine sehr schöne und geglückte Überraschung, da in Peru die Familie ja so wichtig ist. Und ganz ehrlich, er sieht auch viel eher nach Peruaner als nach Deutscher aus. Er meint er fühle sich hier sehr wohl udn würde gerne nach seinem Abi ein Jahr hier leben.

Man stiegt wieder ein und der Bus bringt uns zu der LAguna Quericocha. Wir sind bei langem nicht die einzige Gruppe die hier halt macht. Man darf aussteigen und ein paar Fotos schiessen. In dieser LAgune werden Truchas (Forellen) gezüchtet und rund herum sieht man wieder den Quenoal Baum von gestern. Kinder laufen mit kleinen SChafen und LAmas herum damit man sie für ein Foto mit dem Tier bezahlt. Ich lasse mich dan aber leiber von den drei Argentiniern vor der LAguna ablichten.

Dann fragen sie mich über Roger Federer aus. Die drei sind nämlich passionierte Tennisspieler. Sie erzählen mir das sie gerade angekommen sind und sich nun ein paar Tage an die Höhe gewöhnen bevor sie den berühmten Santa Cruz Trek von 4 Tagen machen. Der Bus steigt in Kurven bis zu 4500m.ü.M. auf. Die Kleine vorne im Wagen kotzt weiter und weint. Sie hat Ohrendruck. Sie wolle doch nur nach HAuse, die Ruinen interessieren sie nicht… Oje, Ferien mit Kindern muss ein Spass sein…

Am höchsten Punkt passieren wir ein Tunnell um hinten im nächsten Tal wieder nach unten zu kurven. Es igeht ziemlich steil runter und man hat eine gute Sicht über das mit lehmfarbenen Häusern gesprenkelte Tal. Ca. Um 12Uhr kommen wir in Chavin an. Ganz am Ende des Dorfes liegt das zum Tempel dazugehörende Museum welches wir nun erst besuchen um uns ein Bild über die Bedeutung Chavins zu machen.

Gleich im ersten Raum finden isch etwa 30 sogenannte Schlüsselsteine. Das sind grosse Steinbolzen welche vorne aus der Fassade des Tempels hinausragten. Sie tragen Gesichter von Mythenwesen oder halb MEnsch/halb Tieren. Unsere Führerin erklärt uns, dass Chavin für die früheren Kulturen so etwas wie ein Wallfahrtsort gewesen war wo ein Priester zu den Sonnenwenden Zeremonien abgehalten hat. Dabei wurde der Saft eines Kaktus konsumiert welcher psychoaktiv wirkt. Die Fratzen der Schlüsselsteine sollen die Metamorphose eines Menschen auf Kaktus darstellen, er soll sich nämlich in einen Puma verwandeln. Über 1000 solche Steine mit Köpfen wurden gefunden. Ausserdem auch beschlagene Platten, Stehlen und Obeliske. Viele zeigen Götter oder PRiester, zu erkennen an den Schlangen, welche die HAare darstellen. Der Blick ist immer nach oben gerichtet, richtung der Sonne, des Hauptgottes. Ebenfalls ausgegraben hat man Muscheltrompeten. Diese riesigen Muschelschalen stammen ursprünglich von der Küste Equadors, was zeigt, wie gross das Handelsimperium der Chavin gewesen sein muss. Auf diesen Trompeten sollen Musiker während den Zeremonien gespielt haben. Das HAuptheiligtum ist dann eine ca. 4m hohe Stehle, die man in der Mitte eines unterirdischen LAbyrinthes gefunden hat. Wegen ihrer Unzugänglichkeit nimmt man an, dass es nur wenigen PErsonen erlaubt war diese Stehle zu sehen und direkt mit dem Gott zu kommunizieren.

Nach der ausführlichen Besichtigung des kleinen Museums ist der nchste halt gottseidank der Zmittag, mein MAgen schreit schon nach Reis… Den gibt es dann auch beim Lomo Saltado und einer Karaffe Chicha Morada (dunkler Maissaft). Erst danach, am Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so stark herunterbrennt, starten wir unseren SPaziergang über das Gelände des Templo de Chavin.

Erst einmal sieht alles nach einem trockenen Grasshügel aus. Nur die überdachten Ausgrabungen deuten daraufhin, dass es hier etwas spannendes zu sehen gibt. Unsere Führerin stoppt bei einem schmalen Tunnellausgang. Dies, so meint sie, ist ein Teil eines Drainage-Kanals. Diese Kanäle durchziehen das ganze Tempelgelände und waren vor allem während der REgenzeit wichtig. Sie sind zT so hoch dass man darin stehen konnte (zumindest wenn man ein 1.20 grosser Chavin Mensch ist…). Vielleicht hatten die Kanäle also auch als Fluchtroute gedient. Dafür spricht, das ein Kanal sogar unter dem angrenzenden FLuss hindurch führt. Weiter hat man die Wasserschächte warscheinlcih auch dazu gebraucht um dem Wasser Gaben darzubringen. Etliche Kermaiken wurden in den Gängen gefunden. Und ein wenig weiter oben, sozusagen im ersten Stock des Tempels gab es einen Künsltich angelegten Teich denn man über die Kanäle entleeren konnte. Dies liess den Boden unter dem Tempel rumpeln und rauschen und hat sehr wahrscheinlcih einen grossen Eindruck auf die Zeremonienteilnehmer gemacht. Das Wasser ist allem Anschein nach auch der primäre Grund warum der Tempel in einem Tal, anstatt sicher vor Erdrutschen und Hochwasser auf einem Berg steht. Es sollte dem Wasser gehuldigt werden, deshalb ist er auch von 2 Seiten von Bächen eingeschlossen.

Wir gehen weiter. Hinter der nächsten Ecke eröffnet sich dann die grosse Plaza des Tempels vor uns. Sie misst genau 49x49m. Das Quadrat soll das Andenkreuz darstellen welches verschiedenste Symboliken besitzt. Darüber tront der HAupttempel dessen eingang von 7 weissen und 7 schwarzen riesigen Steinsteheln verziert ist. 7 Adler zieren das Eingangsportal zusammen mit 2 behauenen Steelen. Alles was wir hier sehen ist original so wie man es vorgefunden, bzw. Ausgegraben hat. Das Alter des Tempels wird auf 4000JAhre geschätzt.

Auf den Treppenstufen können wir eingravierte Schlagen entdecken. Allgemein ist die Dreisamkeit des Vogels, Pumas und der Schlange allgegenwärtig. Zusammen mit der Zahl 7 und dem Andenkruez spielte sie eine sehr grosse Rolle in der MYthologie von Chavin sowie auch später den Inkas oder anderen Andenkulturen. Die Sonne brennt uns auf den Kopf während unsere Führerin mit inbrunst von diesem energiegeladenen ORt erzählt. Sie habe selbst auch schon an Zeremonien (die heute noch stattfinden) teilgenommen und es sei ein magisches Erlebnis. Ich finde sie übertreibt es ein wenig, bin aber von der Ingenieursleistung (vor allem der Drainagekamäle) sehr beeidnruckt. Die Sonne scheint an den Sonnenwenden genau in die Mitte, bzw auf einen der aussensteine des Eingangstors wenn sie über dem gegenüberliegenden Hügel aufgeht. Ein grosser Stein mit Kuhlen zeigt das Sternbild des Orion und wenn man die Löcher mit Wasser füllt spiegeln sich die Sterne exakt darin. Das alles ist sehr faszinierend.

Die meisten Fundstücke fand man in den sogenannten Gabengesteller rund um den Zeremonieplatz oder auch unterirdisch in einem LAbyrinth. Auch dieses kann man besichtigen und ich frage mich, wie die Chavinleute wohl die schweren Brocken aus den Bergen bis hierher gebracht und dann auch noch so gekonnt aufeinandergeschichtet haben dass es hier unten nicht nur teilweise Beleuchtet sondern auch so gut durchlüftet ist dass man Korn lagern konnte. Auch alle zT heftigen Erdbeben hat dieser Tempel unbeschadet überstanden während es Huaraz mehrere Male in Einzelteile zerlegt hat. All diese Fragen muss ich aber nicht stellen, denn das macht schon unser jüngstes Gruppenmitglied für uns. Sie klpet am Rockzipfel der Führerin und fragt ihr Löcher in den Bauch. Für den ganzen Rundgang benötigen wir um die 3h. Wir sehen auch noch einen echten Schlüsselstein welcher in der glatten Fassade hoch über dem Boden eingelassen ist. Solche hat man früher rund um den Tempel zu sehen bekommen.

Die Tour endet mit einem Rundgang durch die Verkaufsmeile wo uns Halbedelsteine, Taschen und Schmuck angeboten wird. Wir kämpfen uns zum Bus durch welcher uns dann wieder die Kurven zum Tunell hoch und auf der anderen Seite runter nach Huaraz bringt. Dort angekommen lerne ich Chiara aus CHur kennen im Hostal. Es tut mir so gut nach dem ganzen Englisch/SPanisch SPrachenchaos einfahc mal wieder Schweizerdeutsch zu sprechen. ZEitig sind wir im Bett, reden aber noch fast 2h, bis Raz reinkommt und meint also er wolle jetzt schlafen.

Huaraz – Laguna Paron

Nach dem anstrengend Hike zum Nevado PAstoruri brauche ich am folgenden Tag etwas Ruhigeres. Die Tour zur Laguna Paron ist dazu perfekt. Hier wird man nämlich bis zum See hochgefahren und muss nurnoch ein paar Höhenmeter bis zum Mirador überwinden. Also stehe ich morgens um 9Uhr bereit als mich der Tourbus verlässliche 20min zu spät abholt. Heute ist es nur ein Minivan und unsere Gruppe beseht zu hälfte aus der Gruppe Israeli welche mich gestern zum Essen eingeladen hatten. Unser Guide, Max, ist derselbe wie beim Pastoruri auch schon. Ausserde lerne ich zwei Spanier und eine Kolumbianerin kennen.

Auf dem Weg erklärt uns Max wieder die Gegend. Wir kommen am Dorf Yungay vorbei, welches im Jahr 1970 nach einem Erdbeben fast gänzlich unter einer Schlamm/Eis-Lawine verschwand. Ein Teil des Huascaran hatte sich gelöst und neben Yungay auch das benachbarte Dorf unter sich begraben. Vom anderen Dorf überlebte niemand. Wir fahren an einem grossen Freidhof vorbei welcher an der STelle steht wo zuvor der Dorfkern von Yungay gestanden hatte. Damals war das STädtchen so weit entwickelt und zog so viele LEute an, dass es Gespräche gab es zu der Hauptstadt des Departements Ancash zu machen. Nach der LAwine war dieser traum zerstört und Huaraz wurde nominiert. Heute kann eine solche Katastrophe aber nicht mehr passieren aus dem einfachen Grund dass die Gletscher sosehr abgeschmolzen sind dass es nichts mehr gibt das abbrechen könnte. Gut, aber schlecht…

Dann kehrt der Bus auf eine Piste ein und hottert schüttelnd den Berg hinauf. Max erzählt uns von der Entstehung des Huascaran Nationalparks, seiner FLora und Fauna und wie wichtig es ist diese zu schützen. Hier Leben zB noch Bergpumas und eine Bärenart die vom Aussterben bedroht sind. Speziell ist auch einer der Bäume der konstant seine Rinde schellt. Deshalb ist er auch als Arbol de PApael (PApierbaum) bekannt da es aussihet als wäre er aus verschiedenen Papierrollen gebaut. Wenn ich mich richtig errinnere heisst er Quenoal und gehört zur Familie Polylepis.

Da Max kein english und die Israelis aber kein Spanisch sprechen bin ich zielich beschäftigt mit übersetzten. Wir haben aber auch genug Zeit, die Fahrt geht 3h bis wir bei der LAguna PAron ankommen. Das Warten hat sich definitiv gelohnt:

Als erstes nehme ich zusammen mit den Spaniern (Vincente und Sergio) und der Kolumbianerin (Natalia) den Mirador in Angriff. Wir steigen auf den aus weissem Granit bestehenden Hügel. Manchmal muss man ziemlich auf den Felsen herumklettern. Die Sonne scheint kräftig und wärmt, der eisige Wind versucht das zu verhindern. Die LAguna hat eine ganz spezielle hellblaue Farbe. Der Berg an ihrem hinteren Ende errinnert mich etwas ans MAtterhorn. ER heisst Pyramide von irgendwas. Rechts neben ihm sieht man die oberste Spitze eines Berges der heute als Paramount bekannt ist weil der dem Berg im Logo der Paramount Pictures so sehr ähnelt. Ein bisschen fühle ich mich wie in der Schweiz wäre da die Höhe nicht. Probleme habe ich keine mehr, es ist einfach anstrengend. Oben werden dann Fotos gemacht, das Panorama ist beeindruckend.

Dann machen wir uns wieder auf den Abstieg. Unten am Strand suchen wir uns ein windstilles Plätzchen um Zmittag zu essen. Vincente hat sogar spanischen Schinken und CHorizo dabei. Weiter gibt es MAngo, Orangen, Brötchen vom Markt und sowas wie Nussriegel. Wir haben eine kurze Diskussion welcher Tennisspieler eigentlich der bessere ist, Rafa oder Roger… Wir werden uns mässig einig 😛 Gestärkt wandern wir am Rande der LAguna entlang. Es ist die grösste Lagune im Huascaran PArk und wird von mehreren Nevados gespeist. Einige Leute paddelnin Boten und Kayaks herum. Wir haben zu viert spass am Selfies machen 🙂

Nach etwa 3h aufenthalt geht es dann wieder nach HAuse. Ich bin ziemlich müde, die Sonne grillt einem richtig durch. Trotz geschüttel auf der Sandpiste schlafe ich ein. Geweckt werde ich erst als kurz alle aussteigen müssen da ein Pneu geplatzt ist.

Wir befinden uns inmitten einer Eukalyptusplantage. Davon gibt es hier sehr viele und zusammen mit der Hitze erinnert mich der Geruch in der Luft an Australien. Nach 15min geht es ohne weitere Zwischenfälle weiter nach Huaraz. Dort steige ich zusammen mit den Israelis in der Nähe unseres Hostels aus. AUch Gaby, eine Peruanerin steigt mit aus. Ich hatte sie den ganzen Tag gar nicht so bemerkt, sie ist ziemlich klein und still. Sie zieht zu mir und Raz ins Zimmer und ich frage, ob sie Hunger hat. Wir gehen beide Duschen und treffen uns danach unten in der Lobby mit Maria aus Deutschland und Julie aus Barcelona. Zu viert gehen wir vier Chicas essen suchen. Die Unterhaltungen sind ziemlcih witztig weil Julie auch Deutsch spricht, aber besser english, Gaby aber neigentlich nur spanisch was MAria noch nicht so gut versteht. Am Schluss haben wir alle ein wenig einen Sprachknopf im Kopf aber wir verstehen uns. Im Restaurant gibt es ein Abendmenu (SUppe mit Hauptspeise) für 8Soles (ca. 2.70 Franken). Wir versuchen Aria zu erklären was genau die verschiedenen Speisen sind. Und finden heraus das eigentlich alles irgendwie Hühnchen mit Reis oder mit Nudeln ist. ICh kriege also Tallarin verde con Pollo was so ungefähr Pestospaghetti mit Poulet entspricht. Wir habens lustig zu viert, sind aber alle müde von unseren Tours. Also spazieren wir um 9Uhr ziemlich voll mit Hühnchen nach HAuse.

Huaraz – Nevado Pastoruri und ein Shabbat Essen

Am frühen morgen packe ich meine 7 (oder eher 100) Sachen zusammen und gebe die Schlüssel zum Zimmer an Katia ab. Nur 10min entfernt finde ich meine neues Hostal. Ich werde sehr freundlich empfangen, mein Gepäck wird in den 2. Stock getragen und ich darf mich noch ans Früstück setzten bevor es in einer Stunde auf die nächste Tour geht. Heute werde ich auf den Nevado Pastoruri steigen. Nevados wreden die Berge genannt die Nieve, also Schnee, darauf haben. Das ist so ab 5000m.ü.M. Der Fall. Um mich auf die Höhe vorzubereiten will ich mir also einen Kokatee zubereiten. An der Theke sitzen schon eienige Leute. Unter anderem ein grossgewachsener Mann mit etwas orangen Haaren. Mein Blick bleibt an ihm kleben. Dieses schiefe Grinsen kenne ich doch…? Kann nicht sein! Ich setzte mich an die Bar und giesse heisses Wasser auf. Mir fehlt aber der Zucker. Der steht bei dem mir so bekannten Mann und seiner Freundin. Ich höre dass sie Schweizerdeutsch sprechen. Ich muss ihn Fragen. Nicht nur nach dem Zucker. Ich stelle mich zu ihnen und meine, „Chan ich bitte de Zucker ha?“ „Klar keis Problem“, mir wird der Zucker in die Hand gedrückt. Ich starre den Mann immernoch saudämlich an. „Kenned mir üs nid?“ „Ähm du bisch Kathrin?“ „Ja und du bisch de Alex….“ Vor mir sitzt wirklich Alex Plüss mit seiner freundin Meret. Ich habe ihn seit der Kanti nicht mehr gesehen und wir umarmen uns lachend. Wir können beide dem Zufall nicht glauben. Wir setzten uns für das Frühstück zusammen und Alex erzählt mir dass er jetzt auf dem Hönggerberg bei den Computational Biologen arbeitet. Ich finde es noch besser dass ich ihn da nie getroffen habe sondern erst 14h fliegen muss um ihn mal wieder zu sehen. Er und Meret waren Bergtouren machen, sie sind schon etwa 5Jahre zusammen nachdem sie sich im Biologiestudium kennengelernt hatten. Sie hat gerade als Biologielehrerin angefangen. Schlussendlich müssen die beiden aber gehen, ihr Bus nach Lima fährt gleich. Und mir wird auch bald gerufen. Der Bus meiner Tagestour steht vor der Tür.

Im Bus werde ich neben Karolina aus Brasilien gesetzt. Sie ist 32 Jahre alt und für ein paar Tage in Peru. Nach Huaraz geht es noch weiter nach Cuzco. Obwohl es erst ihr 2. Tag in den Anden ist will sie heute ohne Höhentabletten auf den Pastoruri steigen. Ziemlich mutig wie ich denke… Wir unterhalten uns prächtig und die erste Stunde der Busfahrt vergeht wie im Fluge. Wir stoppen kurz in einem restaurant um einen Mate de Coca (Kokatee) zu trinken, dann gehts auf einer Dreckpiste weiter. Die Landschaft ist sehr trocken. Unser Guide erzählt nun fast nonstop wie sehr sich die Pastoruri-Tour über die letzten Jahre verändert hat. Leider, so meint er, werden wir heute nur noch die Überreste eines einstmals beindruckenden Gletschers sehen. Ind en 1990er Jahren als er das erste Mal eine Tour da hinauf geführt hatte konnte man noch Eishöhlen besichtigen und auf das Eis steigen. Heute ist der Pastoruri fast abgeschmolzens und es hat sich am Ende der Gletscherzunge eine grosse Laguna gebildet. Das übrig gebliebene Eis werde schätzungsweise noch 10 Jahre bestehen bevor auch der letzte Rest des ewigen Eises verschwunden ist. Dann flogt eine sehr lange und detailgetreue Erklärung warum der Klimawandel diese Änderungen hervorruft. Für mich ist da zwar nicht sehr viel Neues drin, aber ich merke das unser Führer wirklich weiss von was er spricht und das es ihm auch sehr zu Herzen geht was die Klimaerwärmung in seinem Land anstellt. Dann erzählt er uns weiter welche Pflanzen wir draussen sehen. Das ist vor allem ein stachliges Grass aus der Familie Stipa. Hier erwähnt er warum es schlecht ist Kühe darauf weiden zu lassen: Sie reissen die Pflanze mitsamt Wurzeln aus anstatt nur die fressbaren Teile abzukauen wie es Schaafe oder Geissen tun. Auch hier wieder merkt man das er vom Fach ist, es ist sehr interessant seinen ausschweifenden Ausführungen zuzuhören und dabei aus dem Fenster zu sehen wo wie hier zB eine Lagune vorbeizeht:

Dann kommen wir zu unserem Ersten Stopp: eine Mineralwasserquelle. Das Wasser sprudelt nur so aus dem Boden. Es sei sehr reich an Eisen und die Leute hier hätten ihm heilende Kräfte zugesprochen. Allerdings musste diese Legende sehr schnell revidiert werden nachdem Forscher sehr hohe Konzentrationen von Blei und anderen Schwermetallen in der Quelle feststelten. Fast schöner als die Quelle ist hier auch die Landschaft. Die gelbliche Stipa wächst im sumpfigen Umfeld der Quelle und wird von Hügeln und dahinter von den Nevados der Cordillera Blanca eingerahmt.

Weiter im Text gehts mit dem Bus. Langsam kurven wir höher. Und da sticht plötzlich ein schwarzer Pfahl aus dem Boden. Und da noch einer und noch einer. Wir sind am zweiten Stopp unserer Tour angelangt, bei den Hüglen der Puya raimondii. Diese Pflanze gehört zur Familie der Ananas und ihr Blütenstand wird bis zu 18m hoch. Sie produziert Milliarden von kleinen Blüten und später ebensoviele Samen. Die wie ein eingerolltes Stachelschwein aussehende Basis der Pflanze allein ist schon 3m hoch. Die Puya blüht nur einmal in ihrem bis zu 100Jahre daurendem Leben, dann stirbt sie. Umso erstaunter bin ich so viele Pflanzen in Blüte zu sehen. Ich bin wahnsinnig fasziniert von der Flora dieses Ortes. Die Biologin drückt extrem durch! Ausser den Pflanzen gibt es hier auch noch eine kleine Lagune die 7 Farben haben soll… Die hat für mich aber gerade 2. Priorität. Ich mach viel zu viele Fotos und dann wird wieder eingestiegen und in wirkliche Höhen hinaufgefahren.

Im Gespräch mit Karolina merke ich irgendwann dass das Atmen schwerer wird. Bald darauf heisst es wir seien jetzt da. Die Stipa-Büschel sind Steinen gewichen hier auf 4800m.ü.M. Der Bus entleert sich und schon nach 3 Schritten spüre ich wie mein Herz kräftiger schlagen muss. Der Weg hinauf zum Gletscher ist sehr einfach und auch eher flach. Aber das bisschen Steigung ist auch genug, ich komme sehr schnell ins Keuchen. Wenn wir zurückblicken zum Basecamp sehen wir die hohen Gipfel der anderen Schneeberge auf uns hianbblicken.

Langsam, ganz langsam aber stetig, sage ich mir und versuche eine Pase zu fassen die mich nicht an den Rand eines Kreislaufkollapses treibt. Es hilft nicht gerade dass Yohann mich jetzt anquatscht. Der junge Peruaner ist Stundent in Lima und fragt mich über die Schweiiz aus. Ich mag ihm aber fast nicht antworten bis wir oben sind. Es geht nur knappe 20min, aber das ist schon viel für die paar hundert Meter. Dann breitet sich die Lagune im ehemaligen Gletscherbett aus. Die Aussichtsplattform die vor nur gerade 10 Jarhren gleich am Eis gestanden hat ist jetzt fast 100m davon entfernt. Da ich schon andere Gletscher gesehen habe beindruckt mich Pastoruris Gletscherchen nichtmehr. Eher stimmt es mich traurig den lebenden Beweis von Klimawandel vor mir zu haben. Das sage ich auch Yohann und unserem Führer Max.

Dann muss ich erstmal mich hinsetzten und eine Banane essen. Es ist grauenhaft wie sehr einem die Höhe Energie entzieht! Dann wird noch etwas geschaut, fotografiert und herumgewandert. Dann geht es schon bald wieder runter und in den Bus zurück. Wir fahren zum Mitagessen in das erste Restaurant zurück. Karolina und ich verstehen uns wunderbar und vereibnaren uns in Cusco allenfalls nochmals zu treffen. Sie hat da zwar ein eher Straffes Programm, aber für ein Abendessen sollte es schon reichen. Dann fährt der Bus uns wohlgeährt und müde von der Höhe und der Sonne zurück nach Huaraz.

Das Highlight dieser Tour war für mich definitiv nicht der Gletscher sondern die Puya raimondii. Sie prägt die Landschaft dieser Hügel extrem und kommt nur noch selten in Peru und Bolivien vor. Ich hoffe dass sie sich, im gegensatz zum schon verlorenen Gletscher noch ein bisschen hält.

Etwa um 7Uhr komme ich in Huaraz an. Ich will duschen gehen und stosse im Zimmer auf Raz, meinen Mitbewohner. Er kommt aus Israel und ist mit einer etwa 7köpfigen Truppe aus seinem Land unterwegs. Wir schwatzen eine wenig und er fragt mich ob ich nicht mit ihnen Abendessen kommen will. Ok, klar, ein gemütliches Abendessen mit Kollegas aus dem Hostel, super. Wohin gehen wir denn frage ich? Ins Jüdische Haus von Huaraz bekomme ich zur Antwort. Oh ok super, vielleicht essen die ja was anderes als Pollo con Arroz… mit dem Taxi kommen wir in ein paar Minuten in dem ominösen Haus an. Als wir eintreten meint Raz, sie beten noch. Etwa 30Leute sind in der Stube versammelt, mit der Kippa auf dem Kopf und der Bibel in der Hand. Der weiss gekleidete mit den langen Kotleten muss wohl der Rabbi sein. Er singsangt vor sich hin in hebräisch, die anderen Antworten. Die Frauen machen versteckt hinter einem Vorhang mit. Aus der Küche riecht es nach oritenalischem Tee und ich fühle mich in ein anderes Land versetzt. Ich warte mit Raz draussen im Flur. Er erklärt mir die verschiedenen Gebete.

Das Gebete geht noch eine viertelstunde, dann wird in den oberen Stock an den Tisch gebeten. Hier sind auch schon Leute und insgesamt werden sicher 50 Stühle besetzt. Ich bin nicht die einzige Eingeladene, ein Japaner und ein Däne schauen etwa gleich blöd aus der Wäsche wie ich. Salate werden verteilt, noch isst aber niemand. Ich bin begeistert, ich meine SALAT! 😀 Dann erheben sich alle. Nochmals ein Gebet. Für den Shabbat, wie Raz mit zuflüstert. Brot wird gebrochen und verteilt, dann endlich können alle essen. Raz‘ Truppe sind alle hier und erzählen mir aus dem Militärdienst von 3Jahren den alle Israeli absolvieren müssen. Ich spreche auch mit einer Jüdin am Tisch die aus New York kommt und heute ebenfalls hier zu ihrer Community gefunden hat. Und genau so fühlt es sich an. Wie eine Community die zusammenhält. Ich diskutiere vieles mit Raz an diesem Abend, er scheint mir ein sehr interessanter Mensch zu sein. Aber irgendwann fallen mir vor Müdigkeit fast die Augen zu. Raz‘ Kollege geht es ähnlich und so verlassen wir das Haus der Juden nach einem super Salat, einem Nährreichem und sehr vegetarIschen Hauptgang und einem feinen süssen Dessert. Ich falle totmüde ins Bett. Was für ein Abschluss eines sehr interressanten Tages.

Huaraz – Laguna 69

Viel zu früh klingelt der Wecker für die Berggänger… Verschlafen machen wir uns in der Küche erstmal ein Tee. Roberto und ich haben hier in Huaraz ein eigenes Zimmer mit Zugang zu Küche und Wohnzimmer mit Cheminee, alles sehr hell und neu. Heute morgen bin ich vor allem froh dass es in der Küche Kokablätter hat um uns aufs anstrengende Trekking vorzubereiten. Während wir auf die Abholung warten halten wir uns fest an der Tasse fest, es ist nämlich noch dunkel und eisig kalt.

Im Bus, der unsere etwa 30köpfige Wandertruppe zum Basecamp im Parque Nacional Huascaran fährt, schlafen alle noch friedlich. Nach ca. 2h git es einen Frühstückshalt. Jetzt, um schon fast 8Uhr ist die Sonne draussen und wärmt zumindest ein bisschen. Ich schlürfe also meine Hühnersuppe und versuche ein wenig Konversation mit den 3 Deutschen neben uns zu machen, aber es sind alle noch ein wenig im Koma scheint es mir. Weiter fahren wir bis zu einem Fotostopp bei der Laguna Llanganuco. Diese versprichtmit ihrem türkisfarbenen Wasser schon sehr viel für unser eigentliches Ziel heute, der Laguna 69. Der Wind zieht kräftig und macht alle Selfiebemühungen zunichte. Dafür ist die Sicht glasklar und die wunderschönen Schneeberge ragen über den Horizont hinauf. Wir befinden uns hier auf ca. 4000m Höhe.

Die Fahrt geht aber noch 2min weiter bis zum Basecamp von wo wir die 7km bis zur Laguna 69 auf 4600m.ü.M. hinaufwandern dürfen. Die Wanderung geht zeimlich gnädig durch eine Ebene los. Kühe weiden und Mäander von glasklarem Gletscherwasser fliessen auf die Laguna Llanganuco zu.

In unserem Rücken ragt der Höchste Berg Perus, der Huascaran (6768m), mit seinen zwei Gipfeln auf.

Die Luft zieht einem durch Mark und Bein, aber die starke Sonne leistet abhilfe. So langsam wird der Wanderpfad steiler und ich komme ins schwitzen. Dabei habe ich es noch gut da Roberto mir den Rucksack abnimmt. Nun taucht auch vor uns eine Eisspitze auf, der Chacraraju.

Roberto teilt mir die Namen von vielen Pflanzen und Tieren mit. Ihm fallen auch die kleinen Blümchen im Gras auf über die ich einfach hinweggelaufen wäre. Vieles, so meint er, hat Verwandte in der Selva, einfach in gross und mit mehr Blätter und Blüten. Ich kann ihm aber oft nur ein „mhm, interesante“ zurückgeben, die Luft ist mir zu dünn um zu laufen und zu reden gleichzeitig. Nach einer ersten Steigung verflacht sich die Landschaft wieder ein wenig und wir laufen an einer weiteren kleinen Lagune vorbei. Wolken steigen langsam hinter der Cordillera auf und verfangen sich spektakulär in den Hohen Spitzen.

Ein Deutscher aus der Gruppe fragt mich im Scherz ob das für Schweizer überhaupt noch beeindruckend sei, wir hätten ja eigene Berge. Aber na klar ist es das!! Vor allem auch zusamm mit dem Wissen das der Punkt hier schon höher ist als ich in Europa jehmals kommen werde. Roberto ist begeistert vom Eis welches an den feuchten Schattenhängen gefrohrenen Kaskaden bildet. Obwohl er die Anden kennt hat er das noch nicht oft aus der Nähe gesehen. Dann geht es nochmals die letzten undert Höhenmeter hinauf. Der letzte Kilometer ist mit abstand der schwierigste. Meine Beine bekunden Sauerstoffmangel nach ein paar Schritten, sonst geht es mir aber besser als erwartet, ist ja erst unser zweiter Tag heute in der Höhe. Allerdings trinken wir Wasser wie wild und sind froh mehr als 1L pro Person mitgeschleppt zu haben (also Roberto hat geschleppt, ihm macht die Höhe weniger Herzklopfen als mir). Dann endlich geht es noch die letzten Meter geradeaus und ich kann das tiefblau der Laguna 69 am Fusse des Berges schimmern sehen.

Und dann sind wir am Ziel. Erst 5min verschnaufen, Haare richten, dann Fotos machen 🙂 Und dann etwas essen. Es ist schon krass wie viele Energie der Aufstieg in diese Höhen braucht. Ich fühle die mitgebrachte Orange sehr und vertilge auch das Brot mit Freude. Mit dieser Aussicht ist das Zmittag sowieso ein Hochgenuss! Die Laguna ist wirklich wahnsinnig blau. Am Rand ist das Wasser klar und würde eigenltich zum Baden einladen, wäre da nicht der böhenartige Wind der einem unter die Kleider kriecht. Die Steine hier sind weiss und machen das Ambiente mit dem vergletscherten Chacraraju schon fast ein wenig kitschig.

Nach ca. 1h macht sich unsere Gruppe auf zum Abstieg. Was so schwer zu besteigen war ist lächerlich einfach beim hinunterlaufen. Roberto und ich sind ziemlich schnell und können so auch immer wieder ein wenig Pause machen um die Aussicht zu geniessen.

Schlussendlich kommen wir nach etwas 6h wieder beim Bus an. Wir sind beide müde, aber sehr glücklich, die Landschaft ist der Wahnsinn und die Laguna wirklich eine Perle! Im Bus schlafe ich wie ein Baby fast 2 geschlagenen Stunden. Dann bin ich etwas erholt. Roberto geht es eher umgekehrt. Er meint er habe Kopfschmerzen, was nach der Höhe ganz gut sein kann. Allerdings glüht sein Kopf regelrecht und ich mache mir etwas Sorgen. Wir überstehen die langsame 3h Busfahrt und steigen in Huaraz mit etwas schmerzenden Füssen und verspannten Beinen aus. Wieder zuhause hat Roberto wirklich Fieber und Bauchkrämpfe. Das sind keine Anzeichen von Höhenkrankheit, ich glaube er hat eher etwa verdorbenes gegessen. Ich setzte Teewasser auf und bin froh ein schönes, relativ warmes Zimmer zu haben, denn Roberto wälzt sich ziemlich herum und wir schlafen beide mässig viel diese Nacht. Am Morgen gehe ich in die Apotheke um ihm en paar Medis zu kaufen. Die helfen schnell, allerdings ist er heute nicht zu Wanderungen bereit. Ist mir aber auch etwas egal, denn ich spüre noch ziemlich meine Beine von gestern. So machen wir uns einen angenehmen faulen Tag nachdem wir in der Stadt Mitagessen und Busfahrten reserviert haben. Roberto muss dann am Abend schon wieder auf den Nachtbus nach Lima während ich einfach morgen in der früh das Hostel wechsle (ich brauche ja kein eigenes grosses Zimmer) und noch ein paar Bergtouren anhänge bis wir uns dann am 20.8. wieder in Lima treffen um nach Cusco zu fliegen.

Huaraz

Die Sonne scheint schon als wir in Huaraz um 7Uhr aus dem Bus torkeln. Ich bin erstaunt wie gut ich geschlafen habe. In der Sonne warten wir auf unser Gepäck und schlendern dann zu unserem Hotel. Auf Anraten von Trini habe ich privat bei Katia gebucht, sie hat Zimmer im 6. Stock ihres Hauses, neu ausgebaut mit tollem Blick auf die Stadt.

Hinter dem Tal in dem Huaraz liegt können wir die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca entdecken. Dies ist der höchste Bergzug des amerikanischen Kontinentes. Dementsprechend hoch sind wir auch in unserem Tal hier schon: Knapp über 3000m.ü.M. So komme ich beim Treppensteigen in den 6. Stock schon ziemlich ausser Atem.

Wir dürfen in den ersten Tagen uns erstmal an die dünne Luft gewöhnen, so spazieren wir nach einem feinen Zmorgen (Caldo de Gallina, Trutensuppe) wie es uns gerade gefällt duch die Strassen und über die Plaza Belen, sowie die Plaza de Armas mit ihren malerischen Kirchen.

Weiter gehts zur Plaza de Soledad wo wir ein Tour-Büro finden welches im Reiseführer angepriesen wurde. Es gibt einen solchen Überfluss an Touranbieter dass es einem sturm werden kann und man nicht weiss wo man anfangen soll zu buchen. Wir haben aber richtig gewählt und entscheiden uns gleich am nächsten Tag zur wahrscheinlich bekanntesten Naturattraktion des Parque Nacional Huascaran zu fahren: der Laguna 69. Für heute wird uns der Mirador (Aussichtspunkt) empfohlen und ein kurzer Ausflug nach Wilkahuain, einer Wari-Ruine.

Wir steigen erstmal zum Mirador El Pinar hinauf. Obwohl die Luft und vorallem der Wind sehr kalt ist wärmt die Sonne sehr. Vorallem bergauf komme ich schon ziemlich ins schwitzen. Nach ca. 20min kommen wir oben an. Der Weg führte durch ziemlich ärmlich aussehende Backsteinhäuser, Hunde, Hühner und Schweine liefen uns über den Weg und ich bin schon das erste Mal froh Roberto dabeizuhaben. Die Aussicht ist fantastisch und wie gesagt, nach Lima tut die Sonne einfach nur gut!

Beim Abstieg meint Roberto er habe Hunger, es ist ja auch schon 13:30. Ich selbst bin noch pappsatt vom Zmorge und geniesse meinen Ananasshake währned Roberto ein MEnu zerdrückt. Keine Ahnung wie der Mann so dünn sein kann…?! Weiter im Takt geht es in der Calle Cajamarca wo die Microtaxis zu Wilkahuain losfahren. Wir dürfen vorne einsteigen da ich hinten die Beine gar nicht zwischen die Sitze bringe. Der VW Bus macht mir ein wenig Angst, er sieht aus und tönt als würde er gleich auseinaderfallen. Die Beifahrertür kann nur noch von aussen geöffnet werden und innen im HAndschuhfach klirren lose Schrauben von denen ich nicht wissen will wo sie überall fehlen. Gottseidank bin ich schon das erste Mal müde (die Höhe macht sich bemerkbar) und wache erst auf als Robertos Kopf an meinen stösst als er auch eindöst und wir beide fast aus dem Fenster fallen. Da sind wir aber gleich am Ziel. Die Gegend ist geprägt von den angepflanzten Eukalyptusbäumen, Mais und Weizen. Die Wilkahuain Ruinen liegen gleich am Rand eines Centro Poblado (Bevölkertes Zentrum, ein sehr kleines Dorf). Es ist jetzt nicht total überragend, aber man sieht eine sogenannte Chullpa, also ein Grabhaus mit zwei Stöcken in denen man neben den Mumien auch Gefässe, Schmuk und Werkzeuge der Wari gefunden hat. Das ganze ist ca. 1300-1000 Jahre alt.

Nach der Besichtigung wird uns gesagt es gäbe noch weitere Chullpas etwas höher oben, 10min zu Fuss. Wir verpassen aber offensichtlich den Abzweiger (Signale wären nicht schlecht…) und geraten auf einen Wanderweg der gerade den Berg hinaufführt. So steigen wir bis zu einem kleinen Aussichtspunkt hinauf und sehen uns ein wenig die Landschaft an. Auch hier wieder, die Sonne ist ein genuss, auch wenn ich den Sonnenbrand schon spüren kann…

Nachdem wir zurück bei den Ruinen ankommen müssen wir etwas warten da am späten Nachmittag nichtmehr viele Kombis den Weg bis ins Centro Poblado hinauffinden. Wir suchen einen Kiosk. Viele Leute hier leben von der Landwirtschaft. Die Frauen tragen ihre typische Cholita-Tracht: Farbige Röcke und einen hohen, breitkrempigen Hut. Vom Reiseführer her weiss ich, das hier schon Touristen ausgeraubt wurden, aber mit Roberto getraue ich mich viel mehr. Er ist sich die dreckigen Strassen aus Villa Rica und den Communitites gewohnt. Dann schnappen wir uns ein Micro und fahren zurück in die Stadt wo wir im Markt Essen für die morgige Wanderung einkaufen gehen. Dann wollen wir beide eher früh ins Bett da wir von der Höhe ziemlich erschöpft sind und wir morgen auch sehr früh aus den Federn müssen, Abholung ist um 4:40.