Auch am Montag, meinem letzten Tag in Huaraz habe ich noch etwas vor. Heute möchte ich zusammen mit Maria aus Deutschland den Weg zur Lagnua Churup finden. Die Wanderung beginnt etwa 1h ausserhalb von Huaraz, wir müssen am Morgen also erstmal das richtige Micro finden. Mit Hilfe unseres Gastgebers Angel und ein paar LEuten auf der Strasse sitzen wir dann auch pünktlichum 9Uhr im ansonsten leeren VW Büsschen. Erst als wir 45Minuten gewartet haben taucht noch eine Familie aus unserem Hostel auf die auch mitfahren will. Jetzt sind es genug PAssagiere dass der Wagen auch wirklich losfährt. Die Familie mit den zwei Kindern (6 und 8 Jahre alt wenn ich mich richtig errinnere) kommt aus der USA, wobei der Vater ursprünglich (und offensichtlich) aus Indien kommt. Heute ist bei ihnen nur eine Aufwärmtour im Tal angesagt bevor sie dann eine Wochenwanderung unternehmen. Die Kinder sind sich offensichtlich schon einiges gewohnt. ICh unterhalte mich grossartig mit MAria. Sie studiert Biologie mit Mastervertifung auf Verhalten und Neurobio. In ein paar Wochen beginnt in Iquitos ein Kurs wo sie Affen beobachten geht irgendwo im grünen nichts des Jungles auf einer abgelegenen Forschungsstation. ICh bin ein gan bisschen eiversüchtig haha. Ursprünglich kommt sie aus Leipzig, studieren tut sie nun aber in Göttingen.
Der Bus gabelt noch ein paar Cholitas mit ihren bunten Röcken und noch 2 französische Touristinnen auf. Wir kurven durch Eukaliptusplantagen (ehrlich davon gibts ECHT zu viele) etwa 1.5h bis zum Start des Wanderweges. Dort wartet ein Beamter des SERNAMP (Amt für Umwelt) um den Eintritt in den Park zu kassieren bevor wir starten. Maria und ich satteln unsere Rucksäcke und los gehts. Bergauf. Der Weg ist wunderbar ersichtlich, man kann sich nicht verirren. Da es sehr steil ist gehen wir nur langsam, dafür haben wir mit jedem Schritt eine bessere Aussicht uf die umliegenden Hügel.


Es ist gut können wir immer mal wieder ein Foto oder das ausziehen einer der vielen Schichten die wir anhaben vorschieben als Ausrede zum Anhalten, es ist nämlich ziemlich anstrengend. Obwohl ich schon an die Höhe gewöhnt bin muss das Herz trotz allem schwer pumpen. Und es hilft nichts dass es im ersten Stück fast nur Treppen hinaufgeht was ich überhaupt nicht mag. Wir kommen an ein paar Unterständen vorbei, dann geht es ein wenig geradeaus auf eine weitere Bergflanke zu. Hier fliesst ein Bach hinunter und wir vermuten schwer dass dessen Urspurng die Lagune ist.

Der ganze Weg hinauf ist nur ein bisschen länger als 4.5km. Als es nun aber weiter streng den Berg hinaufgeht merke ich dass mein Problem heute nicht die Höhe ist, sondern Magnesium. Ich hatte schon in Lima einmal einen kurzen Notfall und musste in die nächste Apitheke Magnesiumtabletten kaufen, heute bin ich nun aber schon halb auf dem Berg und merke wie ich meine Muskeln überanstrenge. Das ist zu dumm, es ist nämlich auch sonst schon genug fordernd. Naja, ich will diese Lagune sehen, ich werde es wohk überleben. Maria und ich machen es uns also auf halbem Weg schonmal kurz 10min bequem, geniessen die Aussicht und essen eine frische Banane die wir noch kurz auf dem Markt gekauft haben. Dann geht es meinen Beinen besser und wir nehmen die zweite Hälfte in angriff.
Jetzt wird es akrobatisch. An grossen Steinen hängen Seile an denen wir uns hinaufhanglen müssen. Jetzt sind auch meine Arme müde haha. Es zeiht sich extrem un es geht IMMER aufwärts, zT senkrecht.
Ich bin heute wirklich nicht in höchstform, aber mit langsamen Schritten und ein paar PAusen schaffe ich es doch. Ein bisschen ist es eine quälerei und ganz oben ist auch der Weg nichtmehr ganz so einfach zu finden, aber zusammen kommen Maria und ich nach ca. 2h15min am glasklaren Wasser der LAgnua Churup an.



Hier oben zeiht es ziemlich und wir sind doch froh haben wir beide 4Schichten eingepackt. Brot, Orange, Mango und Käsebrötchen kommen gerade recht. Mit so einem Panorama schmeckt der Zmittag zweimal so gut. Ein Adler dreht seine Runden über unseren Köpfen und ein Streunerhund bettelt um ein Stückchen Nussriegel. Es hat fast keine anderen Leute, es ist einfach nur ein friedliches Paradies. Allerdings auch ein zügiges und so brechen Maria und ich doch nach 40min ausgiebigem NAturbeobachtens wieder auf. Jetzt auf dem Rückweg gibt es in unseren Lungen auch genug Luft um ein bisschen zu quatschen und in unseren Köpfen genug Sauerstoff um die Aussicht ins Tal nochmals wirklich zu geniessen. Die Flora ist eher sperrig, Quenoal, der Papierbaum ist allgegenwärtig. Stachliges trockenens Gras, Flechten auf den Steinen und ein paar niedrig wachsende Blumen sind anzutreffen. Steinig ist es, man sieht dass hier öfters Steinschläge in die tiefe donnern. Und auch hier kann man am Horiznont die weissen Gipfel der Cordillera Blanca ausmachen. Gut gelaunt stürzen wir uns also Kopfvoran wieder in die Seile für den Abstieg.

Der Abstieg ist wie immer lächerlich einfach und dauert nicht die Hälfte der Zeit die wir zum Aufsteigen brauchten. Der Strassen-(Bzw Wanderweg-)Hund begleitet uns bis zum Parkplatz wo das Micro auf uns wartet. Auf dem Weg besprechen wir über Venezuela, AfD, Heute Show und Flüchtlingskrise so ziemlich alles was politisch gerade so abläuft. Und merken beide dass wir überhaupt nicht mehr auf dem neuesten STand sind, sollte vielleicht mal wieder zumindest das 20min lesen.
Dann warten wir beim Micro noch ein paar Minuten in denen ich meine zweite etwas unreife Banane dem Strassenhund verfüttere, dann lädt uns der Fahrer ein und wir holen noch die amerikanische Familie ein paar Kurven weiter hinten im Tal ab. Auch sie hatten einen tollen Tag und vor allem der kleine 6Jährige ist noch wahnsinnig aufgekratzt. Er will einfach nicht stillsitzen auf dem Rücksitz und erzählt uns in einer Begeisterung sie hätten einen Hund gesehen der so gross war wie eine Kuh und überhaupt die Berge waren so schön und als sie hierhergefahren sind mit dem NAchbus konnte er gar nicht schlafen und das essen war auch komisch und so weiter. Seine Schwester macht zwischendurch ein paar Verbesserungen (der Hund hatte nur die selbe Zeichnung wie ein Kuh, war aber doch kleiner) und ist nicht minder Begeistert vom Wandern. Wir müssen alle so lachen, die beiden sind zuu süss! Und ich errinnere mich an den Kampf den meine Eltern manchmal hatten wenn wir wandern gehen mussten. I’m so sorry 😛 Diese beiden hier sind sich aber auch wirklich schon vieles gewohnt, sind schon über einige Pässe in den USA sowie in Kolumbien gelaufen. Die Mutter ist schon seit über 1Jahr mit den Kindern unterwegs, sie waren Familie besuchen in Bogota. Die Kinder gingen dort 1Jahr zur Schule um Spanisch zu lernen. JEtzt wo sie zu viert sind reisen sie in Südamerika umher und haben noch keine konkrete Pläne wann das aufhört. Eine weitere Begeisterungswelle bricht los als unser Kombi in einer sTrassensperre aus Schafen, Ziegen und Kühen steckenbleibt. Die Einheimischen Treiben ihre Tiere nach Hause.

Wir haben also volles Unterhaltungsprogramm bis wir in Huaraz ankommen. Da geht es auf direktem Weg unter die Dusche, das heute hat mich doch sehr zum schwitzen gebracht. Dann nimmt der Hunger überhand und Maria und ich schliessen uns einem weiteren deutschen Päärchen, Franz und Sofia, an um irgendwo Znacht zu suchen. Wir finden dasselbe Restaurant von vor 2 Tagen wieder und erklären diesmal den neuen zwei dass eigentlich alles Hääähhnchen mit Reis ist. Bei der Suppe kriegt Sofia einen Schock da sie einen ganzen Hühnerfuss auf dem Tellergrund vorfindet. Franz fragt mich über meine Perukenntnisse aus und erzählt mir von seinen Aufenthalten in der Schweiz und wie sie es schaftten beim Versuch von Chur auf Bellinzona zu fahren in Schaffhausen zu landen….?!
Nach dem Essen machen wir Maria zu liebe noch einen kurzen Abstecher in den Markt damit sie sich für den nächsten Tag noch mit Proviant eindecken kann. ICh kaufe da auch gerade noch Alfajores zum Dessert. DAss ins eigentlich zwei Guetsli mit Dulce de Leche (Caramelcreme ungefähr) in der Mitte und einer Tonne Puderzucker. Damit setzte ich mich dann zurück im Hostel zu Chiara und Raz in die Lobby. Mein Nachtbus fährt erst um 22Uhr und ich habe noch gut 2h totzuschlagen. Chiara macht mir das einfach indem sie mir nämlich erzählt sie habe mit Salome Hepfer die ich von der Kanti kenne und bei der ich erst vor ein paar Monaten am Geburtstagsfest war, zusammengewohnt. Lachend stellen wir fest dass die Welt zu klein ist und schicken Sally ein Selfie.

Um 9Uhr lade ich dann mein Koffer in ein Taxi und fahre zum Terminal von Movilbus Da hat es schon tausend Leute, dann wird erst mein Bus um 20min verschoben und es ist ein riesenchaos, aber am Schluss sitze ich im Bus Richtung Lima eingepackt in Jacke, KAputze und Schaal um der Kälte zu entgehen und versuche ein wenig zu schlafen.















































Weiter gehts zur Plaza de Soledad wo wir ein Tour-Büro finden welches im Reiseführer angepriesen wurde. Es gibt einen solchen Überfluss an Touranbieter dass es einem sturm werden kann und man nicht weiss wo man anfangen soll zu buchen. Wir haben aber richtig gewählt und entscheiden uns gleich am nächsten Tag zur wahrscheinlich bekanntesten Naturattraktion des Parque Nacional Huascaran zu fahren: der Laguna 69. Für heute wird uns der Mirador (Aussichtspunkt) empfohlen und ein kurzer Ausflug nach Wilkahuain, einer Wari-Ruine.
Beim Abstieg meint Roberto er habe Hunger, es ist ja auch schon 13:30. Ich selbst bin noch pappsatt vom Zmorge und geniesse meinen Ananasshake währned Roberto ein MEnu zerdrückt. Keine Ahnung wie der Mann so dünn sein kann…?! Weiter im Takt geht es in der Calle Cajamarca wo die Microtaxis zu Wilkahuain losfahren. Wir dürfen vorne einsteigen da ich hinten die Beine gar nicht zwischen die Sitze bringe. Der VW Bus macht mir ein wenig Angst, er sieht aus und tönt als würde er gleich auseinaderfallen. Die Beifahrertür kann nur noch von aussen geöffnet werden und innen im HAndschuhfach klirren lose Schrauben von denen ich nicht wissen will wo sie überall fehlen. Gottseidank bin ich schon das erste Mal müde (die Höhe macht sich bemerkbar) und wache erst auf als Robertos Kopf an meinen stösst als er auch eindöst und wir beide fast aus dem Fenster fallen. Da sind wir aber gleich am Ziel. Die Gegend ist geprägt von den angepflanzten Eukalyptusbäumen, Mais und Weizen. Die Wilkahuain Ruinen liegen gleich am Rand eines Centro Poblado (Bevölkertes Zentrum, ein sehr kleines Dorf). Es ist jetzt nicht total überragend, aber man sieht eine sogenannte Chullpa, also ein Grabhaus mit zwei Stöcken in denen man neben den Mumien auch Gefässe, Schmuk und Werkzeuge der Wari gefunden hat. Das ganze ist ca. 1300-1000 Jahre alt.
Nach der Besichtigung wird uns gesagt es gäbe noch weitere Chullpas etwas höher oben, 10min zu Fuss. Wir verpassen aber offensichtlich den Abzweiger (Signale wären nicht schlecht…) und geraten auf einen Wanderweg der gerade den Berg hinaufführt. So steigen wir bis zu einem kleinen Aussichtspunkt hinauf und sehen uns ein wenig die Landschaft an. Auch hier wieder, die Sonne ist ein genuss, auch wenn ich den Sonnenbrand schon spüren kann…
Nachdem wir zurück bei den Ruinen ankommen müssen wir etwas warten da am späten Nachmittag nichtmehr viele Kombis den Weg bis ins Centro Poblado hinauffinden. Wir suchen einen Kiosk. Viele Leute hier leben von der Landwirtschaft. Die Frauen tragen ihre typische Cholita-Tracht: Farbige Röcke und einen hohen, breitkrempigen Hut. Vom Reiseführer her weiss ich, das hier schon Touristen ausgeraubt wurden, aber mit Roberto getraue ich mich viel mehr. Er ist sich die dreckigen Strassen aus Villa Rica und den Communitites gewohnt. Dann schnappen wir uns ein Micro und fahren zurück in die Stadt wo wir im Markt Essen für die morgige Wanderung einkaufen gehen. Dann wollen wir beide eher früh ins Bett da wir von der Höhe ziemlich erschöpft sind und wir morgen auch sehr früh aus den Federn müssen, Abholung ist um 4:40.