Nach einem gemütlichen Früstück am Dienstag morgen packe ich meine sieben (oder eher hunder) Sachen zusammen, stelle den Koffer noch kurz in der Rezeption unter und mache mich auf den Weg mit der MEtro nach San Javier. Schon die ganze Zeit wollte ich nämlich unbedingt noch mit der Gondelbahn dort fahren! Das wird mein Abschied von MEdellin. Und ich werde nicht enttäuscht. Die Bahn erklimmt erst einen Berg, schwebt dann auf der anderen Seite wieder runter, über den Rio medellin und den nächsten Hügel hoch. Die AUssicht reicht von der Comuna 13 über das Zentrum bis fast nach El Poblado und auf der anderen Seite bis an den STadtrand. Von Hochäusern über Backsteingebäude zu verhelfsmässig zusammengenagelte Hütten kann man alles sehen.

Auf der Rückfahrt teile ich die Gondel mit einer deutschen Reisegruppe deren Führer definitv Schwezer ist, hört man auch sofort an seinem Spanisch. Ich sage also kurz hallo. Wieder in San JAvier fahre ich ins Zentrum, spaziere nochmals durch die chaotischen Einkaufsstrassen, über die Plaza Botero und genehmige mir einen Vegiburrito im Restaurant welches wir auf der Citytour empfohlen bekommen hatten. Es liegt im 3. Stock und ich kann von oben die Menschenmassen beobachten welche geschäftig hin- und herlaufen um ihre Einkäufe zu erledigen.
So, das wars liebes MEdellin. Ich kehre ins Hostel zurück, schleppe meinen Koffer an die Strasse und nehme ein Taxi zum Terminal Sur. Von da will ich weiter nach JArdin fahren, ein kleines Städtchen in der Kaffeeregion Kolumbiens. Das klappt dann auch ganz gut, um 2Uhr fahren wir los. Ich sitze neben einem Venezolaner namens Brain welcher ganz interessiert meinen Blog welchen ich gerade am schreiben bin zu lesen versucht. So kommen wir ins Gespräch. Er geht nach Jardin um bei einem Bauprojekt zu helfen. ICh erzähle ihm ein bisschen von der Schweiz und schocke ihn mit dem Fakt das ich nicht an Gott glaube. Er erzählt mir von seiner 3jährigen Tochter und seiner Familie in Venezuela und Barranquilla. Die Busfahrt ist also mit guter Gesellschaft ganz angenehm, auch wenn wir gefühlt alle 2m anhalten. So dauert die Reise 4h bis Jardin wo wir am späten Nachmittag ankommen. Auch wenn es schon fast dunkel ist (die Sonne geht hier um 17:30 unter) kann ich sehen dass die Strassen sehr hübsch sind mit farbigen und zu Weihnachten geschmückten süssen Häuschen. In einem davon ist mein Hostel untergebracht. Ich esse hier ein paar Früchte zum Znacht und rede noch ein wenig mit Charles, einem Australier welcher aber schon seit Jahren auf Reisen unterwegs ist. Dann gehts ins super grosse Doppelbett. Kurz vor dem Einschlafen lerne ich noch HAssan kennen, meinen Dormnachbar. Er kommt au sLondon und hatte gerade den schlechtesten Tag seiner 10minatigen Reise da ihn ein Hund gebissen hat. Allerdings sind hier alle Hunde gegen Tollwut geimpft, ansonsten hätte er so schnell wie möglich nach Medellin fahren müssen um die nötigen Spritzen und Medikamente zu kriegen. Der Biss ist nicht tief, eigentlich nur etwas gestreift, aber auch so war der Tag nichts schönes für den Engländer.
Am nächsten Tag gibts erstmal Arepa mit Rührei und Käse zum Frühstück, dann will ich Jardin erkunden gehen. Es gibt hier einige Spazierrouten. Erstmal stiege ich zum Mirador Cristo hinauf, ein kleiner Hügel hinter Jardin mit einer Christusstatue inmitten der Bananenstauden. Das Wetter hier ist wärmer als ich erwartet hätte und bald schwitze ich ziemlich. Nach einer halben Stunde Wanderung unter den Bananenblätter hindurch kann ich mich oben auf eine Bank auf der Terrasse des noch geschlossenen Cafés setzten und die Aussicht auf JArdin geniessen. Sie haben auch ienen tollen Garten hier mit KAffeepflanzen und ORganenbäumchen.


Nach 10min gehts weiter durch die hügelige Landschaft der Autopiste entlang um die Cataratas las Escaleras zu suchen. Ich habe keine KArte dabei aber mir wurde gesagt, einfach der STrasse entlang bis zur scharfen kurve, dort den Abzweiger nach links. Beim spazieren errinnert mich die Umgebung sehr an die Schweiz: Es hat Hügel, viel grün, einige Kühe. Bei der scharfen Kurve biege ich nach links ab und nach ca. 10min komme ich bei den Wasserfällen an.


Ich kühle meine Füsse etwas ab, geniesse die Gischt, dann gehts auch schon wieder zurück richtung Dorf. Dort komme ich um ca. 12Uhr an, welchsle auf kurze Hosen und suche einen Zmittag. Den Teile ich mit einem Israelischen Pärchen welches am Nebentisch sitzt. Sie erzählen mir von ihren früheren Reisen in Indien oder Asien. Sie sind gerade auf dem Weg weiter in den Süden und haben schon ihre grossen Rucksäcke dabei. So verabschieden wir uns nach 1h schon wieder.
Weiter geht meine Erkundungstour rund um Jardín, nun auf den Hügel auf der anderen Seite des STädtchens. Erstmal laufe ich noch kurz über die Plaza, stecke den Kopf kurz in die wirklich imposante Kirche und bewundere die süssen Kaffees und Saftstände rund um den Platz.



Dann gehts weiter den Blumengesäumten Weg entlang welcher dem NAmen der STadt (JArdin = Garten) alle ehre macht. Ich komme an einem Wasserfall vorbei, schaue mir den Charco Corazon, ein Becken wo man im Fluss schwimmen kann, an und suche dann die Höhle mit den Fledermäusen welche hier irgendwo sein muss. Zusammen mit zwei weiteren Touristinnen aus Kolumbien finden wir heraus, dass die Höhle Privatbesitz ist. Also fragen wir beim nächsten Haus nach. Für umgerechnet etwa 1.20Fr. Führt uns die Besitzerin gleich selbst mit Taschenlampe durch den Tunnel im Berg. Es sit stockfinster und ziemlich feucht. An der Decke tummeln sich 4 verschiedene Fledermausarten, unter anderem auch Vampirfledermäuse. Alle sind etwa Faustgross und kuscheln sich noch ein wenig mehr aneinander wenn der KEgel des Taschenlampenlichts auf sie trifft.


Am Ende der Höhle besuchen wir noch kurz den Wasserfall welcher hier aus dem Gestein hervorplätschert, dann gehts für mich weiter hinauf, an Fincas und deren KAffee-, Bananen- und Orangenplantagen vorbei bis zum Aussichtspunkt La Carrucha. hier fährt ein Seilbähnchen von Jardin her auf den Berg. Es sieht aber nichtso vertrauenswürdig aus. Ich setzte ich ins Café am Aussichtspunkt und geniesse einen frisch gepressten ORangensaft sowie die geniale Aussicht.




Das Bähnchen setzt sich unten in Bewegung und transportiert ein französisches Päärchen hinauf mit welchem ich noch ein paar Minuten mich austausche. Dann mache ich mich auf den Weg zurück in die Stadt. Dafür gehts 10min steil hinunter und über die Brücke. Gleich nach der Brücke finde ich nach ein wenig suchen den Eingang zum NAturpark wo man anscheinend den roten Vogel Gallita de la Roca beobachten kann. Diese erstaunlichen Vögel habe ich ja in Pozuzso schonmal besuchen können. Sie sind extrem selten, aber hier soll es also ein paar davon haben. Sie kommen immer 2x am Tag aus ihren Erdlöchern wo sie wohnen hervor um um die Weibchen zu buhlen. Einmal am frühen morgen und ein zweites mal zwischen 4-halb6 am noachmittag. Es ist nun halb5 also sollten sie nun da sein. Ich läute am Tor und die Besitzerin macht mir auf. Sie hat hier in ihrem Reich zusammen mit ihrem Mann, ein Biologe, einen Park zum Schutz der Gallitas geschaffen. Schon auf dem Weg zum Aussichtspunkt hört man die Schreie der Vögel. Unten stehen eine Gruppe vom ca. 30Leuten mit Kameras bewaffnet. Vor allem die etwa 10 Chinesen fallen auf da ihre Fotoaparate etwa die grösse des Hubbleteleskops haben. Sieht ja sehr professionell aus! Und offensichtlich lohnt sich das Auffahren von schwerem Geschütz hier denn die Vögel hüpfen einem direkt vor der Nase auf den Ästen herum. Nur ein paar MEter von den Aussichtsbalkonen entfernt kann sogar ich mit meinem Handy ein paar gute Fotos schiessen. Ich setzte mich und beobachte begeistert die Vögel. ICh glaube hier ist der beste Ort der Welt diese seltene Vögel zu beobachten.

Sie sind wunderschön und ich lasse mich fast eine Stunde von den Moskitos verstechen bevor mein Magen anfängt zu knurren und mich wieder in die STadt zurückführt. Dort treffe ich mich im Hostel mit Hassan und wir nehmen Carl welcher gerade angekommen ist zum Znacht ins Bon Appetit mit. Hier gibts ein Tikka MAssalah und danach noch einen Schokokuchen im Café. Carl kommt aus Belgien, ist so um die 50Jahre alt und hat schon die ganze Welt bereist. Er erzählt uns von Serbien, Afrika, Peru wie es vor 30JAhren war usw. Das Gespräch mit ihm ist sehr spannend! Auch HAssan ist schon weit herumgekommen in den letzten 10Monaten. Aber er ist nun ein wenig Reisemüde und überlgt sich nach Hause zu fliegen. Ich überrede die bieden mich morgen zur Cueva del Esplendor zu begleiten.
Und diest un wir dann am Donnerstag. Es gibt nur einen einzigen Tourveranstalter in der STadt für die Höhle. Zu dritt warten wir dort also auf die 3 Chicas welche ebenfalls mit uns kommen: zwei aus MEdellin welche in Jardin aufgewachsen waren und nun für ein verlängertes Wochenende hier sind sowie eine Chilenische Studentin welche ihr Austauschsemester in MEdellin macht.
Wir werden in einen alten Jeep verladen. Wir sitzen uns auf zwei Bänken hinten gegenüber, der Fahrtwind pfeifft uns um die Nasen. Die Reise dauert ca. 45min. Unterwegs haben wir eine tolle Aussicht auf Jardin und die Umgebung.

Dann steht uns ein kurzer Spaziergang bevor. In 10min erreichen wir eine Finca wo wir erstmal mit einem zweiten Frühstück, natürlich Arepa mit Ei und Käse, verpflegt werden. Ausserdem gibt es Agua Panela, sowas wie Zuckerrohrtee, sehr typisch für die Gegend. Dann machen wir uns an den Abstieg zur Cueva del Esplendor. Dieser dauert etwa 15min und führt uns neben einem kleinen Bach durch den NEbelwald. Hier nun errinnert mich alles an Villa Rica. Das Klima ist natürlich ählich da wir uns ebenfalls im KAffeegebiet befinden wenn auch es hier etwas kühler ist. Ich frage Katalina, die Chilenin, nach ihren Studien aus. Sie studiert Psychologie und konnte dieses Semester inklusive Stipendium in Medellin verbringen. Allerdings ist es bald Zeit um nach HAuse zu gehen. Sie meint Kolumbien sei schon sehr anders als Chile. Wir reden auch über die Demos in ihrem Land und allgemein in Südamerika. Momentan sieht es wirklich so aus als wollten alle Länder gleichzeitig revoltieren.

Nach ein paar Schwenkern um grosse moosbewachsen Steine stehen wir dann plötzlich vor der Höhle. Sie ist ziemlich gross und durch ein Loch in der Decke stürzt ein Wasserfall ins Innere hinab. Im kleinen See darunter dürfen wir nun schwimmen, aber mir ist es viiiieeeel zu kalt. Das Wasser ist eisig und die Sonne will heute nichtso wirklich hervorkommen, deshalb mache ich mich zum Fotografen für alle und erspare mir das schwimmen. Die Höhle selbst ist genial, an der Decke entdeckenw ir auch ein paar einzelne Fledermausansammlungen. Der Wasserfall sieht einfach super aus.

Nach ca. 1h sind alle blaugefrohren und wir machen uns auf den Rückweg. Nun geht es den Berg steil hinauf und iweder oben hätte ich nun genug warm um baden zu gehen… Stattdessen gibt es einen Snack in der Finca. Nochmal Agua Panela und eine Kugel aus fritiertem Teig, sogenannte Bunuelos. Ich gebe meinen Pullover und meine Regenjacke jeh den beiden Chicas aus MEdellin weiter die ein wenig erfrohren aussehen. Dann geht es bald wieder zurück nach Jardin.
Am Nachmittag bin ich zu faul noch etwas grosses zu unternehmen. Das Wetter ist sowieso nichtso mega toll. Ich liege in die Hängematte im Hostel und schreibe etwas an meinem Blog. Carl und HAssan gehen um halb4 die Gallitas schauen im Park. ALs sie wieder nach HAuse kommen gehen wir bald darauf Znacht essen in der Pizzeria Bella Italia. Uns bedient der junge Besitzer persönlich. Er spricht fast kein Spanisch, aber das italienisch ist ja nichtso weit weg. Er kommt aus Sizilien und „zeigt den Kolumbianern hier wie man richtige Pizza macht“. HAssan lacht und meint er sei schon vor ein paar Tagen hier gewesen und die Pizza sei so gut, er habe noch gedacht das könne kein Kolumbianer gekocht haben. So bestelle ich eine Vegipizza mit Mozarella und werde nicht enttäuscht. Es wird mir eine wunderbare, dünne (!), italienische Pizza serviert mit richtigem Mozzarella, guten Gewürzen und viel Gemüse. Danach reichts nicht mehr für HAssans Café für einen Schokokuchen, ich bin einfach voll. Und morgen muss ich etwas früher aufstehen um um 8Uhr den Bus nach Salento zu kriegen. Also zurück ins Hostal und ab ins Bett.