Medellin – Parque Arvi, Fussball und Tanzen

In den folgenden 2 Tagen versuchen Yohel und ich Medellin noch ein wenig besser kennenzulernen und unsere Zeit hier gut auszunutzen.

Am Samstag steht für uns der Parque Arvi auf dem Programm. Dieser sehr grosse NAturpark erstreckt sich auf einem Hügel so nahe an der STadt dass man mit einem Metrocable (also einer Gondel) da rauffahren kann. Wieder eimal sind wir begeistert vom Teleferico und der Aussicht! Nachdem wir den ersten Berg erklommen haben scchwebt die Gondel über den Wald des Parkes, sicher 10min lang. Der offizielle Eingang ist im hinteren Teil des NAturreservates. Hier erfahren wir das man für einen Besuch im Wald einen Führer braucht. Hmm, also wandern kann ich ja wohl noch selbst… wir machen also nur den kleinen Rundgang welcher ohne Begelitung erlaubt ist. Dieser führt aber leider oft der STrasse nach. Einen kleinen Abstecher in die Natur eröffnet uns ein Weg an dessen Verlauf ein paar Ausgrabungen von den ersten Spaniersiedlungen gemacht wurden.

Bald fängt es aber leider an zu regnen und Yohel und ich laufen noch bis zur nächsten Kreuzung wo wir ein paar Restaurants finden. Es gibt das Menu mit Reis, Schwarte, Linsen und Salat plus einen Jugo (Saft) von Tomate de Arbol (Baumtomate, eine sehr interessannte Frucht welche wirklich aussieht wie eine Tomate aber ahlt an einem Baum wächst…). Wir bleiben da auch noch ein wenig sitzen bis der Regen aufhört, wandern dann ein wenig weiter, finden aber leider die Zeit nicht um wirklich wieder in den Wald zu kommen da die Wege um 4Uhr Nachmittags schon zu machen… Ich bin ein wenig enttäuscht vom PAruqe ARvi obwohl ich mir sicher bin dass die SPaziergänge mit Guide cool sind, sie waren einfach zu teuer.

Ein weiteres Erlebnis war am selben Abend dann endlich mal Tanzen zu gehen. Holly hatte mich informiert dass es in der Nähe einen Social Club gibt welcher eine gratis Bachattastunde anbietet heute Abend. Da muss ich natürlich hin. Yohel begleitet mich und wir treffen Holly mit ihrer Freundin im Tanzclub welcher sich lustigerweise unter einer Autobahnbrücke befindet… Die Stunde ist super, erst tanze ich mit Yohel, welcher ein wenig zwei linke Füsse hat. In der Hälfte wird aber der Tanzpartner gewchselt und ich darf mit einem Typen aus Cali tanzen welcher zwar nichtso viel vom Bachatta versteht aber dafür vom Salsa. Das funktioniert schon besser und Bachatta ist einfach grooossartig ❤ NAch dem Kurs gibts freies Tanzen. Offensichtlich hat es einige Pros dabei, sowohl Frauen als auch Männer. Uns drei Frauen fällt vor allem ein MAnn auf… erstens tanzt er wie ein Gott und zweitens sieht er umwerfend attraktiv aus… Mein Tanzpartner aus Cali kommt mich beim Salsa holen und wir tanzen ein Lied, Kathrin super happy. Danach versuche ich es noch mit Yohel. Holly wird von unserem Tanzgott, welcher zeimlich sicher auch hier LEhrer ist aufgefordert für Salsa. Danach ertönt Bachatta und ich schaue in so bettelnd an als er Holly zurück an den Tisch bringt dass ich auch mal darf. Haha es ist grossartig, Highlight des Abends 😛 Dann ist auch schon bald wieder halb12 und Yohel und ich lassen uns vom Taxi beim Parque Lleras rausschmeissen. Noch ein wenig Reggeaton wäre nice. Die Discothek welche wir aussuchen ist randvoll, irgendwie haben heute alle Geburtstag, viele Chicas laufen mit einer gelben Schärpe umher wo Feliz Cumpleaños (Happy Birthday) draufsteht. Die Musik ist der Hit und Yohel und ich wieder erst um 2Uhr im Bett…

Deshalb muss ich mal einen Tag ausschlafen. Am Sonntag bin ich erst um halb12 wach. Yohel, welchem ich gestern die Drinks in der Disco spendiert habe da er nicht mehr Geld eingepackt hatte, stand eine Stunde früher schon auf und hat Früstück gekauft. Oooh wie süss. So setzten wir uns in die Lounge, essen Brötchen mit Manjarfüllung (Caramel) mit ORangensaft und ziehen uns 2 Folgen Black Mirror auf NEtflix hinein. Erst am Nachmittag mögen wir ein wenig in die sTAdt fahren. Wir machen einen Spaziergang im Zentrum und fahren dann pünktlich um 4Uhr zum Stadion. Wir haben nämlich Tickets für ein Fussballspiel gekauft. Yohel meinte ihm wurde empfohlen das Heimteam Nacional irgendwas anschauen zu gehen, es gäbe da eine tolle Athmosphäre. Schon in der MEtro ist alles voller grün angezogenen Leute. Männer in jung und alt, Frauen, Kinder, Hunde, alles trägt das Nacional Tricot. Das sit toternst hier und wir wissen nicht einmal gegen wer sie wirklich spielen haha. Wir lassen uns von den MAssen ins Stadion treiben welches ziemlich voll ist. Leute singen schon eine halbe stunde vor Mathbeginn und in der Südkurve hüpft und trommelt es. Da steht eine ganze Band, Leute schwingen Fahnen und ein grosses Transparent mit der Aufschrift „ESto es Nacional, aca se deja la vida“, ungefähr „Das ist NAcional, hier dafür (oder hier) lasse ich mein Leben. Die gegnerische Manschaft von auswärts hat ein paar laute fans dabei, die sind aber in einen kleinen Sektor oben in der Nordkurve gequetscht und umgeben von Polizisten. Es ist wirklich eine sehr ernste Angelegenheit. Verkäufer tänzeln durch die Reihen, verkaufen Bier, Cola, Wasser, Chips, Popcorn, Glace. Yohel und ich teilen uns eine Ladung Popcorn und fanen so gut wir können mit als das Spiel beginnt. Wir bräuchten ein Gesangsbuch hier, wie in der Kirche… Als das 1:0 für Nacional fällt nach nur 12minuten ist die Hölle los. Alles steht jubelt, umarmt sich und singt. Ich muss lachen, die haben doch alle nicht alle Tassen im Schrank. Leider geht das Spiel dann aber 1:1 aus und die Stimmung ist etwas bedrückt da Nacional somit aus dem Cup ausscheidet. Ich bin trotzdem begeistert, war ein tolles erlebnis mein erstes richtiges Fussballspiel. Auch fand ich die Ausdauer der Südkurve beeindruckend, die sangen nämlich über 90min lang (schon vorher und durch die PAuse) ununterbrochen ihre Jubelgesänge (oder Gegröle eher). Viele LEute kamen mit ihren Kindern welche in der Pause sich ebenfalls ein Fussballbattle leisteten. Schon die 2Jährigen welche knapp laufen konnten spielten besser Fussball als ich 😛 Und ja es gab viele so kleine Kinder im Stadion! Fussball hier ist definitiv ein Familienevent.

Am Sonntag Abend sage ich Yohel dann tschüss, er fliegt morgen zurück nach ima, während ich einen weiteren Ausflug plane (welcher einen eigenen Beitrag bekommt). Wir sind uns einig das MEdellin sehr schön ist. Von der Drogenhauptstadt welche vor nicht langer Zeit als gefährlichste stadt der Welt gegolten hat merkt man heute nichts mehr. Im Gegenteil. Hier spürt man den Fortschritt, die Zukunft und auch den Stolz der Leute diese Entwicklung gemacht zu haben und auch immernoch zu machen. Die MEtro ist das beste Beispiel dafür. In den Zügen und den Stationen sieht alles noch wie neu aus obwohl diese schon seit 1995 existiert. Keine Grafitis, keine eingeritzen Namen, viel Respekt beim Ein- und Aussteigen. Die Leute sprechen wirklich von der Cultura de MEtro, sowas wie einem Verhaltenskodex. Nicht zu gergleichen mit unseren SBahnen in welchen Abfall liegen gelassen wird oder welche in der Nacht versprayt werden. Gewisse Schweizer könnten sich von MEdellin eine Scheibe abschneiden!

Auch toll hier definitv das Essen und der Ausgang. Obwohl nicht ganz billig sind die Restaurants sehr divers und wrklcih gut. Ebenfalls die Drinks und ihr wisst ja wie gerne ich eine Discoteca mit toller Musik habe. Die erfahrung MEdellin war grossartig undso gar nicht das was Mueti sich wahrscheinlich vorgestellt hat als sie mir extra noch schrieb ich solle speziell vorsichtig sein 😉 Schön war natürlich auch Yohel kennengelernt zu haben welcher in kurzer Zeit mir wirklich ein guter Freund wurde. Sehr unkompliziert, witzig und unternehmungslustig hatten wir eine tolle Zeit zusammen. Ich hoffe ihn nach Weihnachten in Lima nochmals kurz wiederzusehen. Mir bleibt nun noch 1 Tag in MEdellin welchen ich nutzen will um einen Ausflug nach Santa Fe de Antioquia zu unternehmen.

Medellin – Comuna 13

Um 10Uhr schaffe ich es mich aus meinen 3 Decken zu wickeln. Das Frühstück habe ich verpasst, aber ich kaufe mir an der Metrostation eine Empanada. Yohel und ich sind unterwegs in die STadt um ein paar Telefericos auszuprobieren. Die Gondeln sind Teil des MEtrosystems und kosten uns deshalb nicht mal 1.-. Wir fahren ins Zentrum und von dort mit dem Tram bis Oriente. Je weiter wir uns aus dem touristischen Zentrum entfernen desto weniger modern werden die Häuser und bauten. Es geht immer etwas bergauf. Bevor es ganz steil wird hält das tram und wir steigen auf die Gondeln um. Man hatte uns gesagt wir sollten einfach die Fahrt geniessen, aber nicht unbedint in einem weit entfernten Barrio aussteigen, die sind immernoch eher gefährlich. Also schweben wir einfach ca. 30min erstmal den Berg hinauf und dann gleich wieder hinab. Die Aussicht auf die STadt ist mega! Ich war ja schon in La Paz begeistert von den Gondeln, die hier sind genausogut. Unter uns können wir die Bachsteinbauten ohne Fenster, mit der Bettwäsche aus dem Fenster hängend sehen. Immer wieder unterbricht ein Fussballplatz das Häuserchaos. In den noch ärmeren Gegenden sind die Gebäude dann nur nocha us Holz und Wellblech, irgendwie an den Hang geklebt und ich kann mir vorstellen dass wenn es hier regnet irgendwann das ganze Viertel weggeschwemmt wird. Die fahrt ist schön und beeindruckend.

Wir kehren zurück ins Zentrum und gönnen uns eine Glace zur Stärkung denn bald haben wir unsere nächste Free Walking Tour. Mit dem Metrozug fahren wir auf die andere Seite nach San JAvier. Es ist schon fast 2Uhr nachmittags und an der STation warten mehrere Guides mit verschiedenfarbigen Regenschirme ihre Gruppe. Wir müssen zu den Gelben. Hier in der nähe beginnt die Comuna 13, eine der bekanntesten Stadtviertel MEdellin, einerseits wegen ihrer von Gewalt geprägten Vergangenheit, andererseits wegen seiner wunderschönen Grafitis und den Rolltreppen welche den Leuten den steilen aufstieg bis oben an den Berg erleichtert.

Yohel und ich kaufen uns zur Erfrischung einen Becher Guarapo, die typische Zuckerrohr-Limonade. Dann geht es schon bald los. Wir gehören zu spanischen Gruppe welche mit ca. 10 Leuten 3mal kleiner ist als die englische. José begrüsst uns herzlich zur Walkingtour in seinem Heimatbarrio. Er ist in der Comuna 13 aufgewachsen und hat sein ganzes LEben hier gewohnt. Er wird unsheute nicht nur von den schwiereigen früheren Zeiten sondern auch vom Wandel und dem Fortschritt welcher in den letzten Jahren stattgefunden hat erzählen.

Erstmal müssen wir aber bis zur Comuna laufen, das geht so 15min der Strasse entlang den Berg hinauf. Dabei erzählt uns José von den Gangs welche immernoch im Barrio aktiv sind. Früher war die comuna 13 Zone der Paramilitärs und der FARC welche sich bekämpften und dabei unzählige Tote hinterliessen. Man musste genau wissen wo die unsichtbare Grenze der Territorien verlief denn wenn man diese ohne Erlaubnis übertrat wurde man erschossen. So kam es das Kindernicht in die Schule konnten, da diese in einem von einer anderen Gruppe kontrollierten Teil des Viertels lag. Die Gruppen finanzierten sich durch den Drogenhandel und man musste aufpassen nicht in illegalse Geschäfte hineingezogen oder gar -gezwungen zu werden. Und dannw aren da auch noch die Interventionen der Regierung. In mehreren Säuberungsaktionen wollte man die Terrorgruppen aus der STadt jagen. Die bekannteste ist die Intervencion Orion bei welcher das Militär mit 2 Pumahelikoptern der Amerikaner die Drogenhändler sozusagena us den Häusern bomben wollte. Obwohl die Aktion relativ erfolgreich war (die FARc und die Paramilitares wurden vertrieben) starb dabei fast 1/3 der Zivilbevölkerung welche zwischen den Fronten eingeklemmt wurde. José errinnert sich dass es in seiner Jugend normal war Leichen auf der Strasse zu sehen und dass an diesem Tag sich alle einfach nur hinlegten ud beteten. Er meint aber auch er erzähle usn das nicht um Mitleid zu erregen sondern einfach um die Geschichte widerzugeben. Das ist heute Vergangenheit und obwohl es immernoch illegale Gruppen und unsichtbare Grenzen im barrio gibt hat sich die Situation um Welten verbessert. Die Comuna 13 wurde wieder aufgebaut und Künstler verzierten die Wände der Häuser mit Bildern und farbigen Grafitis der Hoffnung. Jedes Sujet hat eine Geschichte, eine Bedeutung und soll zum Frieden im Quartier beitragen.

Ein weiteres wichtiges Projekt für die Comuna 13 sind die Rolltreppen. In China hergestellt wurden sie 2011 mit Heikoptern eingeflogen um vor allem den alten Leuten den steilen Aufstieg zu ihrem Heim zu vereifachen. Heute sind swohol die Grafitis als auch die Escaleras Electricas ein Touristenhit. Dies bringt Geld und Jobs in die Comuna und viele Anwohner profitieren direkt davon. So wie José. Er führt unsere Gruppen erstmal unten an den Berg wo die Grafitis beginnen. Hier unterbricht ein megamässiges Gewitter die Tour für fast 1h. Es schüttet wie aus Kübeln und Blitz und Donner toben gleich über unseren Köpfen. Die Strasse verwandelt sich in einen reissenden Strom. Aber dann um fast 4Uhr ist alles abgeklungen und die Entdeckungstour kann weitergehen.

Wir werden zu verschiedenen Wandmalereien geführt welche an die Säuberungsaktionen erinnern (1. Foto), an die Hoffnung das Kolumbien eine rosigere Zukunft bevorsteht (2. Foto, die Vögel in den Farben Kolumbiens (Gelb wie Gold, Blau wie das Meer und rot wie das Blut welches für die Unabhängigkeit vergossen wurde) werden aus dem Käfig gelassen. Der Schlüssel welcher in den Kopf des Mädchens passt soll Bildung und Weisheit bedeuten.) oder auch an die ganze Geschichte Kolumbiens. José kann uns natürlich nicht ALLE Bilder aufschlüsseln, aber insgesamt strahlen sie wirklich eine positive Energie aus, machen das Barrio farbig und fröhlich. Hier werden auch öfters Musikvideos von bekannten Künstlern wie zB Daddy Yankee gedreht (3. Foto).

Dann gehts mit den Rolltreppen den Berg hinauf.

Oben kommt man auf einem dem Berg entlang verlaufenden Balkon an. Von diesem aus wurde früher auf Personen geschossen, die Drogenkartelle nutzten die Sichtbarkeit auch aus um Leute hinzurichten. Heute ist es ein Aussichtspunkt wo man über die ganze STadt sieht, wo die Leute flanieren und die Kunst- und Souvenirshops nur so aus dem Boden spriessen. José zeigt uns sein HAus welches gleich oben am Balkon steht. Er hat seine eigene Terrasse mit göttlichem Blick über MEdellin. Er erzählt uns von seiner Familie. Die Mutter hatte 22 Geschwister… Er selbst 12. Davon leben noch alle ausser 2, welche aber an Krankheiten und nicht an Gewalt gestorben sind. Sie hatten grosses Glück.

Unsere Gruppe, bestehend aus ein paar MExikaner, Jessi aus der Schweiz, Philipp aus Deutschland, mir und Yohel sind alle sowohl erschüttert als auch angetan von der Comuna 13. José erzählt seine Geschichte fast jeden Tag und er meint es sei vor allem am Anfang wie eine Therapie gewesen. In der Comuna gibt es viele Künstler die MAlen, HipHop machen, Tanzen oder eben grafiti sprayen. Das ist die Art wie die Leute hier mit der Vergangenheit fertig werden. Ziemlich beeindruckend!

Zurück bei der Metro in San Javier müssen alle Deutschsprechenden (JEssi, Philip, Yohel und ich) unbedingt etwas essbares haben. Wir fahren zusammen zurück nach El Poblado. Jessi ist Pflegefachfrau, Philip Polizist. Sie sind im selben Sprachkurs zusammen, aber eher noch auf Anfängerlevel. Die Tour heute war ein wenig schwierig für sie. Im Zug beäugt uns ein Local und denkt sich wohl er müsse sich den Touristen vorstellen. So meint er „Hola, soy Jesus“. Wir alle meinen so halbherzig „Hola“ und wenden uns wieder unserem Gespräch zu. Jessi meint nur, Ah ja, JEsus hatte es immer viele in der Abteilung für psychisch Kranke. Ich muss lachen, Nein, der hat sich vorgestellt, Jesus ist sein Name, der kommt in Südamerika oft vor. Haha, genial, ich erkläre Yohel dass JEssi den Jesus gleich in die Irrenanstalt stecken wollte, Wir müssen herzlich darüber lachen. Dann steigen wir an unserer STation aus und machen uns auf den Weg in ein italienisches Restaurant. Dort gibts ein wunderbares Risotto mit Shrimps und wir lernen noch JEssis und Philipps Kollegin aus dem Sprachkurs, Holly aus den USA, kennen. Wir bestellen eine grosse JArra (Krug) Sangria und lassen es uns schmecken.

Nach dem essen schreibt mir Florian ob wir mit ihm noch auf seinen letzten Abend in MEdellin anstossen wollen. Sowohl Yohel als auch ich sind zwar müde, aber das können wir schlecht absagen. Also suchen wir noch zusammen mit Philipp die Bar im Parque Lleras und haben einen Drink mit Florian, Michael (einem weiteren Deutschen welcher mit nur 25 sich verselbständigt hat und überall im Ausland vorträge über Bitcoin haltet), Jay (aus den USA, spricht kein Wort) und der Kellnerin aus Venezuela. Dann gehts kurz vor 12 ab ins Bett, Füsse schmerzen noch vom Tanzen gestern, also heute lieber etwas früher Nachtruhe.

Guatapé und El Peñol

Am Donnerstag morgen heisst es, so schnell wiem öglich aus der Stadt. Um 9Uhr stehe ich mit Yohel am Terminal de Norte. Die MEtro bis hierher war leer gewesen, viele Geschäfte bleiben heute zu. Wir irren etwas durch den Jungle des Terminals bis wir die richtige Busgesellschaft finden welche uns nach Guatapé, eines der meistbesuchten Touristenziele in der Umgebung MEdellin, bringt. Wir haben aber Glück, da heute Streik ist sind alle organisierten Touren abgesagt. Heisst, mehr Platz für ide Individualreisenden.

Der Bus bringt uns in ca. 2h in die nähe des riesigen Stausees an welchem Guatape liegt. 10min vor dem Städtchen liegt das Dorf Peñol und ein paar hundert Meter weiter sitzt ein grosser Stein mit demselben Namen. Der Monolith liegt einfach so gross wie er ist in der Gegend und wirkt irgendwie total überdiemsnioniert. Wir steigen mit ein paar anderen Touristen beim Eingang aus dem Bus und beginnen erstmal den Treppenaufstieg bis zum Stein. Der ist schon anstrengend und als wir die Reissverschlussartigen 700 Treppenstufen bis ganz nach Oben sehen wird uns fast übel. Aber hei, was die dicken Amis vor uns können können wir noch lange. Unten am Peñol reihen sich Restaurant an Restaurant, dahinter breitet sich ein grosser Parkplatz aus. Heute ist er aber zu 2/3 leer. Trotzdem sind wir längst nicht alleine. Auf halbem Weg im Aufstieg machen wir eine kurze Fotopause auf einer Aussichtsplattform inklusive Marienstatue. Die Aussicht hier verspricht eine noch bessere von ganz Oben. Als wir endlich alle 700 Trepenstufen hinaufgkeucht sind eröffnet sich uns wirklich ein grossartiges Panorama. Erstmal ein Highfive für die gelungene Bezwingung des Peñol, dann geniessen wir die kilometerweite Sicht auf die mit mit Lagunen und Kanälen übersähte Landschaft. Das Wetter ist sehr wechselhaft und nach einer Viertelstunde überrascht uns ein Regenschauer. Wir flüchten uns mit allen anderen unter eines der Zelte und bestellen uns ein wenig Fruchtsalat. Mir tut ja der Typ leid welcher Wassermelonen hier hinaufschleppen musste…

Als die Sonne wieder herauskommt nach ca. 20min machen wir nochmals eine runde auf der Aussichtsplattform, werden aber bald von einer Horde Moskitos überfallen. Mit Händen und Füssen fächelnd flüchten wir einen Stock tiefer. Dort machen wir nochmals einen Rundgang um auf alle Seiten hinunterzusehen, dann gehts an den Abstieg. 700 Treppenstufen wieder hinunter. Ich unterhalte mich mit Yohel sehr gut und habe sogar erfahren dass er deutsch spricht. Und das sogar ziemlich gut! Er hatte es in der Schule gelernt und sogar einen „Sprachaufenthalt“ von 6Monaten in Pozuzo gemacht. ER versteht eigentlich alles was ich sage und kann auch auf vieles mit einfachen Sätzen antworten. Vielleicht will er irgendwann sein Elektrotechnikstudium mit einem AUslandsemester in München ergänzen.

Unten am Peñol angekommen lassen wir uns nochnicht von den herrlichen Düften der ansässigen Tourirestaurants verführen sondern nehmen erstmal ein Sammeltaxi nach Guatapé. Im Auto fährt auch ein anderer Europäer mit welcher mir schon im Bus aufgefallen ist. Wir grinsen uns an, also sage ich hallo. Und kriege ein HAllo auf Deutsch zurück. Florian kommt aus Österreich und ist für 2 Wochen in Kolumbien unterwegs. Wir beschliessen also Guatapé zu dritt zu erkunden. Erstmal kaufen wir uns das Rückfahrtticket für den Bus um 4Uhr da diese manchmal kurz vor der Abfahrt ausgehen können. Dann sehen wir uns einen Block weiter die Plaza an. Eine hübsche Kirche, malerische farbenfrohe Häuschen, Girlanden, Blumen und Weihnachtslichter machen aus dem Hauptplatz ein malerisches Dorfzentrum. Wir setzen uns in eines der vielen Restaurants und bestellen 2mal Bandeja Paisa für 3 Leute. Das Gericht ist das typischste der Region und kommt in verschiedenen Teller. Da ist Reis (nein, doch, ohh), ein fritiertes Stück Schinken, Bohnen, Salat, Kochbanane und Avocado. Dazu gibts eine ebenfalls hier typische Limonade. Heute ist sie aus Limonen, gibt es aber auch aus Zuckerrohr.

Wir unterhlaten uns in einem verwirrenden Mix aus deutsch, englisch und spanisch und erzählen einander von unserem Leben. Dann, nachdem alle satt geworden sind, wollen wir einen kleinen Spaziergang durch Guatapé unternehmen. Die Stadt ist ursprünglich bekannt geworden wegen ihren farbigen Emailverziereungen an den Hauswänden welche man angebracht hatte damit die Hühner nicht an den Wänden picken so sagt es auf alle Fälle meinReiseführer). Heute sind nicht nur die Wände farbig sondern einfach gleich das ganze Haus. Alles ist in verschiedenen Farben bemalt, Muster, Bilder von HAndwerkern, Blumen und anderen Sujets zieren Balkone, Fensterrahmen oder Dachgibel. Es ist wunderschön, Guatapé ist extrem herzig!

Schlussendlich kommen wir am anderen Ende des Dorfes wieder unten an den Malecon welchem wir ein wenig entlangschlendern. Etwas weiter ist der NAme der Stadt in ebenfalls grossen und farbenfrohen LEttern ausgestellt und es gibt einen weiteren Fotostopp.

Dann fragen wir am Quai nach dem Preis einer Bootsfahrt auf dem See. Wir einigen uns nach ein wenig hin und her auf 20000Pesos (ca. 8.-) pro Person für eine halbe Stunde. Wir besteigen also unser Privatboot und stechen in See. Die Lagunen und Kanöle hier sind alle Teil eines riesigen STausees welcher für Medellin Strom produziert. Wir können erkennen dass der Wasserstand gerade eher tief liegt, das weil eben gerade Energie gemacht wird. Die Inselchen durch welche wir uns hindurchschlängeln beherbergen Hotels oder sind in Privatbesitz. Sogar Pablo Escobar hatte hier irgendwo eine Finca. Wir sehena uchnochmals von weitem die Silhouette des riesigen Peñol. Der Stein steht einfach so alleine irgendwo in der Landschaft, ich erkläre Yohel die Bedeutung des Wortes Drischiss. Dann geht es auch schon wieder zurück an Land.

Wieder auf festem Boden suchen wir uns ein nettes Cafe und geniessen Kaffee bzw in meinem Fall einen Chai Latte mit Kuchen.

Dann ist es schon Zeit um den Bus aufzusuchen welcher uns ohne weitere PRobleme zurück nach Medellin bringt. Dort ist alles wieder ruhig, vom Streik kreigen wir nichts mit, nur die MEtro ist sehr leer und in El Poblado sind einige Geschäfte zu.

NAch einer erfrischenden Dusche im Hostal treffen Yohel und ich Florian für den Znacht. Auch ein paar Restaurants haben heute zu, wir finden aber ein Steakrestaurant welches wirklich gutes Fleisch (nicht fritiert) hat und geniessen dazu eine Flasche Wein spendiert von Florian. Er meint, er arbeite ja schon länger als wir. Er ist 32 JAhre alt, älter als ich ihn geschätzt hätte. Er erzählt uns von seiner Arbeit für eine grosse Österreichische Firma welche verschiedene Projekte im Gesundheitsbereich durchführt. Unter anderem bauen sie Spitäler in Drittweltländern oder Managen die Einführung von neuen Policies. So war Florian auch schon ein Jahr in Gabun stationiert bevor er heute nun von Österreich aus seine eigenen Projekte managt. Ich bin begeistert, so einen Job will ich auch irgendwann. Das sage ich ihm auch, und dass er allenfalls in 4Jahren dann von mir hört sobald ich meinen PhD geschafft habe.

Nach dem Essen sind wir alle nochnicht müde und meinen ein Bier bzw ein Drink läge schon noch drin. Gleich in der Nähe hat eine Bar auf. Sie ganz in Pink gehalten und hat Tonnen von Schnickschnack herumhängen. Eine Dragqueen verkauft uns die Eintritte und bringt einen Wellcomedrink. Die Bar ist gestopft voll und gehört ganz definitv zur Gaycommunity. So kommen wir in den Genuss von mehreren Dragshows und sehr lustigen Bekanntschaften. Keine Ahnung wie diese Frauen auf so hohen Highheels laufen, geschweige denn tanzen können. Irgendwann kurz vor Mitternacht möchte ich dann aber doch noch selbst das Tanzbein schwingen und wir wechseln in den Parque Lleras in einen REggeatonclub bis morgens um 2. Dann laufe ich mit Yohel gechillt nach Hause und falle wie tot ins Hostelbett.

Medellin – City Tour

Erst um 2Uhr Nachmittags mag ich mich an meinem ersten Tag in MEdellin nach der langen Busfahrt aufraffen um noch etwas zu unternehmen. Um die Stadt in bisschen kennzulernen will ich auf den Mirador „Pueblito Paisa“ hinaufsteigen. Das stellt sich aber als schwieriger heraus als gedacht. Erstmal laufe ich vom Hostel die 10min zur Metrostation. Die Metro in Medellin besteht aus zwei Zügen, zwei Buslinien, einem Tram und mehreren Seilbahnen. Mit der neu gekauften Civica, der Fahrkarte, kann es losgehen. Ich fahre nur eine Station udn steige bei Industriales aus. Wie der Name schon sagt eine weniger schöne Gegend. Hier stehe ich aber gleich unten am Hügel und der Aufstieg sollte in der Nähe sein. Aber Pech gehabt. Der Wanderweg ist wegen Bauerarbeiten gesperrt. Ich frage den nächstbesten Arbeiter welcher meint auf der anderen Seite des Parkes gebe es einen weiteren Zugang. Na dann… Die Umrundung des kleinen Hügels stellt sich aber als gang durch Müll und Abgas heraus und ich versuche einfach sie schnell hinter mich zu bringen. Als ich dann nach einer halben Stunde endlich den Aufgang wird auch hier viel gebaut aber man kann sich zwischen den Gruben hindurchschlängeln. Nur von der Natur des Parkes kriegt man wenig mit.

Endlich oben bin ich aber positiv überrascht. Pueblito Paisa bedeutet Paisa-Dorf. Die Paisas sind die Einwohner des Departements Antioquia. Hier oben steht eine kleine Kirche vor einem gepflasterten Platz, ein paar Kolonialhäsuer auf den Seiten. Auf der anderen Seite schliesst sich die Platform des Miradors an. Stände verkaufen Souvenirs, Früchte und Glace.

Erstmal geniesse ich die Aussicht auf Medellin welches sich langezogen durchs Tal erstreckt. Es gibt viele Hochhäuser in der Senke während sich an den Hängen kleine Bachsteinbauten hinaufziehen. Dann setzte ich mich ein paar Minuten auf den Platz, schaue den Touristen zu und esse ein Glace. Dann gehts wieder an den Abstieg und zur Metro.

Ich fahre zurück nach El Poblado, das Viertel wo ich mein Hostel habe. Es ist das Barrio der Expats und Touristen. Hier stechen ebenfalls viele Hochhäuser in den Himmel. Ich laufe den Berg hinauf bis zum kleinen Paruqe Poblado, ein paar Bäume auf einer Plaza. Hier beginnt das Ausgangsviertel. Beim weitergehen sehe ich viele jetzt noch geschlossene Bars und Discoteken. Abbiegen nach rechts führt mich zum Paruqe Lleras wo sich die offenen Bars an der Fussgängerzone stapeln. Es ist schön grün, viele Lichter und Weihnachtsbeleuchtung ist aufgehängt. Es gibt hier auch viele gute Restaurants. Vonwegen Restaurant, so langsam habe ich hunger. Zurück im Hostel recherchiere ich kurz und entscheide mich dann für ein detusches lokal sehr in der nähe mit dem Namen „El aleman pues“ (Der Deutsche, denk). Ich weiss beim hineingehen schon dass ich Flammenkuchen bestellen werde, dazu gibt es ein original Apfelschorle hmmm. Zum Dessert findt sich sogar ein Apfelstrudel mit Vanilleglace.

Pappsatt und glücklich gehts also zurück zum Hotel. Dort unterhalte ich mich erstmal mit dem Bettnachbarn, Yohel aus Peru. Er ist Reporter für RPP, eine der grössten Radiostationen Limas und gerade in den Ferien. Allerdings musste er heute noch in der Universität schnell ein paar Fragen über die Metro stellen, aber jetzt ist er frei. Wir beschliessen morgen zusammen die Citytour zu machen.

So stehen wir also am nächsten Tag pünktlich um 10:20 beim Treffpunkt in der MEtrostation Alpujarra im Zentrum Medellins. Wir hatten ein köstliches Früstück im Hostel und sind nun gestärkt für 3h STadtrundgang. Hernan, unser Guide, begrüsst uns zur Tour, wir sind fast 20 Leute. Allerdings ist die Comapny super vorbereitet, Hernan trägt ein Mikrofon und weiss wo wir uns mit vielen Leuten hinsetzten können damit er in Ruhe vortragen kann.

Erstmal geht es über die Plaza de Libertad an den Regierungsgebäuden MEdellins und Antioquias vorbei. Die Bauten sind riesig und eindrucksvoll. Noch auffälliger ist allerdings das riieeesige Monument in der Mitte des Platzes welches die Erschaffung Antioquias zeigt. Von den Eingebohrenen über die Bauern zu Jesus, der Eisenbahn und schlussendlich den Paisas ist alles da abgebildet.

Hernan meint für die Paisas sei Antioquia eben wichtiger als Kolumbien und sie seien extrem stolz auf ihr Land und ihre Traditionen. Das Monumt stelle also in etwa die grösse des Egos eines Paisas dar. Wir müssen alle lachen, Hernan macht seinen Job extrem gut, erzählt sehr spannend, lustig aber auch ernst. Denn die Geschichte Medellins ist leider in grossen Teilen gar nicht witzig. Hernan versucht uns diese etwas näher zu bringen. Wichtig dabei sind 4 grosse Akteure. Die extreme Linke (zB die FARC), die extreme Rechte (PAramilitares), die Landesregierung und zuletzt die Drogenkartelle. Diese 4 Spieler sind alle tief involviert in die geschichte ganz Kolumbiens und MEdellin mit dem Hauptsitz des grössten Drogenkartells war dabei ein wichtiger Schauplatz. Während die linken und rechten Gruppen je versuchten mehr Macht zu gewinnen und die Regierung zu stürzen nahmen die Drogenhändler beide PArteien unter Vertrag um ihre Labors, Plantagen oder Lieferungen zu verteidigen. Die Regierung sah sich lange einer Übermacht gegenüber welcher nur mit Militärgewalt entgegenzutrete war. Darunter litten extrem viele Zivilisten und Unschuldige. Hernan nimmt nicht einmal den Namen Pablo Escobar in den Mund. Es wäre keine gute Idee auf englisch über ihn zu sprechen, da viele Leute sehr starke Emotionen mit dem toten rogenbaron verbinden. Einigen hatte er Häuser geschenkt oder Geld gegeben, diese vergöttern ihn. Anderen hat er das Zuhause unter den Füssen weggebombt, ihre Angehörige erschossen oder verschleppt oder in de Drogenkrieg mit hineingezogen. Die Meinungen sind sehr geteilt und niemand kann sich mit Freude an die Jahre in Angst errinnern. Es ist ein schwarzes Kapitel MEdellins. Was aber heute viel wichtiger ist, ist dass MEdellin floriert. Viel wurde nach der zerstörung wieder aufgebaut, erneuert, modernisiert. Die MEtro, auf die alle Anwohner extrem stolz sind, ist das ultimative Zeichen des Fortschritts. Auf öffentlichen Plätzen wo man sich früher nicht hingetraute wurden Bibliotheken aufgemacht, alte Häuser renoviert, die viertel pazifiziert. Man spürt dass die LEute ein miteinander wollen, das sie nach forne schauen, und das ist wunderschön. Das perfekte Beispiel dafür ist die Plaza Cisneros, wo wie HErnan sagt früher niemand sich nach Einbruch der Nacht hintrauendurfte, welcher heute voller Lichtstäbe ist und ein Menschen- und Touristenmagnet.

Weiter geth unsere Tour durch die Einkaufsmeile wo ein heilloses Chaos herrscht. Hernan warnt uns vor Taschendieben und lehrt uns die Regel „Don’t show Papaya“, wobei Papaya für Wertgegenstände steht. Dann bringt er uns zum ehemaligen Justizgebäude. Davor auf der STrasse ist fast kein Durchkommen vor lauter Strassenhändler welche Schuhe, Kleider und Gurte verkaufen. Uns wird erzählt dass diese Strasse eigentlich für den Verkehr gedacht war. Aber eines Tages kam der erste Verkäufer mit seinem Stand. Als ihn niemand wegschickte kam der nächste und der nächste bis die ganze Strasse blockiert und es zu spät war daran etwas zu ändern. Hernan meint schmunzelnd, wir Kolumbianer lieben die Grauzone. Gibt es eine Linie zwischen Erlaubt und nicht erlaubt so steht der Kolumbianer in der Mitte und tanzt Salsa. Manchmal etwas mehr auf der einen dann wieder auf der anderen Seite. Im Falle der Strasse hier gewann die verbotene Seite, und das gleich vor dem Justizgebäude. So überliess man die Strasse den Händlern und machte einen neuen Templo de Justicia neben dem Regierungsgebäude auf. Die Händler übernahmen darauf sogar den alten Templo welcher heute ein wunderschönes Einkaufzentrum ist.

Weiter die Strasse hinunter kommen wir zur Plaza Botero. Botero ist der wichtigste Künstler MEdellins, seine Kunstwerke sind millionen Wert. Auf diesem Plaz stehen um die 15 solcher Figuren welche Botero seiner STadt gespendet hat. Typisch für sein Stil sind sie alle ziemlich dick und besitzen völlig verzerrte Proportionen besitzen. Alle Figuren sind aus Bronze gegossen, allerdings innen hohl.

Gleich an der Plaza sthet auch das Kunstmuseum MEdellins und der Palacio de Cultura. Letzterer wäre eingentlich als Regierungssitz gemeint gewesen. Der Architekt war Augustin Goovaerts aus Belgien welcher einen wunderschönen Palast aus hellen und dunkeln Steinen mit schönen Rundfenstern und Bögen hinstellen wollte (neogotischer Stil, danke Wikipedia). Allerdings verwarf sich der Architekt mit den Auftraggebern. Es stand also nur einen Teil des Gebäudes (die Hinterseite welche auf allen Fotos zu sehen ist). Die Paisas dachten sich aber, was ein Belgier kann können wir schon lange und wollten den Palast nach Goovaerts Plänen fertigstellen. Man merkte aber schnell dass das wohl zu kompliziert war. Hernan meint nur, schauts euch einfach selbst an… Der zweite Teil wurde nur noch aus der hellen Steinsorte gebaut (die dunkeln kamen wohl einfach nie an, so Hernan) und es hat zwar runde Fenster, die Verzierungen fehlen aber allesamt. So konnte die Regierung wohl schlecht in diesen halbherzig erbauten Palast ziehen und so wurde er ein ein Museum, bzw. den Palacio de Cultura umfunktioniert.

Gleich hinter dem Palacio steht die MEtrostation Parque Berrio. Unter den Gleisen der Hochbahn scharen sich ältere Männer. Sie tauschen hier Sachen aus, erklärt uns Hernan. Was man nicht mehr braucht wird hier auf diesem „Flormarkt“ getauscht, vor allem eine Beschäftigung für alte Pensionierte Männer wleche nicht zuhause rumsitzen wollen (da sie sonst der Ehefrau beim Putzen helfen müssten). Es sit auch der Platz wo man geklaute Sachen loswird, Hernan erhöht den Papaya-Level auf 4 von 5, man muss hier also etwas auf mehr auf seine Sachen acht geben. Der Parque Berrio selbst ist ebenfalls voller Leute, den hier wird Musik gespielt. Unter den Bäumen improvisiert eine Band mit Sänger, alles ältere Herren, und wir kriegen einen Willkommensgruss an alle Ausländer entgegengesungen.

Die letzte Station der Citytour führt uns auf die Plaza San Antonia. Auch hier stehen 2 Boterostatuen, identische Vögel. Nur, einer ist kaputt, einer nicht. 1995 geschah hier ein Attentat mit einer Bombe während eines Konzertes. Der Rucksack mit Sprengstoff wurde unter der Boterostatue versteckt, 29 LEute starben. Botero machte dem Platz eine neue Vogelstatue, man liess die Alte aber als Mahnmal stehen. Hernan meint, der zerfetzte, löchrige, zerstörte Vogel, das ist das MEdellin von früher. Der stolze, ganze, aufrechte Vogel, das ist sein MEdellin von heute. Ein schöner Abschluss einer beeindruckenden, lehrreichen und super präsentierten Citytour.

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Nach den fast 3h sind Yohel und ich etwas eschlagen. Und erstmal hungrig. Wir essen in einem typischen Restaurant (Reiss, Fleisch, Linsen, das übliche) und entscheiden dann zum Parque Explora zu fahren. Ich will in den botanischen Garten, Yohel danach ins Planetarium. Er interessiert sich sehr für Astronmie und hätte das auch fast studiert. Nun macht er öfters recherchen über Science-Themen und studiert neben seinem Vollzeitjob als Reporter auch noch Elektrotechnik. Wir verstehen uns sehr gut und es ist interressant mit ihm zu sprechen. So spazieren wir durch den botanischen Garten, welcher schön ist, mich jetzt aber nicht gerade aus den Socken haut.

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Danach sehen wir uns das Planetarium an, inklusive einer kurzen Vorführung in der Kuppel wo es um die Entstehung der Erde geht. Bevor wir nach Hause ins Hostel gehen machen wir nochmals halt bei Ciscneros um die Lichter in Aktion zu sehen. Sie sind wunderschön und man kann sich die grausigen Sachen welche hier passiert sind gar nicht herdenken. Die Leute hier wollen vergessen und das alte mit etwas schönem neuen überdecken.

Es gibt einen Eisbecher mit Früchten, dann gehts nach Hause um für morgen zu planen. Es ist ein nationaler Streik angekündigt und man weiss nicht so genau wie sehr die Demos ausarten werden. Was klar ist, dass der Verkehr zum Erliegen kommen wird, deshalb beschliessen Yohel und ich zusammen aus der Stadt und nach Guatapé zu entfliehen.