Die Busfahrt von Cartagena bis Mompox ist ganz angenehm. Der Beifahrer Oskar (zuständig für Ticketüberprüfen, Koffer einladen usw.) findet mich offensichtlich ganz toll, gibt mir die Hälfte seiner Empanada ab und lässt mich vorne in der Fahrerkabine auf dem Panoramasitz die Aussicht geniessen. Die Landschaft ist sehr grün, wir sehen viele Kühe, fahren immer wieder über Brücken. Manchmal errinert mich das hier etwas an die Schweiz, nur dass es viel heisser ist. Ziemlich genau nach 6h kommen wir in Mompox an. Wie erwartet sieht es hier nach einem Kaff im Sumpf aus. Ich wohne etwas ausserhalb vom Stadtkern, die Strassen hier sind staubig, es gibt keine Trottoirs, dafür auch fast keine Autos. Alle sind auf dem Töff unterwegs. Auf den Strassenseiten wurden Mangobäume gepflanzt um Schatten zu spenden. Ich ziehe meinen Koffer durch Kies und Schlaglöcher zu meinem Hostel. In der Casa Mebi werde ich dann auch gleich ganz herzlich empfangen. Dimas, der Besitzer, erklärt mir gleich wie die Waschmaschiene funktioniert, gibt mir einen STadtplan und zeigt mir wo ich essen und Touren buchen soll. Wunderbar. Mein Zimmer ist riesig und ich kann erstmal in aller Ruhe mich einrichten. An der Ecke kaufe ich etwas Waschmittel um mal wieder meine kurzen Sachen in die Maschiene zu werfen. In den nur 3min in denen ich auf der STrasse stehe höre ich ca. 20mal „hola nena, hola bonita, como estas señorita“. Das ist etwas mühsam, aber solange ich die Kerle ignoriere alles ok.
Nachdem alles in der Waschmaschiene ist habe ich hunger. Im Bus hatte ich keine Lust etwas zu kaufen und hatte so nur Oskars halbe Empanada zum Früstück. Nun, um halb4 ist es Zeit für etwas rechtes. Allerdings ist es für einen Znacht noch zu früh. Ich spaziere mal los richtung Stadtzentrum. Und werde sehr überrascht. Ein paar Blocks weiter sieht Mompox gar nicht mehr nach Kaff im Sumpf aus sondern nach einer wunderschönen Kolonialstadt. Die Häuser sind weiss mit eisernen Fenstergitter um welche sich oft Blumen ranken. Ich komme erstmal an der Plaza San francisco an, ein weiter schöner Platz mit Kirche welcher an den Fluss Magdalena grenzt. Hier beginnt der Malecon, die Flaniermeile dem Wasser entlang. Die Hitze ist drückend, aber hier geht ein kleines Lüftchen. So schlendere ich unter den Bäumen dem Wasser entlang und bin etwas ans Lindli errinnert. Ich komme über den HAuptplatz, ebenfalls sehr grosszügig angelegt mit einer wunderschönen Kirche.

Ein paar Häuser weiter sehe ich dann plötzlich eine riesige Schweizerfahne vor einem Café hängen. Nun bin ich aber neugierig und frage bei der bereitstehenden Kellnerin nach ob der Besitzer Schweizer sei. Sie lacht und meint, diese frage hätte sie schon oft gehört. Aber die vermeintlcihe Schweizer Fahne ist die Flagge der STadt. Acuh ompox hat also ein weisses Kreuz auf rotem Grund als STadtwappen. Ok, nichtsdestotrotz bleibe ich hier im Cafe sitzen und geniesse einen Maracujasaft (zumindest den zweiten nachde ich den ersten über den wackelnden Tisch verteilt hatte….). Es ist suuper entspannend, warm, alles perfekt.

Nach einer Weile stehe ich auf und frage nach einem guten Restaurant. Ambrosia wird mir empfohlen, hat aber ehute Abend einen Privatevent und ist geschlossen. Zwei kleine Mädchen sehen mich etwas unentschlossen auf der Strasse rumstehen. „Bist du neu hier?“, werde ich gefragt. „Ja, erst gerade angekommen… Ich suche ein Restaurant.“ „Ok, komm mit.“ Die beiden (habe NAmen schon wieder vergessen), 12 und 9 Jahre alt nehemn mich also zur Strasse mit wo die Einheimischen essen. Währenddessen wird mir genau erklärt was man in Mompox alles machen kann, eine Schifffahrt in die Ciénaga (den Sumpf) zum Beispiel. Die Kleine wird mal ein guter Touristenguide. Als wir bei einem Burgerrestaurant ankommen sage ich danke und schenke den beiden jeh eines der Armbäder welche ich in Cartagena mal einem etwas freundlicheren Strassenhändler abgekauft habe nachdem er mir seinen ganzen Leidensweg von Venezuela her erklärt hatte.
Es gibt also Burger zum Znacht und dann einen 10minütigen Verdauungsspaziergang nach HAuse. Wäsche aufhängen, Klimaanlage einschalten und früh ins Bett, ich bin heute morgen um 4:30 aufgestanden um den Bus zu erwischen und dementsprechend müde.
Am nächsten Tag suche ich mir erstmal ein Tuktuk und sage dem Fahrer er solle mich einfach bei einem Restaurant mit gutem Frühstück absetzten. Das tut dieser dann auch und es gibt Arepa mit Ei, Käse und Champignons zum Zmorge. Ich lasse mir Zeit, das Ambiente in dieser Stadt lässt einem irgendwie super entspannen. Kurz vor 10Uhr bin ich zurück bei der Casa Mebi wo mich schon Teddy erwartet. Er ist mein persönlicher Guide heute. Wir fahren mit seinem Motocar erstmal zur Plaza San Francisco. Hier beginnt er mir die ganze Geschichte Mompox‘ darzulegen. Die Stadt, heute eher abgelegen in der Ciénaga des FLusses MAgdalena war früher ein wichtiger Knotenpunkt um Güter und Gold aus dem ganzen Land per Boot über den Fluss nach Cartagena zu bringen. Von dort wurde dann alles nach Spanien verschifft. Die Bootsleute mussten auf ihrem langen Weg auf dem Rio MAgdalena irgendwann mal Pause machen, dies taten sie in Mompox. Da immer wieder Gold und Silber hierherkam folgten bald auch HAndwerker welche diese MEtalle zu Schmuck verarbeiten konnten. So wurde Mompox für seine filigranen Gold- und Silberketten berühmt. Auch heute gibt es noch sehr viele Talleres (Werkstätten) in welchen man Schmuckstücke kaufen kann. Dadurch und durch erhebung einer Taxe für alle passierenden Güter wurde Mopox sehr reich. Und dadurch auch selbstbewusst. So war Mompox die erste Stadt Südamerikas welche sich unabhängig machenw ollte und die Unabhängigkeit von Spanien ausrief. Auch der freiehitskämpfer Simon Bolivar kam öfters hierher, es gibt extra einen Gedenkstein mit den genauen daten wann der Held iin der STadt ankam bzw. wieder hinausgeritten ist. Und in der Nähe fand auch einmal eine Schlacht um die Unabhängigkeit statt in welcher einige Anwohner an Bolivars Seite kämpften. Deshalb hat Mompx den Übernamen „La Valiente“ (die Mutige).

Heute ist Mompox viel weniger wichtig als früher. Mit der Unabhängigkeit von Spanien und neuen Routen des Gütertransportes wurde die Stadt eigentlcih obsolet und immer mehr der reichen Spanier verliessen Mompox. Was bleib ist die wunderschöne Architektur, 7 Kirchen und die Errinnerung an die guten Zeiten. Die Altstadt steht heute unter UNESCO Weltkulturerbe und zieht so langsam immer mehr Touristen an.
Einmal im Jahr findet hier auch ien grosses Jazz-Festival statt. An diese wird durch einige Grafitis und eine Saxophonstatue errinnert. Weiter zeigt mir Teddy während des ganzen Vormittages noch den Markt, wo ich PAlmenwein probieren darf (eigentlich Palmensaft, also was halt aus der Palme heraustropft wennman sie umhaut, und das dann ganz leicht fermentiert. Soll gut sein gegen sämtliche Krebsarten, Infektionen, Gicht usw…). Dann gehts weiter zu einer Käserei wo sie den typisch kolumbianischen weissen Frischkäse zubereiten. Dafür lassen sie die Milch aufkochen, ausfällen und wallen dann den Milchklumpen auf einem Tisch aus. Der Fladen wird gesalzen, in Streifen geschnitten und zu einem faustgrossen Ball gerollt. Das nennt man dann Käse… Naja… Das essen die Kolumbianer dann vor allem mit süssem zusammen, zB mit heisser Schokolade. Nochmal naja… Meiner Meinung nach ist das zwar nicht wirklich Käse, aber ganz ok essbar mit Brot und Tomaten zum Zmorge.

Wieder im Stadtzentrum sehen wir uns die Plaza de la Libertad an, weitere 3 Kirchen, natürlich den MElcon sowie auch den Friedhof. Teddy kann jeden Namen jeglcher wichtiger PErsönlichkeiten von Mompox auswenig, weiss jedes Datum und jeden geschichtlichen Event. Ich kann mir unmöglich alles behalten. Wichtig ist vor allem was ich oben schon über die Geschichte der STadt erzählt habe. Ausserdem interressant ist, dass viele Leute Mopmox mit dem Städtchen Macondo aus dem Buch „100 JAhre Einsamkeit“ von Gabriel Garcia Maruqez vergleichen. Hier gibt es auch einige Cafes oder Hostels welche sich mit dem NAmen MAcondo schmücken. Allerdings war Marquez zu seinen LEbzeiten nie in Mompox. Allerdings kommt eine seiner Ehefrauen von hier. Sie lebte als Kind in Mompox und ging hier zur Schule und es wird gemunkelt, dass sie ihrem MAnn wohl in so fantastischen Geschichten ihre Heimat beschrieben hat, dass sich dieser zu einem ganzen Buch inspiriert fühlte.





Nach 3h Führung bin ich verschiwtzt und mein Kopf schirrt etwas von all den Informationen. Und ich habe Hunger. Teddy bringt mich zu einem der bekanntesten Restaurants wo ich eine herzhafte Portion Voressen mit Patacones und Reis bekomme. Danach bin ich pappsatt und brauche eine kurze Siesta von einer halben Stunde.
Um 3Uhr bin ich wieder bereit mit angeschanlltem Bikini für eine Exkursion in den Sumpf. Mit kolumbinaischer Pünktlichkeit (heisst +/- 30min) legt das Boot am Steg an. Etwa 15 Leute kommen mit und neben mir sitzt natürlich, ein Schweizer. Auf der Hinfahrt über den Rio MAgdalena bis zum Eingang der Ciénaga durch einen Kanal gesprächle ich mit Hugo und seiner Freundin Ruby. ER kommt aus Windisch, sie aus Bogota. Um während seiner Pansion etwas zu tun zu haben hat Hugo sich entlschlossen Spanisch zu lernen und öfters in die Wärme nach Südamerika zu fahren. Es ist schon sein 7.mal in Kolumbien und mit Ruby war er schon öfters unterwegs.
Wir gondeln also durch die Landschaft, sehen einige grosse Leguane uaf beiden Seiten im Grass sitzen, fahren an Bananen- und Maisplantagen vorbei. Auch Kühe entspannen am Ufer des etwa 3m weiten Kanals. NAch etwa 1h öffnet sich vor uns der See der Ciénaga. Das Wasser ist braun und nicht sehr tief. Es ist Nachmittags um halb5 und ich habe den ganzen Tag vor mich hingeschwitzt. Nun springe ich mit Freuden in das erfrischende NAss. Der See ist nicht sehr tief, man kann überall stehen, allerdings ist dies nicht sehr angenehm da der Boden matschig ist und etwas grusig um seine Füsse darin zu versenken. Man solle auf die Rochen aufpassen, die können stechen. Ok, eir schwimmen lieber. Es ist genial. ICh schwimme mitten im November bei 32 grad beim schäänsten Wetter im See, strecke die Nase in die Sonne und bin einfach mal eine Runde happy.


Zurück im Boot gibts eine erfrischende Cola und wir sünneled noch ein bisschen bevor wir die Rückreise antreten. Den Kanal zurück bis auf den Fluss MAgdalena. Dort angekommen dürfen wir einem spekatkulären Sonnenuntergang beiwohnen.

Um ca. 6Uhr sind wir zurück in Mompox. Abendessen gibt es heute wohlnicht,bin immernoch voll vom Zmittag. Aber auf einen Drink mit Hugo und Ruby lasse ich mich noch so gerne einladen. Wir sitzen in eine Bar am Malecon und geniessen die Abendstimmung. Ruby begeistert sich für die Musik im lokal und wir sprechen lange über die verschiedenen Tänze und Rythmen es in Kolumbien gibt. Sie haben vor allema nd er Küste einen starken Afrikanischen Einfluss. Und dann sind da natürlich noch der Cumbia, der Salsa und der Vallenato. Ich muss dann zuhause ganz viele neue Musik herunterladen! Um 9Uhr verabschiede ich mich, spazeiere nach Hause, hüpfe unter die Dusche um das Sumpfwasser abzuwaschen und schlafe sehr schnell ein.
Am Montag ist mein letzter Tag in Mompox. Ich laufe um die Ecke zur Panaderia fürs frühstück, dann mache ich michnohcmals auf einen SPaziergang durch die Stadt mit seinen wunderschönen Gässchen. Auch die allgegenwärtigen Sprüche der Männerhier können mir die gute Laune nicht verderben. Auch heute ist es heiss und am liebsten würde ich mich im Fluss abkühlen. Ein Mangosaft in einem Cafe muss dafür reichen. Nun habe ich wirklcih fast jede Ecke von Mompox gesehen. Um 12 setzte ich mich nun ins Ambrosia wo ich einen grandiosen Fruchtsalat geniesse. Dann muss ich zum Hostel, alles einpacken und um 2Uhr bei der Bushhaltestelle sein. Der grosse Reisebus von Copetran steht schon bereit. Jeh 15h Busfahrt nach MEdellin… werden wir auch irgendwie überleben…
Die ersten 2h sind dann auch fast die schlimmsten weil die STrasse aus mehr Schlaglöchern als Belag besteht und der grosse Bus nicht allem ausweichen kann. Danach wirds besser und ich versuche als es langsam dunkel wird auch zu schlafen. Allerdings bläst mir die AC direkt ins Gesicht, da ich den vordersten Sitzplatz habe und es sind gefühlte 10grad eingestellt. Fürs Abendessen werden wir dann alle um 20Uhr nochmals aus dem Bus geschmissen, für mich gibts aber ur eine Empanada. Dann, eingepackt mit Jacke und den Schaal als Decke schaffe ich es doch noch ein paar Stunden die Augen zu schliessen.
ICh erwache als wir morgens um 4Uhr mitten im Nirgendwo an einem Stoppschild stehen. Und das 2h lang. Ich iwll gar nicht wissen warum wir warten, warum uns gar keine Autos auf der Gegenseite entgegekommen und wer bitte den Weg vielleicht irgendwann freigeben wird. ICh bin zu müde. Einfach hoffen dass es wie immer schon irgendwie gut kommt. Und so ist es. Um 6Uhr kommen zwei Polizisten auf dem Motorrad hergefahren und lassen uns passieren. Informationen für die PAssagiere gibt es wie immer keine, aber es ist mir jetzt egal. Ich will einfach nur noch ankommen. Und das tun wir dann auch. Bald tauchen die ersten Hochhäuser auf und 1h später fahren wir im Terminal de Norte in Medellin ein. Gottseidank! Raus aus der Blechbüchse, ab ins die kleine Büchse (ins Taxi). Es kämpft sich tapfer durch den Morgenverkehr, um 8Uhr bin ich bei meinem Hostel wo ich mich erstmal einfach hinlege um nochmals ein paar Stunden Schlaf zu kriegen.