Auch zweiten Tag meines kleinen Ausflugs nach Pozuzo muss ich um 5Uhr für die Tur bereitstehen. Mein Guide, heute Ivan, begleitet mich in den Park Yanachaga Chemillen um den Nationalvogel Perus, Gallito de Roca (Andenklippenvogel), zu suchen. Diese scheue Art kommt nur am morgen für ein paar Stunden aus ihren Sandhölen.
Mit auf der Tour ist heute eine 6köpifge Familie aus dem Tirol. Die Kinder sind so zwischen 14-8 Jahre alt, sowohl Jungs wie auch Mädchen mit hübschen langen Blonden HAaren. Sie sehen aus wie die Einwanderer persönlich, vor allem die beiden Mädchen mit ihren Dirndelröcken. David, der Vater, meint sie hätten sich gestern soa uf die Plaza gestellt und fast 50 Soles mit Fotos der Touristen verdient. Die Familie lebt aber nicht hier, sie sind schon seit 4JAhren nonstopp unterewegs in Südamerika. Sie mieten sich ein Haus (Zimmer reicht ja für 6 nicht) fpr 1 Monat und danach gehts weiter. David verdient sein Geld mit Übersetztungen und kann gut vom Homeoffice aus arbeiten. Sie sehen ein wenig wie eine Zigeunerfamilie aus (nicht abwertend gemeint), ein paar Aussteiger die nicht die Absicht haben jemals wieder Sesshaft zu werden.
Im Park angekommen breitet sich die Familie am Eingangsposten aus, sie machen erstmal ein kleines Festessen für eines der Mädchen, sie hat ihren 11. Geburtstag. Also ziehe ich mit Ivan alleine los um die Vögel zu beobachten. Der NAme des Parkes Yanahaga ist quetchua und bedeutet schwarzer Wald. Und wirklich ist der Wald sehr dicht und dunkel. Nun, es ist auch erst halb6 Uhr morgens, aber trotzdem. Wir steigen zum FLuss hinunter. Dort wurde ein teil des ursprünglichen Pfades erhalten welchen die Kolonisten gingen um von Oxapampa nach Pozuzo zu kommen. Das war eine reise von 4 Tagen. Der Pfad führt dem Fluss entlang durch einen kleinen Canyon. An gewissen Stellen musste der Weg sogar aus dem Berg geschlagen werden.



Es ist mir immernoch ein rätsel wie die Einwanderer sich an einem solch Abgelegenen Ort niederlassen konnten. Vor allem da Oxapampa erst später von der Familie Heidinger gegründet wurde (noch später dann Villa Rica von einer weiteren Familie), die ncähste Siedlung war fast eine Woche Marsch weit weg. Vor allem in der Regensaison war Pozuzo wohl fast nicht zugänglich.
Ivan erklärt mir auch gewisse Bäume, wir sehen zB ZEder oder auch die Palme welche die Gallos immer aufsuchen um die Früchte zu essen. Ja, wo sind sie den nun, die Gallitos? Ivan weiss genau wo sie zu finden sind. Ein wenig den Weg hinauf beim offiziellen Campingplatz des PArks, da sitzen sie in den Bäumen. Sie sind klar erschtlich, da die Männchen eine knallrote Farbe haben. Sie tanzen in den Ästen für die Weibchen am Boden und streiten sich um die besten Plätze. Wir zählen sicher 10-15 Vögel. Sie isnd etwa 30cm gross und haben eine charakteristischen Wölbung oberhalb des Schnabels. Die Gallitos sind berühmt in Peru, sie sind der offizielle NAtionalvogel und leider vom aussterben bedroht. Darum ist es umso schöner sie hier in freier Wildbahn zu sehen.

(Meine Kamera kann leider keine besseren herangezoomten Bilder machen, sorry. Müsst Gallito de Rocas googlen).
Nach fast einer halben Stunde in der ich begeistert den Vögeln zu geschaut habe nimmt mich Ivan noch zu einem Mirador mit, zeigt mir die vielen Orchideen welche auf den Bäumen wachsen und erklärt mir auf dem Weg hinunter die neusten politischen News Perus… Präsident Vizcarra hat nämlich den Kongress geschlossen (ein Vorhaben bei welchem ihn fast die gesamte Bevölkerung unterstützt) worauf der Kongress (welcher eigentlich ja aufgelöst ist) Vizcarra absetzten und die Vizepräsidentin als neue Präsidentin einschwuren. Das ganze ist ziemlich chaotisch und niemand weiss wer jetzt eignelich recht oder das Recht hat zu tun was gerade geschieht. Naja, Fakt ist, die Bevölkerung ist hässig auf den Kongress weil die Leute anscheinend zu korrupt sind (siehe ODebrecht….) und nicht arbeiten.

Dann sind wir zurück beim Kontrollposten und sammen die Familie auf. 20min Fussmarsch führen uns zu einem kleinen Wasserfall am Strassenrand. Von da ist es nur noch ein Katzensprung zu der Cueva de Lluvias Eternas (die Höhle des ewigen Regens). Bevor wir aber zu der Höhle den Bach hinaufsteigen gibts Frühstück. JEssica hat Ivan Reis mit Chicharrones (Schweineschwarte oder so ähnlich) mitgegeben. Es ist jetzt ca. 8Uhr.
Dann gehts los über Stock und Stein, bzw durch Matsch und Fluss. Man gibt mir am eingang Gummistiefel die zwar ein bisschen zu gross, aber nötig sind. Wir steigen nämlich zT wirklich voll durch den Bach hinauf, ca. 30min, bis zu den Höhlen. Die Wanderung gefällt mir super, der Bach ist wunderbar klar, am Ufer fallen die Luftwurzeln der grossen Bäume hinunter, alles ist grün und dampft. Den 4 Kinder gefällt es offensichtlich auch. Ivan hatte schon Sorgen sie hätten Angst, zb die Steile leiter runterzusteigen, auch er meint, mit den Leuten aus Lima geht das 3mal länger. Aber so hüpfen wir alle von Stein zu Stein bis wir die ewigen Regen erreichen. Vom Berg tropft ununterbrochen Wasser über das Vordach der Höhle hinunter. Hier ist es noch grüner, Algen und Moose lieben diesen Ort. Es ist sehr idylisch, wir hören die Vögel pfeiffen (es ist immernoch morgen), schwarz-gelbe Chihuacos, Schmetterlinge und Kolibirs fliegen herum. Es gefällt mir seeehr. Während die Familie schiwmmen geht setzte ich mich auf einen grossen Stein und bestaune die Natur.



Der Rückweg ist ebenfalls etwas rutschig, ich muss vorallem aufpassen das mein HAndy nicht in den Bach fällt. Dann sind wir um 10Uhr zurück an der Strasse und müssen auf ein Auto warten. Jessica wir duns zwar eines schicken, allerdings erst um 11. Wir waren schneller als der durschscnittstourist und leider gibt es hier kein HAndynetz um den Chauffer früher zu rufen. Also warten wir. Es wrden noch ein paar Orangen und Bananen verteilt, die Kinder unterhalten sich präctig mit ein paar Steinen und dem Hund. Ich rede mit Ivan über Gott und die Welt.
Kurz nach 11 kommt dann unser Wagen an. Wir kommen um 12Uhr in Pozuzo an wo ich noch eine Sache besuchen will, nämlich das Museum Schafferer. Dort ist die Geschichte Pozuzos erklärt und alte Möbel, Werkzeuge, Alltagsgegenstände, Schriftstücke und Fotos der Kolonisten ausgestellt. Alles ist schön auf spanisch und deutsch angeschrieben. Ich lerne auch dass es einen „Freundeskreis für Pozuzo“ gibt in den zwei Partnerstädten Haiming und Silz in Österreich, welcher das Geld für den Deutschunterricht in der obligatorischen Schule in Pozuzo stellt. Sie schicken nicht nur Geld sondern auch LEhrer nach Peru damit die Tradition der deutschen Sprache hier nicht ganz ausstirbt. Das Museum ist zwar klein aber fein, leider darf ich keine Fotos schiessen. Nur von einem Tableau der Gründungsgeschichte erlaube ich mir schnell ein Bild zu machen (ich hoffe ihr könnt es lesen, unten ist es in deutsch):

Dann ist es an der Zeit meine Sachen zu packen. JEssica und Tomas wollen mich schon fast gar nicht mehr gehen lassen, sie waren wirklich sehr herzig zu mir. Jessica ruft an sogar noch bei der zentrale an damit mich das Auto um 2Uhr beim Hotel abholt. Dann kurven wir noch etwas im Dorf herum um die anderen 3 Leute einzusammeln und ab gehts richtung Oxapampa. Die Fahrt sit zwar mässig angenehm weil die Mitfahrerin in der Mitte die Aussmasse eines Buckelwals hat, dafür hat der Kollege des Fahrers (der vorne sitzen darf, wett au!) ein 2monate altes Hündchen dabei der einfach wahnsinnig süss aus der Wäsche bzw. aus dem Fenster kuckt. Transport in Peru….
Von Oxapampa aus suche ich mir am Terminal ein Auto nach Villa Rica zurück und wir pretschen durch den Wald pber die Sandpiste so dass wir alle einmal geschüttelt nicht gerührt ankommen. Ich nehme ien Mototaxi zum Büro von Desco und treffe dort um 6Uhr noch Isha an die die letzten Abrechnungen fertigstellt. Sie ist so hochschwanger dass sie fastnicht mehr hinters Pult passt. ICh helfe ihr einräumen, dann packe ich den Koffer und wir fahren zu meinem Hotel. Diesemal eines mit warmen Wasser 😛 Dann mag Isha noch auf einen Saft mitkommen bevor wir beide müde unsere Betten suchen.






































Was uns leider ebenfalls auffällt sind die tonnen an Abfall die überll herumliegen. Viel Plastik und Glasflaschen. Ausserdem ist der halbe Berg von Wachs bedeckt. Uns geht auch bald auf warum das so ist. Wir setzten uns und beobachten ein wenig die Leute. Ich hatte mich schon gefragt warum hier oben so viele Plastikspielzeuge verkauft werden… Die Stände sind überfülltmit Autos, Häuser, Tiere, Stapel aus Spielgeld. Am Beispiel einer FAmilie sehen wir live was es damit auf sich hat. Es werden zwei LAstwagen herangetragen und sorgfältig auf Kokablätter abgesetzt. Dann steht die Familie im kreis darum und bekreuzigen sich während ein Priester (oder so?) ein Feuer macht. Es wird irgendwas gebetet und die LAstwagen ins Feuer gehalten. Dann öffnet man eine Flasche Bier, schüttelt sie richtig und besprücht die Wagen sowie alle mitglieder der Familie. Das ist dann der Moment wo ich sehr aufpassen muss nicht schallend loszulachen. Weihwasser (auch das kann man kaufen an den STänden) wird herumgetröpfelt, eine Glocke geschüttelt und nach ca. 20min wird der Priester bezahlt und alle sind glücklich. Die Familie teilt dann weiter ihr Fanta mit den LAstwagen die wohl als weiterer Plastikmüll auf dem Berg enden. Das war wohl das schrägste was ich seit langem gesehen habe. Andere zünden auch Frauenfürze an oder packen verschiedene Sachen die sie sich wünschen (Haus, Kind, Geld) in einen Plastiksack und machen das Prozedere dann für alles auf einmal. Es steht zwar gross auf dem Altar der Jungfrau geschrieben man solle die Natur nicht kontamnieieren, aber das scheint Nebensache zu sein. Auch steht, keine KErzen auf dem Altar anzünden, das Schild ist aber vom Kerzenrauch geschwärzt und nun ja, rein technisch gesehen brennen die Kerzen auf einer dicken Schicht Wachs also…































Auf der Touriinformation lassen wir uns eine Liste der Free Walking Tours geben und entscheiden uns gleich für die nächste Gruppe in Spanisch. Ein Junger Guide führt uns von der Hauptplaza zu einer steilen Gasse die Calle Suecia (Schwedengasse) heisst. ER erklärt uns dass der NAme gar nichts mit Schweden zu tun hat, sondern dass diese Strasse früher Calle Sucia (Dreckige Strasse) hiess weil hier die Händler immer ihre Lamas abstellten. Die verrichteten unter dem Tag natürlich auch ihr Geschäft hier und deshlab hat diese Strasse auch immer gestunken. Als dies verboten und die Tiere dann irgendwann durch Autos ersetzt wurden (die nun ALLE Gassen verstinken btw.) wollte man den NAmen welchseln und das erste dass den Beamten einfiel war einfach ein E in SUCIA zu SUECIA einzufügen.
































