Huaraz – Nevado Pastoruri und ein Shabbat Essen

Am frühen morgen packe ich meine 7 (oder eher 100) Sachen zusammen und gebe die Schlüssel zum Zimmer an Katia ab. Nur 10min entfernt finde ich meine neues Hostal. Ich werde sehr freundlich empfangen, mein Gepäck wird in den 2. Stock getragen und ich darf mich noch ans Früstück setzten bevor es in einer Stunde auf die nächste Tour geht. Heute werde ich auf den Nevado Pastoruri steigen. Nevados wreden die Berge genannt die Nieve, also Schnee, darauf haben. Das ist so ab 5000m.ü.M. Der Fall. Um mich auf die Höhe vorzubereiten will ich mir also einen Kokatee zubereiten. An der Theke sitzen schon eienige Leute. Unter anderem ein grossgewachsener Mann mit etwas orangen Haaren. Mein Blick bleibt an ihm kleben. Dieses schiefe Grinsen kenne ich doch…? Kann nicht sein! Ich setzte mich an die Bar und giesse heisses Wasser auf. Mir fehlt aber der Zucker. Der steht bei dem mir so bekannten Mann und seiner Freundin. Ich höre dass sie Schweizerdeutsch sprechen. Ich muss ihn Fragen. Nicht nur nach dem Zucker. Ich stelle mich zu ihnen und meine, „Chan ich bitte de Zucker ha?“ „Klar keis Problem“, mir wird der Zucker in die Hand gedrückt. Ich starre den Mann immernoch saudämlich an. „Kenned mir üs nid?“ „Ähm du bisch Kathrin?“ „Ja und du bisch de Alex….“ Vor mir sitzt wirklich Alex Plüss mit seiner freundin Meret. Ich habe ihn seit der Kanti nicht mehr gesehen und wir umarmen uns lachend. Wir können beide dem Zufall nicht glauben. Wir setzten uns für das Frühstück zusammen und Alex erzählt mir dass er jetzt auf dem Hönggerberg bei den Computational Biologen arbeitet. Ich finde es noch besser dass ich ihn da nie getroffen habe sondern erst 14h fliegen muss um ihn mal wieder zu sehen. Er und Meret waren Bergtouren machen, sie sind schon etwa 5Jahre zusammen nachdem sie sich im Biologiestudium kennengelernt hatten. Sie hat gerade als Biologielehrerin angefangen. Schlussendlich müssen die beiden aber gehen, ihr Bus nach Lima fährt gleich. Und mir wird auch bald gerufen. Der Bus meiner Tagestour steht vor der Tür.

Im Bus werde ich neben Karolina aus Brasilien gesetzt. Sie ist 32 Jahre alt und für ein paar Tage in Peru. Nach Huaraz geht es noch weiter nach Cuzco. Obwohl es erst ihr 2. Tag in den Anden ist will sie heute ohne Höhentabletten auf den Pastoruri steigen. Ziemlich mutig wie ich denke… Wir unterhalten uns prächtig und die erste Stunde der Busfahrt vergeht wie im Fluge. Wir stoppen kurz in einem restaurant um einen Mate de Coca (Kokatee) zu trinken, dann gehts auf einer Dreckpiste weiter. Die Landschaft ist sehr trocken. Unser Guide erzählt nun fast nonstop wie sehr sich die Pastoruri-Tour über die letzten Jahre verändert hat. Leider, so meint er, werden wir heute nur noch die Überreste eines einstmals beindruckenden Gletschers sehen. Ind en 1990er Jahren als er das erste Mal eine Tour da hinauf geführt hatte konnte man noch Eishöhlen besichtigen und auf das Eis steigen. Heute ist der Pastoruri fast abgeschmolzens und es hat sich am Ende der Gletscherzunge eine grosse Laguna gebildet. Das übrig gebliebene Eis werde schätzungsweise noch 10 Jahre bestehen bevor auch der letzte Rest des ewigen Eises verschwunden ist. Dann flogt eine sehr lange und detailgetreue Erklärung warum der Klimawandel diese Änderungen hervorruft. Für mich ist da zwar nicht sehr viel Neues drin, aber ich merke das unser Führer wirklich weiss von was er spricht und das es ihm auch sehr zu Herzen geht was die Klimaerwärmung in seinem Land anstellt. Dann erzählt er uns weiter welche Pflanzen wir draussen sehen. Das ist vor allem ein stachliges Grass aus der Familie Stipa. Hier erwähnt er warum es schlecht ist Kühe darauf weiden zu lassen: Sie reissen die Pflanze mitsamt Wurzeln aus anstatt nur die fressbaren Teile abzukauen wie es Schaafe oder Geissen tun. Auch hier wieder merkt man das er vom Fach ist, es ist sehr interessant seinen ausschweifenden Ausführungen zuzuhören und dabei aus dem Fenster zu sehen wo wie hier zB eine Lagune vorbeizeht:

Dann kommen wir zu unserem Ersten Stopp: eine Mineralwasserquelle. Das Wasser sprudelt nur so aus dem Boden. Es sei sehr reich an Eisen und die Leute hier hätten ihm heilende Kräfte zugesprochen. Allerdings musste diese Legende sehr schnell revidiert werden nachdem Forscher sehr hohe Konzentrationen von Blei und anderen Schwermetallen in der Quelle feststelten. Fast schöner als die Quelle ist hier auch die Landschaft. Die gelbliche Stipa wächst im sumpfigen Umfeld der Quelle und wird von Hügeln und dahinter von den Nevados der Cordillera Blanca eingerahmt.

Weiter im Text gehts mit dem Bus. Langsam kurven wir höher. Und da sticht plötzlich ein schwarzer Pfahl aus dem Boden. Und da noch einer und noch einer. Wir sind am zweiten Stopp unserer Tour angelangt, bei den Hüglen der Puya raimondii. Diese Pflanze gehört zur Familie der Ananas und ihr Blütenstand wird bis zu 18m hoch. Sie produziert Milliarden von kleinen Blüten und später ebensoviele Samen. Die wie ein eingerolltes Stachelschwein aussehende Basis der Pflanze allein ist schon 3m hoch. Die Puya blüht nur einmal in ihrem bis zu 100Jahre daurendem Leben, dann stirbt sie. Umso erstaunter bin ich so viele Pflanzen in Blüte zu sehen. Ich bin wahnsinnig fasziniert von der Flora dieses Ortes. Die Biologin drückt extrem durch! Ausser den Pflanzen gibt es hier auch noch eine kleine Lagune die 7 Farben haben soll… Die hat für mich aber gerade 2. Priorität. Ich mach viel zu viele Fotos und dann wird wieder eingestiegen und in wirkliche Höhen hinaufgefahren.

Im Gespräch mit Karolina merke ich irgendwann dass das Atmen schwerer wird. Bald darauf heisst es wir seien jetzt da. Die Stipa-Büschel sind Steinen gewichen hier auf 4800m.ü.M. Der Bus entleert sich und schon nach 3 Schritten spüre ich wie mein Herz kräftiger schlagen muss. Der Weg hinauf zum Gletscher ist sehr einfach und auch eher flach. Aber das bisschen Steigung ist auch genug, ich komme sehr schnell ins Keuchen. Wenn wir zurückblicken zum Basecamp sehen wir die hohen Gipfel der anderen Schneeberge auf uns hianbblicken.

Langsam, ganz langsam aber stetig, sage ich mir und versuche eine Pase zu fassen die mich nicht an den Rand eines Kreislaufkollapses treibt. Es hilft nicht gerade dass Yohann mich jetzt anquatscht. Der junge Peruaner ist Stundent in Lima und fragt mich über die Schweiiz aus. Ich mag ihm aber fast nicht antworten bis wir oben sind. Es geht nur knappe 20min, aber das ist schon viel für die paar hundert Meter. Dann breitet sich die Lagune im ehemaligen Gletscherbett aus. Die Aussichtsplattform die vor nur gerade 10 Jarhren gleich am Eis gestanden hat ist jetzt fast 100m davon entfernt. Da ich schon andere Gletscher gesehen habe beindruckt mich Pastoruris Gletscherchen nichtmehr. Eher stimmt es mich traurig den lebenden Beweis von Klimawandel vor mir zu haben. Das sage ich auch Yohann und unserem Führer Max.

Dann muss ich erstmal mich hinsetzten und eine Banane essen. Es ist grauenhaft wie sehr einem die Höhe Energie entzieht! Dann wird noch etwas geschaut, fotografiert und herumgewandert. Dann geht es schon bald wieder runter und in den Bus zurück. Wir fahren zum Mitagessen in das erste Restaurant zurück. Karolina und ich verstehen uns wunderbar und vereibnaren uns in Cusco allenfalls nochmals zu treffen. Sie hat da zwar ein eher Straffes Programm, aber für ein Abendessen sollte es schon reichen. Dann fährt der Bus uns wohlgeährt und müde von der Höhe und der Sonne zurück nach Huaraz.

Das Highlight dieser Tour war für mich definitiv nicht der Gletscher sondern die Puya raimondii. Sie prägt die Landschaft dieser Hügel extrem und kommt nur noch selten in Peru und Bolivien vor. Ich hoffe dass sie sich, im gegensatz zum schon verlorenen Gletscher noch ein bisschen hält.

Etwa um 7Uhr komme ich in Huaraz an. Ich will duschen gehen und stosse im Zimmer auf Raz, meinen Mitbewohner. Er kommt aus Israel und ist mit einer etwa 7köpfigen Truppe aus seinem Land unterwegs. Wir schwatzen eine wenig und er fragt mich ob ich nicht mit ihnen Abendessen kommen will. Ok, klar, ein gemütliches Abendessen mit Kollegas aus dem Hostel, super. Wohin gehen wir denn frage ich? Ins Jüdische Haus von Huaraz bekomme ich zur Antwort. Oh ok super, vielleicht essen die ja was anderes als Pollo con Arroz… mit dem Taxi kommen wir in ein paar Minuten in dem ominösen Haus an. Als wir eintreten meint Raz, sie beten noch. Etwa 30Leute sind in der Stube versammelt, mit der Kippa auf dem Kopf und der Bibel in der Hand. Der weiss gekleidete mit den langen Kotleten muss wohl der Rabbi sein. Er singsangt vor sich hin in hebräisch, die anderen Antworten. Die Frauen machen versteckt hinter einem Vorhang mit. Aus der Küche riecht es nach oritenalischem Tee und ich fühle mich in ein anderes Land versetzt. Ich warte mit Raz draussen im Flur. Er erklärt mir die verschiedenen Gebete.

Das Gebete geht noch eine viertelstunde, dann wird in den oberen Stock an den Tisch gebeten. Hier sind auch schon Leute und insgesamt werden sicher 50 Stühle besetzt. Ich bin nicht die einzige Eingeladene, ein Japaner und ein Däne schauen etwa gleich blöd aus der Wäsche wie ich. Salate werden verteilt, noch isst aber niemand. Ich bin begeistert, ich meine SALAT! 😀 Dann erheben sich alle. Nochmals ein Gebet. Für den Shabbat, wie Raz mit zuflüstert. Brot wird gebrochen und verteilt, dann endlich können alle essen. Raz‘ Truppe sind alle hier und erzählen mir aus dem Militärdienst von 3Jahren den alle Israeli absolvieren müssen. Ich spreche auch mit einer Jüdin am Tisch die aus New York kommt und heute ebenfalls hier zu ihrer Community gefunden hat. Und genau so fühlt es sich an. Wie eine Community die zusammenhält. Ich diskutiere vieles mit Raz an diesem Abend, er scheint mir ein sehr interessanter Mensch zu sein. Aber irgendwann fallen mir vor Müdigkeit fast die Augen zu. Raz‘ Kollege geht es ähnlich und so verlassen wir das Haus der Juden nach einem super Salat, einem Nährreichem und sehr vegetarIschen Hauptgang und einem feinen süssen Dessert. Ich falle totmüde ins Bett. Was für ein Abschluss eines sehr interressanten Tages.

Huaraz – Laguna 69

Viel zu früh klingelt der Wecker für die Berggänger… Verschlafen machen wir uns in der Küche erstmal ein Tee. Roberto und ich haben hier in Huaraz ein eigenes Zimmer mit Zugang zu Küche und Wohnzimmer mit Cheminee, alles sehr hell und neu. Heute morgen bin ich vor allem froh dass es in der Küche Kokablätter hat um uns aufs anstrengende Trekking vorzubereiten. Während wir auf die Abholung warten halten wir uns fest an der Tasse fest, es ist nämlich noch dunkel und eisig kalt.

Im Bus, der unsere etwa 30köpfige Wandertruppe zum Basecamp im Parque Nacional Huascaran fährt, schlafen alle noch friedlich. Nach ca. 2h git es einen Frühstückshalt. Jetzt, um schon fast 8Uhr ist die Sonne draussen und wärmt zumindest ein bisschen. Ich schlürfe also meine Hühnersuppe und versuche ein wenig Konversation mit den 3 Deutschen neben uns zu machen, aber es sind alle noch ein wenig im Koma scheint es mir. Weiter fahren wir bis zu einem Fotostopp bei der Laguna Llanganuco. Diese versprichtmit ihrem türkisfarbenen Wasser schon sehr viel für unser eigentliches Ziel heute, der Laguna 69. Der Wind zieht kräftig und macht alle Selfiebemühungen zunichte. Dafür ist die Sicht glasklar und die wunderschönen Schneeberge ragen über den Horizont hinauf. Wir befinden uns hier auf ca. 4000m Höhe.

Die Fahrt geht aber noch 2min weiter bis zum Basecamp von wo wir die 7km bis zur Laguna 69 auf 4600m.ü.M. hinaufwandern dürfen. Die Wanderung geht zeimlich gnädig durch eine Ebene los. Kühe weiden und Mäander von glasklarem Gletscherwasser fliessen auf die Laguna Llanganuco zu.

In unserem Rücken ragt der Höchste Berg Perus, der Huascaran (6768m), mit seinen zwei Gipfeln auf.

Die Luft zieht einem durch Mark und Bein, aber die starke Sonne leistet abhilfe. So langsam wird der Wanderpfad steiler und ich komme ins schwitzen. Dabei habe ich es noch gut da Roberto mir den Rucksack abnimmt. Nun taucht auch vor uns eine Eisspitze auf, der Chacraraju.

Roberto teilt mir die Namen von vielen Pflanzen und Tieren mit. Ihm fallen auch die kleinen Blümchen im Gras auf über die ich einfach hinweggelaufen wäre. Vieles, so meint er, hat Verwandte in der Selva, einfach in gross und mit mehr Blätter und Blüten. Ich kann ihm aber oft nur ein „mhm, interesante“ zurückgeben, die Luft ist mir zu dünn um zu laufen und zu reden gleichzeitig. Nach einer ersten Steigung verflacht sich die Landschaft wieder ein wenig und wir laufen an einer weiteren kleinen Lagune vorbei. Wolken steigen langsam hinter der Cordillera auf und verfangen sich spektakulär in den Hohen Spitzen.

Ein Deutscher aus der Gruppe fragt mich im Scherz ob das für Schweizer überhaupt noch beeindruckend sei, wir hätten ja eigene Berge. Aber na klar ist es das!! Vor allem auch zusamm mit dem Wissen das der Punkt hier schon höher ist als ich in Europa jehmals kommen werde. Roberto ist begeistert vom Eis welches an den feuchten Schattenhängen gefrohrenen Kaskaden bildet. Obwohl er die Anden kennt hat er das noch nicht oft aus der Nähe gesehen. Dann geht es nochmals die letzten undert Höhenmeter hinauf. Der letzte Kilometer ist mit abstand der schwierigste. Meine Beine bekunden Sauerstoffmangel nach ein paar Schritten, sonst geht es mir aber besser als erwartet, ist ja erst unser zweiter Tag heute in der Höhe. Allerdings trinken wir Wasser wie wild und sind froh mehr als 1L pro Person mitgeschleppt zu haben (also Roberto hat geschleppt, ihm macht die Höhe weniger Herzklopfen als mir). Dann endlich geht es noch die letzten Meter geradeaus und ich kann das tiefblau der Laguna 69 am Fusse des Berges schimmern sehen.

Und dann sind wir am Ziel. Erst 5min verschnaufen, Haare richten, dann Fotos machen 🙂 Und dann etwas essen. Es ist schon krass wie viele Energie der Aufstieg in diese Höhen braucht. Ich fühle die mitgebrachte Orange sehr und vertilge auch das Brot mit Freude. Mit dieser Aussicht ist das Zmittag sowieso ein Hochgenuss! Die Laguna ist wirklich wahnsinnig blau. Am Rand ist das Wasser klar und würde eigenltich zum Baden einladen, wäre da nicht der böhenartige Wind der einem unter die Kleider kriecht. Die Steine hier sind weiss und machen das Ambiente mit dem vergletscherten Chacraraju schon fast ein wenig kitschig.

Nach ca. 1h macht sich unsere Gruppe auf zum Abstieg. Was so schwer zu besteigen war ist lächerlich einfach beim hinunterlaufen. Roberto und ich sind ziemlich schnell und können so auch immer wieder ein wenig Pause machen um die Aussicht zu geniessen.

Schlussendlich kommen wir nach etwas 6h wieder beim Bus an. Wir sind beide müde, aber sehr glücklich, die Landschaft ist der Wahnsinn und die Laguna wirklich eine Perle! Im Bus schlafe ich wie ein Baby fast 2 geschlagenen Stunden. Dann bin ich etwas erholt. Roberto geht es eher umgekehrt. Er meint er habe Kopfschmerzen, was nach der Höhe ganz gut sein kann. Allerdings glüht sein Kopf regelrecht und ich mache mir etwas Sorgen. Wir überstehen die langsame 3h Busfahrt und steigen in Huaraz mit etwas schmerzenden Füssen und verspannten Beinen aus. Wieder zuhause hat Roberto wirklich Fieber und Bauchkrämpfe. Das sind keine Anzeichen von Höhenkrankheit, ich glaube er hat eher etwa verdorbenes gegessen. Ich setzte Teewasser auf und bin froh ein schönes, relativ warmes Zimmer zu haben, denn Roberto wälzt sich ziemlich herum und wir schlafen beide mässig viel diese Nacht. Am Morgen gehe ich in die Apotheke um ihm en paar Medis zu kaufen. Die helfen schnell, allerdings ist er heute nicht zu Wanderungen bereit. Ist mir aber auch etwas egal, denn ich spüre noch ziemlich meine Beine von gestern. So machen wir uns einen angenehmen faulen Tag nachdem wir in der Stadt Mitagessen und Busfahrten reserviert haben. Roberto muss dann am Abend schon wieder auf den Nachtbus nach Lima während ich einfach morgen in der früh das Hostel wechsle (ich brauche ja kein eigenes grosses Zimmer) und noch ein paar Bergtouren anhänge bis wir uns dann am 20.8. wieder in Lima treffen um nach Cusco zu fliegen.

Huaraz

Die Sonne scheint schon als wir in Huaraz um 7Uhr aus dem Bus torkeln. Ich bin erstaunt wie gut ich geschlafen habe. In der Sonne warten wir auf unser Gepäck und schlendern dann zu unserem Hotel. Auf Anraten von Trini habe ich privat bei Katia gebucht, sie hat Zimmer im 6. Stock ihres Hauses, neu ausgebaut mit tollem Blick auf die Stadt.

Hinter dem Tal in dem Huaraz liegt können wir die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca entdecken. Dies ist der höchste Bergzug des amerikanischen Kontinentes. Dementsprechend hoch sind wir auch in unserem Tal hier schon: Knapp über 3000m.ü.M. So komme ich beim Treppensteigen in den 6. Stock schon ziemlich ausser Atem.

Wir dürfen in den ersten Tagen uns erstmal an die dünne Luft gewöhnen, so spazieren wir nach einem feinen Zmorgen (Caldo de Gallina, Trutensuppe) wie es uns gerade gefällt duch die Strassen und über die Plaza Belen, sowie die Plaza de Armas mit ihren malerischen Kirchen.

Weiter gehts zur Plaza de Soledad wo wir ein Tour-Büro finden welches im Reiseführer angepriesen wurde. Es gibt einen solchen Überfluss an Touranbieter dass es einem sturm werden kann und man nicht weiss wo man anfangen soll zu buchen. Wir haben aber richtig gewählt und entscheiden uns gleich am nächsten Tag zur wahrscheinlich bekanntesten Naturattraktion des Parque Nacional Huascaran zu fahren: der Laguna 69. Für heute wird uns der Mirador (Aussichtspunkt) empfohlen und ein kurzer Ausflug nach Wilkahuain, einer Wari-Ruine.

Wir steigen erstmal zum Mirador El Pinar hinauf. Obwohl die Luft und vorallem der Wind sehr kalt ist wärmt die Sonne sehr. Vorallem bergauf komme ich schon ziemlich ins schwitzen. Nach ca. 20min kommen wir oben an. Der Weg führte durch ziemlich ärmlich aussehende Backsteinhäuser, Hunde, Hühner und Schweine liefen uns über den Weg und ich bin schon das erste Mal froh Roberto dabeizuhaben. Die Aussicht ist fantastisch und wie gesagt, nach Lima tut die Sonne einfach nur gut!

Beim Abstieg meint Roberto er habe Hunger, es ist ja auch schon 13:30. Ich selbst bin noch pappsatt vom Zmorge und geniesse meinen Ananasshake währned Roberto ein MEnu zerdrückt. Keine Ahnung wie der Mann so dünn sein kann…?! Weiter im Takt geht es in der Calle Cajamarca wo die Microtaxis zu Wilkahuain losfahren. Wir dürfen vorne einsteigen da ich hinten die Beine gar nicht zwischen die Sitze bringe. Der VW Bus macht mir ein wenig Angst, er sieht aus und tönt als würde er gleich auseinaderfallen. Die Beifahrertür kann nur noch von aussen geöffnet werden und innen im HAndschuhfach klirren lose Schrauben von denen ich nicht wissen will wo sie überall fehlen. Gottseidank bin ich schon das erste Mal müde (die Höhe macht sich bemerkbar) und wache erst auf als Robertos Kopf an meinen stösst als er auch eindöst und wir beide fast aus dem Fenster fallen. Da sind wir aber gleich am Ziel. Die Gegend ist geprägt von den angepflanzten Eukalyptusbäumen, Mais und Weizen. Die Wilkahuain Ruinen liegen gleich am Rand eines Centro Poblado (Bevölkertes Zentrum, ein sehr kleines Dorf). Es ist jetzt nicht total überragend, aber man sieht eine sogenannte Chullpa, also ein Grabhaus mit zwei Stöcken in denen man neben den Mumien auch Gefässe, Schmuk und Werkzeuge der Wari gefunden hat. Das ganze ist ca. 1300-1000 Jahre alt.

Nach der Besichtigung wird uns gesagt es gäbe noch weitere Chullpas etwas höher oben, 10min zu Fuss. Wir verpassen aber offensichtlich den Abzweiger (Signale wären nicht schlecht…) und geraten auf einen Wanderweg der gerade den Berg hinaufführt. So steigen wir bis zu einem kleinen Aussichtspunkt hinauf und sehen uns ein wenig die Landschaft an. Auch hier wieder, die Sonne ist ein genuss, auch wenn ich den Sonnenbrand schon spüren kann…

Nachdem wir zurück bei den Ruinen ankommen müssen wir etwas warten da am späten Nachmittag nichtmehr viele Kombis den Weg bis ins Centro Poblado hinauffinden. Wir suchen einen Kiosk. Viele Leute hier leben von der Landwirtschaft. Die Frauen tragen ihre typische Cholita-Tracht: Farbige Röcke und einen hohen, breitkrempigen Hut. Vom Reiseführer her weiss ich, das hier schon Touristen ausgeraubt wurden, aber mit Roberto getraue ich mich viel mehr. Er ist sich die dreckigen Strassen aus Villa Rica und den Communitites gewohnt. Dann schnappen wir uns ein Micro und fahren zurück in die Stadt wo wir im Markt Essen für die morgige Wanderung einkaufen gehen. Dann wollen wir beide eher früh ins Bett da wir von der Höhe ziemlich erschöpft sind und wir morgen auch sehr früh aus den Federn müssen, Abholung ist um 4:40.

Letzte Tage in Lima

Auch am Sonntag mache ich noch letzte Besuche bei Freunden in Lima. Mein Amigo Junior, den ich aus Villa Rica kenne, macht es mir aber nicht gerade leicht. Erst verschiebt er den Besuch gefühlte 7Mal, dann will er dass ich alleine zu ihm nach Hause nach Callao fahre. Da es bis dorthin aber keine grösseren, gut angeschriebenen Busse gibt, bin ich sehr skeptisch ob ich ohne Probleme dort lande wo ich will. Deshalb mache ich ihm klar dass er mich wohl oder übel an der nächsten Metro-Station abholen muss. Von dort nehmen wir ein Microtaxi zu ihm nach Hause.

Im Gegensatz zu La Punta ist dies jetzt das Callao welches ich ungefähr erwartet habe. Viele Leute, zusammengerückte Backsteinhäuser, die Hälfte unfertig aussehend, Motos, Hunde, Marktstände, fliegende Händler, es herrscht ein riesen Gewusel… Um in Juniors Wohnung zu gelangen muss man sich auch neben ein paar Reissäcken eines Händlers vorbei zur Treppe quetschen. Junior meint, die Zone sei einigermassen sicher auch wenn es hier viele venezolanische Flüchtlinge hat.

Wir haben beide erstmal Hunger und setzten uns in den Markt. Ich kriege einen frisch gemixten Ananas-Shake und ein belegtes Brötchen zum Frühstück. Natürlich weiss ich, dass jetzt allen Ärzten die Haare zu Berge stehen würden, man soll ja nichts vom Markt oder von der Strasse essen was nicht gekocht ist. Aber es hat so viele Leute hier und die überleben das auch. Letztes Mal habe ich in den Communitites gegessen und es war auch alles gut. Der Ananassaft ist der Hammer.

Junior erzählt mir was sich alles in seinem Leben geändert hat, und das ist einiges. Er hat jetzt eine Freundin (bald Frau) und eine 4Monate alte Tochter. Er ist schon sehr herzig wenn er über sie spricht. Ich weiss, dass er finanziell schon vorher oft am Rad gedreht hat, aber er macht wiklich alles um seine Familie über Wasser zu halten. Das beinhaltete auch nach Lima zu ziehen, in das Haus seiner Mutter, zusammen mit seinem jüngeren Bruder. Er sagt, so sei es auch einfacher mit der Kleinen weil die Grossmama viel mithelfen kann. Aber auch so ist es nicht leicht. Er hatte vor ein paar Monten einen schweren Töffunfall (was nicht wundert wenn man seinen Fahrstil kennt leider) und hatte sich das Handgelenk gebrochen und den Kopf aufgeschlagen. Es ist zwar alles verheilt, aber das Handgelenk schmerzt. So musste er seinen Job als Koch an den Nagel hängen. Nun arbeitet er in Schulen, er unterrichtet Kinder in Schach. Es ist mir zwar schleierhaft wieso dieser Job genau existiert, aber umso besser für Junior, den er wird ganz gut bezahlt. Er wirkt zwar müde, aber dass liegt auch einfach am Umstand dass ein kleines Kind im Hause wohnt. Leider kann ich Maia Isabela nicht kennenlernen da ihre Mama mit ihr gerade auf Familienbesuch in Villa Rica ist. Dafür habe ich mehr Zeit um mit Junior zu plaudern. Auch fürs Zmittag setzten wir uns in den Markt. Für mich ist es immernoch sehr ungewohnt dass ganze gehäutete Hühner offen herumhängen wo Hunde daranschnüffeln und Fliegen herumschwirren. Naja, ich werde einfach darauf schauen, dass alles wirklich gut durchgekocht ist…

Dann muss ich mich aber schon bald verabschieden. Mindestens 1.5Stunden muss ich einplanen um von Callao nach San Isidro zu kommen. Da treffe ich um 5Uhr meine Gastfamilie vom ersten Besuch in Lima, Cuqui und Enrique mit ihrer Tochter Daniela. Junior begleitet mich zum Micro welches direkt zur Metrostation fährt. Die Fahrt von ca. 15min kommt mir elend lang vor. Der Fahrer fährt ziemlich ruckartig und ich bin mehrmals erstaunt dass wir niemanden rammen, vorallem als er einfach ohne zu schauen in den übervollen Kreisel hineinfährt. Ich muss laut lachen dass wir das alle heil überstehen. Natürlich fährt das Micro dann nicht ganz an die Station und ich muss mich kurz orientieren. Hier drehen sich die Leute teilweise zu mir um, ich bin garantiert die einzige Ausländerin im umkreis von Kilometer…. Ein netter Mitfahrer meint er begleite mich bis zur Station. Es ist zwar nur ein paar hundert Meter, aber auch hier wimmelt und wuselt es von Menschen. Mit Geleit komme ich aber gut in der Station an. Dort quetsche ich mich wie eine Sardine in der Büchse in den übervollen Bus und fahre eine geschlagene dreiviertel Stunde platt an mindestens 4 andere Leute gedrückt bis nach San Isidro. Dort kämpfe ich mich aus der Metro und mache mich auf den fast schon altbekannten Weg zu meiner alten Unterkunft.

Cuqui und Enrique empfangen mich mit offenen Armen. Es ist schon fast ein Kontrastprogramm zu Callao, hier ist alles friedlich, sicher, leer und ruhig. Sie wohnen gleich neben einem öffentlichen Park, was in Lima schon fast als „im Grünen“ gelten kann. Wir trinken einen Tee, zwei Tee, drei Tee und underhalten uns grossartig! Daniela erzählt von ihrer Europareise, unter anderem hat sie Prag, Berlin, Nürnberg, Barcelona und zum Schluss noch Verwandte in Rom besucht. Im Januar kommt sie für kurze Zeit vielleicht in die Schweiz bevor sie von Europa dann nach Indien weiterreist. Der ganze Abend ist sehr interessant, die Corzos isnd sehr gebildete Leute die viel über ihres Land wissen. Es ist eine Freude sie wiederzusehen.

Kurz vor 10 Uhr bin ich dann ziemlich erledigt wieder im Hostel, irgendwie war das heute sehr viel Spanisch auf sehr hohem Niveau haha. Roberto kommt auch erst spät, er hatte wie jeden Tag voll in der Kaffeemesse zu tun, von 9Uhr morgens bis 9Uhr abends am Stand gestanden und Kaffee verkauft. Zumindest lief es ganz gut, die Lager sind leer.

Am nächsten Tag stehen wir Zeitig auf, räumen das Zimmer und fahren dann auf 12Uhr nach Miraflores ins Restaurant La Mar um uns ein spektakuläres Ceviche zu gönnen. Meine Arbetskollegen haben mir ein wenig Geld zugesteckt bei meinem Praktikumsabschluss und das geben wir mit grösstem Genuss im 2.besten Restaurant Perus aus. Dann spazieren wir an der Küste entlang bis hinübr nach Barranco und haben endlich Zeit miteinander zu quatschen. Wir erledigen die letzten Dinge, Roberto muss noch ein Paket nach Villa Rica aufgeben, ich muss noch Wasser einkaufen, dann quetschen wir uns in den übervollen Bus ins Zentrum, essen etwas kleines zu Abend und holen unsere Koffer im Hostel ab. Nun sitzen wir im Terminal von Cruz del Sur und warten auf den Nachtbus nach Huaraz in die Berge, und – noch viel wichtiger – in die Sonne!

Besuch in Barranco bei Trini

Mein Samstag beginnt mit der Suche nach einem Kiosk der mir den Prepaid-Saldo aufladen kann. Ich finde zeimlich schnell einen der Movistar lät, aber nichts funktioniert. Offensichtlich ist das Benutzernetz von Movistar zusammengebrochen. Ich könnte die Firma mal wieder ungespitzt in den Boden hauen…

Naja dann muss es wohl ohne Google Earth gehen… Ich will nämlich nach Barranco um Trini zu besuchen. Auch sie kenne ich von der letzten Reise, sie arbeitet als Vertreterin von Farmamundi in einem Projekt mit Desco. Wir lernten uns in Huancayo kennen und ich durfte über Weihnachten 2018 bei ihr wohnen und auf ihre Katze Ura aufpassen während sie zuhause in Bilbao war. Jetzt wohnt sie nicht mehr wie damals in Miraflores sondern im Künstlerviertel Barranco. Auch ohne Google Maps finde ich ihre Strasse zwar schnell nur ist sie noch nicht da. Trini steckt noch in Miraflores in der Massage fest. Macht nichts, ich mache noch einen kurzen Spaziergang zu der Puente de los Suspiros und schaue mir die Aussicht auf die Costa Verde an. Dann hole ich in der Touristinformation einen nicht digitalen Stadtplan und setzt mich in den Park.

Da holt mich Trini dann ab. Sie ist eine wunderbare unabhöngige und selbständige Frau die sehr viel positive Energie austrahlt. Wir machen ein paar Schritte zusammen und sie zeigt mir ein paar Strassen abseit des Touristengetümmels.

Barranco ist wirklich ein hübsches Viertel dass sich wie ein kleines Dorf anfühlt. Dann suchen wir ein Restaurant und führen uns Ceviche und Fisch zu gemüte. Das essen ist grandios und die gespräche mit Trini ebenfalls. Ich finde sie ist eine sehr inspirierende Persönlichkeit!

Nach einem tollen Zmittag zeigt Trini mir noch ihre neue Wohnung. Sie wohnt im dritten Stock wohin uns eine sehr engle Wendeltreppe führt. Ich finde sie cool, hoffe aber ich muss da nie runter wenn es brennt oder bei einem Erdbeben. Trini meint mit dem Koffer sei es auch nicht so toll… Oben angekommen begrüssen wir erst Ura. Das Büsi ist ein wenig älter als letztes Mal aber immer noch gleich süss 😉 Dann setzten wir uns mit einem Tee aufs Sofa und reden über Gott und die Welt. So vergeht die Zeit wie im FLuge und bald ist es 18:30. Wir entscheiden nochmals einen kleinen Spaziergang zu machen und flanieren durch Barranco. Trini zeigt mir das Museum des Fotographen von Lady Diana, der war offenbar Peruaner und hat hier seinen AUsstellung. In derselben Strasse hat es tolle, palastähnliche Häuser welche noch andere Museen beherbergen. Weiter oben hat ein neues Restaurant geöffnet das eines der Besten auf der Welt sein soll. Seit es hier steht hat sich die Sicherheit in der STrasse erhöht, da plötzlich mehr Reiche hierherkommen und das Restaurant 24/7 bewacht wird.

Wir machen halt bei der Bar Posada del Angel. Es ist schon fast 8Uhr und Zeit für ein Glas Wein. Die ganz Zeit unterhalten wir uns, über unsere Zukunftspläne zum Beispiel. Ich erkläre ihr meine Pläne fürs Doktorat, sie erzählt mir dass es sie nächstens nach Spanien zurückzieht, nach vielen vielen Jahren als expat in Südamerika. Wir sprechen auch übers Reisen. Trini ist so viel herumgekommen und kann mir unendlich viele Tipps geben für Peru, Bolivien und vor allem Kolumbien wo sie lange ZEit gelebt und gearbeitet hat. Auch mit ihr fühle ich mich einfach nur wohl und ich merke das Lima, obwohl grau und laut, ganz gut gefällt mit so tollen Freunden die sich so viel Zeit für mich nehmen und mit denen ich mich so gut verstehe. Trini ist wrklich wie eine alte Freundin und eifach eine tolle Person. Ich hoffe wirklich sie allenfalls öfters zu sehen wenn sie wieder in Europa arbeitet.

Nach HAuse fahre ich nach 9Uhr mit dem Metrobus der mich direkt wieder in die Innenstadt bringt. Ich fühle mich grossartig, nicht wie letztes Mal als ich es tunlichst vermied nach Sonnenuntergang draussen zu sein. Heute hat mich auch schon 2mal jemand auf der Strasse nach dem Weg gefragt, ich glaube ich passe mich Peru ganz gut an 🙂 Morgen steht noch der letzte Besuch bei meiner früheren Gastfamilie an und dann fahre ich am Montag Abend zusammen mit Roberto (der momentan so viel zu tun hat in seiner Kaffee-Ausstellung dass ich ihn am Tag nicht zu Gesicht bekomme) nach Huaraz in die Anden.

Lima mit Katy – Callao und Parque de Aguas

Mein zweiter Tag in Lima werde ich heute mit einer Freundin verbringen. Katy hatte ich auf der letzten Reise in Puno kennengelernt wo wir im selben Hostel untergekommen sind. Heute wollen wir uns um 10Uhr auf der Plaza San Martin treffen. Dort komme ich auch pünktlich an. Beim warten werde ich von einem der herumstehenden Polizisten angesprochen. Er gehört zur Touri-Polizei die extra nur für die Anliegen der Reisenden zuständig ist. Erf ragt mich ob ich schon wisse wie man sich hier im Zentrum von Lima bewegt, ob ich mich sicher fühle und ob es mir gefalle. Ich kann alles bejahen und fühle michnoch ein wenig sicherer 🙂 Allerdings auch ein bisschen einsam… Katy hat verspätung, sie schreibt mir sie habe den Verkehr um diese Zeit unterschätzt und komme 1-1.5h später. Ich muss lachen, wäre ja zu gut gewesen.

Also mach ich mich auf zur Plaza de Armas. Auf dem Weg sehe ich in der Iglesia de la MErced vorbei. Es ist noch Messe, die Kirche allerdings längst nicht so voll wie an einem Sonntag. Der Pfarrer betet seine Litanei in einem einschläfernden Singsam herunter. Ich begutachte all die aufgestellten heiligen. In jeder Nische kann man für irgendetwas anderes Beten. Dabei fällt mir ein, dass ich ja die grosse Kathedrale Limas an der Plaza de Armas letztes Mal gar nicht besucht habe (weil es mir den Eintritt nicht wert war…). Jetzt wo ichnoch eine Stunde Zeit habe will ich das nun nachholen.

Bei der Kathedrale angekommen bezahle ich also die 10 Soles (ca. 3.-) um in die Kirche und ihr Museum eingelassen zu werden. Man händigt mir einen Prospekt mit den Beschreibungen der verschiedenen Nischen aus, in denen man jeweils Statuen, Reliquien oder ähnliches in verschiedenen Stilen begutachten kann. Diese Heiligtümer haben sich über die vielen Jahre die die Kirche schon existiert angehäuft. Jede Nische hat auch ihren Sponsor, zB ein reicher Einwohner von Lima, eine Firma oder sogar die Universität San Marcos in einem Fall. Da nicht alle Nischen aus der gleichen Zeit stammen kann man beim vorübergehen regelrecht eine Zeitreise machen was Stil, Farbe und Präsentation kirchlichen Heiligtümer betrifft. Meine Lieblingsnische ist die Nummer 12, die Zeigt den Heiligen der Zahnärzte und hat deshalb eine für einen Zahnarzt sehr schrecklich wirkende Zange in der Hand. Schade nur hatte mein Zahnarzt keinen Heiligenschein….

Ebenfalls besichtigen kann man ein paar Katakomben wo frühere Bischöfe oder Stadtpräsidenten beerdigt wurden. Das sind allerdings wirklich nur ein paar Löcher im Boden mit sehr tiefer Eingangstür. Neben dem Hauptschiff gelangt man auch noch in die Räume des kleinen Museums wo die mit Gold bestickten Kleider der Bischöfe und die Gefässe zum Herumtragen der Hostien an Ostern und Corpus Christi ausgestellt sind. Wie schon letztes Mal in Arequipa ist auch dieses Museum zwar klein, aber voll mit wirklich Wertvollen Schätzen. Edelsteine ud Diamanten glänzen aus jedem Winkel. Sehr interessant fand ich auch den Raum mit den alten Gesangsbüchern. Deren Ausmasse sind so 1mx2m was mich doch etwas erstaunt. Ich lese dann, dass nicht wie heute jeder so ein Buch auf dem Schoss hatte sondern dass man diese vorne aufgestellt hat damit jeder mitlesen kann. Deshalb auch die Übergrösse, schliesslich musste auch der Hinterletzte den Text noch entziffern können.

Dann kommt Katy an. Wir treffen uns vor der Kirche und machen erst einen kleinen Spaziergang ums Regierungsgebäude. Wir haben uns gleich viel zu erzählen. Sie ist nun fertig mit ihrem Agrar-Studium und deshalb gerade frei zu tun was ihr gefällt. Im Oktober wird sie ihre Stelle in einem Städtchen etwassüdlich von Lima antreten. Sie erzählt mir von ihren Reisen die sie in Peru unternnommen hat und den vielen Prüfungen. Dann wollen wir etwas essen gehen, aber das WEtter ist heute so grau und neblig dass niemand so worklich Lust hat zu arbeiten, so scheint es. Alle Nicht-Touri-Restaurants haben zu. So entscheiden wir zuerst zu unserem ersten Stop der Tour de Lima by Katy zu fahren, nach Callao. Nun, jeder Europäer der nach Lima fährt hört mindestens einmal er solle jaaa nicht nach Callao gehen, dort sei es gefährlich! Ich bin nun aber in Begleitung einer Limeña, also sollte das kein Problem sein. Wir steigen in einen Bus der an eine Strasse fährt wo wir einen zweiten Bus nehem der uns an einer anderen Strasse an ein Micro (ein VW-Bus der als Bus funktioniert) übergibt.

Ich folge Katy brav und passe in den vollen Fahrzeugen auf meine sieben Sachen auf. Wir fahren durch die Strassen von Lima, einige gross und befahren, andere gesäumt von Märkten und Leuten, andere eher verlassen und dreckig. Nach fast 1h sind wir da, in La Punta, Callao. Dies ist die Spitze von Callao die ins Meer hineinragt und schon seit die Spanier hier ankamen als Hafen von Lima dient (als Callao noch ein Dörfchen war undnochnicht mit Lima zusammengewachsen). Neueste Bemühungen haben hier offensichtlich ein schönes Viertel entstehen lassen in welches es die Bewohner von Lima im Sommer zieht um zu Baden und am Strand entlangzuflanieren. Man sieht den Hafen mit seinen Kränen und Containern und viele vertäute Segelschiffe und Yachten der Reichen. Alles sieht gar nicht nach dem gfürchigen Callao aus das mir immer alle beschrieben haben. Wir setzten uns in ein tolles Restaurant in einer ganz Farbigen Gasse und ich geniesse eine Papa rellena (Gefüllte Kartoffel) und ein wunderbares Fischfilet.

Dann spazieren wir am Malecon dem Strand entlang. Die Häuser hier sind echt hübsch und ich kann mir vorstellen dass es im Sommer eine tolle Athmosphäre hier hat. Heute ist allerdings ein Regentag, oder das was in in Lima einem Regentag am nächsten kommt. Eine graue Wolke hängt nicht über sondern in der Stadt, alles ist feucht und meine Brille beschlägt etwas. Hier ist es halt noch Winter.

Nach ein paar Metern werden wir auf ein Schiff aufmerksam das gerade auf dem Strand anlandet. Leute mit Schwimmwesten steigen aus und der Kapitän ruft uns zu ob wir nicht eine Vuelta (ein Rundgang) durch den Hafen machen wollten. Solo para 10 Soles! (Für nur 10Soles). Wir schauen uns an, ja wieso nicht! So sitzen wir zusammen mit einer dreiköpfigen Familie deren etwa 7jährige Tochter den Ausflug lautstark geniesst im Kutter. Der Steuermann fährt zuerst am Wellenbrecher vorbei und kommentiert jedes Gebäude dass wir dahinter sehen. Viele gehören zur peruanischen MArine die hier das Ausbildungszentrum hat. Auch das Segelschiff des Präsidenten Ankert hier. Auf den Steinen des Wellenbrechers können wir rote Krebse, Möven, Seesterne und Pelikane sehen. Danach wird uns ziemlich detailliert erklärt was auf den 4 kleinen Inseln vor dem Hafen alles passiert ist. Die eine war (oder ist, nicht mehr sicher) ein Hochsicherheitsgefängnis mit Militärbasis für die Taucher. Auf einer anderen wurden (hier sicher Vergangenheit) die zum tode Verurteilten hingerichtet. Weiter geht die fahrt durch die Privatyachten hindurch und uns wird der unterschied zwschen Selgelboot und KAtamaran erklärt. Nach ca. 20min sind wir zurück am Hafen und ich bin um mehr Facts reicher geworden als ich erwartet hätte.

Katy und ichs chlendern noch ein bisschen durch La Punta. In einer anderen Strasse haben sie erst neulich alle Häuser bunt gestrichen um dem etwas ärmlichen Teil des Quartieres ebenfalls etwas Charme zu verleihen was gar nicht so schlecht geklappt hat. Fehlt noch dass sie die STrassenhunde vertreiben…

Dann geht es mit einem Micro direkt zurück ins Stadtzentrum. Es ist schon fast 6Uhr als wir dort ankommen und Katy führt mich in den Parque de los Aguas. Dies ist ein ziemlich grosser STadtpark Limas mit 13 verschiedenen Springbrunnen. Da es schon eindunkelt sind diese mit verschiedenen Farben bleuchtet und ich bin wirklich begeistert, es sieht bezaubernd aus. Zusammen mit sehr vielen anderen Leuten schlendern wir durch den Park, schön der Reihenfolge nach alle Brunnen abklappernd. Dann, um 7:15 kaufen wir uns Churros und begeben uns zum grössten Brunnen in der Mitte des PArks um die Abendshow zu sehen. Jeden Tag wird hier 3mal eine Musik/Farbe/Wasser-Show aufgeführt. Es hat viele LEute, wahrscheinlcih auch weil es Freitag Abend ist, trotzdem finden wir einen guten Platz wo alles zu sehen ist. Es beginnt in dem das Wappen von Lima auf den Brunnen projeziert wird, was mich irgnendwie an die HungerGames errinnert. Dann gehen die Lichter aus und in etwas 15min sehen wir eine Hommage an Peru. Projektionen wechseln sich mit Laserstrahlen ab, Die Brunnendüsen sprayen, tanzen und straheln in allen Farben, ich bin begeistert!!

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NAch dem Spektakel, welches natürlich in den Farben Perus endet haben KAty und ich Hunger und suchen uns ein Restuarant für den Znacht. Wie schon den ganzen Tag unterhalten wir uns sehr gut und ich fühle michmit ihr in Lima pudelwohl, auch wenn es schon längst dunkel ist. Es hat aber auch immernoch viele LEute auf den Strassen und als wir uns bei der Plaza San MArtin verabschieden habe ich null bedenken die 3 Häuserreihen noch alleine zum Hostal zurückzugehen. Ich fange an mich in Lima wirklich wohl zu fühlen.

Erster Tag in Lima

Gestern fiel ich um kurz nach 6Uhr, nachdem ich eingemummelt in 4 Decken noch versucht hatte all meine Freunde in Lima zu erreichen und die Besuche zu coordinieren, in einen sehr tiefen Schlaf. Etwa 5Stunden später weckt mich mein Handy. Roberto ruft an und meint er sei jetzt in Tarma und unterwegs nach Lima. Ich freue mich seeeehr in bald hier zu haben! Aaber nicht so sehr dass ich nicht gleich nach dem kurzen Telefonat wieder in einen Komatösen zustand zurückfalle. Dieser wird dann erst morgens um 4Uhr unterbrochen als Roberto an die Tür klopft. Ich bin natürlich total verpennt aber so so happy ihn zu sehen. Ihm geht es ähnlich, er meint er habe fast die ganze Fahrt nach Lima verschlafen. Im Zimmer ist es eiskalt, also kuscheln wir uns schnell wieder unter die warmen Decken. Er erzählt mir vom Militär und wie es ihm ergangen ist seit wir uns das letzte mal gesehen haben. Das ist schon 1.5Jahre her, kommt mir aber gar nicht so vor. Irgendwann schlafen wir beide wieder ein und wachen erst kurz nach 9Uhr auf. Zum Frühstück kommen wir in einem kleinen Restaurant zwei Häuser weiter die Strasse hinauf unter. Es ist typisch peruanisch, wir sind 2 Blöcke von den Touri-Spots entfernt. Roberto ist etwas ausgehungert da er auf der Reise nichts richtiges in den Magen gekriegt hat, während ich immernoch das Lomo Slatado von gestern im Bauch habe. So gibt es für mich Brötchen mit Spiegelei und für Roberto Forelle mit Reis (what else…?).

Wir versuchen einen Plan für unsere Reise zu machen. Die Situation ist folgende: Roberto wird bis am 11.8. noch in einer Kaffeemesse arbeiten, er hat dort einen Stand mit seiner eigenen Kaffeemarke Chihuaco (ist jetzt btw offiziell eine eingetragene Marke). Dann haben wir Zeit bis am 18.8., danach muss er für eine Inspektion des Militärquartiers zurück nach Villa Rica. Ab dem 19.8. hat er dann aber sicher 2 Monate Zeit um etwas weiter weg zu gehen. Bis am 12. habe ich sowieso noch ganz viel vor in Lima, ich will mehrere Freunde besuchen, Jetlag auskurieren und vielleicht noch ein bisschen Tourismus anhängen. Aber dann möchte ich aus diesem Loch hier weg. Lima ist einfach nichts schönes. Für die paar Tage die uns bleiben bis zum 18. werden wir also nach Huaraz in die Cordillera Blanca fahren. Dort kann man wunderbar wandern. Jetzt ist Hauptsaison mit gutem Wetter und die Laguna 69 war sowieso auf meiner To-Do Liste. Dann muss Roberto wie gesagt kurz nach Hause während ich sehr warscheinlich noch ein wenig bleiben und danach nach Cusco fliegen werde. Dort können wir uns dann wieder treffen und uns auf den Weg nach Bolivien machen. So mal der vorläufige Plan.

Zu bald muss Roberto an die Arbeit (er sit eigneltich schon fast 2 Stunden zu spät, aber er ist Peruaner, er darf das 😛 ) und ich mache mich auf den Weg nach Miraflores. Heute stehen keine Freundesbesuche an, ich möchte einfach in aller Ruhe ein bisschen spazieren gehen und sehen ob immernoch alles gleich aussieht wie vor 1.5Jahren. Ich versuche mich zu errinnern wie der Metrobus (ein Bus der auf einer eigenen Schnellstrasse fährt und somit nicht von dem allgegenwärtigen Stau gebremst wird) funktioniert und treffe dabei auf eine Amerikanerin die gerade das gleiche Problem zu haben scheint, nämlich heruaszufinden in welche Richtung der Bus fährt in den wir einsteigen müssen. Wir sind an der falschen Haltestelle wird uns gesagt und wir suchen also nun gemeinsam die richtige. Sie heisst Abby und kommt aus Oregon. Heute ist ihr letzter Tag einer 6monatigen Reise durch Chile, Argentinien, Bolivien und Peru. Am besten, sagt sie, hätte ihr der Aufenthalt auf der Farm einer alten Frau, irgendwo zwischen Ica und Arequipa, direkt am Meer gefallen. Dort sei sie ganze 3 Wochen geblieben, irgendwo am Ende der Welt und habe die Hühner gefüttert, den Garten etwas gepflegt und vor allem die Ruhe und den Frieden genossen. Sie ist auch eine der wenigen Amerikaner die ich bis jetzt getroffen habe, die während ihrem Aufenthalt etwas Spanisch gelernt haben stelle ich fest. Jetzt geht es am Abend für sie aber nach Hause, das letzte Jahr ihres Soziologiestudiums steht an.

Ich steige in der nähe des Parque Kennedy, gleich im Zentrum Miraflores aus. Oh ja, hier kenne ich mich aus und komme ich fast ohne Karte aus. An dieser Ecke steht das grosse Kasino, da ist die Strasse mit den fielen Kunstläden und dort drüben das verhasste Movistarcenter (ich sehe die vielen Leute anstehen und bin zweimal froh musste ich mir das nicht nochmals antun. Ich glaube ich wäre Amok gelaufen). Im Parque Kennedy angekommen fallen mir viele bunte Zelte und farbige Absperrungen auf. Schon auf dem Weg säumten Plakate mit „Bienvenidos a los juegos de Lima 2019“ (Willkommen an den Spielen in Lima 2019) oder mit „#todosjugamos“ (#wirspielenalle) die Strassen. Momentan finden die Panamerika-Spiele (sowas wie die Olympiade für Amerika) in Lima statt und durch den Park führte allem anschien nach eine Lauf- oder Velostrecke. Ansonsten ist alles wie früher, die Leute sitzen, spaziren, lassen sich die Schuhe putzen oder streicheln die Katzen für die der Park bekannt ist.

Ich gehe weiter die grosse Avenida herunter zum Larcomar, dem modernsten Einkaufszentrum Limas gleich an der Küste.

Auch hier hat sich nicht viel verändert. Sogar der Bikerental-Stand steht noch am gleichen Ort. Die Aussicht auf die Küste in Barranco und Chorrillos ist sehr dunstig. In Lima ist Winter und ich muss mit Pullover unterwegs sein. Jetzt am Meer brauche ich beim herumstehen sogar Jacke und Schaal da vom Wasser her ein kühler Wind heraufbläst . Regen muss man aber nicht erwarten, das muss man in Lima nie. Ich spaziere weiter dem Malecón entlang zum Parque del Amor und weiter bis zum Faro.

Beim Faro (Leuchtturm) entscheide ich mir meinen Zmittag im Einkaufszentrum zu holen. Ich weiss sogar noch wo ich das finde, da ich letztes Mal als ich bei Trini gewohnt habe auch immer hier in der Gegend einkaufen ging. Also spaziere ich zu Vivenda und kaufe vorallem Früchte, ich muss jetzt echt noch keinen Reis-Overkill produzieren, der kommt noch früh genug. Die nächste Metrostation ist gleich in der Nähe und so fahre ich wieder ins Zentrum. Dieses Mal ist der Bus sehr voll und ich muss mich an meinem Stopp etwas heruaskämpfen. Vom letzten Mal habe ich meine Lektion bezüglich ÖV gelernt: Rucksack kommt nach vorne auf den Bauch, das Handy und das Geld in die Innentasche meiner Jacke. So bin ich auch trotz vielen Mitreisenden nicht sehr gestresst da ich weiss, dass mir niemand unbemerkt etwas klauen kann. Wieder im Hostal ist es zwar noch nicht speziell spät, aber ich habe für heute genug von Lima gesehen. Die Stadt ist einfach immernoch voll, lärmig, dreckig und neblig. In den schönen Ecken und Parks war ich gerade und ich fühlte mich schon fast nicht mehr als Tourist, weil ich Miraflores wirklich schon gut kenne. Morgen werde ich hoffentlich noch ein paar neue Sachen in weniger touristischen Ecken entdecken können, denn morgen gehe ich mit Katy weg. Ich hatte sie auf der letzten Reise in Puno kennengelernt und wir treffen uns also morgen um 10Uhr auf der Plaza de San Martin. Ich bin sehr gespannt auf sie und wo sie mich hinführen wird. Aber für heute ist es genug. Ich wickle mich in die Decken und versuche mit kalten Fingern gleichzeitig Mango zu essen, das Bett nicht zu vertropfen und einen Beitrag zu verfassen.

Ankunft in Lima

Als wir endlich in Lima landen habe ich noch keine 5min geschlafen. Dafür vier Filme gesehen und alle 10min nachgeschaut wie lange der Flug wohl noch dauert…. Wir waren sehr schnell heute und landen nicht um 6 Uhr, sondern sogar schon um 5:15 Uhr. Auch an der Grenze geht alles ziemlich fix. Das ist alles wunderbar, aber jetzt bin ich ein wenig zu früh für mein Empfangskomitee. Eigentlich wollte mich ja Roberto am Flughafen abholen. Aber der steckt nun doch noch in Villa Rica im Militär in einer Inspektion fest. Deshalb war ich sehr froh als Walter mir angeboten hat mich in Empfang zu nehmen. Ich packe meinen Koffer vom Band und warte noch 10min bis er in der Eingangshalle auftaucht. Ursprünglich hatten wir uns während der letzten Reise auf den Galapagos kennengelernt, letztes Mal als wir uns trafen kam er für einen 2tägigen Zwischenstopp auf seiner Europareise nach Zürich, das war im letzten Frühling. Er ist zwar gebürtiger Peruaner, wohnt aber schon seit Kinderjahren in Argentinien in der nähe von Buenos Aires. Im Moment ist er gerade auf Familienbesuch bei seiner Tante. Diese wohnt nur etwas 15Autominuten vom Flughafen entfernt und wir suchen uns also ein Taxi um dorthin zu kommen. Macht man 2 Schrite aus dem Flughafengelände heruas werden auch die Preise plötzlich drastisch kleiner… Wir haben uns einiges zu erzählen und die Fahrt vergeht wie im Fluge. Im Haus seiner Tante angekommen besorgen wir uns als erstes um die Ecke ein paar Brötchen und dann gibt es Frühstück. Die etwas süsslichen Brötchen schmecken für mich extrem nach Peru! So langsam komme ich an.

Der arme Walter ist wie ich noch ein wenig verschlafen, er hatte am Abend zuvor eine lustige Familienrunde die bis in die Morgenstunden gedauert hat und jetzt musste er so früh aufstehen für mich… Bald lerne ich auch Walters Tante Miluska kennen. Sie wohnt in einer mittelgrossen Wohnung zusammen mit ihrer Mutter. In den 3 Stockwerken darüber wohnen ihre zwei Töchter mit ihren Familien und eine ihrer Schwestern. Nach einem ausgiebigen Kaffeekränzchen (bzw Teekränzchen, den brauche ich gerade da es in Lima empfindlich kalt ist, vor allem in einem Haus ohne Heizung und peruanischen Fenstern) mit verschiedensten Familienmitglieder Walters machen wir uns auf um mir eine SIM Karte zu besorgen. Diesemal ohne komplziertes Passkopieren und Unterschrift sondern einfach mit Walters peruanischer DNI (eine persönliche Nummer die jeder peruaner besitzt). Das geht dann auch im erstbesten Kiosk und kostet mich 3min und 3.-. Das Leben hier ist echt einfacher mit guten Freunden.

Das Haus von Miluska steht in einem (eher) sicheren Viertel. Allerdings bin ich überzeugt dass ich die einzige Touristin hier bien und ich wäre auch nie alleine hier herumspaziert. Aber mit Walter ist alles ganz einfach. Wir gehen gleich auch noch einkaufen fürs Mittagessen. Alles kann gleich um die Ecke in verschiedenen kleinen Läden besorgt werden, so wie ich es von Villa Rica kenne. Beim Früchtestand muss ich mir ein paar Granadillas kaufen, mmmh so fein! Dann weiter zu Kartoffeln, Fleisch und Gewürze. Miluska kocht extra für mich Lomo Saltado, ein peruanisches Nationalgericht. Dies braucht aber seine Zeit. Der Reis köchelt auf dem Gasherd vor sich hin während sie Zwiebeln und Tomaten schentzelt und Walter und ich Kartoffeln schälen. Lachen muss ich als Miluska mir ihre Alternative zur Kanoblachpresse zeigt. Die ist nämlich ein grosser (nach Knoblauch stinkender) Stein. Auch witzig finde ich ihre Katze die die runde Figur eines Fussballes hat. Ich fühle mich extrem wohl hier und mein Spanisch ist (für die Müdigkeit die mich doch langsam befällt) noch ganz ok. Als es dann um knapp 13Uhr Zmittag gibt habe ich wirklich Hunger. Viel peruanischer könnte der kulinarischer Start meiner Reise gar nicht sein (und sie ist auch dementsrpchend gross 😛 )

Nachdem die erste Portion Reis dieser Reise verspiesen ist, ist es langsam Zeit in mein Hostal zu fahren. Dieses liegt im Zentrum von Lima. Walter muss sowieso dorthin um noch etwas einzukaufen und so begleiten mich Walter, Miluska und Rodrigo, Miluskas 10jähriger Enkel. Wir laufen mit meinem Gepäck zur nächsten grossen Strasse wo die Busse und Minivans halten. Es hat sehr viele Leute und das gehupe ist gleich neben der Strasse teilweise fast nicht auszuhalten. Fährt ein Bus ab hält gleich der nächste Kombi, aus dem Fenster und der Tür werden die Haltestellen gebrüllt, Leute steigen ein und aus, es ist ein riesiges Chaos. Ich kann beim besten Willen nicht sagen wie Walter weiss in welchen Bus wir einsteigen müssen aber er bringt uns sicher ins Zentrum Limas. Der Verkehr ist so krank und alles so chaotisch, es hat mir schon fast ein bisschen gefehlt 😉

Im Hostal angekommen schmeisse ich meine Sachen ins Zimmer und begleite Walter noch auf der Suche nach dem Schmucksteinladen bei welchem er auf Geheiss seines Bruders Schmucksteine einkaufen soll. Dieser liegt einer kleinen Einkaufspassage mit vielen Touri-Artikeln und ich kann mir noch eine tolle Peru-Kappe kaufen, die werde ich dann in den Andenhöhen brauchen. Geld muss noch gewechselt werden und dann lassen wir uns im Park hinter dem Regierungsgebäude nieder um noch einen Dessert zu geniessen. Es ist ca. halb6 und jetzt bin ich wirklich hundemüde. So verabschiede ich mich dann von Miluska, Rodrigo und Walter und mache mich auf zu meinem Bett. Irgendwie fühlt es sich so an als wäre ich schon viel länger als 1 Tag hier in Lima. Peru hat mir gefehlt.