Zurück in Villa Rica

Nach all unseren Tours ist es richtig angenehm mal einen Tag „frei“ zu haben. Roberto und ich schlendern durch die Feria (Markt) in Rurre, geniessen köstliche Wassermelone, schauen uns Kunst und Krempel an und machen einen kleinen Bootsausflug zum anderen Ufer ins Dorf Buenavista. Dort hören wir uns die Band auf der Plaza an die mit jedem Bier welches die Sänger trinken besser wird.

Am nächsten Tag beginnt die lange Rückreise. Unser FLieger geht um 11Uhr vom FLughafen Rurre nach La Paz. Der FLughafen ist so klein dass man ihn gar nicht als solcher erkennt. Es ist einfach eine Hütte mit zwei Zimmern die als Wartesääle bei Abflug oder Ankunft dienen. Der Flieger ist ein kleines Propellerflugzeug welches riesigen Lärm macht beim abheben. Wir sehen zu wie der Dschungel unter uns durchzieht, sehen den Fluss Beni auf welchem wir hergekommen sind. Langsam wird das grün lockerer und die Bergspitzen höher.

Nach ca. 40min landen wir auf 4000müM in La Paz. Es ist erstmal einfach nur kalt. Ein Taxi bringt uns an den Terminal wo wir 3h auf den nächsten Bus nach Cusco warten. Wir essen etwas und kaufen Wasser. Ich habe etwas Kopfweh, kein Wunder nach diesem Höenwechsel. Dann gehts in den Bus. Wir sehen uns NEtflixserien an bis wir nach ca. 4h an der Grenze ankommen. Es sit schon spät, 7Uhr und im Komplex in Desaguadero hat es keine anderen Leute. Die Aus- und wieder Einreise nach Peru ist in 20min passiert, es geht zurück in den Bus. Nun ist es schon dunkel und ich versuche etwas zu schlafen.

Frühmorgen sum 5Uhr kommen wir in Cusco an. Verpennt steigen wir aus und suchen schleunigst unser Hostel wo wir weiterschlafen können. Ein Bett ist einfach tausendmal besser als ein noch so bequemer Bussessel. Den Tag durch versuchen wir einen Flug nach Lima zu kriegen, was sich als etwas schwierig herausstellt weil Latam Probleme mit VIsakarten hat. So renne ich sicher 3mal zwischen dem Office und dem Hostel hin und her bis die Bezahlung dann mit MAstercard klappt. Wir gehen zur Bank und machen ein paar Besorgungen.

Um 5Uhr ungefähr machen wir uns auf richtung Kirche San Cristobal. Eine Strasse weiter unten Hat Tamara ihr Hostal. Sie ist gerade zur gleichen Zeit hier in Peru bevor sie nach Ecuador weiterfliegt und natürlich müssen wir uns sehen!! Der Aufstieg zur Unterkunft killt uns fast, jetzt ist nichts mehr mit an die Höhe angepasst sein. Dafür empfängt uns Tamara mit offenen Armen. Wir suchen uns ein gutes Restaurant und quatschen den ganzen Abend. Danach einen kurzer Verdauungsspaziergang an die Plaza um noch eine Glace zu essen bevor wir uns verabschieden müssen.

Roberto und ich übernachten nochmal in Cusco, am nächsten Tag fliegen wir am morgen nach Lima. Dort muss ich dringendst neue Hosen kaufen, Roberto sucht einen neuen Rucksack. Am Abend steigen wir in den nächsten Nachtbus nach Villa Rica. Ich schlafe keine Sekunde, der Bus ist kalt, ich habe eine verstopfte Nase, mein MAgen rumort. Ich bin sehr froh jetzt bald irgendwo zu sein wo ich ein paar Leute kenne und wo ich ein wenig bleiben kann.

Der Bus fährt bis La Merced, im Direktbus hatte es leider keinen Platz mehr. So steigen wir nach fast 10langen Stunden dort aus um zu Frühstücken. Wir sind beide etwas still, wir wissen dass dies nun das Ende unserer gemeinsamen Ferien ist. Es ist sehr gut möglich dass ich Roberto heute das letzte mal sehe bevor ich ganz zurück in die Schweiz fliege. Das ist schwierig und tut etwas weh. Aber andererseits hatten wir eine ganz tolle Zeit zusammen und das ist was zählt.

Ein weiters Auto bringt uns in 1h nach Villa Rica. Roberto steigt am Dorfeingang beim Haus seiner Eltern aus und ich muss Abschied nehmen. Danach bin ich leicht deprimiert und will eigentlich nur noch schlafen, auch wenn es erst 9Uhr morgens ist. In Villa Rica quartiere ich mich in einem der Hostels ein und mache genau das, einfach schlafen. Erst am Nachmittag kann ich mich aufraffen um rauszugehen. Da steigt meine LAune aber deutlich und schnell an. Ich besuche als erstes unser „Stammlokal“, das Cafe Dolce Peccato wo ich Sylvia treffe. Wir unterhalten uns eine Weile, dann gehe ich weiter zum Kleiderladen von Carlos wo ich ebenfalls freudig empfangen werde. Am Abend esse ich mit Andre und seinen Kollegen Znacht. Es ist soo cool, alle diese Leute wieder zu sehen!

Angekommen am Donnerstag bleibe ich bis am Montag in Villa Rica. Am Freitag ist ein kleines Fest im Office von Desco. Kike und Isha erwarten ein Kind und wie es hier tradition ist veranstalten ihre Freunde für sie einen Baby SHower. Isha ist hochschwanger, der kleine Lucas soll in 2 Wochen schon auf die Welt kommen. Roberto hat mir in Lima geholfen ein Geschenk zusammenzustellen, Babyschmapoo, Tücher, ein SPielzeug. Die anderen haben zusammengelegt für unter anderem Kleider, Windeln und sogar einen Buggy. Ich kann so alle meine Freunde von Desco auf einmal wiedersehen. DOn Luis, der Chefe, Kike und Isha natürlich, Nilton und sogar Vanesa kommt auf einen kurzen besuch vorbei. Sie arbeitet in einem anderen Projekt von dEsco in Pangoa, 8h weiter in der Selva. Das ganze ist sehr emotional für mich, ausserdem wird wild durcheinandergeredet, viele haben ish auch sonst schon länger nicht mehr gesehen, der Abend ist für mich sehr anstrengend vom Spanisch her. Aber es ist toll. Roberto rennt in Uniform kurz 5min vorbei um zu gratulieren. Vanesa hat ein paar SPiele vorbereitet und so wird den ganzen Abend bis spät in die Nacht gelacht, gegessen und getrunken.

Das Wochenende geht dann so weiter. Vanesa muss schon am Samstag morgen früh wieder nach Hause, ich habe nur kurz Zeit um mich zu verabschieden. Ich treffe mich aber dann mit ihrem freundeskreis etwas später. Jennifer geht mit mir Abendessen, dann sehen wir uns einen Volleymath von Carlos an. Später finde ich mich mit der Gruppe beim Karaoke und in der Disco wieder. Am Sonntag abend bin ich zum essen bei LEidy eingealden und den Tag verbringe ich mit Danitza und JEnnifer bei einem Ausflug zu den Catarratas del Leon.

Alles in allem bin ich super happy wieder hier zu sein. Vieles ist wie früher, aber nicht alles. Die Plaza ist nun offen, die war bei meinem letzten Aufenthat immer gesperrt wegen Bauarbeiten. Dafür sind nun alle Trottoirs aufgerissen und werden neu gemacht. Allerdings eher langsam, deshalb ist es ein wenig mühsam immer den Baustellen auszuweichen. Die Regenzeit nimmt genau am Tag meiner Ankunt ihren Anfang und es ist immer mal wieder feucht und Sandig, so wie ich es in Errinnerung habe.

Francois, der Schweizer der hier sein Restaurant Copaxa führt gehe ich auch noch besuchen und er lädt mich auf eine Portion Zürigschnätzlets mit Spätzli ein. Himmlisch!! Wir reden mehrere Stunden und ich lerne sein neues Haustier, ein Tigrillo kennen.

Am Montag kann ich mich dann auch offiziell für die Uni in Glasgow einschreiben da ich den Computer von Nilton kurz ausleihen darf. Das langsame Internet bringt mich zwar wie früher fast auf die Palme aber nach 2h ist alles erledigt. Dann bringe ich ein paar SAchen von Roberto welche noch in meinem Koffer liegen geblieben sind zum Militärquartel. Da befällt mich wieder etwas die Traurigkeit, aber schlussenldich wussten wir beide dass wir uns wieder trennen müssen. Ich werde ihm von meinen weiteren Reisen schreiben, und vielleicht vielleicht sehen wir uns im Dezember in Lima noch ein letztes mal.

Dann fuhre ich meinen grossen Koffer zu Desco ins Office und lasse mich nach dem Zmittag zum Terminal fahren. Ich möchte nämlich einen kurzen Ausflug von 2Tagen nach Pozuzo machen, der ursprünglichen deutsch-österreichischen Kolonie Perus.

Pampas de Yacuma

Von Rurrenabaque aus macht man typischerweise 2 Touren: eine in die Selva des Paruqe MAdidi und eine zweite in die Pampas de Yacuma. Da wir ersteres schon vom Boot aus besucht haben bleiben noch die Pampas. Rund um den Rio Yacuma erstreckt sich eine Flache, in der REgenzeit überschwemmte Gegend welche viele Tiere beherbergt. Das Highlight ist die Fauna welche man besser sehen kann als in der Selva da weniger Bäume im Weg stehen. Diese Tour dauert 3 Tage. Wir werden also gleich am nächsten Tag nach unserer Ankunft in Rurrenabaque vom 4×4 abgeholt welcher uns erstmal nach Yacuma bringt. Das sind 3h Sandpiste. Wir essen und werden zum Hafen verfrachtet. Dort wartet Samir, unser Guide.

Insgesamt sind wir 6 Personen plus 2 Kinder die im Selben Boot sitzen. Essen, Gas und Rucksäcke werden eingeladen. Dann gehts los, auf den Weg zu unserer Lodge. Der Fluss führt momentan sehr wenig Wasser und die Tiere kommen so näher an das Boot heran. In den ersten 10minuten schon sehen wir tonnenweise Kaimane, die Grösse reicht von 20cm zu ca. 4m. Auch Kapybaras hat es viele, oft mit Jungtieren. Die sind soo süss 😀 Weiter zu sehen auf unserer FLusssfahrt sind Schildkröten, Fischreiher, Eisvögel, Shanshos (Hoatzine auf Deutsch) und sogar eine Horde kleiner Affen 😀

Nach ca. 2h kommen wir in einer Kurve zu einem etwas grösseren Becken des Flusses. Und bald sehen wir die Rücken der rosaroten Flussdelfine! Ca.5 Stück schwimmt im braunen Wasser umher. Hier dürfen wir schwimmen gehen meint Samir. Es ist zwar etwas ein ungemütlicher Gedanke in dasselbe Wasser zu steigen in dem wir zuvor hunderte Kaimane gesehen haben, aber die sollen ja nicht aggressiv sein. Ausserdem vertragen sie sich nichtso gut mit den Delfinen. Die Mehrheit getraut sich also ins sehr warme NAss zu springen. Roberto bleibt im Boot, er ist Wasser gegenüber eher skeptisch und schwimmt auch nicht so gut. ICh und REa, eine weitere Schweizerin, schwimmen voraus richtung Delfin. Ahh etwas berührt mein Bein! Der Delfin will wohl mit uns spielen, allerdings ist er sehr schnell auch wieder weg. Als mehr Leute kommen bleiben die Tiere eher weg vom Pulk. Nach der Nachmitagshitze ist der Fluss grossartig, auch wenn er so warm ist, dass es schon fast keine Abkühlung mehr darstellt. Auch Roberto und Carolina, die beiden letzten im Boot verbliebenen kommen noch zur erfrischung da die CHilenin sich zu weit herauslehnt und knallhart ins Wasser fällt. Roberto geht sie „retten“ (das Wasser ist nur Knietief am Rand, also niemand war in gefahr zu ertrinken). Dann steigen alle wieder ins Boot und Samir gibt ein wenig Gas sodas wir ca. Eine halbe Stunde später bei der Lodge ankommen. Wir beziehen unsere Hüttchen welche alle durch Holzstege verbunden sind, erfreuen uns an Max, dem herumtollenden Hundewelpen, und sitzen um 7Uhr alle zu Tisch für ein wunderbares Znacht.

Fürs Abendprogramm nimmt uns Samir dann nochmals mit aufs Boot um die Glühwürmchen zu beobachten welche kleine Blitzgewitter in den Bäumen am Flussufer veranstalten. Wir hören die Vögel um die besten Schlafplätze streiten, sehen Fledermäuse herumsausen und zählen in 3min mehr als 200 Kaimane welche mit roten Augen ins Taschenlampenlicht blinzeln. Dann ist feierabend und alle gehen schlafen.

Die Gruppe trifft sich zum Früstück wieder an Tag 2. Früchte, Brownies, Pancackes, alles was das Herz begehrt wird aufgetischt. Wir haben es ziemlich lustig zusammen. Carolina, die chilenin, reist mit Thomas aus Frankreich. Die Familie mit den 2 Kindern (Junge und Mädchen, 9 und 11 Jahre alt) kommt aus Belgien, sie sprechen Flämisch und ich muss immer mal wieder lachen, es tönt ein wenig wie Deutsch in lustig. Mit Rea unterhlate ich mich viel, Landsfrau halt. Sie ist auch sehr kommunikativ und lustig.

Das heutige Highlight soll die suche nach der Anakonda sein. Dafür müssen wir nun wirklich die Pampa kennenlernen, das heisst wir wandern zu Fuss zu einem Teich umgeben von Wasserpflanzen und viel Sumpf. Alle kriegen Gummistiefel, dann kanns losgehen. Die SOnne brennt schon um 10Uhr auf unsere Köpfe. Samir geht mit einem Stock voraus, wir sind auf der suche nach Schlagen, welche das feuchte Terrain sehr gerne haben. Viele Enten, Gänse, Reiher und andere Watvögel flüchten vor unserem Gestampfe.

Der Sumpf ist manchmal so tief dass ich den Fuss fast nicht mehr herausziehen kann. Die Kinder leiden ein wenig, es ist ziemlich anstrengen und zu allem übel wird der Junge auch noch von einer Wespe gestochen. Allerdings hören wir kein Wort Beschwerde von den zweien.

Dann hat Samir endlich Glück und kann eine Schlange einfangen. Profimässig hält er sie fest damit wir sie begutachten können. Berühren ist untersagt da Sonnencreme den Reptilien nicht guttut, es greift ihre Haut an. Er trägt eine Cobra mit sich. Sie ist giftig, allerdings nur tötlich für kleine Nager.

In ca. 3h umrunden wir den See, eine Anakonda können wir aber leider nicht finden… schaade, aber der Ausflug war auf alle Fälle sehr spannend! Wir fahren zurück zur Lodge um zu duschen (ich habe 2 volle Liter Wasser getrunken, die Sonne ist sehr stark!) und ZMittag zu essen. Dann gibt es eine kleine Ruhepause um in die Hängematten zu liegen und Siesta zu machen. Ich bleib mit Rea am Tisch sitzen und rede mit ihr über Gott und die Welt. Sie hat in Cali, Kolumbien ein Praktikum gemacht , wovon sie mir mit herzblut erzählt und natürlich gibt sie mir auch noch Tipps für meine weitere Reise. In der Schweiz arbeitete sie für die CS bevor sie sich entschieden hat noch etwas anderes zu machen vor 30.

Dann wecke ich Roberto und wir sammeln uns wieder alle auf Samirs Boot. Heute Nachmittag gehen wir Piranhas fischen. Roberto hat sich schon seit Beginn der Tour darauf gefreut. Wir werden an die richtige Stelle gebracht und Samir erklärt uns wie wir das Fleisch auf den Hacken drücken müssen. Alle werfen ihre Angelschnüre aus, und wirklich nach 2min fischt Roberto den ersten Piranha aus dem Wasser! Sie sind zwar klein, ca. 15cm, aber ihre Zähne sehen schon so aus als könnten sie einen Knochen abnagen. Auch ich habe, nachdem die Fische immer nur das Fleisch gegessen aber nicht angebisen haben, nach einer halben Stunde Glück. Wohoo mein erster Fisch 😛 Die Piranhas sind sehr schön, mit golden glitzernder Seite und rotem Bauch. Paco, der Fisch welchen wir immer in den Communitites gegessen haben, ist ihr verwandter und hat auch einen roten Bauch. Schlussendlich fangen eigentlich alle Gruppenmitglieder einen Fisch. Auch kleine Welse und Sardienen sind dabei. Sogar die Kinder ziehen ihr Nachtessen aus dem Wasser.

Beim Znacht ein paar Stunden später dürfen wir dann auch wirklich unseren Fang probieren. Und sie schmecken wirklich gut! Roberto ist glücklich weil er von der gesamten Gruppe die Fischaugen bekommt 😛

Der dritte Tag dann ist eher kurz. Am morgen wollten wir nochmals hinausfahren um mit den Delfinen zu schwimmen, allerdings regnet es in strömen. Mit dem Schirm finden wir den sehr rutschigen Weg über die Holzpanelen zum Esszimmer. Nach dem Frühstück heisst es wer will kann gehen, der Rest soll den REgen geniessen. So legen wir uns unter das Wellblechdach und hören gemütlich in der Höngematte den Tropfen zu. Erst um 12Uhr hört der Regen etwas auf, perfekt in der Zeit, wir müssen nämlich mit dem Schiff zurück zum Hafen! Erstmal Wasser aus dem Boot schöpfen, dann werden Rucksäcke unter eine Blache gepackt und los gehts. Wir sehen vorallem viele Vögel, denen scheint der REgen zu gefallen. AUch die Kapybaras stören sich nicht daran.

3h die NAtur geniessen, dann sind wir zurück in Yacuma. Unser Auto hat neue Gäste gebracht und wartet schon auf uns. Es ist von oben bis unten mit Dreck übergossen, das ganze Auto ist braun. Die Staubpiste hat sich in einen sumpf verwandelt und beim zurückfahren rutschen wir grösstenteils. Unser Fahrer ist aber sehr erfahren und wir bleiben nur einmal fast in einem Matschloch stecken. Allerdings haben wir heute 4h um zurück nach Rurrenabaque zu kommen. Der Regen hat sich dort dann verzogen und wir können ruhig noch abendessen gehen. Es ist sogar angenehm kühl um zu schlafen.

Mit dem Boot nach Rurrenabaque

Von Cochabamba bringt uns der Bus der Flota Bolivar sehr bequem nach La Paz. Wir wählen eine Tagesfahrt da wir am nächsten Tag nochmals 8h Busfahrt vor uns haben und einfach dazwischen in La Paz in einem Bett schlafen wollen. Es ist sehr kalt als wir ankommen am Abend und wir sind froh dass wir im selben Hostel unterkommen konnten und die GEgend schon kennen. So gibt es oben im hauseigenen Restaurant Abendessen und eine entspannte Nacht.

Am nächsten morgen müssen wir in Rekordzeit packen, Früstücken und Geld abheben, dann holt uns sehr pünktlich unser Guide in der Lobby ab. Wir werden an eine Ecke mit Bussen verfrachtet wo wir unseren Bus nach Guanay finden. Der Guide erklärt uns genau wo wir Aussteigen müssen und wer uns am Ziel erwarten wird. Der Bus ist bunt und sieht holprig aus. Mit einer halben Stunde verspätung fahren wir um 11Uhr los bis zur nächsten Haltestelle in La PAz wo wir nochmals 30min vertrödeln, Leute steigen ein und aus, Verkäufer wollen uns Trauben, SIM Karten und Brötchen andrehen, dann gehts endlich los. Erstmal in die Höhe. Ausserhalb von La Paz kurven wir durch eine karge Landschaft gesäumt von Schneebergen. Nach ca. 5000müM gehts dann abwärts. Der Weg führt richtung Coroico, hier in der Nähe befindet sich die Death Road, die gefärlichste Strasse der Welt. Diese macht man heute nur noch als Tour mit dm Mountainbike, aber die STrasse welche neu gebaut wurde ist nicht viel besser. Es geht sehr steil runter, es ist etwas sehr eng. Man merkt an der Vegetation dass wir nun stetig tiefer hinunterkommen. Langsam hat es Sträucher und Büsche, dann folgen Farne und Blumen und zuletzt die Bäume. Coroico ist dann schon auf 1000müM. Wir halten kurz, dann braust der Bus weiter. Nun sind wir wirklich schon in der Selva.

Der zweite Stopp ist in einem kleinen Dorf wo wir kurz aussteigen um uns etwas essbares zu besorgen, es ist schon 2Uhr Nachmittags. Es gibt Papa Rellena (fritierte Kartoffelstockballen mit Füllung). Und weiter geht die Endlose fahrt, nun über nicht asphaltierte Strassen. Es ist seeehr staubig, die Pflanzen am WEgesrand tragen alle eine Sandschicht. Überholen ist hier fast nicht möglich da nicht mehr als ein Auto auf die STrasse passt und es auf der Seite sehr steil richtung FLuss hinunter geht. Jedesmal bei einem Überholmanöver muss ich wegschauen. Die Selva wird tropischer, es hat nun BAnanenstauden und halbfertige Holzhäuser.

Nun wird es langsam dunkel um halb7 und wir widmen uns unserer Netflixserie bis wir dann um ca. 8Uhr in Guanay ankommen. Dort erwartet uns Ramon, unser Guide. Er bringt uns zur Unterkunft wo wir unsere Sachen hinschmeissen und dann schnell zum Abendessen. Es ist wunderbar WARM! Ich muss schnell in kurze Hosen schlüpfen. Nach dem Essen machen wir noch eine runde in dem doch ziemlich grossen Dorf, suchen Angelschnur und Hacken für Roberto und essen ein Glace an der Plaza.

Am nächsten Tag gibts Frühstück und ja ich fühle mich hier wie in den Communities, nice eine Portion Reis um den Tag anzufangen…. Dann Registration im Puerto (Hafen) und Wartezeit bis Ramon und unser Kapitän alle Sachen gekauft, zusammengetragen und ins Boot verfrachtet haben. Die Tour ist normalerweise für bis zu 10 Leute, wir sind allerdings diesemal alleine, wir haben also eine Privattour. Die nächsten 3Tage werden wir auf dem Rio Beni verbringen um nach Rurrenabaque zu fahren. Das Boot ist klein (mit zehn Leuten stell ich mir das zeimlcih überfüllt vor…), etwas breiter und länger als ein Weidling.

Julio ist unser Kapitän und chauffiert uns den Fluss hinunter. Neben ihm ist natürlich Ramon und noch zwei ihrer Kollegen dabei. Es hat eher wenig Wasser und er muss wissen auf welcher Seite er durchfahren kann ohne grosse Stämme zu streifen. Am ersten Tag begegnen wir häufig Kranen auf Schiffen welche das halbe (oder eher das ganze) Flussbett umgraben um nach Gold zu suchen. 4kg in 2Wochen holen sie so aus dem Schutt. Das hat allerdings zur Folge dass der ganze Fluss braun gefärbt wird da so viel Sand aufgewirblet wird. Deshalb ist dieses vorgehen in Peru verboten worden. Hier suchen sowohl eine Kolumbianische als auch eine Chinesische Firma weiter nach dem begehrten Metall. Auch einzelpersonen waschen Gold hier, bis zu 4g pro Tag kann man finden wenn man glück hat. Bei einem Preis von 1g a fast 30$ ist das gar kein schlechter verdienst.

Unser erster Stopp ist ein kleiner Sapziergang von einer halben Stunde zu einem Wasserfall. In der Gegend wachsen Gummibäume welche man leicht an den Einkerbungen am STamm erkennen kann wo man eingeschnitten hat um den Gummisaft zu gewinnen. Wir laufen einem kleinen Fluss entlang. Dieser hier ist glasklar, man sieht kleine Fische schwimmen. Am Wasserfall angekommen sind wir total verschwitzt und freuen uns auf ein erfrischendes Bad.

Wieder zurück beim Boot kocht uns Julio auf einem kleinen GAsherd das Mittagessen. Es sit wirklich köstlich, SUppe mit Huhn, Pasta und Ei. Dann tuckern wir weiter bis es langsam eindunkeln will. Da machen wir das Boot an einem der Strände fest. Man stellt uns sowas wie ein Zelt auf: Mit frisch geschnittenen Palmenstengel bauen uns Julio und Ramon ein gestell über welches ein Plastik gespannt wird. Darunter ein Mosiktonetz, Matten und Schlafsack, fertig ist die Unterkunft.

Dann gibts Abendessen und eine Spray-Session, die sandfleigen sind seehr lästig. Allerdings verziehen sie sich als die Sonne untergeht. Zuvor haben wir noch Zeit die Spuren im Schlamm zu begutachten. Die meisten sind von Kapybaras die hier zum Fluss kommen um zu trinken. Wenn wir Glück haben sehen wir welche am morgen. Offensichtlich hat es auch Junge dabei. Auch Vögel und ein Tapir (?) können wir erkennen.

Nach dem Essen soll gefischt werden. Im dunkeln sollen die Fische besser beissen. Alle mitreisenden sind begeisterte Hobbyfischer, inklusive Roberto. Ich hab keinen Plan, aber stell mich mal mit Roberto an den STrand. Er erklärt mir wie man erkennt wann der Fisch nur ein wenig nascht oder wirklich angebissen hat. Und wirklich zieht er bald einen etwa 20cm grossen Wels aus dem Wasser. Das wars dann aber auch schon, der Vollmond geht auf und die Fische wollen mässig beissen. Ramon hat etwas mehr Glück, er fischt aber auch mit Netz. Kurz vor Mitternacht ist dann fertig und wir ziehen uns in unser „Zelt“ zurück. Wir können die Sterne sehen die in unser „Schlafzimmer“ scheinen, sie sind wunderschön.

Am Nächsten Morgen gibts kurz nach dem Früstück eine kleine Wanderung auf der anderen Flussseite, an einer Community vorbei, die den Solarpanels nach ziemlich gutes Geld macht mit PApayaproduktion. Dann wandern wir unter dem grünen Blätterdach hindurch. Die heisse Sonne ist gedämpft, sowie auch alle Geräusche, man getraut sich fast nicht zu sprechen. Irgendwann hören wir ein grunzen und ein getrampel und wissen das wir fast mit einer Gruppe Waldschweini zusammengestossen wären. Man kann sie dann ein paar Schritte später auch riechen und wir finden ihr Schlammbad. Dann gehts weiter mit dem Boot. Der Fluss ist breit mit vielen Bögen, dann wieder gerade und durch Hügel eingeschlossen, manchmal passieren wir kleine Canons.

Beim Mitagessenstopp begeben wir uns in den Krieg mit den Sandfliegen. In 20min fange ich mir ca. 50Stiche ein und beschliesse dass lange Hosen trotz Hitze vorteilhaft sind. Dafür springen wir vorher noch kurz in das Bassin beim nahen Wasserfall.

Roberto fischt wieder und hat diesesmal mehr Glück. Der Wels denn er herauszieht nennt sich Tuburi und soll sehr gut schmecken. Das werden wir dann beim Abendessen erfahren.

Kurz danach passieren wir die Grenze zum PArque MAdidi. Dieser NAturpark beherbergt viele Tiere und ist bekannt als der Park mit der grössten Biodiversität der Welt. Er reicht von den Andengipfeln bis hierher herunter in die Selva. Wir machen einen kleinen Spziergang um Affen zu suchen, werden aber nicht fündig. Trotz allem sind die Bäume, Blumen und Schlingpflanzen grossartig anzuschauen. Zurück geht es dann dem FLuss entlang wo wir unter anderem auch Katzenartige spuren finden, wahrscheinlich ein Ozelot oder was ähnliches.

Nach weiteren 3h ist es Zeit das Nachtlager aufzuschlagen. Wieder wird uns unser „Zelt“ gebastelt. Diese Nacht kommt aber ein heftiger wind auf und wir finden keine Ruhe. Der Plastik ist sehr laut und löst sich sogar nach einem heftigen Windstoss an einer Ecke. Roberto steht auf um ihn auf Bodenhöhe zu befestigen, das hält den Sand besser ab welcher in unser Schlafzimmer weht. Wir schlafen ein paar wenige Stunden, aber der Sand kriecht in Ohre, Mund und Nase und ist grauenhaft unangenehm. ICh fühle mich wie ein Beduine in der Wüste, meine HAare sind sandgestrahlt und ich mache mir um meine Elektronik etwas sorgen. Der Wind wird stärker und das Moskitonetz weht uns über die Köpfe. Um 4Uhr ist Schluss, Ramon holt uns ins Boot wo wir uns unter eine Decke kuscheln und den Kopf einziehen um nicht angeblasen zu werden. Wir schlafen bis etwa 9Uhr, dann gibts Frühstück für die übernächtigete Gruppe. Rührei, Brötchen, Tee und Früchte machen alles ein wenig besser, trotzdem knirscht es bei jeder Bewegung die ich mache.

Ein letzter Spaziergang im PArque MAdidi führt uns am Vormittag zu einer LAgune. Hier ist der Wald etwas lichter, es hat viele grosse Bäume. Ramon erzählt uns dass hier einmal fast ein paar Touristen verloren gegangen wären da sie einer Horde Schweine hinterhergejagt sind um Fotos zu schiessen. Der Wald sieht aber überall gleich aus, so dass sie den Rückweg nur noch mit Mühe gefunden haben. In der NAcht ist es gefährlich, meint er. Jaguare könnten dich angreifen. Hier werden sie gross und stark. Irgenwie macht mir das Freude aber auch etwas mulmig, ich will einen Jaguar sehen, aber nur einen mit vollem MAgen… NAtürlich läuft uns keine Grosskatze über den Weg, allerdings einige schwarze Laufvögel.

Auch die LAgune ist sehr schön. Bei der Ankunft sehen wir Fischmünder aus dem Wasser ragen. Der warme Tümpel hat nicht genug Sauerstoff, deshalb müssen sie auftauchen um Luft zu schlucken. Wir machen hier eine kurze PAuse bevor wir wieder zum Boot zurückwandern.

Dann stehend die letzten 3h Flussfahrt an. Es gibt Mitagessen en route, danach brauche ich eine Siesta. Roberto weckt mich als wir schon die Brücke von Rurrenabaque sehen können. Wir legen an, suchen unsere sieben Sachen zusammen und fragen uns zu unserem Hostal durch. Dort wird erstmal geduscht und aller Sand vom Körper gewaschen. Ich fühle mich wie neu gebohren! Dann einen kleinen Spaziergang durchs Dorf. Rurre ist sehr Touristisch, es hat viele Kleiderläden, Restaurants, Discotheken und Touragencies. In letzterer buchen wir unseren Trip für morgen, dann gibts eine grossartige Wassermelone unten am Fluss und dann eine Sandfreie Nacht in einem richtigen Bett mit Ventilator.