Salento – Valle de Cocora

Am Sonntag ist früh Tagwach. Schon um 6:20 schäle ich mich aus den 3 Decken die ich hier brauche um ein warmes Bett zu haben. Eini kurze Dusche später setzte ich mich an den Tisch um mein Yogurt zu essen. Die Besitzerin ist schon wach und macht mir sogar so früh schon ein Frühstück (Arepa mit Ei und Käse ahoi). Um 7:10Uhr mache ich mich auf den Weg zur Plaza wo die Jeeps ins Valle Cocora fahren. Ich warte dort auf Rachel welche um 7:30 wie abgemacht da ist. Mit ihr kommt ein deutsch-spanisches Pärchen, David und Hetal. Im Auto sitzen schon 2 weitere PErsonen und 3 weitere dürfen sich hinten auf eine Stufe stellen und sich an der Vorrichtung am Dach festhalten. Das ist mal ein effektiver Transport.

Die Fahrt ist nur kurz, ca. 20min, und da sind wir schon am Anfang des Treks. Nach ein wenig herumfragen finden wir auch heraus wo wir abbiegen müssen um erst unten dem Tal entlangzuwandern und erst beim zurückkehren durch das berühmte Valle Cocora kommen wo die bekannten Wachspalmen in den Himmel ragen. Diese Bäume gibt es nur hier und können bis zu 60m hoch werden. Aber erstmal sehen wir sie nur von weitem während wir dem Wanderweg folgen. Bald stoppen wir das erste Mal um den Beitrag für das überqueren privaten Grundes zu bezahlen.

Der Weg ist in ganz gutem Zustand, die Wanderung hier ist auch sehr bekannt und beliebt. Momentan ist Low Season und es kommen nur um die 100 Leute pro Tag, während in der High season bis zu 900 Personen gleichzeitig unterwegs sein können. Etwa 1h laufen wir über Kuhweiden einem Fluss entlang. Dann geht es in den Wald. Es ist sehr feucht, wir steigen über Steine, überqueren den Fluss auf 5 Hängebrücken immer wieder. Bei jedem Farnbaum muss ich an Mueti denken 🙂 Auch einen kleinen Wasserfall begegnet uns auf unserem Weg.

Es geht stetig ein wenig bergauf bis zur Abzweigung zu der Casa de Colibri, einer Finca mit einem kleinen Kolibri-Garten. Um da hinzukommen gehts Treppen hinauf, 15min weiter durch den Wald, dann ein letzter Aufstieg und plötzlich hat es viele Leute. Die Finca kostet 5000PEsos (1.80SFr) Eintritt, dafür bekommen wir eine Schale Agua Panela serviert. Anscheinend trinkt man das normalerweise zu einem Stuck Käse… Ok, süss und salzig zusammen. Ich habe auch schon gehört das man hier heisse Schokolade mit Käse zusammen isst, irgendwie haben die Kolumbianer hier eine Geschmacksverstauchung… Der Zuckerrohrtee ist grossartig und wir setzten uns zu den anderen LEuten welche alle begeistert die Feeders der Kolibris beobachten. Die kleinen Vögel sind wunderschön grün, türkis, blau schimmernd. Sie schwirren unglaublich schnell um die Spender mit Zuckerwasser. Sie wirken manchmal fast mechanisch, so schnell sind ihre Bewegungen. Um ein gutes Bild hinzukriegen muss man schon eine professionelle Kamera dabeihaben. David hat eine und ist so nett die Fotos mit allen zu Teilen. Hier der schönste aller Kolibirs mit wunderbaren Schwanzfedern:

Nach einer kleinen Pause, ein paar Nüsschen un einer MAndarine sind wir gestärkt und wandern zurück zur Kreuzung. Von dort beginnt der einzige etwas happige Aufstief bis zu einer weiteren Finca. David und ich laufen zusammen im etwas schnelleren Tempo hoch und warten dann oben auf die anderen zwei Chicas. Er erzählt mir dass er mit seiner Verlobten Hetal mehrere Monate unterwegs sein wird, sie haben ihre Reise erst begonnen. Er ist Elektroingenieur und weiss schon dass wenn wie zurückkommen er einen Job in der Firma von HEtals Vater auf sicher hat. Hetal selbst ist Kleinkindererzieherin und sollte nicht allzulange auf einen Job warten müssen. Als dann alle 4 oben angekommen sind gibt es ein Gipfelfoto, dann laufen wir schnell weiter denn so langsam verdüstert sich der Himmel und es ist auch empfindlich kühl geworden.

Nun geht es Bergab richtung Valle de Cocora. Nach einer halben Stunde tauchen dann auch schon die Palmen auf. Wir passieren einen weiteren Checkpoint um den Eintritt ins Tal zu bezahlen. Wir sind schon fast 5h unterwegs als wir beim ersten Mirador ankommen. Hier können wir mitten in die Palmen hineinstehen. Die sind aber so hoch dass man sie fast nicht aufs Foto kriegt. Mit Hetals Huawei welches eine Weitwinkelkamera besitzt klappt es dann. Die Plamen heissen Wachspalmen weil ihre laaangen Stämme komplett mit Wachs überzogen sind. Es ist fast unmöglich hinaufzuklettern.

Just als wir unsere Fotoaparate bzw. Handys wieder einpacken spüren wir die ersten Tropfen. Aha, nun kommt der Regen also doch noch. Leider ging auf dem Ciudad PErdida Trekking meine REgenhülle des Rucksacks kaputt, so muss ich mich nun behelfsmässig mit einem aufgeschnittenen Plastiksack begnügen, der hält aber nicht besonders gut und deckt auch nur einen Teil ab. Ich habe deshalb vorsichtshalber meinen Pullover und das Essen im Rucksack in einen Plastiksack gepackt. Bin nun sehr froh soweit überlegt zu haben. Wir brauchen noch gut eine Dreiviertelstunde durch das Tal hinunter zum Punkt woer wir gestartet haben. Der REgen bleibt gottseidank leicht und vermiest uns die Aussicht auf die Palmen nicht. Rachel und ich sind beide vollends begeistert von der einzigartigen LAndschaft. Hier wurde der Wald in dem die Palemn sonst wachsen gerodet, offensichtlich für Kuhweiden, die Palmen wurden aber stehengelassen. Dies zeigt eigentlich erst wie hoch diese Bäume wachsen.

Nach guten 5.5h sind wir zurück am Ausgangspunkt. Es ist kurz vor 2Uhr als wir mit dem Jeep zurück nach Salento fahren. Insgesamt stecken nun 13 Leute im und auf dem Auto plus Fahrer. Es ist kuschlig warm 😛

Zurück in Salento suchen wir uns ein Restaurant und um 3Uhr gibt es etwas zu essen. Lasagna für mich, ich bin super hungrig. Wir sitzen bis fast 5Uhr im Rstaurant und reden über Gott und die Welt die wir bereisen. Dann sind wir alle wie angeworfen müde. Ein bisschen Foodkoma gepaart mit einer 6h Wanderung macht uns alle schläfrig. Der Himmel ist nun auch hier sehr dunkel geworden und als ich nach einem 5min Weg zurück im Hostel über die Türschwelle trete öffnet sich nur einen Moment danach die HImmelstore und es schüttet und donnert und blitzt von überall her. Gutes Timing war das, ich stelle mich unter die heisse Dusche und kuschle mich danach wieder in meine drei Decken für ein wenig Netflix. Nach draussen gehe ich heute ganz sicher nicht mehr.

Ich schlafe tief und fest und ziemlich lange. Am nächsten Morgen stehe ich um 9Uhr auf, esse meine Arepa zum Früstück und verabschiede mich dann von Salento. Nun geht es weiter per 5h Bus zur nächsten grossen Stadt, nach Cali.

Salento – Catarata Santa Rita

Am Freitag morgen habe ich Glück. Es steht nämlich ein Bus und kein offener Chiva auf der STrasse. Chivas sind diese ganz farbigen, alten Busse welche nur Holzbänke und keine Fenster besitzen. Man sieht so zwar die Aussicht auf der STrasse nach Riosucio wunderbar, aber auf der Kiespiste hüpft es schon im Bus ziemlich hin und her. Will gar nicht wissen wie sehr mit der Hintern nach einer Chivafahrt wehtun würde… Von Jardin nach Riosucio sind es eigentlich nur wenig mehr als 50km, dafür brauchen wir aber 3h… Dementsprechend könnt ihr euch den Zustand der STrasse vorstellen. Ausserdem haben wir nach der ersten halben Stunde noch kurz einen platten Reifen zu reparieren. In Riosucio angekommen suche ich erst den Schalter um nach Salento weiterzufahren. Hinter mir steht Rachel an und wir kommen ins Gespräch. Nach dem Ticketkauf haben wir noch eine gute halbe Stunde um was Essbares aufzutreiben. Ich kaufe iene Empanada bei einem Strassenhändler und setzte mich mit Rachel an den STrassenrand. Sie kommt aus Irland und ist auf Reisen nach dem Abschluss ihres PhDs in medizinischer Psychologie. Diesen hat sie in Glasgow gemacht. Das passt mir gerade sehr gut, jemanden kennenzulernen welcher in Glasgow studiert hat. Sie meint es sei eine tolle STadt um zu leben, tolle Leute und ein Sommer voller Openairs. Auch meint sie es fühle sich wohl jeder schlecht vorbereitet wenn er in ein neues Land zieht um einen PhD anzufangen. Denn so fühle ich mich langsam. Es fühlt sich immernoch so weit weg an, in Wirklichkeit geht es aber nur noch wenig mehr als 1Monat haha…

Um 12:15 fährt unser nun grosser und sehr bequemer Bus ab richtung Salento. 4h vertiefe ich mich in die Netflixserie Black Mirror. Als wir ankommen nehme ich ein Taxi zu mienm Hostel welches sich als falsch gekenntzeichnet in Google Maps heruasstellt. Es ist nämlich gleich um die Ecke vom Terminal, diese Fahrt hätte ich mir spraen können. Ich werde herzlich empfangen, als einziger Gast im Hostel. Das heisst ich kriege den ganzen 6er Dorm für mich. Es ist schon fast dunkel, deshalb schreibe ich nur noch etwas Blog, suche mir dann ein Restaurant da ich nach nur einer Empanada zum Zmittag kurz vor dem Verhungern bin und geniesse die warme Suppe und die Falafel mit Reis. Hier ist es nun merklich kühler am Abend, ich bin nun auf fast 1900m.ü.M. Dann gehts schon ins Bett, Busfahren den ganzen Tag macht einfach extrem müde obwohl man sich ja eigentlich gar nicht bewegt hat.

Am nächsten Tag möchte ich Salento und Umgebung kennenlernen. So mache ich mich nach dem Frühstück (mal wieder Arepa mit Ei und Käse) auf die Socken nach Boquia, einem kleinen KAff unterhalb von Salento. Der Weg dorthin ist erst recht schön, wird aber je näher ich dem FLuss komme desto schlammiger. IRgendwann wandere ich sozusagen in einem Canyon und habe keinerlei Aussicht mehr. Da werde ich auf alle Fälle das Auto zurücknehmen. Ich bin nur froh regnet es noch nicht denn sonst würde ich in einem reissenden Bach laufen.

In Boquia angekommen finde ich gleich den Abzweiger zur Finca Santa Rita. Der Weg hier ist nun breit und schön. Ich wandere etwa 30min dem Fluss entlang, dann etwas den Berg hinauf um zur Finca zu gelangen.

Hier sieht es nun wirklich wie Zuhause aus. Und wusstet ihr schon das mich der Geruch von Kühen an die Schweiz errinnert. Die Finca Santa Rita ist sehr hübsch bemahlt und für Weihnachten geschmückt. Ich bezahle den Eintritt, kriege den weiteren Wanderweg erklärt und weiter geht es. Ich bereue noch mehr nicht meine Wanderschuhe angezogen zu haben denn hier geht es nun über eine Weide welche immer mal wieder schlammig und nass ist. Naja, muss wohl heute Abend meine Turnschuhe putzen. Über hölzerne Hängebrücken und Trampelpfade in der Wiese komme ich zum Wald. Die Sonne ist nun verschwunden und hat Wolken platz gemacht. ICh versuche etwas vorwärtszulaufen ohne zu stressen, ich will hier einfach nicht verregnet werden. Nun geht es unter den Bäumen weiter bis zum Abzweiger zu dem Wasserfall. Die Catarata Santa Rita ist zwarnicht besonders gross aber eine ganz schöne Ecke.

Von da wandere ich weiter zu einem Charco, also einem kleinen Bad unterhlab einer weiteren Catarata, allerdings ist es definitv zu kühl um zu baden ohne Sonne. Der Weg führt mich weiter durch den Wald an eine Felswand in welcher eine Höhle mit tiefer Decke und ohne beleuchtung auftaucht. Hier muss ich durch um auf der anderen Seite noch den letzten kleinen wasserfall zu bewundern, dann gehts auf der anderen Seite der Kuhweide zurück zur Finca. Hier erwische ich noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages und setzte mich kurz in den wunderschönen Garten um etwas Wasser zu trinken.

Auf dem Rückweg nach Boquia kommt mir ein Hund entgegen welcher mit mir Speilen will, allerdings ist er sehr stürmisch und ich muss zusehen dass nicht mein ganzes Tshirt dreckig wird wenn er an mir hinaufspringt. Stock apportieren kennt er dann auch nicht und bald bin ich weniger interessant als die zwei Wanderer welche mir entgegenkommen. Am Ende des Weges stehe ich gleich vor der Strasse nach Salento. Stelle mich in die Ecke und warte auf einen Bus. nach 1min kommt ein Auto vom Wanderweg her und die Fahrerin fragt mich ob ich nach Salento will. Klar will ich ds und ich springe gleich auf den Rücksitz. Es sind 3 Leute im Auto, es fährt eine Frau, das scheint mir eine gute Mitfahrgelegenheit. Ich werde in den 15min bis nach Salento ausgefragt wo ich herkomme, was ich hier mache, wie viel ich schon von Kolumbien gesehen habe. Dann steige ich auch schon wieder aus und muss nichtmal etwas für den Transportservice bezahlen. Ich mache mich also auf eine kleine Tour durch Salento. Erstmal rauf auf den Mirador. Von dort sieht man wunderschön ins Tal. Die Berge sind hier noch nicht so hoch, sie sind bedeckt mit Eukalyptus oder Pinie, weiter unten beginnen die Weiden und KAffeeplantagen für welche Salento bekannt ist. Der Ort hier ist nicht viel anders als Jardin, es hat einfach 10mal so viele Touristen. Die STadt besteht aus REstaurants und Souvenirläden. Es ist nicht so voller lokalem Charme wie Jardin.

Der zweite Stopp ist der Mirador Alto de la Cruz auf welchen mann nur per überwindung von einigen hundert Treppenstufen kommt. Hier sieht man nun auf Salento hinunter. Wie bestellt ist es nochmals eine Stunde schönes Wetter.

Nun mache ich mich auf die Suche nach einem guten REstaurant. Ich schlendere durch die Calle REal, der Hauptstrasse Salentos, welche wirklich hübsch ist, aber nichts macht mich so wirklich zum essen an. Auf der Plaza angekommen mache ich eine kurze Runde und nehme Google zu hilfe.

So ende ich schlussendlich einen BLock von der Plaza entfernt im Donde LAuritas, ein kolumbianisches REstaurant wo man nach den REzensionen unbedingt Trucha (Forelle) essen soll. Das bestelle ich auch gleich und werde nicht enttäuscht. Die Trucha al Ajillo, ein super typisches Gericht, schmeckt grossartig. Und der Fisch kommt sogar ohne Geräten. Dazu gibts ein Riesen-Bananenchips welches mich erstmal zum lachen bringt weil es eigentlich einfach eine ganze Flachgedrückte Banane ist. Das wäre dann wohl das erste Mal das ich wirklich nur 1 Chips esse…

Nach dem Esse gehe ich mit vollem Bauch erstmal zurück ins Hostel denn nun hat es angefangen zu tröpfeln. 1h mache ich kurz Siesta, dann will ich an die Free Walking Tour. Diese fällt allerdings ins Wasser und ich muss entwas enttäuscht wieder zurück ins Hotel denn nun schüttet es was das Zeug hält wasser vom Himmel. Ich mache mir also einfach einen gemütlichen Abend im kuschligen Bett und Netflix. Viel mehr ist nicht zu machen draussen ist gerade Weltuntergang. Ich hoffe einfach morgen ist es nichtso schlimm denn ich möchte mit Rachel ins Valle Cocora fahren um den bekannten Cocora Trek zu absolvieren.