Desierto Tatacoa

Ich wache morgens beizeiten auf und lasse mir ein Taxi zum Busbahnhof rufen. Der Koffer wollte ich eigentlich in Neiva lassen,eintschiede mich aber alles mitzunehmen damit ich auf der Rückreise nicht noch einmal bei dem etwas ungünstig gelegenen Hostel vorbeimuss. Im alltäglichen Gewusel am Busbahnhof muss ich mich ein- zweimal erkundigen wo jetzt die Kombis nach Villavieja fahren. Als ich dann amr ichtigen posten stehe kriege ich gleich ein Ticket und 10min später sind wir unterwegs. Etwa 1h brauchen wir bis ins Städtchen Villavieja. Dort quetsche ich mich mitsamt Koffer in ein Mototaxi welches mich zur Unterkunft Noches de Saturno in der Wüste bringen soll. Obwohl es hier schon sehr trocken ist sieht man der Umgebung die Wüste noch nicht wirklich an. Das ändert sich aber in den 20min fahrt ziemlich drastisch. Die kleinen Bäume und Sträucher weichen Kakteen, die Landschaft wird saniger und der Boden rot. Man sieht die ersten Gesteinsformationen welche vin dem wenigen Wasser und vom Wind ganz eigenartig geformt wurden aus dem Boden ragen.

Um 11Uhr mittags komme ich beim Hostel an. Und mache erstmal Pause. Es ist sicher 35Grad und einfach zu heiss um in der prallen Sonne spazieren zu gehen. Ausserdem ist der Tourenguide nicht hier um mich in eine etwas entlegenere Gegend der Tatacoa zu fahren. So geniesse ich die Hitze bei einem kühlen Cola und richte mein Schlafplatz, eine Hängematte, ein. Erst um halb4Uhr gehe ich los um den roten Teil der Tatacoa mit dem Namen Cusco zu besichtigen. Dieser liegt gleich auf der anderen Seite der einzigen Strasse, 2 Fussminuten vom Hostel entfernt. Der Eingang zu Rundweg führt bei einem kleinen Restaurant vorbei und ich frage den Besitzer ob der WEg auch gut ausgeschildert sei. Jaja, kein Problem. Ich laufe also den Pfosten mit den gelben Markierungen nach. Nach den ersten 3 finde ich schon keinen mehr… Also suche ich mir meinen Weg selbständig, etwas den Fussspuren der vorigen Besucher nach. Das rote Areal ist nicht so gross und und man kann sich kaum verlaufen. Trotzdem fühlt man sich hier plötzlich in eine andere Welt versetzt. Es sieht aus wie im wilden Westen. Roter Sandstein hat Blöcke geschafft die einwenig ans Monument Valley in den USA erinnern. Hohe Kakteen säumen die Wege, kleine runde mit violetten Blüten sieht man zwischendurch. Die Nachmittagsonne mit ihrem warmen Licht taucht alles in einen organen Schimmer. Es ist wunderschön und die Felsen sehr beeindruckend.

Allerdings weiss ich irgendwann wirklic nicht mehr genau wie ich zwischen den Felsen zum zweiten Ausgang gelangen soll. Immer wieder begene ich einer Herde Ziegen und ein kleiner Hund leistet mir seit den ersten paar Kurven Gesellschaft. Zurück kann ich immer, das ist kein Problem, ich laufe also einmal auf ein Plateau um alles von oben zu sehen. Da Treffe ich eine weitere Gruppe Touris, ein französisches Päärchen und eine Engländerin. Auch sie finden den offiziellen weg nicht mehr. Hier oben kann man auch ekennen dass das ein icht ganz so einfaches Unterfangen ist da die roten Sandsteinspitzen wie ein Labyrinth bilden.

Wir machen uns zu viert also auf den Rückweg wo ich hergekommen bin. Dort erholenw ir uns kurz in dem kleinen Restaurant. Es ist immer noch sehr heiss und die halbe Stunde spazieren hat uns alle schwitzen lassen. Um halb6 geht die Sonne unter. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und stellen uns an die Plateaukante von wo man eine wunderbare Aussicht über den roten Teil der Tatacoa hat.

Danach nehme ich die 3 in mein Hostel mit wo es eine riesige Portion Reis mit Poulet zum Abendessen gibt. Pünktlich um 10vor7 sind die Teller leer und wir machen uns auf zur Sternwarte. Auch dieses liegt nicht mehr als 5 Fussminuten entfernt. Die Tatacoa soll der beste Ort in Kolumbien sein um Sterne zu kucken. Hier gibt es keine Strassenlaternen, so leuchten wir uns den Weg mit Taschenlampe und Handys. Nur die Sternwarte leuchtet im Dunkeln. Vor dem Gebäude stehen schon 2 Busse, dies hier ist die Hauptattraktion der Gegend.
Wir werden auf das Dach geführt wo schon zwei Teleskope bereit stehen. Durch das eine kann man Uranus erblicken, ein blauer schwummriger Ball, durch das andere die Pleiaden. Dann dürfen wir uns auf die herumstehenden Plastikstühle setzten und den Kopf in den Nacken legen. Die beiden Wissenschaftler die uns hier heute etwas über die Sterne erzählen machen hier schon mehrere Jahre Forschung. Es wurden auch schon neue Sterne in dieser Sternwarte entdeckt. Nur können beide doch nicht sehr gut englisch, allerdings geben sie sich jede Mühe, da meine drei Kollegen nicht wahnsinnig gut Spanisch sprechen. So viel ich ausmachen kanns ind wir aber die einzigen Europäer hier.

Als erstes wird uns der Polarstern und die Formation Orion gezeigt. Der Polarstern ist hier ganz unten am Firmament und nicht sehr gut zu erkennen. Der Orion steht das ganze Jahr über am Himmel. Ausserdem können von Kolumbien aus auch der Wagen und das Kreuz des Südens zu sehen sein, allerdings erst ein ein paar Monaten wieder. Alle bekannten Sternezeichen ziehen hier im verlauf des JAhres über den Himmel da wir uns extrem nahe am Äquator befinden, dies ist ein weiterer Grund warum die Tatacoa für Wissenschaftler in diesem Bereich sehr interessant ist.
Mit einem LAserstrahl wird dann unsere Aufmerksamkeit auf einen der Orionsterne gerichtet. Dieser heisst Betelgeuse und ist der grösste Stern welchen wir von Auge erblicken können am Himmel. Er ist über 100 Lichtjahre entfernt. Und, Betelgeuse ist am sterben. Oder vielleicht schon lange gestorben, allerdings müssen wir hier auf der Erde warten bis uns das Licht der supernova erreicht welcher mit dem definitiven Kollaps des Sterns einhergeht um es genau zu wissen. Wenn dies passiert werden wir hier auf der Erde über ca. 1-2 Monate ein grosses Licht am Himmel erblicken, heller als der Mond. Dies könnte in den nächsten Jahren passieren, oder morgen, oder doch erst in hunderttausend Jahren. Ich bin begeistert und wünsche mir das erleben zu können, das ist doch saucool!

Die beiden Guides erklären uns noch einige Sterne und weitere Himmelskörper mehr. Wir sehen einige Kometen vorbeifliegen da wir gerade mitten in einem Schauer sind, uns wird die Formation des Pegasus hervorgehoben und die Position der Orionnebula welche wir dann auch noch durchs Teleskop betrachten können. Lustig fand ich als wir nach dem Kassopeia-M suchen. Ich wollte es vorher schon finden, allerdings habe ich nach einem W gesucht. Dieses steht hier für meine Verhältnisse verkehrt am Himmel weshalb ich es auch von selbst nicht fand. Insgesamt ist die Führung sehr gut, auch wenn nicht grauenhaft viel neues für mich herausspringt, abgesehen von Betelgeuse, was mich wirklich begeistert.
Nach der Tour, welche etwa 1h dauerte, machen sich meine drei Freunde auf den Weg zurück nach Villavieja wo sie ihr Hostel haben. Ich laufe den kurzen Weg zurück zum Hostel. Dort steige ich in meine Hängematte, aber nicht bevor ich mich nicht von Kopf bis Fuss mit Mückenspray eingenebelt habe. Diese Mistviecher leben gleich im Sand unter meinen Füssen und ich habe konstant etwa 10 davon um den Kopf. Na halleluja wenn ich da nur schlafen kann. Mein Geschimpfe weckt jemandem in der Hängematte nebenmir vonw elcher ich dachte sie sei leer. ICh entschuldige mich, aber Nadien hat noch gar nicht geschlafen. Nachdem wir 5Minuten auf Englisch gesprächeln finden wir heraus dass wir ja beide aus der Schweiz sind.
Nadine ist schon ein paar Monate unterwegs und nimmt sich sehr viel Zeit. Sie ist Grundschuhllehrerin, will aber 2 Jahre jetzt Reisen. Davor war sie iene kurze Zeit arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff, ein Erlbenis vom welchem sie mir sehr viel erzählt, allerdings nicht sehr viel positives. Anstrengend, viele doffe Regeln, 14h Tage, keine Privatsphäre, Person 4. Klasse. Tönt nach Spass…. Wir reden noch bis weit in die Nacht hinein, unter anderem weil wir beide von den Mücken nicht in Ruhe gelassen werden und schlafen eher schwierig wird. Schlussendlich nicke ich doch noch weg, aber nur für ca. 4h.

Dafür bin ich beizeiten wach am nächsten Tag und um 8Uhr nach einem riesigen Frühstück (juhuu Reis) bereit damit mich der Tourguide des Hostels für den total überrissenen Preis von 50Pesos zum grauen Teil der Wüste fährt. Wir steigen auf sein Motorrad und ab geht die post (ja ich liebe Motorrad fahren!). Da es eher teuer ist lasse ich mir aber auch alle Zeit der Welt um zwischendurch abzusteigen, die Landschaft zu betrachten und Fotos zu machen. Auf beiden Seiten der Wüste kann man die Ausläufer der Anden erkennen welche das dazwischenliegende Land so austrocknen, da jegliche Wolken beim überqueren der Gipfel schon ausregnen.

Nach ca. 15 Fahrminuten, in welchen wir an weiteren Sternwarten (einige davon Privat) und an Luxushotels vorbeikommen, halten wir beim grauen Teil der Tatacoa. Auch hier hat das wenige aber heftige Wasser und der Wind ganz einzigartige Figuren geformt. Einige sehen aus wie Gespenster, andere wie Tische wenn der Sandstein unter einer festeren Steinplatte abgetragen wurde. Es ist früh am morgen, wir sind die ersten zwei MEnschen hier. Es ist gut habe ich einen Führer denn die Hügel sind auch hier labyrinthartig. Am Ende des Weges kommen wir am Schwimmbad vorbei von welchem man einen tollen Ausblick über die Wüste hat (allerdigns leider inklusive dem hässlichen Swimmingpool).

Von da werde ich wieder zurückkutschiert und ich mache noch ein paar Fotos der riesigen Kakteen welche hier überall wachsen.

Zwischen dem roten und dem grauen Teil ist die tatacoa gar nicht so wüstenhaft, sie hat immer wieder etwas grün.
So das wars also, mit dem Mototaxi des Hostels gehts zurück nach Villavieja wo ich mich in den Kombi setzte und warte bis er voll besetzt ist um abzufahren, Dabei lerne ich zwei Deutsche kennen welche sich in de Wüste ein Luxusresort gegönnt haben und deshalb gerade sehr entspannt nach Bogota fahren um von dort vor Weihnachten noch nach Hause zu fliegen.
Ich selbst steige in Neiva in den Bus nach Ibagué um. Die Fahrt dauert etwa 4h, dazwischen muss immer mal wieder angehalten werden, vor allem da um 12Uhr alle etwas essbares finden müssen. Am Nachmittag kommen wir in der STadt an.
Ibagué ist nocht sehr gross und nahe bei Bogota. Allerdings immer noch auf einer Höhe wo es schön warm bleibt. Mein Hotel (es gibt hier keine Hostels, ist definitv kein bekanntes Touristenziel) leigt am Ende der Stadt. Es gibt Busse aber mit dem Koffer nehme ich lieber ein Taxi. Es sit schön für zwischendurch mal wieder ein eigenes Zimmer und Bad zu haben. Das ausgiebig duschen lasse ich allerdings doch sein, denn es gibt kein warmes Wasser… Da es doch schon 4Uhr ist bis ich ankomme und mich eingerichtet habe kann ich micht mehr wirklich zum hinausgehen motivieren, es gibt einen gemütlichen Filmabend.