Von Villa Rica nach Huanuco

Am Donnerstag habe ich nochmals Zeit in Villa Rica um mich mit Freunden zu treffen. Erstmal habe ich zum Zmittag mit Naara abgemacht. Vorher wollte ich noch an den Oconal (die Lagune) aber das Wetter speilt nicht mit. Trotzdem muss ich um 11Uhr au sdem Haus, das Zimmer engt mich ein. Ich will eigentlich einfach ein wenig zu Sylvia ins Cafe sitzen, auf dem Weg ruft aber jemand meinen Namen. Auf der anderen STrassenseite winkt mir Claver zu. Er war neben Roberto der zweite Tecnico von Desco und war 3Monate mit uns im Feld bevor sie ihn leider wegen Geldproblemen vorläufig berulauben mussten. Er arbeitet nun bei einer Bank. Ich bin etwas erstaunt dass er mich wiedererkannt, wird aber wohl über andere Leute mitbekommen haben dass ich in der STadt bin. Wir stehen also sicher eine halbe Stunde im Eingangbereich der Bank und plaudern. Bis kurz vor 12, dann muss ich weiter zu Naara und Edmundo. Diese beiden wieder zu sehen ist eine Freude, Naara ist eine sehr aufgestellte lustige Person und war damals sowas wie die beste Freundin von Gianna. Ihre Mutter kommt aus den USA wo sie auch einige JAhre gelebt hat, deshab spricht sie muttersprachlich sowohl spanisch als auch englisch. In Villa Rica ist sie die Adresse um englisch zu lernen. Edmundo ist ihr Freund, sein Geschäft ist es Bier herzustellen. Naara war auch erst gerade in Bolivien bei ihrer Mutter in Cochabamba und wir erzählen uns gegenseitig vom Reisen. Dann werden alle bekannten Leute in Villa Rica durchgegeangen, wer macht was und hat was mit wem. Der Zmittag ist sehr unterhaltsam und es ist schade haben wir beide nicht mehr Zeit füreinander. Ich werde morgen abfahren, deshalb reicht es nicht mehr für ein grosses Gefeste oder so.

Nach dem Essen gehe ich ins Büro von Desco um die Leute vom arbeiten abzuhalten hehe. Nilton ist da und wir fahren zusammen ein paar Meter durch Villa Rica um den Wagen unterzustellen. Der grüne Pickup macht mich richtig glücklich, soooo viele Stunden habe ich da dringesessen, da einzusteigen ist fast wie nach Hause kommen 🙂 Nilton erzählt mir von seinen Kindern, ich sehe immer seine Fotos in Facebook wenn er mit ihnen etwas unternimmt. Dann laufen wir gemütlich zurück und ich gesprächle noch ein wenig mit Kike und versuche mir telefonisch für morgen den Bus von La Merced nach Huanuco zu reservieren. Das ist nicht ganz so einfach denn es regnet ein bisschen und die Verbindung ist extrem schlecht, ausserdem muss ich wie immer meinen NAmen dreimal buchstabieren. Es scheint aber geklappt zu haben…?

Um 3Uhr mache ich mich auf um noch ein wenig mit Carlos zu plaudern, der hat seinen eigenen Modeladen und ist immer froh wenn mal Unterhaltung daherkommt. Von dort gehe ich dann weiter zu Clavers Bank um unser Gespräch noch fortzusetzen. Um 5Uhr mache ich noch kurz ein paar Einkäufe (Yogurt, ich will mal wieder Yogurt!) und dann treffe ich mich noch ein letztes Mal vor der Weiterreise mit Roberto. Ich bin traurig, in sozusagen zurücklassen zu müssen, ich würde gerne nochmals mit ihm weiterreisen. Aber das geht einfach nicht, er muss zurück in den Dienst. Er weiss auch noch nicht ob er mich vor dem Abflug aus Lima nochmals sehen kann und so kann es sein dass ich ihn für lange lange Zeit zum letzten Mal sehe. Das ist nicht ganz einfach, aber schlussendlich müssen wir uns an der schönen Zeit die wir zusammen hatten erfreuen. Natürlich werde ich ihn vermissen, so wie all meine Freunde hier in Villa Rica auch. Aber ich bin mit sicher, irgendwann sehen wir uns wieder. Ich bin hier gefühlsmässig schon ein wenig zuhause und irgendwann werde ich wohl zurückkommen wollen.

Am nächsten Tag packe ich meinen Koffer und gehe nochmals zu Desco um Tschüss zu sagen. Auch hier, diese Leute werde ich alle sehr sehr vermissen und ich muss allen versprechen mich mal zu melden und irgendwann als Doctora wiederzukommen. Zum Zmittag bin ich mit Jennifer verabredet, wir klatschen über die halbe Welt, sie ist so eine Person die einem einfach glücklich macht, ein richtiger Sonnenschein. Genau was ich jetzt brauche, wo ich ein wenig bedrückt mich von Villa Rica wieder trennen muss. Nach einer Dosis Jenni geht es mir besser und ich kann mich aus Weiterreisen freuen!

Und es geht auch gleich los. Um ca 2Uhr belade ich ein Motocarro mit meinem Gepäck und fahre an den Terminal. Ziemlich schnell füllt sich das Auto nach La Merced. Um halb4 sind wir dort. Diese Strasse bin ich schon so oft gefahren, und ich hoffe ich werde irgendwann wieder durch diesen Wald fahren, an den Holzhäusern vorbei wo die Wäsche in den Fenstern flattert, vorbei an den Kaffeeplantagen, dem Fluss über die Brücke wo die Frauen Papa Rellena verkaufen.

In La Merced gehe ich schnurstracks zum Büro von Leon de Huanuco, der Busgesellschaft bei der ich reserviert habe. Natürlich hat niemand jemals von einer Reservation gehört, es hat aber noch freie Plätze im Nachtbus zum Glück. Der Fährt aber erst um 9, jetzt ist 4 Uhr. Ich lasse also meinen Koffer im Büro und spaziere einmal zur Plaza de Armas. Ich war schon früher hier, aber nur um kurz Geld abzuheben oder einen Brief aufzugeben. Nun sehe ich mir ein wenig die Läden an und setzte mich kurz auf eine Bank auf der Plaza.

Nach der Trinkpause nehme ich ein Moto und lasse mich zum Mirador hinauffahren. Auf dem HAusberg sthet (natürlich) ein grosses Kreuz und man hat aussicht über das ganze langgezogene La Merced, das doch grösser ist als ich gemeint habe.

Den Rückweg den Berg hinunter mache ich zu Fuss, ganz langsam um ein wenig Zeit zu vertrödeln, ich muss mich ja noch bis 9Uhr beschäftigen. Ich schlendere ien paar Strassen mehr hinunter und setzte mich dann in ein Cafe für einen Guanabanashake. Um 6Uhr wird es dann doch langsam dunkel und ich gehe zurück ins Office der Busgesellschaft. Im dunkeln will ich hier nicht alleine sein, La Merced ist bekannt für Diebstähle. Also setzte ich mich zu der Steckdose und ziehe mir ein paar Serien rein.

Ziemlich pünktlich um 9Uhr fährt der Bus vor. Nachdem ich das Office gesehen habe (ein paar Plastikstühle, 5min bis einem jemand bedient, kein Internet und totale Überforderung mit einem Ausländischen Pass bzw. einer Person die nicht 2 Nachnamen hat, hatte ich so meine Zweifel ob ich mich für die richtige Company entschieden habe… Aber der Bus ist modern, hat Klimaanlage und die Sitze sind konfortabel. Wir bekommen noch etwas kleines zu essen, dann schlafe ich ziemlich schnell ein und wache erst morgens um 3Uhr wieder auf. Draussen ist es stockdunkel und ich weiss es geht noch 2h bis Huanuco. Ich muss aufs Klo aber meine Sitznachbarin schläft und ich will sie nicht wecken. Also spiele ich was auf meinem Handy um mich abzulenken.

Ziemlich genau um 5Uhr fahren wir in die STadt ein. Vom Busoffice sind es nur 2 min mit dem Motocarro vor mein Hotel. Die Strassen sind eng und leer und ich mag es gar nicht dass mir niemand öffnet beim klingeln. ICh will hier nicht morgens um 5Uhr alleine mit Koffer und Rucksack ausgestellt herumstehen. Also rufe ich das Hotel an. Es ist die Nummer des Chefs der zwar abnimmt aber Zuhause ist. Einfach an die Tür hauen ist sein Kommentar. Und wirklich, das wird nun erhört und ich endlich eingelassen. Der Arme Nachtwächter muss dann meinen Koffer in den 6. Stock hochtragen wo ich mein Zimmer bekomme. Beettt ❤ Es gibt keine bequemeren Betten als jene nach einer Fahrt im Nachtbus. Ich schlafe wunderbar weiter bis 10Uhr. Dann ist es Zeit aufzustehen denn um 11 kommt mich Steel (ja der heisst so…) abholen. Ihn hatte ich auf meiner letzten Reise in Cuenca, Ecuador kennengelernt. Er ist gebürtiger Huanuceño und nimmt sich etwas Zeit mir die STadt und umgebung zu zeigen. Ich bin schon ganz gespannt was er alles für mich eingeplant hat.

Pozuzo – Parque Yanachaga Chemillen und Cuevas de Lluvia Eterna

Auch zweiten Tag meines kleinen Ausflugs nach Pozuzo muss ich um 5Uhr für die Tur bereitstehen. Mein Guide, heute Ivan, begleitet mich in den Park Yanachaga Chemillen um den Nationalvogel Perus, Gallito de Roca (Andenklippenvogel), zu suchen. Diese scheue Art kommt nur am morgen für ein paar Stunden aus ihren Sandhölen.

Mit auf der Tour ist heute eine 6köpifge Familie aus dem Tirol. Die Kinder sind so zwischen 14-8 Jahre alt, sowohl Jungs wie auch Mädchen mit hübschen langen Blonden HAaren. Sie sehen aus wie die Einwanderer persönlich, vor allem die beiden Mädchen mit ihren Dirndelröcken. David, der Vater, meint sie hätten sich gestern soa uf die Plaza gestellt und fast 50 Soles mit Fotos der Touristen verdient. Die Familie lebt aber nicht hier, sie sind schon seit 4JAhren nonstopp unterewegs in Südamerika. Sie mieten sich ein Haus (Zimmer reicht ja für 6 nicht) fpr 1 Monat und danach gehts weiter. David verdient sein Geld mit Übersetztungen und kann gut vom Homeoffice aus arbeiten. Sie sehen ein wenig wie eine Zigeunerfamilie aus (nicht abwertend gemeint), ein paar Aussteiger die nicht die Absicht haben jemals wieder Sesshaft zu werden.

Im Park angekommen breitet sich die Familie am Eingangsposten aus, sie machen erstmal ein kleines Festessen für eines der Mädchen, sie hat ihren 11. Geburtstag. Also ziehe ich mit Ivan alleine los um die Vögel zu beobachten. Der NAme des Parkes Yanahaga ist quetchua und bedeutet schwarzer Wald. Und wirklich ist der Wald sehr dicht und dunkel. Nun, es ist auch erst halb6 Uhr morgens, aber trotzdem. Wir steigen zum FLuss hinunter. Dort wurde ein teil des ursprünglichen Pfades erhalten welchen die Kolonisten gingen um von Oxapampa nach Pozuzo zu kommen. Das war eine reise von 4 Tagen. Der Pfad führt dem Fluss entlang durch einen kleinen Canyon. An gewissen Stellen musste der Weg sogar aus dem Berg geschlagen werden.

Es ist mir immernoch ein rätsel wie die Einwanderer sich an einem solch Abgelegenen Ort niederlassen konnten. Vor allem da Oxapampa erst später von der Familie Heidinger gegründet wurde (noch später dann Villa Rica von einer weiteren Familie), die ncähste Siedlung war fast eine Woche Marsch weit weg. Vor allem in der Regensaison war Pozuzo wohl fast nicht zugänglich.

Ivan erklärt mir auch gewisse Bäume, wir sehen zB ZEder oder auch die Palme welche die Gallos immer aufsuchen um die Früchte zu essen. Ja, wo sind sie den nun, die Gallitos? Ivan weiss genau wo sie zu finden sind. Ein wenig den Weg hinauf beim offiziellen Campingplatz des PArks, da sitzen sie in den Bäumen. Sie sind klar erschtlich, da die Männchen eine knallrote Farbe haben. Sie tanzen in den Ästen für die Weibchen am Boden und streiten sich um die besten Plätze. Wir zählen sicher 10-15 Vögel. Sie isnd etwa 30cm gross und haben eine charakteristischen Wölbung oberhalb des Schnabels. Die Gallitos sind berühmt in Peru, sie sind der offizielle NAtionalvogel und leider vom aussterben bedroht. Darum ist es umso schöner sie hier in freier Wildbahn zu sehen.

(Meine Kamera kann leider keine besseren herangezoomten Bilder machen, sorry. Müsst Gallito de Rocas googlen).

Nach fast einer halben Stunde in der ich begeistert den Vögeln zu geschaut habe nimmt mich Ivan noch zu einem Mirador mit, zeigt mir die vielen Orchideen welche auf den Bäumen wachsen und erklärt mir auf dem Weg hinunter die neusten politischen News Perus… Präsident Vizcarra hat nämlich den Kongress geschlossen (ein Vorhaben bei welchem ihn fast die gesamte Bevölkerung unterstützt) worauf der Kongress (welcher eigentlich ja aufgelöst ist) Vizcarra absetzten und die Vizepräsidentin als neue Präsidentin einschwuren. Das ganze ist ziemlich chaotisch und niemand weiss wer jetzt eignelich recht oder das Recht hat zu tun was gerade geschieht. Naja, Fakt ist, die Bevölkerung ist hässig auf den Kongress weil die Leute anscheinend zu korrupt sind (siehe ODebrecht….) und nicht arbeiten.

Dann sind wir zurück beim Kontrollposten und sammen die Familie auf. 20min Fussmarsch führen uns zu einem kleinen Wasserfall am Strassenrand. Von da ist es nur noch ein Katzensprung zu der Cueva de Lluvias Eternas (die Höhle des ewigen Regens). Bevor wir aber zu der Höhle den Bach hinaufsteigen gibts Frühstück. JEssica hat Ivan Reis mit Chicharrones (Schweineschwarte oder so ähnlich) mitgegeben. Es ist jetzt ca. 8Uhr.

Dann gehts los über Stock und Stein, bzw durch Matsch und Fluss. Man gibt mir am eingang Gummistiefel die zwar ein bisschen zu gross, aber nötig sind. Wir steigen nämlich zT wirklich voll durch den Bach hinauf, ca. 30min, bis zu den Höhlen. Die Wanderung gefällt mir super, der Bach ist wunderbar klar, am Ufer fallen die Luftwurzeln der grossen Bäume hinunter, alles ist grün und dampft. Den 4 Kinder gefällt es offensichtlich auch. Ivan hatte schon Sorgen sie hätten Angst, zb die Steile leiter runterzusteigen, auch er meint, mit den Leuten aus Lima geht das 3mal länger. Aber so hüpfen wir alle von Stein zu Stein bis wir die ewigen Regen erreichen. Vom Berg tropft ununterbrochen Wasser über das Vordach der Höhle hinunter. Hier ist es noch grüner, Algen und Moose lieben diesen Ort. Es ist sehr idylisch, wir hören die Vögel pfeiffen (es ist immernoch morgen), schwarz-gelbe Chihuacos, Schmetterlinge und Kolibirs fliegen herum. Es gefällt mir seeehr. Während die Familie schiwmmen geht setzte ich mich auf einen grossen Stein und bestaune die Natur.

Der Rückweg ist ebenfalls etwas rutschig, ich muss vorallem aufpassen das mein HAndy nicht in den Bach fällt. Dann sind wir um 10Uhr zurück an der Strasse und müssen auf ein Auto warten. Jessica wir duns zwar eines schicken, allerdings erst um 11. Wir waren schneller als der durschscnittstourist und leider gibt es hier kein HAndynetz um den Chauffer früher zu rufen. Also warten wir. Es wrden noch ein paar Orangen und Bananen verteilt, die Kinder unterhalten sich präctig mit ein paar Steinen und dem Hund. Ich rede mit Ivan über Gott und die Welt.

Kurz nach 11 kommt dann unser Wagen an. Wir kommen um 12Uhr in Pozuzo an wo ich noch eine Sache besuchen will, nämlich das Museum Schafferer. Dort ist die Geschichte Pozuzos erklärt und alte Möbel, Werkzeuge, Alltagsgegenstände, Schriftstücke und Fotos der Kolonisten ausgestellt. Alles ist schön auf spanisch und deutsch angeschrieben. Ich lerne auch dass es einen „Freundeskreis für Pozuzo“ gibt in den zwei Partnerstädten Haiming und Silz in Österreich, welcher das Geld für den Deutschunterricht in der obligatorischen Schule in Pozuzo stellt. Sie schicken nicht nur Geld sondern auch LEhrer nach Peru damit die Tradition der deutschen Sprache hier nicht ganz ausstirbt. Das Museum ist zwar klein aber fein, leider darf ich keine Fotos schiessen. Nur von einem Tableau der Gründungsgeschichte erlaube ich mir schnell ein Bild zu machen (ich hoffe ihr könnt es lesen, unten ist es in deutsch):

Dann ist es an der Zeit meine Sachen zu packen. JEssica und Tomas wollen mich schon fast gar nicht mehr gehen lassen, sie waren wirklich sehr herzig zu mir. Jessica ruft an sogar noch bei der zentrale an damit mich das Auto um 2Uhr beim Hotel abholt. Dann kurven wir noch etwas im Dorf herum um die anderen 3 Leute einzusammeln und ab gehts richtung Oxapampa. Die Fahrt sit zwar mässig angenehm weil die Mitfahrerin in der Mitte die Aussmasse eines Buckelwals hat, dafür hat der Kollege des Fahrers (der vorne sitzen darf, wett au!) ein 2monate altes Hündchen dabei der einfach wahnsinnig süss aus der Wäsche bzw. aus dem Fenster kuckt. Transport in Peru….

Von Oxapampa aus suche ich mir am Terminal ein Auto nach Villa Rica zurück und wir pretschen durch den Wald pber die Sandpiste so dass wir alle einmal geschüttelt nicht gerührt ankommen. Ich nehme ien Mototaxi zum Büro von Desco und treffe dort um 6Uhr noch Isha an die die letzten Abrechnungen fertigstellt. Sie ist so hochschwanger dass sie fastnicht mehr hinters Pult passt. ICh helfe ihr einräumen, dann packe ich den Koffer und wir fahren zu meinem Hotel. Diesemal eines mit warmen Wasser 😛 Dann mag Isha noch auf einen Saft mitkommen bevor wir beide müde unsere Betten suchen.

Zurück in Villa Rica

Nach all unseren Tours ist es richtig angenehm mal einen Tag „frei“ zu haben. Roberto und ich schlendern durch die Feria (Markt) in Rurre, geniessen köstliche Wassermelone, schauen uns Kunst und Krempel an und machen einen kleinen Bootsausflug zum anderen Ufer ins Dorf Buenavista. Dort hören wir uns die Band auf der Plaza an die mit jedem Bier welches die Sänger trinken besser wird.

Am nächsten Tag beginnt die lange Rückreise. Unser FLieger geht um 11Uhr vom FLughafen Rurre nach La Paz. Der FLughafen ist so klein dass man ihn gar nicht als solcher erkennt. Es ist einfach eine Hütte mit zwei Zimmern die als Wartesääle bei Abflug oder Ankunft dienen. Der Flieger ist ein kleines Propellerflugzeug welches riesigen Lärm macht beim abheben. Wir sehen zu wie der Dschungel unter uns durchzieht, sehen den Fluss Beni auf welchem wir hergekommen sind. Langsam wird das grün lockerer und die Bergspitzen höher.

Nach ca. 40min landen wir auf 4000müM in La Paz. Es ist erstmal einfach nur kalt. Ein Taxi bringt uns an den Terminal wo wir 3h auf den nächsten Bus nach Cusco warten. Wir essen etwas und kaufen Wasser. Ich habe etwas Kopfweh, kein Wunder nach diesem Höenwechsel. Dann gehts in den Bus. Wir sehen uns NEtflixserien an bis wir nach ca. 4h an der Grenze ankommen. Es sit schon spät, 7Uhr und im Komplex in Desaguadero hat es keine anderen Leute. Die Aus- und wieder Einreise nach Peru ist in 20min passiert, es geht zurück in den Bus. Nun ist es schon dunkel und ich versuche etwas zu schlafen.

Frühmorgen sum 5Uhr kommen wir in Cusco an. Verpennt steigen wir aus und suchen schleunigst unser Hostel wo wir weiterschlafen können. Ein Bett ist einfach tausendmal besser als ein noch so bequemer Bussessel. Den Tag durch versuchen wir einen Flug nach Lima zu kriegen, was sich als etwas schwierig herausstellt weil Latam Probleme mit VIsakarten hat. So renne ich sicher 3mal zwischen dem Office und dem Hostel hin und her bis die Bezahlung dann mit MAstercard klappt. Wir gehen zur Bank und machen ein paar Besorgungen.

Um 5Uhr ungefähr machen wir uns auf richtung Kirche San Cristobal. Eine Strasse weiter unten Hat Tamara ihr Hostal. Sie ist gerade zur gleichen Zeit hier in Peru bevor sie nach Ecuador weiterfliegt und natürlich müssen wir uns sehen!! Der Aufstieg zur Unterkunft killt uns fast, jetzt ist nichts mehr mit an die Höhe angepasst sein. Dafür empfängt uns Tamara mit offenen Armen. Wir suchen uns ein gutes Restaurant und quatschen den ganzen Abend. Danach einen kurzer Verdauungsspaziergang an die Plaza um noch eine Glace zu essen bevor wir uns verabschieden müssen.

Roberto und ich übernachten nochmal in Cusco, am nächsten Tag fliegen wir am morgen nach Lima. Dort muss ich dringendst neue Hosen kaufen, Roberto sucht einen neuen Rucksack. Am Abend steigen wir in den nächsten Nachtbus nach Villa Rica. Ich schlafe keine Sekunde, der Bus ist kalt, ich habe eine verstopfte Nase, mein MAgen rumort. Ich bin sehr froh jetzt bald irgendwo zu sein wo ich ein paar Leute kenne und wo ich ein wenig bleiben kann.

Der Bus fährt bis La Merced, im Direktbus hatte es leider keinen Platz mehr. So steigen wir nach fast 10langen Stunden dort aus um zu Frühstücken. Wir sind beide etwas still, wir wissen dass dies nun das Ende unserer gemeinsamen Ferien ist. Es ist sehr gut möglich dass ich Roberto heute das letzte mal sehe bevor ich ganz zurück in die Schweiz fliege. Das ist schwierig und tut etwas weh. Aber andererseits hatten wir eine ganz tolle Zeit zusammen und das ist was zählt.

Ein weiters Auto bringt uns in 1h nach Villa Rica. Roberto steigt am Dorfeingang beim Haus seiner Eltern aus und ich muss Abschied nehmen. Danach bin ich leicht deprimiert und will eigentlich nur noch schlafen, auch wenn es erst 9Uhr morgens ist. In Villa Rica quartiere ich mich in einem der Hostels ein und mache genau das, einfach schlafen. Erst am Nachmittag kann ich mich aufraffen um rauszugehen. Da steigt meine LAune aber deutlich und schnell an. Ich besuche als erstes unser „Stammlokal“, das Cafe Dolce Peccato wo ich Sylvia treffe. Wir unterhalten uns eine Weile, dann gehe ich weiter zum Kleiderladen von Carlos wo ich ebenfalls freudig empfangen werde. Am Abend esse ich mit Andre und seinen Kollegen Znacht. Es ist soo cool, alle diese Leute wieder zu sehen!

Angekommen am Donnerstag bleibe ich bis am Montag in Villa Rica. Am Freitag ist ein kleines Fest im Office von Desco. Kike und Isha erwarten ein Kind und wie es hier tradition ist veranstalten ihre Freunde für sie einen Baby SHower. Isha ist hochschwanger, der kleine Lucas soll in 2 Wochen schon auf die Welt kommen. Roberto hat mir in Lima geholfen ein Geschenk zusammenzustellen, Babyschmapoo, Tücher, ein SPielzeug. Die anderen haben zusammengelegt für unter anderem Kleider, Windeln und sogar einen Buggy. Ich kann so alle meine Freunde von Desco auf einmal wiedersehen. DOn Luis, der Chefe, Kike und Isha natürlich, Nilton und sogar Vanesa kommt auf einen kurzen besuch vorbei. Sie arbeitet in einem anderen Projekt von dEsco in Pangoa, 8h weiter in der Selva. Das ganze ist sehr emotional für mich, ausserdem wird wild durcheinandergeredet, viele haben ish auch sonst schon länger nicht mehr gesehen, der Abend ist für mich sehr anstrengend vom Spanisch her. Aber es ist toll. Roberto rennt in Uniform kurz 5min vorbei um zu gratulieren. Vanesa hat ein paar SPiele vorbereitet und so wird den ganzen Abend bis spät in die Nacht gelacht, gegessen und getrunken.

Das Wochenende geht dann so weiter. Vanesa muss schon am Samstag morgen früh wieder nach Hause, ich habe nur kurz Zeit um mich zu verabschieden. Ich treffe mich aber dann mit ihrem freundeskreis etwas später. Jennifer geht mit mir Abendessen, dann sehen wir uns einen Volleymath von Carlos an. Später finde ich mich mit der Gruppe beim Karaoke und in der Disco wieder. Am Sonntag abend bin ich zum essen bei LEidy eingealden und den Tag verbringe ich mit Danitza und JEnnifer bei einem Ausflug zu den Catarratas del Leon.

Alles in allem bin ich super happy wieder hier zu sein. Vieles ist wie früher, aber nicht alles. Die Plaza ist nun offen, die war bei meinem letzten Aufenthat immer gesperrt wegen Bauarbeiten. Dafür sind nun alle Trottoirs aufgerissen und werden neu gemacht. Allerdings eher langsam, deshalb ist es ein wenig mühsam immer den Baustellen auszuweichen. Die Regenzeit nimmt genau am Tag meiner Ankunt ihren Anfang und es ist immer mal wieder feucht und Sandig, so wie ich es in Errinnerung habe.

Francois, der Schweizer der hier sein Restaurant Copaxa führt gehe ich auch noch besuchen und er lädt mich auf eine Portion Zürigschnätzlets mit Spätzli ein. Himmlisch!! Wir reden mehrere Stunden und ich lerne sein neues Haustier, ein Tigrillo kennen.

Am Montag kann ich mich dann auch offiziell für die Uni in Glasgow einschreiben da ich den Computer von Nilton kurz ausleihen darf. Das langsame Internet bringt mich zwar wie früher fast auf die Palme aber nach 2h ist alles erledigt. Dann bringe ich ein paar SAchen von Roberto welche noch in meinem Koffer liegen geblieben sind zum Militärquartel. Da befällt mich wieder etwas die Traurigkeit, aber schlussenldich wussten wir beide dass wir uns wieder trennen müssen. Ich werde ihm von meinen weiteren Reisen schreiben, und vielleicht vielleicht sehen wir uns im Dezember in Lima noch ein letztes mal.

Dann fuhre ich meinen grossen Koffer zu Desco ins Office und lasse mich nach dem Zmittag zum Terminal fahren. Ich möchte nämlich einen kurzen Ausflug von 2Tagen nach Pozuzo machen, der ursprünglichen deutsch-österreichischen Kolonie Perus.