Mompox – Ein Städtchen in der Ciénaga

Die Busfahrt von Cartagena bis Mompox ist ganz angenehm. Der Beifahrer Oskar (zuständig für Ticketüberprüfen, Koffer einladen usw.) findet mich offensichtlich ganz toll, gibt mir die Hälfte seiner Empanada ab und lässt mich vorne in der Fahrerkabine auf dem Panoramasitz die Aussicht geniessen. Die Landschaft ist sehr grün, wir sehen viele Kühe, fahren immer wieder über Brücken. Manchmal errinert mich das hier etwas an die Schweiz, nur dass es viel heisser ist. Ziemlich genau nach 6h kommen wir in Mompox an. Wie erwartet sieht es hier nach einem Kaff im Sumpf aus. Ich wohne etwas ausserhalb vom Stadtkern, die Strassen hier sind staubig, es gibt keine Trottoirs, dafür auch fast keine Autos. Alle sind auf dem Töff unterwegs. Auf den Strassenseiten wurden Mangobäume gepflanzt um Schatten zu spenden. Ich ziehe meinen Koffer durch Kies und Schlaglöcher zu meinem Hostel. In der Casa Mebi werde ich dann auch gleich ganz herzlich empfangen. Dimas, der Besitzer, erklärt mir gleich wie die Waschmaschiene funktioniert, gibt mir einen STadtplan und zeigt mir wo ich essen und Touren buchen soll. Wunderbar. Mein Zimmer ist riesig und ich kann erstmal in aller Ruhe mich einrichten. An der Ecke kaufe ich etwas Waschmittel um mal wieder meine kurzen Sachen in die Maschiene zu werfen. In den nur 3min in denen ich auf der STrasse stehe höre ich ca. 20mal „hola nena, hola bonita, como estas señorita“. Das ist etwas mühsam, aber solange ich die Kerle ignoriere alles ok.

Nachdem alles in der Waschmaschiene ist habe ich hunger. Im Bus hatte ich keine Lust etwas zu kaufen und hatte so nur Oskars halbe Empanada zum Früstück. Nun, um halb4 ist es Zeit für etwas rechtes. Allerdings ist es für einen Znacht noch zu früh. Ich spaziere mal los richtung Stadtzentrum. Und werde sehr überrascht. Ein paar Blocks weiter sieht Mompox gar nicht mehr nach Kaff im Sumpf aus sondern nach einer wunderschönen Kolonialstadt. Die Häuser sind weiss mit eisernen Fenstergitter um welche sich oft Blumen ranken. Ich komme erstmal an der Plaza San francisco an, ein weiter schöner Platz mit Kirche welcher an den Fluss Magdalena grenzt. Hier beginnt der Malecon, die Flaniermeile dem Wasser entlang. Die Hitze ist drückend, aber hier geht ein kleines Lüftchen. So schlendere ich unter den Bäumen dem Wasser entlang und bin etwas ans Lindli errinnert. Ich komme über den HAuptplatz, ebenfalls sehr grosszügig angelegt mit einer wunderschönen Kirche.

Ein paar Häuser weiter sehe ich dann plötzlich eine riesige Schweizerfahne vor einem Café hängen. Nun bin ich aber neugierig und frage bei der bereitstehenden Kellnerin nach ob der Besitzer Schweizer sei. Sie lacht und meint, diese frage hätte sie schon oft gehört. Aber die vermeintlcihe Schweizer Fahne ist die Flagge der STadt. Acuh ompox hat also ein weisses Kreuz auf rotem Grund als STadtwappen. Ok, nichtsdestotrotz bleibe ich hier im Cafe sitzen und geniesse einen Maracujasaft (zumindest den zweiten nachde ich den ersten über den wackelnden Tisch verteilt hatte….). Es ist suuper entspannend, warm, alles perfekt.

Nach einer Weile stehe ich auf und frage nach einem guten Restaurant. Ambrosia wird mir empfohlen, hat aber ehute Abend einen Privatevent und ist geschlossen. Zwei kleine Mädchen sehen mich etwas unentschlossen auf der Strasse rumstehen. „Bist du neu hier?“, werde ich gefragt. „Ja, erst gerade angekommen… Ich suche ein Restaurant.“ „Ok, komm mit.“ Die beiden (habe NAmen schon wieder vergessen), 12 und 9 Jahre alt nehemn mich also zur Strasse mit wo die Einheimischen essen. Währenddessen wird mir genau erklärt was man in Mompox alles machen kann, eine Schifffahrt in die Ciénaga (den Sumpf) zum Beispiel. Die Kleine wird mal ein guter Touristenguide. Als wir bei einem Burgerrestaurant ankommen sage ich danke und schenke den beiden jeh eines der Armbäder welche ich in Cartagena mal einem etwas freundlicheren Strassenhändler abgekauft habe nachdem er mir seinen ganzen Leidensweg von Venezuela her erklärt hatte.

Es gibt also Burger zum Znacht und dann einen 10minütigen Verdauungsspaziergang nach HAuse. Wäsche aufhängen, Klimaanlage einschalten und früh ins Bett, ich bin heute morgen um 4:30 aufgestanden um den Bus zu erwischen und dementsprechend müde.

Am nächsten Tag suche ich mir erstmal ein Tuktuk und sage dem Fahrer er solle mich einfach bei einem Restaurant mit gutem Frühstück absetzten. Das tut dieser dann auch und es gibt Arepa mit Ei, Käse und Champignons zum Zmorge. Ich lasse mir Zeit, das Ambiente in dieser Stadt lässt einem irgendwie super entspannen. Kurz vor 10Uhr bin ich zurück bei der Casa Mebi wo mich schon Teddy erwartet. Er ist mein persönlicher Guide heute. Wir fahren mit seinem Motocar erstmal zur Plaza San Francisco. Hier beginnt er mir die ganze Geschichte Mompox‘ darzulegen. Die Stadt, heute eher abgelegen in der Ciénaga des FLusses MAgdalena war früher ein wichtiger Knotenpunkt um Güter und Gold aus dem ganzen Land per Boot über den Fluss nach Cartagena zu bringen. Von dort wurde dann alles nach Spanien verschifft. Die Bootsleute mussten auf ihrem langen Weg auf dem Rio MAgdalena irgendwann mal Pause machen, dies taten sie in Mompox. Da immer wieder Gold und Silber hierherkam folgten bald auch HAndwerker welche diese MEtalle zu Schmuck verarbeiten konnten. So wurde Mompox für seine filigranen Gold- und Silberketten berühmt. Auch heute gibt es noch sehr viele Talleres (Werkstätten) in welchen man Schmuckstücke kaufen kann. Dadurch und durch erhebung einer Taxe für alle passierenden Güter wurde Mopox sehr reich. Und dadurch auch selbstbewusst. So war Mompox die erste Stadt Südamerikas welche sich unabhängig machenw ollte und die Unabhängigkeit von Spanien ausrief. Auch der freiehitskämpfer Simon Bolivar kam öfters hierher, es gibt extra einen Gedenkstein mit den genauen daten wann der Held iin der STadt ankam bzw. wieder hinausgeritten ist. Und in der Nähe fand auch einmal eine Schlacht um die Unabhängigkeit statt in welcher einige Anwohner an Bolivars Seite kämpften. Deshalb hat Mompx den Übernamen „La Valiente“ (die Mutige).

Heute ist Mompox viel weniger wichtig als früher. Mit der Unabhängigkeit von Spanien und neuen Routen des Gütertransportes wurde die Stadt eigentlcih obsolet und immer mehr der reichen Spanier verliessen Mompox. Was bleib ist die wunderschöne Architektur, 7 Kirchen und die Errinnerung an die guten Zeiten. Die Altstadt steht heute unter UNESCO Weltkulturerbe und zieht so langsam immer mehr Touristen an.

Einmal im Jahr findet hier auch ien grosses Jazz-Festival statt. An diese wird durch einige Grafitis und eine Saxophonstatue errinnert. Weiter zeigt mir Teddy während des ganzen Vormittages noch den Markt, wo ich PAlmenwein probieren darf (eigentlich Palmensaft, also was halt aus der Palme heraustropft wennman sie umhaut, und das dann ganz leicht fermentiert. Soll gut sein gegen sämtliche Krebsarten, Infektionen, Gicht usw…). Dann gehts weiter zu einer Käserei wo sie den typisch kolumbianischen weissen Frischkäse zubereiten. Dafür lassen sie die Milch aufkochen, ausfällen und wallen dann den Milchklumpen auf einem Tisch aus. Der Fladen wird gesalzen, in Streifen geschnitten und zu einem faustgrossen Ball gerollt. Das nennt man dann Käse… Naja… Das essen die Kolumbianer dann vor allem mit süssem zusammen, zB mit heisser Schokolade. Nochmal naja… Meiner Meinung nach ist das zwar nicht wirklich Käse, aber ganz ok essbar mit Brot und Tomaten zum Zmorge.

Wieder im Stadtzentrum sehen wir uns die Plaza de la Libertad an, weitere 3 Kirchen, natürlich den MElcon sowie auch den Friedhof. Teddy kann jeden Namen jeglcher wichtiger PErsönlichkeiten von Mompox auswenig, weiss jedes Datum und jeden geschichtlichen Event. Ich kann mir unmöglich alles behalten. Wichtig ist vor allem was ich oben schon über die Geschichte der STadt erzählt habe. Ausserdem interressant ist, dass viele Leute Mopmox mit dem Städtchen Macondo aus dem Buch „100 JAhre Einsamkeit“ von Gabriel Garcia Maruqez vergleichen. Hier gibt es auch einige Cafes oder Hostels welche sich mit dem NAmen MAcondo schmücken. Allerdings war Marquez zu seinen LEbzeiten nie in Mompox. Allerdings kommt eine seiner Ehefrauen von hier. Sie lebte als Kind in Mompox und ging hier zur Schule und es wird gemunkelt, dass sie ihrem MAnn wohl in so fantastischen Geschichten ihre Heimat beschrieben hat, dass sich dieser zu einem ganzen Buch inspiriert fühlte.

Nach 3h Führung bin ich verschiwtzt und mein Kopf schirrt etwas von all den Informationen. Und ich habe Hunger. Teddy bringt mich zu einem der bekanntesten Restaurants wo ich eine herzhafte Portion Voressen mit Patacones und Reis bekomme. Danach bin ich pappsatt und brauche eine kurze Siesta von einer halben Stunde.

Um 3Uhr bin ich wieder bereit mit angeschanlltem Bikini für eine Exkursion in den Sumpf. Mit kolumbinaischer Pünktlichkeit (heisst +/- 30min) legt das Boot am Steg an. Etwa 15 Leute kommen mit und neben mir sitzt natürlich, ein Schweizer. Auf der Hinfahrt über den Rio MAgdalena bis zum Eingang der Ciénaga durch einen Kanal gesprächle ich mit Hugo und seiner Freundin Ruby. ER kommt aus Windisch, sie aus Bogota. Um während seiner Pansion etwas zu tun zu haben hat Hugo sich entlschlossen Spanisch zu lernen und öfters in die Wärme nach Südamerika zu fahren. Es ist schon sein 7.mal in Kolumbien und mit Ruby war er schon öfters unterwegs.

Wir gondeln also durch die Landschaft, sehen einige grosse Leguane uaf beiden Seiten im Grass sitzen, fahren an Bananen- und Maisplantagen vorbei. Auch Kühe entspannen am Ufer des etwa 3m weiten Kanals. NAch etwa 1h öffnet sich vor uns der See der Ciénaga. Das Wasser ist braun und nicht sehr tief. Es ist Nachmittags um halb5 und ich habe den ganzen Tag vor mich hingeschwitzt. Nun springe ich mit Freuden in das erfrischende NAss. Der See ist nicht sehr tief, man kann überall stehen, allerdings ist dies nicht sehr angenehm da der Boden matschig ist und etwas grusig um seine Füsse darin zu versenken. Man solle auf die Rochen aufpassen, die können stechen. Ok, eir schwimmen lieber. Es ist genial. ICh schwimme mitten im November bei 32 grad beim schäänsten Wetter im See, strecke die Nase in die Sonne und bin einfach mal eine Runde happy.

Zurück im Boot gibts eine erfrischende Cola und wir sünneled noch ein bisschen bevor wir die Rückreise antreten. Den Kanal zurück bis auf den Fluss MAgdalena. Dort angekommen dürfen wir einem spekatkulären Sonnenuntergang beiwohnen.

Um ca. 6Uhr sind wir zurück in Mompox. Abendessen gibt es heute wohlnicht,bin immernoch voll vom Zmittag. Aber auf einen Drink mit Hugo und Ruby lasse ich mich noch so gerne einladen. Wir sitzen in eine Bar am Malecon und geniessen die Abendstimmung. Ruby begeistert sich für die Musik im lokal und wir sprechen lange über die verschiedenen Tänze und Rythmen es in Kolumbien gibt. Sie haben vor allema nd er Küste einen starken Afrikanischen Einfluss. Und dann sind da natürlich noch der Cumbia, der Salsa und der Vallenato. Ich muss dann zuhause ganz viele neue Musik herunterladen! Um 9Uhr verabschiede ich mich, spazeiere nach Hause, hüpfe unter die Dusche um das Sumpfwasser abzuwaschen und schlafe sehr schnell ein.

Am Montag ist mein letzter Tag in Mompox. Ich laufe um die Ecke zur Panaderia fürs frühstück, dann mache ich michnohcmals auf einen SPaziergang durch die Stadt mit seinen wunderschönen Gässchen. Auch die allgegenwärtigen Sprüche der Männerhier können mir die gute Laune nicht verderben. Auch heute ist es heiss und am liebsten würde ich mich im Fluss abkühlen. Ein Mangosaft in einem Cafe muss dafür reichen. Nun habe ich wirklcih fast jede Ecke von Mompox gesehen. Um 12 setzte ich mich nun ins Ambrosia wo ich einen grandiosen Fruchtsalat geniesse. Dann muss ich zum Hostel, alles einpacken und um 2Uhr bei der Bushhaltestelle sein. Der grosse Reisebus von Copetran steht schon bereit. Jeh 15h Busfahrt nach MEdellin… werden wir auch irgendwie überleben…

Die ersten 2h sind dann auch fast die schlimmsten weil die STrasse aus mehr Schlaglöchern als Belag besteht und der grosse Bus nicht allem ausweichen kann. Danach wirds besser und ich versuche als es langsam dunkel wird auch zu schlafen. Allerdings bläst mir die AC direkt ins Gesicht, da ich den vordersten Sitzplatz habe und es sind gefühlte 10grad eingestellt. Fürs Abendessen werden wir dann alle um 20Uhr nochmals aus dem Bus geschmissen, für mich gibts aber ur eine Empanada. Dann, eingepackt mit Jacke und den Schaal als Decke schaffe ich es doch noch ein paar Stunden die Augen zu schliessen.

ICh erwache als wir morgens um 4Uhr mitten im Nirgendwo an einem Stoppschild stehen. Und das 2h lang. Ich iwll gar nicht wissen warum wir warten, warum uns gar keine Autos auf der Gegenseite entgegekommen und wer bitte den Weg vielleicht irgendwann freigeben wird. ICh bin zu müde. Einfach hoffen dass es wie immer schon irgendwie gut kommt. Und so ist es. Um 6Uhr kommen zwei Polizisten auf dem Motorrad hergefahren und lassen uns passieren. Informationen für die PAssagiere gibt es wie immer keine, aber es ist mir jetzt egal. Ich will einfach nur noch ankommen. Und das tun wir dann auch. Bald tauchen die ersten Hochhäuser auf und 1h später fahren wir im Terminal de Norte in Medellin ein. Gottseidank! Raus aus der Blechbüchse, ab ins die kleine Büchse (ins Taxi). Es kämpft sich tapfer durch den Morgenverkehr, um 8Uhr bin ich bei meinem Hostel wo ich mich erstmal einfach hinlege um nochmals ein paar Stunden Schlaf zu kriegen.

Cartagena – Castillo de San Felipe de Barajas, Getsemani und Bocagrande

In den weiteren 6 Tagen welche ich in Cartagena verbringe bin ich so mässig zwäg. Die medikamente schlagen an, ich habe erstmal kein Fieber mehr. Ich mag also am Sonntag mit Helen zum Mercado Bazurto hinausfahren sowie das Castillo San Felipe de Barajas besuchen. Wir spazieren auch weiter durch die Altstadt und probieren uns durch sämtliche grossartigen Restaurants Cartagenas. Als HElen dann aber am 12. richtung MEdellin abfliegt verschelchtert sich meine gEsundheit und ich bin sehr müde. Nun auch noch mit Antibiotika ausgerüstet ziehe ich in ein Einzelzimmer in einem Hotel und schlafe 13.& 14. November durch. Ich gehe nur raus um etwas essbares zu suchen und um bei der Bocagrande im Laboratorium meine Proben abzugeben. Danach gehts mir wieder seehr viel besser, vor allem da die Antibioitka offensichtlich das richtige war und ich nun wieder normal aufs Klo kann. Paraisten habe ich keine, das hat die Stuhl- und Blutprobe ergeben. Also alles wieder gut. Ich habe sogar noch Zeit das Museum de Oro de Zenu zu besichtigen und die Grafitis in Getsemani zu Fotografieren. Ich werde euch hier nun eine Zusammenfassung von allem was ich in Cartagena zwischen dem 10. – 15. November besichtigt habe geben:

MErcado Bazurto

Mit Helen fahre ich zu dem überfüllten, farbigen, stinkenden und überlaufendem Markt Bazurto. Hier kaufen die Cartageños ein. Früchte, Gemüse, Reis, Fisch, Fleisch… alles was das Herz begehrt kann man hier bekommen. Etwas weiter werden Kleider, Schuhe, Hüte, Weihnachtsschmuck, Kinderspielzeug, und Socken verkauft. Weider weiter kann man Mitagessen oder eine Empanada mitnehmen. Der Markt ist vollgestopft mit Leuten, Motoradfahrer quetschen sich mit sehr wenig Vorsicht durch die Menge, jemand trägt 5 Schachteln Granadillas vorbei, einer schleppt 2Kinder plus den neuen Flachbildschirm. Die Gerüche ändern alle 2m zwischen, hmm frisch fritiert zu uuh frisch verfault. Wie schon öfters schwöre ich mir in der Fleisch und Fischabteilung dass ich vegetarier werde, der geruch nach rohem Fleisch der hier in der Luft hängt ist mir sehr zuwider. Insgesamt muss man den Markt mal gesehen haben, er sit aber auch nicht wirklich viel anders als die anderen Märkte in Südamerika. Die Dedos de Queso (Käsefinger, fritierte Käsesticks) sind allerdings wirklich grossartig 🙂

Castillo de San Felipe de Barajas

Einen längeren Besuch machen Helen und ich auf dem Castillo ausserhalb der ummauerten STadt welche Cartagena auf dem Land schützen sollte. Mit einem Audioguide auf deutsch ausgerüstet erklimmen wir die kleine Burg und hören uns deren bewegte Geschichte an. Immer wieder wurde sie gestürmt, vom Feind übernommen oder ausgebaut. Schlussendlich gelang es aber nicht die Spanier aus Cartagena zu vertreiben und so sagt man dass das Castillo mitverantwortlich dafür ist dass man heute in Südamerika spanisch und nicht englisch oder französisch spricht. Wichtig war die Burg auch im Krieg gegen die Kolonialmacht als Cartagena als einer der ersten Städte südamerikas ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone ausrief. Das Castillo selber ist eigentlich über den natürlichen Berg gebaut und amn hat aussicht uaf die ganze umliegende Stadt. Uns wird erzählt wo früher die Malarisümpfe die gegnerischen Soldaten in den Wahnsinn trieben, wo das LEprakrankenhaus gestanden hat und warum an welchen strategischen Stellen eine Batterie Kanonen platziert wurde. Das LEben der verschiedensten Feldherren und Stadthalter wird uns erläutert, der Audioguide ist wirklich gut. So besichtigen wir wirklich fast jeden Centimeter des CAstillos, inklusive seiner Geheimgänge. Die Sonne brennt und wir trinken sicher beide 2L in den 1.5h welche wir hier zusammen mit sehr vielen Touristen verbringen. Ohne Führung wäre das Castillo eher ein heisser steinhaufen, aber dank der tollen historischen Erklärungen und dem kurzen Film zur Unabhängigkeit ist das Castillo San Felipe de Barajas den Besuch wirklich wert!

Getsemani

Wie schon erläutert ist Getsemani das viertel der Mittelschicht oder der Bediensteten des Adels welcher in der Altstadt residierte. Sie waren zumindest so wichtig dass sie innerhalb der Mauern bleiben durften. Heute gibt es hier super viel Streetart, Grafitis, Maler und Dichter. Ich spazierte einfach noch in ein paar Strassen mehr umher um die tollen Farben des Viertels einzufangen:

Bocagrande

Die Halbinsel sieht man von weitem, da sie übersäht ist mit Hochhäuser. Banken, Versicherungen, Kino, Einkaufszentrum…. Hier gibt es alles im Grossformat was in der Altstadt etwas fehlt. Ich bin eigentlich nur hier um beim LAbor vorbeizuschauen aber ein kurzer Spaziergang am Malecon liegt drinn. Danach bin ich aber gleich wieder völlig geschafft und verschwitzt und es geht zurück ins Bett. Sooo interessant ist Bocagrande auch nicht und im vergleich zur malerischen Altstadt gibt es hier auch nicht speziell viel zu sehen. Ausserdem riecht das Meer hier nach verdorbenen Algen, was einem den Spaziergang etwas versaut…

Museo de Oro Zenu

Das eigentliche Goldmuseum ist wegen Umbauten seit über einem Jahr geschlossen. Es gibt momentan nur eine kleine AUsstellung in der Bank hinter einer sehr sicher aussehenden PAnzertür. Diese ist dafür sehr süss, man kann Goldgegenstände aus verschiedensten Zonen Kolumbiens betrachten, angefertigt von unterschiedlichen Eingebohrenenstömme. Unter anderem sehe ich hier auch die paar Stücke welche man (nahe der) Ciudad Perdida ausgegraben hatte: Tier- und Menschenfiguren und Schmuck vor allem.

Und etwas vom Besten an Cartagena war durchgehend das Essen. Obwohl für Kolumbien eher teuer kann man hier dafür alles bekommen. Wir waren beim Italiener, beim Spanier, beim Kolumbianer und beim Cubaner. Alles war grandios! Hier zwei Beispiele:

Nun das war Cartagena. Da ich nun wieder gesund bin fühle ich mich fit weiterzureisen. Der Nächste Stopp heisst Mompox und liegt 6h entfernt im Sumpf. Ich mache mich also am 16.11. sehr früh am morgen auf zum Terminal um den 7:30Bus zu kriegen welcher mich in die Cienaga bringt.

Cartagena – Islas Rosarios

Von Cartagena aus sollte man unbedingt die Islas rosarios besuchen. Ihr NAme bedeutet Rosenkranz-Insel da sie aufgereiht sind wie die Kugeln an einem Rosenkranz. Die Inseln gehören zu einem Naturschutzgebiet.

Am Morgen um 9Uhr fahren die Boote zur Isla Grande wo wir eine Nacht verbringen wollen. Vor dem Schalter stehen viele Leute an, also packen wir die Gelegenheit als uns von einer herumstehenden Chica ein Boot zum gleichen Preis angeboten wird. Sie führt uns zu jemandem welcher uns ein Ticket ausstellt, dann zum nächsten für die Hafentaxe. Alles sieht in Romans worten nach einem Kuhandel aus, aber egal, wir werden durchgelassen und das Boot fährt ca. Eine halbe Stunde später ab. Beim hinausfahren sehen wir wunderbar die Hochhäuser welcher auf der Halbinsel der Bocagrande stehen.

Fast eine stunde Cruisen wir übers Meer. Hi und Da sieht man eine der Privaten Inslen mit schöner Finca oder moderner Villa. Das Wasser ist wunderschön blau. Wir machen eine ganze Runde um die Insel und setzten alle Leute ab (nicht ganz ohne Probleme da ein Päärchen gar kein spanisch versteht und partout nicht kapieren will dass sie am letzten Steg hätten aussteigen sollen und nun laufen müssen). Unser Campingplatz hatte uns geschickt bei welcher Anlegestelle wir aussteigen sollen, allerdings kennt diese niemand auf dem Boot. NAch einer ganzen Runde werden wir also einfach irgendwo in der Nähe (google-Maps sei dank) abgesetzt.

Die Insel heisst zwar Isla Grande, ist aber eher chicita als grande. Nach 5min haben wir den Camping gefunden und kriegen unsere Zelte zugeteilt. Von hier werden wir an den Strand begleitet wo wir erstmal für HElen ihren morgigen Tauchtrip organisieren. Roman und ich werden uns ein anderes Programm zusamennstellen welches nicht 4h unter Wasser beinhaltet.

Danach setzten wir uns erstmal an den Strand, essen unsere Früchte welcher wir mitgebracht haben und geniessen das Meer. Es ist türkies, durchsichtig und einfach genial warm! Etwas weiter finden wir dann auch einen strand mit Liegestülen (wohl von einem Hotel, aber es vertreibt uns keiner).

Um 4Uhr sind wir zurück beim Camping und der Sohn der besitzerin nimmt uns auf eine Kanuexkursion durch die MAngroven mit. Er paddelt uns alleine (wir fühlen uns schwer) erstmal der Insel entlang bis zu einem kleinen Eingang wo das Boot durch ein paar Bäume in einen offenen See sticht. Von dort führt ein MAngroventunnel zu einer zweiten und dritten Lagune. Zwischendurch steigen wir kurz aus, besuchen das Eingebohrenendorf und einen Aussichtsturm. Ab der dritten Laguna machen wir einen kleinen Spaziergang ans Meer wo wir auf einer Plattform den Sonnenuntergang beobachten. Allerdings ist dieser eher bedeckt, das Meer ist aber trotzdem einfach wunderbar. Es ist auch wunderbar warm und angenehm. Ezechiel (ja so heisst der, wie der Engel) erzählt uns ien wenig von dem Leben auf der Insel. Interressant war zu hören das es den knapp 1200 Einwohner nicht erlaubt istuntereinander zu heiraten. Sie müssen also jemanden vom Festland schnappen…

Zurück auf dem Campingplatz dürfen wir erstmal duschen, wiedereinmal aus dem Eimer. Dann gibts Abendessen: Fisch mit Reis und Patacones (zerquteschte gebratene Banane) und ein paar Runden Karten zu dritt 🙂

Am nächsten Tag nach einer sehr heissen (oder wie Helen sagen wrde unerträglichen) Nacht im Zelt in welcher wir für eine etwas frische Luft sogar das Moskitonetz aufmachen mussten und dementsprechend verstochen wurden sitzen Roman und ich um 8Uhr beim Zmorge. Helen musste schon um 7Uhr raus fürs Tauchen. Um etwa 10Uhr nach einem gemütlichen Frühstück und zusammenpacken nimmt uns Ezechiel zum Schnorcheln mit. Er hat ein eigenes Boot mit welchem wir zum Riff hinausfahren. Dies ligt auch ganze 10m vom Steg entfernt, das hätten wir glatt schwimmen können. Unser Guide schwimmt voraus und wir platschen hinter ihm ins warme klare Wasser. Es ist nicht tief, vielleicht 2-4m. Es hat viele Fische in allen Farben, ich sehe einen Kugelfisch und einen ganz süssen mit blauen Punkten. Die Korallen allerdings sehen sehr tot aus. Später wird uns erklärt dass vor ein paar JAhren ein Öltanker ausgelaufen war und einen grossteil des Riffes zerstört hat. Diese Neuigkeit macht mich etwas traurig, das Riff sieht schon ein wenig triste aus. Und ich weiss nicht wie viel es nützt dass man seither ein Naturreservat aus der Area gemacht hat. Immerhin hat es immernoch tonnenweise Fische welche von was weiss ich hier leben können.

Nach dem Schwimmen haben wir kohldampf. Um 12Uhr treffen wir Helen zum Zmittag (Juhuu Poulet mit Reis und PAtacones), dann verschwindet sie nochmals ins Wasser. Roman und ich treiben uns noch ein wenig auf dem Camping herum, schwatzen und packen unsere Sachen. Dann gehen wir um 2Uhr zum Bootsteg (diesmal der richtige) und um 2:30 holt uns ein Motorboot ab. Zurück in Cartagena muss ich Roman tschüss sagen, er geht direkt an den FLughafen. Ich laufe also alleine und in strömendem Regen zurück zu unserem Hotel, nehme den eingestellten Koffer und wechsle ins nahe Hostel wo Helen und ich in einem Dorm gebucht haben.

Helen kommt ein wenig später an und findet mich mit fieber und Bauchschmerzen vor. Schon die ganze Zeit auf der Insel ging es mir nicht gut, nun wurde es schlimmer. Ich gehe an die Rezeption um nach der Adresse eines Arztes zu fragen und kriege zu rAntwort, er kommt in einer halben Stunde hier vorbei. Ok, auch gut. Und wirklich nach ca. 1h werde ich gleich im Dorm untersucht. Scheint nichts böses zu sein, am ehesten ein MAgeninfekt (ich tippe auf Salmonellen). Man verschreibt mir Medis gegen die schmerzen und eine Stuhlprobe. Ah mühsam, aber ok. Soo schlecht geht es mir nicht, aber ich muss wissen ob es bakteriell oder parasitär ist was sich in meinen gedären rumtreibt. Nun habe ich aber erstmal hunger. Helen und ich gehen aus dem Haus und sehen uns erstmal von sehr vielen Leuten umgeben. Auch heute ist im Rahmen der Fiestas de la Independencia ein Umzug. LGBTQ Fahnen werden geschwenkt, Salsatänzer in den buntesten, glitzrigsten undknappesten Kleider stolzieren durch die Strassen. Heute ist Gay-Parade und sie ist noch farbiger als was wir schon gesehen haben. Helen und ich sehen staunend etwas zu, dann gewinnt der Hunger. Den stillen wir in einem weiteren grossartigen restaurant mit einer Auswahl an 7 Tapas, miam 😉

Cartagena – City Tour & Fiestas de la Independencia

Unser Hotel in Cartagena liegt im viertel Getsemani, ein sehr farbiges, frohes Barrio mit wunderschönen Grafiti und Girlanden überall. Hier finden sich auch die etwas billigeren Restaurants und die Ausgangsszene.

Gleich ein paar Strassen weiter kann man durch den Torre del Reloj treten und kommt somit in die Altstadt. Dort wohnten früher die Adelsleute, es gibt viele historische Gebäude, alle schön im Kolonialstil mit hölzernen Fenster und Balkonen. Auch hier ist alles sehr farbenfroh, Kutschen fahren in der Stadt umher, es gibt viele Souvenirläden, Restaurants und Cafes. Auch die Kirchen Cartagenas sind in der Altstadt zu finden. Altstadt sowie Getsemani (wo früher ausserdem die Bediensteten der Adligen wohnten) sind von einer Befestigungsmauer umgeben. Dies weil sich Cartagena in seiner Geschichte öfters gegen Piraten oder befeindete Länder verteidigen musste. Aber dazu später mehr. Heute lassen wir uns also durch die „eingemauerte Stadt“ (la Ciudad amurallada) führen mit einer Free Walking Tour.

Die Tour beginnt auf der Plaza Santa Teresa wo unser Führer uns auf super spanischem englisch begrüsst. Um uns herum stehen mehr Verkäufer als wir Touristen sind und bieten ihre Ware, Strohhüte, Wasser, Bier (morgens um 10…), Sonnenbrillen und mehr, feil.

Zuerst machen wir einen kleinen Abstecher auf die MAuer und uns wird erklärt dass die Spanier vom HAfen von Cartagena aus ihr Gold nach Europa verschifft haben. Manchmal haben sie so viel Gold auf ein Schiff gepackt dass dieses wegen der zu grossen Last gesunken ist… Deshalb war Cartagena ein beliebtes ziel sowohl von Piraten als auch von den ENgländer oder Franzosen, als diese versuchten den Spanier das Gold und allgemein die Kolonien abzujagen. Deshalb war es irgendwann nötig die Stadt sowohl in Meeres- als auch in Landrichtung zu befestigen. Um in die Bucht Cartagenas segeln zu können muss mann eine LAndesenge passieren welche Bocagrande (Grosses MAul) genannt wird. Dort wurde sogareinen Unterwasser-Mauer errichtet. So musste man nur noch die zweite Einfahrt in die Bucht, Bochachica (kleines MAul) kontrollieren, was einfach er war da sie, wie ihr Name es schon sagt, kleiner ist. Auf beiden Seiten wurden da ebenfalls Befestigungen erbaut um im Notfall die anfahrenden Schiffe unter Deuer nehmen zu können. Wegen der vielen Schlachten welche hier in der Geschichte ausgefochten wurden bekam Cartagena ausserdem ihren Übernamen „La Heroica“

Weiter geht unsere Tour auf der Plaza San PEdro Claver wo auch die gleichnamige Kirche steht. San Pedro Calver war ein missionar welcher in Cartagena vor allem Sklaven bekehrte. Die Afrikner welche als Arbeitskräfte nach Kolumbien eingschifft wurdenw aren zahlreich. Bald sprach sich herum, dass diejenigen welche sich zum Christentum bekehrten mehr Freizeit bekamen (in wlecher sie zur Kirche gehen durften). Somit war San PEdro Claver mit siener Bekehrung sehr erfolgreich. Er versuchte auch die Verhältnisse der Sklaven zu verbessern, allerdings natürlich nur für die Christen… Die Plaza ist wunderschön und es sind neben einer grossen Bronzestatue von San Pedro Calver mit einem Sklaven auch weitere Kunstobjekte ausgestellt. Sie sollen Cartagenos in ihrem Alltag zeigen. So hat es einen Tisch wo Leute Poker spielen, wo genäht wird oder wo eine frau Früchte anbietet.

Diese Frauen, welche in bunten farben auf den Strassen sitzen mit ihren Früchteschalen im Schoss oder auf dem Kopf nennen sich Palenqueras. Sie sind alle Afrokolumbianerinnen und verkaufen eigentlich vor allem sich selbst als Fotomotiv als die Früchte. Ihr NAme kommt von der STadt Palenque welche sich nahe bei cartagena befindet. Dort hatten sich die geflohene Sklaven im 16.Jh niedergleassen und ihre Stadt mit Palenques (Palisaden) umgeben. Die PAlenqueras sind also sozusagen die Töchter dieser STadt wo die Bevölkerung bis heute aus fast nur Afrokolumbianer besteht.

Weiter geht unsere Walking Tour zu den Zuckerverkäufer. Gleich hinter der Torre del reloj reihen sich unter den Kolonialhäusern Stände mit Süssem aneinander. Die Zucker- und Guetslimischungen sind sehr klebrig und farbenfroh. Der Bekannteste Happen hier sind die sogenannten Alegrias was übersetzt „Freude“ bedeutet. Ich glaube es sind Hirsekugeln welche mit Rohrzucker zusammenkleben.

Ein weiterer Stopp ist die Plaza de Bolivar wo man den Befreier Südamerikas auf dem Pferd zwischen ein paar Bäume gepflanzt hat. Hier hat es eine MEnge STrassenverkäufer und auch eine Breakdance Gruppe welche Geld sammelt für ihre Auftritte. Gleich nebenan auf dem Trottoir kann man einen kleinen Walk od Fame der Miss Colombias bestaunen. 2 davon wurden sogar zur Miss Universe gekrönt. Die Jaährliche Wahl findet immer am 11. November,a lso in ein paar Tagen statt. Die Kolumbianer sind anschienend sehr stolz auf ihre schönen Señoritas!

Unser Guide macht uns beim Schlendern durch die wunderschönen Strassen Cartagenas auch darauf aufmerksam dass die Häuser immer sehr grosse Toremit vielen Nieten dran besitzen. Je mehr nieten, desto mehr Geld hatte die Familie. Was die Besitzer von beruf waren konnte man ausserdem am Türklopfer ablesen. War dies eine Sirene war der Anwohner ein Seefahrer, war es eine HAnd gehörte der Bewohner zum Klerus und war es ein Löwe war da ein Adliger zuhause.

Zuletzt kommen wir noch an der Universität vorbei und hören ein wenig etwas zu Gabriel Garcia Marquez, dem wichtigsten Autro Kolumbiens. Ich habe ja mehrere seiner Bücher gelesen und kann sie nur weiterempfehlen!

Insgesamt macht Cartagena einen sehr tollen Eindruck. Ich würde am liebsten alle Gässchen und Strassen Fotografieren. Der STadt wird nicht umsonst nachgesagt die Schönste des Landes zu sein.

Nach der Tour sind wir durchgeschwitzt. Wir suchen uns etwas zu essen und brauchen dann eine kleine Siesta. Gegen Abend suchen wir dann die Mauer auf um uns ein Bild der Fiestas de la Independencia zu machen. Den ganzen Tag schon hören wir Musik, sehen Leute in den farbigsten Kleidern und Kostümen herumlaufen. Aber so richtig was los ist bei der MAuer. Da läuft schon seit einigen Stunden eine Parade. Wir klettern also ebenfalls zu den restlichen tausend Leuten auf die etwa 3m grosse MAuer (Helen kann klettern und Roman hilft mir dann rauf :P). Es ist die Hölle los. Wie schon in Bolivien flanieren hier Tanzgruppe nach Tanzgruppe an vollen Rängen vorbei. Musik dröhnt, die Leute trinken, sprühen Rasierschaum herum, werfen Konfettis und Farbe. Alles ist BUNT. Das ist wohlw as cartagena am besten beschreibt: farbig! Es wird getanzt und gelacht und gegrölt. Zwischen den Tanzgruppen rollen grosse verzierte Wagen mit den Missen aus allen Teilen Kolumbiens an uns vorbei. Die Señoritas winken und lachen in die MEnge, tanzen auf ihren abnormal hohen Schuhen herum, werfen Haare… Die Leute lieben es. Dann kommt wieder eine Afrogruppe welche mit Trommeln ausgerüstet die Afrikanischen Wurzeln aufleben lässt, dann Palenqueras mit ihren farbigen Röcken… Ich könnte Stundenlang zusehen.

Und das tun wir auch, es wird dunkel bis wir wieder von der Mauer klettern und jetzt definitiv etwas zum Abendessen suchen müssen. Wir hatten ein paar Tipps einer Freundin Romans bekommen und verscuhen uns mit einem kolumbianisch-karibischen Restaurant welches grossartig ist! Allerdings fühlen wir uns mit Flipflops und 0815 Bekleidung etwas underdressed… Nach einem grossartigen Quinoasalat und Schokoladen-Vulkan Dessert rollen wir nach HAuse nach Getsemani.

Santa Marta & Minca

Helen und ich verbringen nur gerade 1 Tag in der Touristenstadt Santa Marta. Ich muss hier nochmals ins Büro von Expotour da ich auf dem trekking im letzten Moment meine Regenjacke habe liegenlassen (shame on me…), allerdings habe ich es sehr bald gemerkt und Jhon, unser Tourguide konnte organisieren dass sie gefunden und nach Santa Marta gebracht wurde. ICh bin überglücklich sie wiederzuhaben!

Santa Marta hat vor allem eine süsse Innenstadt und nahe Strände zu bieten. (Obwohl uns nach la Guajira eine funktionierende Dusche mit fliessendem sauberem wasser schon super vorkommt 😉 )So beschliessen Helen und ich an die Playa Blanca zu fahren. Dafür nehemn wir so einen blauen Stadtbus welcher mit El Rodadero angeschrieben ist und fahren um eine kleine Halbinsel zu diesem abgelegenen sTadteil von Santa MArta. Hier hat es grosse Hochhäuser und Hotels gleich am Strand welcher ziemlcih voll ist. Heute ist zwar Montag aber irgendein Feiertag, deshalb ist die halbe Welt unterwegs um sich zu Sonnen. Hier kaufen wir ien paar Früchte und Churros ein und ergattern Tickets für das Boot zu Playa Blanca. Diese fährt auch gleich ganz hinten am Strand. Ein paar Buchten weiter liegt unser Ziel.

Auch hier hat es viele Leute, und denen muss ja was geboten werden. Über den Strand führt eine Zipline, es hat 3 Bars und der STrand ist von kleinen Hüttenbedeckt welche mit Stülen und Tischen ausgestattet sind. Da wir nicht mieten wollen quetschen Helen und ich uns irgendwo dazwischen auf unser Strandtuch und essen erstmal eine grossartige Avocado mit granadilla, Maracuya und Mango. Dann gehen wir bädele und sünnele und machen uns einfach einen gemütlichen Strandtag. Wir waren erst um 12Uhr angekommen und um 4 machen wir uns wieder auf die Socken, da es nach Regen aussieht. Zuerst mit Boot dann mit Bus wieder zurück nach Santa Marta, dort duschen, frisch machen und sich ein gutes Restaurant für den Znacht suchen. Heute gibts Mexikanisch. Das Restaurant ist grossartig, das Essen noch besser. Danach könnten wir uns nach Hause rollen. Es ist ziemlich viel los in der Altstadt trotz anhaltendem Tröpfeln, Lichterketten hängen in der Strasse, Musik dröhnt. Hier in der Tourimetropole ist immer Party.

Am nächsten Tag ziehen Helen und ich uns an einen ruhigeren Ort zurück. Minca ist ein kleines Kaff 1h weiter oben in den Bergen. Hier ist es kühler (24grad, schon fast kalt), es hat viel Wald und Bäche, man kann wandern oder Vögel beobachten. Hier wollen wir Helens Studienfreund Roman und sein Bruder Thomas treffen. Roman ist vor ein paar Tagen angereist, Thomas ist im Austauschsemster in Medellin. Die beiden waren gerade im Tayronapark und nun werden wir eine Woche ungefähr zusammen reisen.

Von unserem Hostel in Santa Marta aus laufen Helen und ich mit all unserem Gepäck zwei Strassen weiter zum Markt. Es ist ein riesenchaos dort, wie jeden morgen. Wir finden aber die Combis nach Minca ohne Probleme. Unsere grossen Rucksäcke werden auf das Dach des VW Buses verladen, wir werden hineingesetzt und bald ist der Bus voll und die Fahrt geht los. Nach ca. 1h sind wir in Minca angekommen. Es sit sehr klein, ebenfalls sehr touristisch aber in der jetztigen Nebensaison auch seehhr ruhig. Unser Hostel ist gleich neben dem kleinen Terminal und da warten wir nun, nachdem wir Wasser und kanbberzeug gekauft haben, auf Roman und Thomas. Die zwei kommen um 11Uhr an. Wie erwartet sind Helens Freunde ganz flotte Leute. Wir lernen uns beim Zmittag kennen. Das Restaurant ist arabisch angehaucht, wir bestellen 4 Sachen und verteilen alles. Dann wollen wir mal wieder etwas wandern gehen. Es gibt ein bekanntes Hostel oben am Berg welches eine grosse Hängematte mit toller Aussicht hat. Dort hinauf soll es gehen. Der Weg ist breit, so dass uns manchmal auch Autos und Töffs entgegenkommen. Hier sind wie nun wieder völlig im Wald. Immer mal wieder kommen wir an einem grossen Bambusstock vorbei. Und ich habe neue Zuhörer bei denen ich mich darüber beschweren kann 🙂 Wir sehen ein paar kleine ganz Bunte Vögel, Kolibirs und schöne Blumen. Allerdings wird das heute wohl nichts mit der guten Aussicht, denn es nebelt beträchtlich. Eigentlich sollte man bis nach Santa MArta an die Küste runtersehen können, heute aber wohl leider nicht. Es sit kühler hier aber sehr feucht und so kondensiert das Wasser überall am Körper und wir sind bald nass von Kopf bis Fuss wie wir es vom wandern hier ja schon kennen.

Nach ca. 2.5h Stunden kommen wir bei der Casa Elemento mit der grossen Hängematte an. Diese Stellt sich als grosses Netz heraus in dem man herumliegen kann. Ganz cool, aber heute wirklich keider ohne aussicht. Dafür haben sie einen schönen Garten mit wunderbaren Hibiskusblüten. Wir habens super lustig zu viert 🙂

Unser Timing ist auch perfekt, denn es fängt dann bald mal an zu regnen. Wir ziehen uns an die Bar zurück. Nach ein paar Bier bzw. Colas fordert uns der Baarkeeper zum tanzen auf da er merkt das mir die Musik geällt und ich kann ein paar Bachatafiguren mit ihm aufs Parkett legen. Uuuuh es ist so toll mit Südamerikaner zu tanzen, die können das einfach 😀 Jay, so heisst er, organisiert uns dann wegen dem anhaltenden Regen ein Auto um wieder zurück nach Minca zu fahren. Dieses will und will aber nicht kommen, auch wenn immer alle Sagen, es geht nicht mehr lang. So verbringen wir 2h länger in der Casa Elemento mit Kartenspielen, freunden uns mit 2 Chicas aus London an und trinken noch ein bisschen mehr. Es ist lustig, aber wird irgendwann kalt, so sind wir dann doch froh als das Auto endlich um halb7 abends vor der Tür steht. Es bringt uns sehr langsam den rutschigen und schlammigen Weg zurück. Wir brauchen mehr als eine halbe Stunde für 10km…. Dafür lässt er uns gleich bei einem guten italienischen Restaurant raus wo ich mit genuss eine wirklich gute Pizza verdrücke. Dann würden wir gerne den Abend noch ein wenig in einer Bar ausklingen lassen aber offensichtlich ist heute in Minca tote Hose, spätestens als der Strom ausseigt ist alles dunkel und still. Also gehen wir besser auch schlafen.

Am nächsten Tag warten Helen und ich auf Roman und Thomas um Früstücken zu gehen (Vonwegen Frauen brauchen mehr Zeit…). Es ist erst 7Uhr und die meisten Cafes sind noch zu. Eines welches sowohl offen als auch Schokogipfel hat schient uns aber perfekt. Dann muss Thomas etwas rennen, denn er fliegt heute von Santa MArta nach Bogota um eine Prüfung zu schreiben und sollte so bald mal auf den Bus. Roman, Helen und ich gehen um 8Uhr noch bei einer uns empfohlenen Bäckerei vorbei und kaufen ein riiichtig gutes Brot (definitv Brot Brot), sehen uns nochmals das Dörfchen an und packen dann ebenfalls unsere Sachen. Die Combis füllen sich schnell und um 10Uhr sind wir in Santa MArta. Dort kaufen wir auf dem Markt wo wir ankommen auch gleich noch mehr Sachen für die Weiterreise ein (Früchte, Süsses, Chips), nehemn ein taxi an den Terminal und suchen uns einen Bus mit Expreso Brasilia nach Cartagena.

Die Busfahrt ist 5h lang und mässig spannend. Ziemlich bequemer Bus, langes anstehen vor der Péage (der Fahrer meint es hat einen Esel in der Péage, weiss nicht ob ein echter Esel oder ein dummer MEnsch gemeint war…), langsame Fahrt durch viele Städtchen mit einign Verkäufern die an Bord kommen um Softdrinks, Chips oder Guetsli zu verkaufen. Endlich in Cartagena braucht es nochmals eine halbe Stund eum durch den Abnedverkehr zu unserem Hostel zu kommen. Wir schlafen im Getsemani-Quartier gleich ausserhalb der berühmten Altstadt. Die Strasse ist sehr farbig und ich freue mich morgen die Stadt in all ihrer Pracht erkunden zu können. Für heute reicht ein gutes Znacht um mich glücklich zu machen. Den kriegen wir auch in einem Restaurant welches Thomas‘ Freundin, welche von hier stammt, uns empfohlen hat. Vor allem der Dessert (heisser Schokokuchen mit Vanilleglace) hat es uns angetan. Danach gibt es noch einen Schlummertrunk auf der Plaza Santo Domingo. Es ist so schön mit guten Freunden unterwegs zu sein!

La Guajira Tag2: Punta Gallinas – Am nördlichsten Punkt Südamerikas

So begrüsst uns die Sonne in Cabo de la Vela um halb6 nachdem wir im Stockdunkel aufgestanden sind und unsere Sachen zusammengesucht haben. Heute bringt uns ein anderer Fahrer noch weiter nach Norden, nach Punta Gallinas. Sein Auto sieht zwar auchnicht frisch, aber zumindest besser aus als das von Gestern. Seine musikanlage funktioniert und wir dürfen uns alles was Kolumbien an Salsa, VAllenato und anderen lokaleren Rythmen zu bieten hat anhören. Wir sind zu 7. heute, heisst der Jeep wird voll. Und was uns heute als „Strasse“ erwartet ist etwas bisher noch nicht erlebtes. Um ehrlich zu sein, es gibt ekine Strasse, nur alte Reifenspuren. Der Sand ist oft ausgewaschen und wir müssen durch tiefe Löcher fahren, so dass wir alle nicht nur einmal Kniee, Köpfe und Ellenbogen anschlagen. Die LAndschaft ist topfeben, aber es geht nie geradeaus. Wenn es mal 20m kein Hindernis im Weg hat wird der wagen auf 240km/h beschleunigt nur um nacher wieder voll abzubremsen um nicht in einen Kaktus zu rasen. Und das fast 4h lang. Es sit grauenhaft, aber es ist grossartig. Die Musik dudelt, sie springt nur macnhmal wenn die Musikbox einen zu hetigen Schlag abbekommt, und die Lanschaften die wir queren sind sooo schön. Erstmal gehts weiter durch die Kakteenwüste mit vielen Kindern welche an den Schnüren betteln. Zumindest einigen können wir ein paar Guetsli verschenken (unsere Gastgeberin in Riohacha hatte uns empfohlen extra dafür welche mitzunehmen). Dann wird es flächer und feuchter, wir sehen türkise Lagunen, weite Schlammebenen mit dem typischen HExagonmuster, Hügel von rosaroten Steinen. Immer wieder tauchen die Häuser der Wayuu auf, nicht viel mehr als ein paar lose zusammengebundene Stecken. Geissen sehen wir zuhauf. Immer weiter kommen wir in den Norden. Leider ist es unmöglich ein gutes Foto zu machen da es konstant schüttelt und der Fahrer nicht sehr freundlich ist und shcon gar nicht anhalten möchte für einen Fotostopp. Auch er möchte einfach nur ankommen. Um 9Uhr sind wir eeendlich da. Das war die längste Autofahrt meines Lebens… Ein paar Boote liegen vertäut in einem MAngrovenbusch und sollen uns noch 5min weiter nach Punta Gallinas bringen.

Wir sind im Nichts. Hier hat es nichts. AUsser Wind und Wetter und Meer. Punta Gallinas ist der einzige Ort um zu übernachten. Es gibt hier ein Touristenhostel wo wir sogar ein Zimmer bekommen können. Es hat fliessend Wasser (wenn auch abgestanden) und Strom. Erstmal ist Fütterung der Raubtiere, wir hatten alle kein früstück und sind hungrig. Arepa mit Ei hilft dem ab. Nach uns trifft eine grosse Reisegruppe Venezolaner ein welche einen Höllenlärm veranstaltet, jeder ruft irgendetwas herum. Erst als auch sie essen haben ist Ruhe.

Ca. Um 13Uhr geht dann die Tour los. Alle Touris werden in 4 Jeeps verladen (die haben nichtmal einen Sprung in der Frontscheibe, das geht schon fast unter High-Tech) und wir rumpeln zum Faro (Leuchtturm) hinaus. Der Turm ist nur ein Gestänge mit einer Glühbirne oben und er steht irgendwo in der Wüste. Das Meer wellt an den steinigen, hellbraunen Strand. Dieser Ort ist nur berühmt weil er der nördlichste Punkt ganz Südamerikas ist. Würden wir von hier nach Norden schwimmen kämen wir wohl bei der Dominikanischen Republik an. Das Meer ist blau, der Himmel ist blauer. Die raue Landschaft hat es mir ziemlich angetan, es gefällt mir super gut.

10min Weiter steigen wir kurz an einem Aussichtspunkt aus von wo man auf eine Bahia (Bay) hinabsieht. Auf den Fotos kommt das hellblau des Wassers nicht so schön zur Geltung, also müsst ihr mir einfach glauben dass man da am leibsten hinuntergerannt und hineingehüpft wäre. Ansonsten sieht man ins weite Nichts von La Guajira.

Der letzte Stopp bringt uns dann definitv noch in die Wüste, nämlich zu den Dünen Taroas. Hier erheben sich einige grosse Sanddünen, fast wie in der Sahara, welche dann gleich ans Meer grenzen. Wir dürften Baden hier, aber die Wellen sind so stark dass sie einem gleich zweimal umwerfen, einmal beim Hineinspülen und einmal beim Zurückziehen des Wassers. Baden ist sehr anstrengend und eine sandige Angelegenheit. Ausserdem ist man 2min später gleich wieder verschwitzt in der NAchmittagssonne. So sitzen Helen und ich in die Brandung und geniessen die Landschaft. Nach ca. 1h erklimmen wir die Düne wieder und holen uns bei der Tienda noch ein kaltes Cocacola, das tut soooo gut.

Die Jeeps holpern uns wieder zum Camp und wir sind müde. Das autofahren strengt sehr an wenn man sich konstant festhalten muss wie ein Affe um nicht überll von blauen Flecken übersäht zu sein. Nach dem späten Mitagessen brauche ich eine Siesta. So schlafe ich von 4-5, dann machen Helen und ich uns nochmal auf einen kleinen Spziergang um den Sonnenuntergang am Strand zu sehen. Erstmal laufen wir durch Punta Gallinas, ca. 5 etwas grössere Häuser der Wayuu, kein Mensch ist zu sehen. Wir haben rechts aussicht auf die Mangrovenbay. Zum Strand sind es ca. 20min. Wir sind alleine dort und geniessen die Ruhe und den Frieden an diesem Ort.

Als die sonne unten ist laufen wir mit dem Licht der Taschenlampen zurück zum Camp und setzten uns einw enig ins Restaurant um Blog zu schreiben. Aber auch hier komme ich nicht weit da die Kinder sowohl Iphone als auch Tablet und meine Taschenlampe sehr interressant finden. Bilder schauen, Musik hören, alle Apps einmal durchprobieren. Es hat immerhin kein Internet hier und ich muss nur aufpassen das nichts gelöscht wird und ich meine Siebensachen am Schluss wieder habe. Wir verteieln ein paar Guetslis welche radibutz weg sind. Die Leute hier erstaunen mich. Wie kann man hier leben? Hier hat es NICHTS! Kein Wasser, kein Schatten, es wächst nichts. Fischen kann man vielleicht und die Geissen sind hart genug im nehmen um auch Stachelzeugs zu essen. Aber es wundert micht nicht dass die Leute hier auf keinen grünen Zweig kommen. Die inder sagen zwar sie gehen in die Schule, können aber ihre Namen nicht schreiben und wie viele haben wir den ganzen Tag betteln gesehen?! Man müsste ihnen von der Regierung her Entwicklungshilfe leisten, Infrastruktur bauen… Das bespreche ich beim Abendessen noch mit Angela und Juancho, welcher im Public Health Sektor arbeitet und vor allem für Umweltthemen wie Abfallentsorgung zuständig ist. Ich hatte ihm schon am Strand zugesehen wie er Plastikflaschen zusammensammelte.

Das Abendessen heute ist für mich vegetarisch, ein wriklich gutes Ratatuille! Vor allem wenn man bedenkt wie lange der Weg dieses Gemüses bis nach Punta Gallinas wohl war… Angela isst einen ganzen Hummer und meint er sei köstlich. Dann gehen wir alle von der Hitze erschlagen ins Bett wo ich schlafe wie ein Stein bis zum nächsten morgen um halb6. Dann packen wir zusammen und werden erstmal wieder aufs Boot geladen und zu den Autos gefahren. Dann geht es den ganzen mühsamen Weg wieder zurück. Ruckeldiezuckel…. Allerdings nimmt unser Fahrer heute eine etwas andere, ganz wenig bessere Route, so scheint es uns zumindest und nach „nur“ 3h sind wir schon fast in Cabo de la Vela. Dort gibt es Frühstück (Juhuu Arepas) dann gehts mit einem neuen Auto und Fahrer zurück nach Uribia. Dort gönnen sich HElen und ich eine Süssigkeit aus der tollen Panaderia (Bäckerei) und kaufen den wartenden Kindern auch ein paar Gipfel. Das hat zur Folge das wir auch noch um Cola angebettelt werden, man kann einfach die Welt nicht retten… Weiter gehts mit dem Taxi nach Riohacha. Dort nehmen wir unsere Koffer in Empfang und fahren gleich vom Terminal aus weiter bis nach Santa Marta. Wir waren heute den ganzen tag unterwegs, aber nach den ersten 3h ist die Busfahrt schon fast wie ein Besuch im Spa. Nachmittags um 5kommen wir in Santa MArta an. Wir haben ein tolles Hostel reserviert mit Pool von welchem wir dann nach der langen Reise gerne gebrauch machen. Dann gibt es etwas feines zu essen und dann bald NAchtruhe.

La Guajira Tag1: Cabo de la Vela

Der viel zu stark gekühlte Bus wirft uns in Riohacha irgendwo auf die Strasse. Das hier ein Terminal sein soll merkt niemand, es hat nur gerade 1 Taxi. Dieses kapern wir und handeln erstmal den völlig überrissenen Preis auf die Hälfte runter. So weit ist unser Hostel dann dochnicht weg. Ein bisschen schwierig zu finden ist es aber, da es auf Google Mpas in der falschen STrasse eingezeichnet ist. Zwei Ecken weiter werden wir fündig und gleich herzlich empfangen. Die Besitzerin ist eine kleine, runde, immer lachende Kolumbianerin die uns gleich mit Tipps und Trikcs für Riohacha eindeckt und uns auf die Frage wie wir denn in den Norden von La Guajira, der nörldichen Halbinsel des Departements, kommen sofort die richtige Adresse weiss. Eigentlich wollten wir nochmals mit Expotur buchen, die bieten aber zurzeit keine Ausflüge an wegen der Regenzeit. Es wird also etwas abenteuerlicher. Mochileros People wird uns morgen in Hostel abholen.

Wir werfen unsere Rucksäcke in den Dorm wo zurzeit ca. 50grad herrschen. Dann sehen wir dem kleinen verspielten Busi zu welches zu unserer Überraschung „Licht“ heisst, was auf spanisch ausgesprochen (Litscht) richtig dämlich tönt. Die IDee für den Namen kommt vom einen Angestellten welcher eine deutsche sendung schaut in welcher ein Elf mit dem Namen Licht vorkommt welcher anscheinend der kleinen Katze sehr ähnlich sieht. Whatever… Helen hat Hunger und so suchen wir uns eine arabisches Restaurant die Strasse hinunter heraus. Die Besitzerin warnt uns wir sollen unsre HAndys nicht zu sehr zeigen, Riohacha hat nicht so viele Touristen… Unwohl fühlen wir uns aber nicht. Obwohl in den Strassen schon jetzt am Mittag für HAlloween verkleidete Typen herumlaufen. Das SChwarama ist grossartig und frisch gestärkt machen wir eine Runde durch die Stadt. Riohacha ist nicht speziell schön, aber der MAlecon am Strand entlang ist mit Palmen und Strassenverkäufer gesäumt und gefällt uns sehr gut. Es geht auch immer ein angenehmer Wind welcher etwas von der Hitze befreit. Pelikane fleigen in einem schönen V über die Brandung. Wir schauen vom langen Fischerpier den Kitesurfern beim herumspringen zu, Helen juckt es schon sehr in den Fingerspitzen das auch mal auszuprobieren.

Weiter gehts bis ans Ende der Promenade wo der obligate Schriftzug der STadt ausgestellt ist. Dann duch ein ganz hübsch aussehendes, farbig bemahltes (Künstler?-)Gässchen zum nächsten Supermarkt um Wasser und Knabberzeug für die lange Fahrt nach Alto Guajira morgen zu kaufen.

Hier ist wieder so ein Ort wo weisse Frauen etwas zu lange angestarrt werden, man ist definitiv nicht an Touris gewöhnt. Aber es hat viele Leute in den Strassen und auf dem grossen Platz vor der Kirche. So fühlen wir uns nicht ganz so Center of Attention. Drachenfrucht und Granadilla zum Znacht nehmen wir auch noch mit, dann gehts mit Zwischenstopp beim Bankomat zurück ins Hostel. Es ist auch schon später Nachmittag. Blog schreiben sollte ich schon längst einmal, komme aber abgelenkt durch das Kätzchen und die neugiereigen Mitbewohner nirgends hin. Dann gibts Fruchtsalat zum Abendessen und wir versuchen im zwar mit Ventilatoren gut durchlüfteten aber sehhr heissen Dorm zu schlafen. Wenn nichtmal ich eine decke brauche, dann schmelzen die anderen oft schon in die MAtratze.

Am nächsten morgen holt uns um halb8 ein Taxi ab um erstmal nach Uribia zu fahren. Das Städtchen ist vor allem von Wayuu bevölkert und sehr arm. Es wir d als „die indigiene Hauptstadt Kolumbines“ bezeichnet da die Wayuu einer der grössten indigenen Gruppen des LAndes darstellen. Leider auch eine der vergessensten und ärmsten. Die momentane Situation von Venezuela hilft der Gegend gar nicht da viele Flüchtlinge hier de Grenze überqueren (wir sind in Uribia ca. 1h vom Grenzübergang entfernt) und es gibt einen hohen Influx an weiteren armen und bedürftigen Leuten welche sich gegensweitig die wenigen Jobs wegnehmen. Uribia selbst ist demenstprechend hässlich, staubig, überall (!!) liegt Plastikabfall, die Leute hängen herum, man wird von allen Seiten angequatscht von Verkäufern oder von Kindern welche etwas zu essen erbitten. Es ist traurig und nicht sehr angenehm. Wir verbringen aber nur kurze Zeit dort, wir warten auf unser gebuchtes Auto nach Cabo de la Vela, ein kleines Fischerdörfchen auf der Guajira HAlbinsel. Als der Jeep vorfährt sind wir 4 Leute die Einsteigen, neben helen und mir kommen ein älteres Ehepaar, Angela und Juancho aus Ibagué (Nähe Bogota), mit. Der Jeep sieht nicht wirklich fahrtüchtig aus, die Frontscheibe ist mehrmals gesprungen, die Fenster können nicht mehr bedient werden, Sicherheitsgurte gibts keine und allgemein ist an der Elektronik alles kaputt ausser der AC. Aber es fährt. Mit was man wohl Gottvertrauen nennt setzten wir uns in das Gefährt.

Die Strasse ist erst einfach gerade und führt einer Zuglinie entlang. Diese wird gebraucht um die Kohle der nahen Mine zu transportieren. Auch Salzgewinnungsanlagen gibt es in der Nähe. Wer nicht von diesen Bodenschätzen profitiert sind, natülich, die Eingebohrenen… Die Landschaft ist karg, staubig, mit vielen Kakteen und tiefen Bäumen. Wir sehen wenige Kühe und einige Gruppen von Geissen. Irgendwann kommt dann ein Abzweiger nach links und von da an holpern wir über etwas das sich nicht STrasse nennen kann zwischen den stachligen Sträuchern umher. Alles ist flach, zwischendurch hats matschige Stellen wo wohl manchmal Regenwasser liegen bleibt. Ich sitze in der Mitte und habe bei jeder Unebenehit das Gefühl der Wagen bricht gleich in 2 Hälften. Ich finds grossartig haha. Aber wir kommen an. Die letzte halbe Stunde fahren wir am Meer antlang welches eine super kitschige hellblau-türkise Farbe hat. Manchmal passieren wir eine Unterkunft der Eingebohrenen, vier Stecken mit einem Dach aus mehr dünnen Hölzern, einfach um Schatten zu haben und die Hängematte darunter aufzuhängen. Sie Stellen Taschen her welche sie dem Fahrzeug entgegen halten. Oder die Kinder spannen ein Seil dmait das Auto anhalten muss um dann nach Essen oder Wasser zu betteln. Das geht schon etwas unter die Haut. Unser Fahrer hält aber nicht, er ist ziemlich sicher selbst aus dieser Gegend, ich kann mir nicht vorstellen wie er sonst den Weg nach Cabo de la Vela findet ohne sich hundert mal zu verfahren.

Als wir im Dorf ankommen ist es Mittag. Bei unserem Hostel werden uns die Hängematten zugewiesen, diese sind auch schön trocken, hier regnet es nie. ICh werde wohl die heutige Nacht überleben. Dann gibts Fisch mit Reis zum Mitagessen. Hier in der wüste wächst gar nichts, es gibt also entweder Fisch oder Ziege. Und natürlich Reis und vielleicht ein paar Linsen. Das Dorf (2 Strassen gross) ist weit und breit die einzige Siedlung. Die Häuser sind aus Beton oder Zeigelsteine, viele davon bemahlt. Am Ufer stehen die Fischerboote,a lles ist heiss, sandig und vom Winde verweht. Beim Zmitagessen reden wir mit 2 weiteren Gästen, Julio mit seinem Sohn Julio aus MEdellin. Sie sind die über 1000km hier hochgefahren mit dem eigenen Auto. Die beiden führen zusammen eine eigenen Glasbläserei in Medellin, in welche wir auch promt eingeladen werden. Mal sehen, vielleicht trifft man sich später wieder…

Am Nachmittag holt uns unser Fahrer wieder ab für eine Rundfahrt in Cabo de la Vela. Es hat verschiedene Strände in der Nähe, der erste heisst Playa de Arcoiris (Regenbogenstrand). Hier klatscht die Brandung der KAribk so hart an die Felsen das eine grosse Gischtwolke entsteht in welcher man einen Regenbogen sehen kann. Der Untergrnd ist ausgehölt von Wasser und Wind, das Meer rau und die Farbe des Landes gelblich-orangebraun. Das Farben- und Naturschauspiel ist faszinierend.

Die nächste STation ist der Pilon de Azucar (Zuckerhaufen) ein kleiner Berg um hinaufzusteien. Allerdings bläst es uns von dort fast wieder runter, man versteht das eigene Wort nicht. Die Aussicht ist allerdings sehr schön, vor allem auf die Küste und das toll toll blaue Meer. Wieder unten können wir gleich in der nächsten Bucht unser Bikini montieren und haben 2h um schwimmen zu gehen. Die Wellen hier sind nicht so hoch und das Wasser super angenehm nach dem ganzen Schwitzen den ganzen Tag. Am späten Nachmittag, als die Sonne die Küste etwas weicher beleuchtet kommen auch die wudnerschönen farben besser zur Geltung. Es ist eien raue Schönheit und so ganz anders als wir es gerade im Parque Tayrona erlebt haben. Es hat sich schon sehr gelohnt hier hochzufahren.

Der Sonnenuntergang sehen wir uns vom Leuchtturm aus an, aber leider ziehen ein paar Wolken auf. Trotzdem ist es ein Schauspiel welches wir nicht missen wollten.

Zurück im Hostel bringt uns Willy, der Besitzer einen Kessel Frischwasser mit einem Schöpfer um zu duschen. Ok, Duschen aus einem Kübel, haben wir nuna lso auch einmal gemacht. Ich bin erstaunt dass ich nur die Hälfte des Wasser brauche, die MEthode scheintmir sehr wassersparend zu sein! Und ich fühle mich danach sauber und frisch. Helen und ich sitzen uns ans MEer, welches gleich an den Platz hinter dem HAus heranschwappt, essen Arepa mit Ei zum Znacht und reden noch lange. So müssen wir nur eine kurze Nacht in der Hängematte erdauern. Kalt habe ich nicht da Helen mir ihren Seidenschlafsack auslehnt da sie selbst eher Hitzeschübe hat. Aber bequem ist einfach anders. Ich finde es gar nicht so blöd dass wir am nächsten Tag schon um 5Uhr wieder aus den Federn müssen.

Parque Tayrona

Nach 4 Tagen Schlammtrekking sind wir am nächsten Morgen alle 3 nicht in der Laune lange Strecken zu laufen. Wir packen unsere TAgesrucksäcke mit den restlichen noch sauberen Kleider und machen uns nach Pancakes mit Honig und Rührei zum Zmorge zum Eingang des Tayronaparks auf. Dieser ist nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt. Dort kriegen wir Infos zu den Zeltplätzen, Stränden und Wanderwegen, dürfen die obligatorische Krankenversicherung bezahlen und das Eintrittsbändeli umbinden. Dann bringt uns ein Bus die 10min zum ersten Camping Castilletes. Hier steigen wir aus udn erfreuen uns erstmal an den wunderbaren Palmen welche dem Zeltplatz Schatten spenden. Vorne rauscht das MEer an den Strand. Wir bekommen 3 Hängematten mit Meerbrise inklusive.

Alle Sachen mal reinschmeissen, Bikini anziehen und ab ins Meer. Leider dürfen wir an unserem Strand nicht baden, die Wellen sind auch wikrlich zu hoch. Aber ganz in der nähe sollte es eine Bucht geben wo das Meer sanfter sei. Wir machen uns auf die Socken, erstmal weiter der Strasse entlang ca. 10min bis zu einem Hotel mit kleinen Eco-Hütten. Von dort gehts weiter in die Töfflipiste zu einem edel aussehenden Restaurant. NAch diesen 30min Spaziergang sind wir schon das erste Mal etwas müde und vor allem hungrig. Also beschliessen wir uns eine gute Mahlzeit zu gönnen. Das Ceviche ist grooossartig, genau so wie der Mangosaft dazu. Die aussicht von der Terasse auf die MAngroven und das Meer ist super schön. Wir sind eine zufriedene Truppe.

Der STrand mit dem NAmen Piscinita (Kleiner Pool) ist gleich um die Ecke. Leider windet es ziemlich heftig und die Wellen sind auch hier heute zu gefährlich um baden zu gehen. Aber ein bisschen in den Sand sitzen und sich umspülen lassen ist super angenehm, denn obwohl langsam Regenwolken aufziehen ist es noch immer angenehm heiss. Der Strand ist klein, im weissen Sand liegt Schwemmholz. Man kann sich auf die Liegestühle fläzen und mal eine Stunde ein bisschen die Augen zumachen. Auf der Seite klatschen die Wellen an die grossen Steine und es spritzt so wunderschön. Helen, Corinne udn ich chillen einfach mal eine Runde und geniessen den Strandtag. Erst um ca. 3Uhr beginnt es zu tröpfeln und wir flüchten uns wieder ins Restaurant. Dort gibts einen Dessert (Milchreis mit Beerengelee, Caramelchöpfli und Kokosnusspanacotta) zusammen mit einem super erfrischenden Wassermelonensaft. Das zeiht sich schön in die Länge, wir habens super lustig zusammen. Irgendwann kommen Corinne und ich auf die Idee einen Wein zu kaufen um den dann gemütlich am Strand zu trinken. Gesagt, getan, und so wandern wir die halbe Stunde mit einer Flasche mehr im Gepäck zurück. Es ist etwas eingedunkelt schon um 5Uhr da es immernoch eher bedeckt ist obwohl der Regen aufgehört hat.

Zurück in Castilletes gehts zuerst unter die Dusche. Aber oh Schreck, als Helen ihr Tuch aus der Hängematte fischen will schreit sie vor Schmerz auf. Irgendetwas hat sie im Halbdunkel gestochen. Die Paranoia bekämpfend versuche ich den Übeltäter zu finden. Und da sitzt er, eine riesige Wespe kommt aus Helens Sachen hervorgeflogen. Wir nehmen Reisaus. Wir finden danach allerdings keien weiteren Tiere und wissen dass diese in der Nacht in ihrem Bau bleiben sollten, wir können also ohne Angst in den Hängematten schlafen. Allerdings müssen wir nun immer erst eine 5minütige Inspektion durchführen… Mit Helens Hand gehen wir an der Rezeption fragen ob das Vieh denn giftig war. Nein, tut nur weh, macht sonst nichts was ein normaler Wespenstich nicht auch tun würde. Sie wird es also überleben.

Als wir endlich alle frisch sind kuscheln wir uns zu dritt auf ein Strandtuch mit einem Banenenshake für Helen während Corinne die Weinflasche für uns zwei öffnet. Es ist 6Uhr und die Sonne ist unbemerkt untergegeangen. Es ist so schön warm dass sogar ich ohne Probleme im Kleid herumsitzen und die ersten Sterne am Himmel bewunder kann. Das Meer rauscht, die Palmen wiegen im Wind, wir sind im Paradies.

Allerdings gibt es nur 1 Flasche Wein im Paradies. Als Corinne und ich nach deren LEerung zur Bar laufen um Cocktails zu bestellen werden wir zu unserer Enttäschung darüber informiert dass diese alle sind. Wir sehen wohl so traurig aus dass uns der Barkeeper anbietet nach El Zaino zu fahren um Rum und Cola zu kaufen. Ok, gesagt getan. Ein wenig später sitzen wir mit Barkeeper und Receptionist am Strand und feieren eine feucht-fröhliche Party. Gefühlsmässig geht sie bis in die Morgenstunden, faktisch sind wir alle um 12Uhr schon betrunken und totmüde. Es geht also ins Bett, bzw. In die Hängematte, Eh verscuht mal betrunken in eine Hängematte zu steigen… Dort ist es aber nicht sehr gemütlich da der Stoff vom Nachmittagsregen noch leicht feucht ist und ich friere. Als ich mich mit meinem Mikrofasertuch bedecke gehts besser und ich kann einige Stunden schlafen. Allerdings sind wir alle kurz nach Sonnenaufgang wach. Corinne packt schon früh ihre Sachen, für sie geht es heute schon nach Cartagena weiter von wo sie dann in ein paar Tagen ihren Heimflug in die Schweiz antreten wird. Helen und ich beschliesse noch eine Nacht zu bleiben, allerdings ziehen wir in ein Zelt um. Helens Hand ist geschwollen vom Wespenstich, ich habe einen Kater, deswegen geht alles ein wenig langsamer. NAch Frühstück, Zügeln ins Zelt und ein wenig herumtrödeln schaffen wir es aber um ca. 11Uhr uns doch noch aufzuraffen um einen Spaziergang den Stränden Tayronas nach zu machen.

Erstmal geht es den gleichen weg wie gestern zu La Piscinita entlang. Wir hören Brüllaffen und entdecken sie auch bald in den Baumkronen. Der Wald hier ist sehr dicht mit vielen Lianen und hohen Bäumen mit schönen weiten Ästen. Etwas weiter turnen auch kleinere Affen im Grün, wahrscheinlich Kapuziner.

Bei den Ecohubs gehts nun heute geradeaus auf den offiziellen wanderweg zur Playa Arecifes. Es geht über Holzstege durch den Mangrovenwald, dann wieder hinauf durch grosse weisse Felsen, hinab an den Strand, durch den Sand oder Palmenhaine. Es ist nicht so anstrengend, dafür umso heisser und wir schwitzen wie dumm. Immer wieder hat es Aussichtspunkte wo wir auf die paraidesische LAndschaft tayronas hinabsehen können. Das Meet ist azurblau, die Steine weiss, der Wald grün. Es ist wirklich wunderschön!

Nach ca. 2h kommen wir im Restaurant des Arecifes-Camping an. Er leigt etwas nachhinten versetzt im Wald. Hier machen wir einen Stopp und trinken beide sowohl einen Wassermelonenshake als auch eine Cocacola. Dann fühlen wir uns bereit noch die letzte Stunde bis zum Badestrand zu wandern. Der Weg hier ist manchmal etwas sumpfig da viele Maultiere hier durchkommen, entweder um Touristen zu tragen die zu faul zum selber laufen sind, oder um Nahrungsmittel oder Wasser zu transportieren.

Als wir eine Stunde später bei La Piscina ankommen wollen wir einfach nur ins Meer springen. Hier hat es keine grossen Wellen, das Wasser ist warm und klar, alles macht einem an baden zu gehen. Wir plantschen fast eine Stunde herum, sehen Fische, geniessen die Sonne, den Strand, das Leben.

Danach hiken wir zurück zum Arecifes Restaurant wo wir uns einen italienischen Znacht gönnen (die kriegen sogar unverkochte PAsta hin!). Danach rollen wir mit sehr gefülltem Magen wieder bis nach Castilletes nach HAuse. Auf dem Weg machen wir noch einen Stopp beim Medi-Zelt. Schliesslich haben wir eine obligatorische Krankenversicherung bezahlt, die können wir also auch nutzen. Hier kriegt Helen ein paar Antihistaminika gegen den Wespenstich der zwar nicht mehr schmerzt, aber immernoch geschwollen ist und juckt.

Der Abend fällt dann heute eher kurz aus. Duschen, noch kurz fürogen planen, dann ab ins Bett. Dort tratschen wir noch ein wenig, wir sind aber beide müde und schlafen bald ziemlich viel gemütlicher als in der Hängematte ein.

Am nächsten morgen erwache ich erst als die Sonne das Zelt in einen Backofen verwandelt. Ich blintzle aus dem Eingang, welch schöne Aussicht!:

Helen ist schon länger wach und ich geselle mich zu ihr zum Frühstück. Danach packen wir alle sachen zusammen, lassen uns vom Bus an den Eingang des Tarona zurückfahren und holen in El Zaino unsere Koffer ab. Der Hostelbesitzer hilft uns noch einen Bus nach Riohacha zu finden. Dieser kommt auch ganz pünktlich, lädt uns auf und wir sind unterwegs zu unserem nächsten Abentuere, Alto Guajira.

Ciudad Perdida Trekking Tag 3&4 – Der Rückweg

Irgendwo im Dschungel an der Karibikküste Kolumbiens versteckt sich eine heilige Stadt der Tayronas, die Ciudad Perdida. Erst 1973 wurde sie von zwei Grabräuber entdeckt was auch der grund ist warum viele ihrer Schätze im Schwarzmarkt untergegangen sind. Geblieben sind die Ruinen und Überbleibsel einer vergangenen Kultur welche nur noch von den Kogi wirklich verstanden und im Geheimen weiter unterhalten wird. Um zu dieser STadt zu kommen müssen wir aber erst den Fluss und dann 1200 Treppenstufen überwinden. Eine Brücke ist in Planung, wer weiss schon wie lange das noch dauert. Also muss man Schuhe abziehen, Hosen so hoch wie möglich hochkrempeln und hoffen dass man die richtigen Steine erwischt um nicht bis zum Bauchnabel im Wasser zu landen.

Der Fluss ist super kalt und ich beeile mich mich an den zwei Seilen so schnell wie möglich hinüberzuhanglen bevor meine Füsse und Beine abfrieren. Als alle wieder angezogen und mit Mückenspray bedeckt sind („die Ciudad PErdida ist die HAuptstadt der Moskitos“)sind führt uns Jhon zur Treppe. Ich bin froh ist es eine alte tayrona und keine Inkatreppe. In Peru waren die Stufen letzterer immer fast 1m hoch. Diese Treppe hier besteht aus eher kleinen, sehr dicht geschichteten Steinen. 70% ist original, 30% rekonstruiert, da der Regen seine Spuren hinterlassen hatte. Die Stufen sind zwar nicht hoch, dafür gibt es viieele davon. Mir hatte schon gegraut vor der Treppe aber es geht ganz ordendlich voran auch wenn die Steine glitschig und zT nur gross genug für die Fusspitze sind. Nach ca. 20min sind wir schon oben. Helen meint, da fehlen ja über 100 Stufen…! Habe sie nicht vermisst 😉

Am Eingangsposten stehen Militärs bereit und stellen uns alle einen „Pass“ für die Ciudad Perdida aus. Dann dürfen wir die verlorene Stadt betreten. Steinkreise zeigen die Orte wo früher die runden Häuser gestanden hatten, im selben Stil wie wir sie im Eingebohrenendorf gesehen hatten. Jhon erklärt uns, dass es in der Mitte jedes Kreises ein oder mehrere Gräber gibt. Die Tayronas begruben ihre Toten mit all ihren Habseligkeiten erstmal für 3 Jahre ausserhalb der Stadt. Dann wurden die Gebeine gehoben und unter dem Haus der Familie zusammen mit Gold und Edelsteinen beigesetzt. Daraufhin mussten alle Bewohner das Haus verlassen, bis es in sich selbst zusammengefallen war. Ersta dann durfte eine Schicht erde und ein Steinkreis mehr auf die Fläche gelegt und ein neues Zuhause gebaut werden. Als die Stadt von zwei grabräubern entdeckt wurde 1973 wussten diese also wo sie nach Gold suchen mussten. Als anderen Schatzsuchern auffiel dass die zwei (sie waren Vater und Sohn) plötzlich über sehr viel mehr Geld verfügten folgten sie ihnen zur Ciudad Perdida. Bald wimmelte es auf dem Berg von grabenden Männern. Da es genug zu finden hatte lief das so lang gut bis einer der Ursprünglichen Entdecker eine sehr grosse Goldstatue fand. Diese wurde ihm geraubt und er dabei umgebracht. Da brach richtiggehend ein Krieg um die besten Stücke los. Einige der Grabräuber bekamen es mit der Angst zu tun und einer meldete die archäologische Stätte daraufhin der Regierung welche das Gebiet sofort absperren lies um Forscher die Ausgrabugnen machen zu lassen. Leider konnten diese nicht mehr viel finden, das meiste war schon ausgegraben und verhöckert worden. Die Stücke welche heute im Museum de Oro in Santa Marta liegen kommen fast alle von einer weiteren kleineren Stätte welche später weiiter oben am Berg entdeckt wurde. Mit diesen wurde auch das Alter der Kultur bestimmt. Es gibt zwei verschiedene arten von Goldstatuen der Tayronas: die älteren sind aus purem Gold, aus einem Block geschnitzt. Die neueren sind legierungen mit Kupfer zB und gegossen in Tonvorlagen. So konnten die Künstler Gold sparen und durch die Giesstechnik detailliertere Sujets erschaffen. MEist zeigen sie ein Mischwesen aus MEnsch und einem Tier. Das Tier verkörpert immer eine Fähigkeit welche der MEnsch gern Besitzen möchte (Das beispiel von Jhon war die Fledermaus die, da sie auf dem Kopf schläft, die Welt aus einer anderen PErspektive sieht).

Da es nicht viele Leute heute morgen hier oben hat haben wir die Stadt ganz für uns. Wir besichtigen alle 4 Teile davon. Überall können wir die Häuserkreise erkennen, Wasserkanäle die den Berg hinunter das Wasser sammeln, feine steile Treppen und über allem die Natur welche die STadt über die 400 JAhre in welcher sie in Vergessenehit geraten war wiedererobert hat. Die Ureinwohner mieden ihre heilige Stadt nach der Ankunft der Spanier. Dies weil mit den Invasoren neue Krankheiten in die Gegend eingetragen worden waren welche die indigienen nur so dahinrafften. Als imer mehr Leute, sogar in ihrer heiligsten Stätte starben dachten sie die Stadt hätte einen Fluch auf sich und getrauten sich nicht mehr sie zu betreten. Erst in jüngster Zeit kommen die Wiwas und Kogis zurück um auch hier wieder Opfergaben an die Mutter Erde zu machen, meist in Form von farbigen (Edel-)Steinen. Sie verstehen heute was wirklich geschah damals und wissen dass die Ciudad Perdida nicht verflucht ist. Wie ihre traditionen aber genau aussehen darf niemand ausserhalb vom Clan wissen. JEden September wird die Ciudad PErdida für einen ganzen Monat geschlossen um den Familien ihre Privatsphäre zu geben ihren alten Bräuchen nachzugehen. AUch heute lebt noch ein Kogi-Schamane welchen wir ebenfalls noch besuchen. Seine zwei Häuser (für ihn und seine Frau) rauchen aus dem aus Blätter gewobenen dach. Innen brennt das HErdfeuer um die Moskitos fernzuhalten und die Blätter des Dachstockes zu trocknen um sie länger Haltbar zu machen. Luis hatte uns erklärt dass für die Errichtung eines solchen HAuses immer der ganze Clan anwesend ist (also die Männer) und diese in 3h die Hütte fertiggestellt haben können. Das Dach wird am Oben zusammengesetzt und dann auf die runden MAuern gesetzt. Der Schamane praktiziert für all seine Clanmitglieder welche zu ihm kommen mit Krankheiten oder Problemen. Er trägt die typische Tracht der Kogi in weiss mit spitzer Kappe welche die Schneeberge symbolisiert. Auch Frauen und Kinder Tragen eine weisse Toga. Sie alle haben schwarze lange Haare was es fast unmöglich m acht Jungen von Mädchen zu unterschieden. Dies erkennt man nur daran dass die Jungs eine Tragetasche mittragen, die Mädchen aber farbige Ketten.

Auf dem höchsten Punkt der Ciudad PErdida angelangt haben wir die typische Postkartenansicht der zwei etwas erhöhten HAuskreise wo früher das HAus des obersten Häuptlings und seiner Frau gestanden hat. Der Ort fühlt sich an wie sich ein heiliger ORt anfühlen soll. Irgendwie magisch, verwunschen, bedeutungsvoll… Ich kann mich nicht satt sehen an den Terrassen und den und den Hügel voller Bäume rundherum. Die Sonne scheint, wir haben perfektes Fotowetter. Wir sind einfach mitten im Norgendwo im Dschungel und hier steht eine STadt, wie cool ist das denn!

Jhon und Luis beglücken uns mit zwei Tabletts voller Früchte und Knabberfood, schliesslich wir sind schon fast 2.5h unterwegs… wir essen zu viel auf diesem Trek 😛 Charile erzählt mir von seinem Job bei BP welcher er in London innehatte. Arnout sinniert über seine die Zukunft als Berater in der Politik. Dann verlassen wir die Ciudad Perdida. Der letzte Punkt welcher wir anschauen ist ein Stein welcher eine KArte der Wege und STädte im Gebiet der Tayronas darstellen soll. Allerdings wissen die Forscher nicht wie die ursprüngliche Position der KArte war da die Grabräuber den Brocken auf den Boden gelegt haben. Je nach Stellung zeigt die KArte eine weitere STadt weiter oben am Berg welche allenfalls noch auf ihre Entdeckeung wartet.

Die Treppe wieder runterzusteigen braucht ziemlich viel Konzentration um nicht auszuschlipfen. Als alle heil unten angekommen und den Fluss wieder heil und mehr oder weniger nass überquert haben steht schon Spaghetti mit Hühnchen im Camp bereit, dann machen wir uns auf den Rückweg. Das heisst, den selben Weg wieder zurück. Heute allerdings nur noch 3.5h zum Camp2. Meine Beine sind etwas in Mitleid gezogen vom Treppensteigen und das Affentempo der Gruppe ist heute etwas hart mitzuhalten. Nach dem Abendessen fängt Helen an mit allen ein Rätselspiel zu spielen welches ich sogar kenne, aber mein Hirn ist definitiv zu müde um heute noch Geistesblitze zu haben. Um 8Uhr bin ich im Bett und schlafe innerhalb von Sekunden tief und fest.

Am nächsten Morgen wieder in die feuchten verschwitzten Kleider des Vortages zu steigen ist grauslig. Sogar das neue Tshirt ist schon etwas klamm und stinken nach dem innern des Rucksacks. Naja, nur noch heute morgen… Aber dieser ist happig. Eine Stunde aufstieg in 6h Wanderung, niemals geradeaus und 6 vieel zu fitte Kumpels 😛 Erstmal marschiere ich mit Helen mit um ihre Rätselspiele mitzumachen, heute klappt es auch ganz gut. Luuk, Iris, Arnout und Luis sind fleissig am mitraten. Als wir im Camp1 um 9Uhr snacken checke ich auch endlich das Rätsel mit dem offenen und geschlossenen Deckel vom vorabend. Luis bringt uns noch den HAuspapagei vorbei mit seinen leuchtend rot-blauen Federn. Alle rennen aufs Klo, dann gehts weiter. Helen hat ein weiteres Spiel gefunden (Who has the hat?) aber bald verliere ich den Anschluss an die Gruppe als sie meinen den bErg hinaufrennen zu müssen. Das ist mir zu anstrengend und ich mache den Ausfstieg in meinem Tempo. Oben wartet Luis dann irgendwann auf mich und wir holen die Gruppe beim Wiwa-Dorf wieder ein.

Als wir endlich oben sind gibts Wassermelooooneee 😀 Und eine ganz tolle Aussicht!

Dann wieder frischer Bergab richtung Mamey. Ich schwatze mit Corinne damit die schmwezenden Füsse von alleine laufen. Nun sind wir wieder auf offenem Gebiet und die Sonne brennt. AUch heute schwitzen wir alle ohne Pause. Ein paar Halte um ein kühles Cola bei einem Händler am Strassenrand zu kaufen. Um ca. 1Uhr kommen wir in Mamey an. Es gibt essen (wir sind alle soo voll), wir legen die Beine hoch, befreien die Schuhe von einem MEter Schlamm und versuchen ein etwas trockeneres nicht allzustinkendes Shirt zu finden. Dann werden wir in Wagen verladen und es geht 2h zurück nach Santa Marta.

Bzw. für Helen, Corinne und mich nur bis nach El Zaino, ein Kaff auf dem Weg am Eingang des Tayrona PArkes wo wir heute kurz übernachten werden um morgen den Nationalpark zu erkunden. Sobald wir im Hostal angekommen sind und unsere dreckige Wäsche abgegeben und geduscht haben schmeissen wir uns in eine Hängematte und findens einfach gerade seeehr bequem nicht mehr auf unseren zwei Füssen stehen zu müssen. Diese Nacht schlafe ich trotz hitze und einer million Moskitos wie ein Baby.

Ciudad Perdida Trekking Tag 1&2 – Der Hinweg

Das Auto von Expotur holt uns so ultrapünktlich um 8Uhr im Hostel ab dass Corinne, Helen und ich doch fast noch am Früstück sitzen als der 4×4 vorfährt. Noch auf dem Arepa (so was wie ein Pancake der hier typisch ist) herumkauend laden wir Koffer, wanderschuhe und Wanderrucksäcke ins Auto und ab gehts nach Santa Marta. Dort im Office des Veranstalters treffen wir unsere Gruppe. Iris und Luuk aus Holland, Arnout aus Belgien, Charlie aus Frankreich, unser Guide Jhon und der übersetzter Luis. Die Koffer werden ausgeladen, angeschrieben, alles vorbereitet, bezahlt und eingepackt. In der folgenden 2.5stündigen Fahrt folgt das normale kennenlernen, wo kommst du her wo gehst du hin. Iris ist sehr motiviert laufen zu gehen, sie hat einen Abschluss in Sportphysiologie und scheint sehr fit zu sein. Luis erzählt uns dass er eigentlich Zahnarzt studiert hat, allerdings gibt es in Kolumbien offensichtlich zu viele Zahnärzte, deshlab jobbt er momentan als Übersetzer. Sein englisch ist praktisch perfekt und er verbringt offensichtlich auch viel Zeit im Fitnesstudio. Helen und ich sind uns einig dass er verboten gut aussieht 😛

Mamey ist der Startpunkt unserer 4tägigen Wanderung. Es gibt erstmal Zmittag (ohoo Reis mit Poulet, fein). Jhon ist hier aufgewachsen und erklärt uns dass der Übername des Dorfes, Machete, davon kommt dass es hier früher eher etwas rauer zu und herging und dass die Leute in Ermangelung eines Polizeipostens ihre Probleme oft mit der Machete ausgefochten haben. Heute sei das aber nicht mehr so. In der Gruppe sprechen nicht viele Spanische, nur ich, Corinne und Charlie ein wenig. Ich bin sicher die einzige die Jhon wirklich gut versteht, für mich gibt es danach von Luis alles nochmals nachgedoppelt auf englisch. Auf der ganzen Tour spricht Jhon dann eingeltich nur noch mit mir wenn er spanische Erläuterungen abgibt.

Nun endlich werden die Wanderschuhe angeschnallt. Es geht los. Erstmal laufen wir eher auf einer STrasse, immer wieder überholt uns ein Töff oder Maultiere. Der Ciudad PErdida Trek ist sehr bekannt und es kommen viele Touristen hierher. ZT über 200 Leute am Tag. Heute sind wir aber ca. 3 Gruppen die hintereinander starten. Und es ist bald klar wer als erstes ankommen wird. Fast alle Mitglieder sind extrem sportlich, vor allem Iris, Luuk, Helen und Corinne. NAch einer halben Stunde geht es den ersten Berg hinauf. Immer wieder wird Pause gemacht, unter anderem bei einem kleinen Stand von Jhons Vater um uns eine kalte Cola zu kaufen. Alle ohne Ausnahme sind schon nach 1h klatschnassgeschwitzt. 1h kraxxeln wir eine sandige Piste den Berg hoch. Die Sonne brennt, es ist sehr heiss und feucht, der Schweiss tropft von Strin beim laufen. Oben sehen alle aus als wären sie geschwommen. Auf dem Gipfel erwartet uns ein Unterstand wo Jhon eine Wassermelone aufschneidet. Eine WASSERMELONE! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie göttlich die ist!

Weiter gehts im sogenannten Colombian-Flat, was einfach gar nie flach sondern immer entweder aufwärts oder abwärts ist. Der Weg führt zuerst durch Gebiet der Bauern. Hier sind grosse Flächen des Waldes gerodet um man kann Kühe weiden sehen. Früher gab es hier riesige Plantagen von Koka und militarisierte Gruppen die im Drogenahndel involviert waren. Die Regierung hat damit Schluss gemacht in dem sie mit Fliegern Umweltgifte über die Plantagen ausgetragen hatten. Um den Bauer eine Alternative zu geben händigten sie Kaffee- und Kakaopflanzen aus um damit einen neuen Handela ufzubauen. Das funktierte aber mässig da das Klima nicht geeignet war. Abhilfe schuf dann dank der neuen Sicherheit nach Vertreibung der Paramilitares der Tourismus welcher immernoch wächst da Kolumbien noch nicht lange eine sichere Reisedestination ist und die Leute die Ciudad PErdida erst jetzt für sich entdecken.

Nach ein paar Stunden passieren wir die Grenze zum Gebiet der Eingeborenen. Es gibt noch 4 verschiedene Clans der ursprünglich grössere Zusammengefassten Gruppe der Tayronas. Der Trek führt durch das Gebiet der Kogis. Die Familien bekamen dank der Regierung ihr Territorium als Reservat zugesprochen und verdienen ebenfalls am Tourismus mit. Uns wir dgesagt dass sie aber sehr zurückgezogen und immernoch eher ursprünglich leben. Kindern ist es verboten den Clan zu verlassen, ausser einigen wenigen welchen sie erlauben zu studieren damit sie mit ihren Fähigkeiten als Ärzte oder Juristen ihren Leuten dienen können. Sie isnd verpflichtet nach dem Studium ins Dorf zurückzukehren. Hier in der Kogi-Area stehen die schönen grossen Bäume. Luis erspäht einen Tukan. Der Weg wird dafür etwas schwieriger, vor allem schlammig. Ein Part nennt sich der Culo Rojo, der Roter Hintern, da gehts es ziemlich steil einen Abhang hinunter welcher mit rotem Matsch bedeckt ist. Mit geduld und viel Vorsicht kommen wir alle mit unbeflecktem Po hinunter. Dann geht es über den Fluss auf einer Hängebrücke aus Stahlseil und 20min weiter dem Flussufer entlang zu unserem ersten Nachtcamp. Es ist einiges Konfortabler als ich mir vorgestellt habe mit Dusche, Wasserklo und Stockbetten für alle mit sogar bequemer MAtratze und unverrissenem Moskitonetz. Ich will einfach nur noch unter die Dusche. Alle sind verschwitzt von oben bis unten und das kühle Wasser tut soo gut. In trockenen frischen Kleidern wie eugebohren setzten wir uns an den Tisch und bald bringt uns Ismael, unser Koch, das Abendessen. Es gibt Fisch mit Reis und auf jeden Teller ist wohl eine Portion für 5 Leute gepackt, ich bin nach eienm drittel schon satt obwohl mich das wandern ziemlich hungrig gemacht hat. Schlussendlich waren wir um die 4 Stunden unterwegs heute. Nach dem Essen sitzen wir also alle noch gemütlich bei Kaffee und heisser Schokolade zusammen. Wir (ok ich) reissen eine riesige Diskussion über Umwelt/Klima/Politik an welche super interessant ist, vor allem Arnout welcher Politik und Ökonomie studiert hat ist nicht mehr zu stoppen. Erst um 10Uhr beschliessen wir kollektiv ins Bett zu gehen denn morgen ist ein langer Tag.

Das Frühstück steht 5:30 auf dem Tisch. Mit kleinen Augen und grossem Hunger verdrücken wir unsere Arepa mit Rührei, Ananas, Papaya und Melone.

Dann werden die alten immernoch nassen Kleider angezogen (bääh), Schuhe angeschnallt, Rucksack geschultert und auf gehts. Um 6Uhr sind wir schon unterwegs. Erstmal gehts dem Fluss entlang, Colombian-Flat. Jhon schlägt ein zügiges Tempo an. Bald kommen wir auch schon zum ersten Aufstieg. Innerhalb von 10min schwitze ich wieder. Die Brille kann ic hier fast nicht tragen, sie rutscht von der Nase oder beschlägt ganz einfach von der Hitze die ich ausstrahle. In ca. 40min gehts auf den nächsten Hügel. Hier wartet Wassermelone, yesss!! Ich bin schon das erste Mal wieder kaputt und es ist erst 7Uhr morgens.

Die nächste Etappe führt uns an einem Eingebohrenendorf vorbei. Hier leben ein paar Familien des Wiwa-Clans (zwar immernoch auf Kogi-Gebiet, aber das geht offensichtlich). Wir machen eine Viertelstunde Pause und ein Ältester erklärt uns ein wenig seine Kultur. Alle Männer müssen um erwachsen zu werden mit ca. 18Jahren eine Initiation durchlaufen in der sie 3 Tage meditieren, sich nicht aus dem Haus entferenen und nicht schlafen dürfen. Schaffen sie das kriegen sie einen ausgehölten, etwa handgrossen Kürbis (Name vergessen). Sie füllen ihn mit einem Kalziumpulver welches sie aus Muscheln gewinnen welche sie erst verbrennen und dann zerstampfen. Dieses Pulver vermischen sie mit den Kokablättern welche sie kauen und diese Mischung soll ihnen Energie und Ausdauer für die langen Märsche geben. Auch typisch ist die Herstellung ihrer Umhängetaschen aus Blattfasern. Darin werden die getrockneten Kokablätter aufbewahrt. Der Kürbis ist ein Heiligtum und muss beschützt werden wie eine Ehefrau, er ist die Legitimisierung und Zeichen der Zugehörigkeit zum Clan. Er ermöglicht dem MAnn auch die Teilname an Entscheidungen und Zusammenkünfte.

Etwas weiter den Berg wieder hinunter kommen wir dann an einem Kogi-Dorf vorbei. Alle Häuser sind aus Holz und Palmen geflochten, die Dächer haben zwei Spitzen welche die zwei wichtigsten Berge der Sierra Nevada darstellen welche für die Kogi das Herz der Welt ist. Das Dorf hier ist nicht um darin zu wohnen sondern hierher kommen die LEute nur um Zusammenkünfte abzuhalten. JEde Kogi-Familie hat ihr eigenes Haus hier und uns ist es verboten ins Dorf hineinzugehen. Jhon erklärt uns also vom Weg aus ein paar Eingenarten der Kogi-Kultur. So leben Kogi-Familien immer getrennt, die Männer in einem, die Frauen in einem anderen Haus. Sie haben wenig Kontakt zueiannder. Jungen Männer, nachdem sie den Kürbis erhalten haben, mit einer älteren Frau verheiratet welche sie in alle Sachen welche ihr Vater ihnen nicht mitgeben konnt einführt, also Liebe, Sex, Kinder usw. Kommt die Frau in die Menopause hat der MAnn anrecht auf eine zweite, junge Ehefrau mit welcher er weiter Kinder zeugen soll. Die erste Ehefrau bleibt im Haus und ist sozusagen der Chef der Familie. Stirbt der Mann ist die zweite Ehefrau, nun erfahren, frei für einen zweiten, jungen Ehemann und so schliesst sich der Kreis.

Während Jhon spricht stechen uns die Moskitos als wären wir ihr lang ersehntes Mitagessen. So laufen wir noch so gerne wieder los, dem FLuss entlang, und kommen bald ins Camp2. Hier werden wir heute Mitagessen. Ismael ist schon vorausgerannt und kocht schon fleissig vor sich hin. Bald serviert er uns wieder Berge von Suppe und Reis mit Poulet. Es ist ein frühes Mitagessen, um knapp 11Uhr. Dann ahben wir Zeit um uns im Bach abkühlen, mir ist das Wasser aber definitiv zu kalt, auch wenn ich noch so gerne baden gehen möchte bleibe ich lieber beim Füsse reinhalten.

Nach dem Essen wieder in die Wanderschuhe zu steigen ist etwas hart, immerhin ist das Tshirt in der Sonne etwas getrocknet. Über den Fluss etwas weiter oben und up the Hill. Dieser Aufstieg hat es in sich, vor allem da alle Bäuche noch (zu) voll sind vom Zmittag. Eine Stunde stampfen wir über Stock und Stein bergauf. Unsere Gruppe ist einfach sau fit und ich kann mit Jhons Tempo definitv nicht mithalten. Macht aber nix, ich mache den Anstieg in meinem Tempo. Fast oben fängt es an zu regnen. Da ich abe rnicht mehr nass werden kann als ich eh schon bin stört mich das nicht unbedingt, es ist sogar ein wenig angenehm. Auf dem Berg gibts heute Ananas und ich muss mich einfach erstmal ein paar Minuten hinsetzten, das war anstrengend. Iris ist schon wieder topfit und motiviert so wie immer und lässt sich nur von einer handflächengrossen Spinne verunsichern. Wir montieren alle den Regenschutz auf die Rucksäcke, dann gehts weite. Nun wird es richtig sumpfig, allerdings haben wir Glück und der Regen ist weder sehr stark noch sehr lang. Die Sonne lässt sich aber nicht mehr wirklich blicken bis zu unserem letzten Stopp im Camp3. Nach den 4 am Morgen folgen 3h wandern am Nachmittag. Es geht hier einfach gar nie geradeaus. Imer wieder balanieren wir auf Steinen über Bäche oder weichen Sumpflöchern aus. Der Weg führt durch den Wald, es ist warm und die Luftfeuchtigkeit ist gefühlte 300%. Ich war auf diesem Trek noch nicht einmal trocken.

Um ca. 4Uhr kommen wir ins Camp3 welches ebenfalls ähnlich aufgebaut ist wie die anderen zwei. Doppelstockbetter für alle, Jhon und Luis schlafen in Hängematten. Wir sind gleich am Fluss und während ich die zumindest lauwarme Dusche in Kompanie einer riesen SPinne bevorzuge gehen Helen, Iris und Corinne nochmals schwimmen. hier zeiht man besser lange Hosen an um nicht vollkommen verstochen zu werden. Ich setzte mich auf eine Bank und mache ien paar Dehnübungen, meine Muskeln spüren das lange auf und ab und vor allem auch das eher hohe Tempo der gruppe. Die anderen 3 Gruppen auf dem Trek kommen immer mindestens eine halbe Stunde später an. Das Camp ist ausgelegt für einiges mehr Personen als diese 4 Gruppen zusammen zählen. Luis erzählt uns dass in der HAuptsaison bis zu über 200 Leute am selben Tag den Trekk starten. Wir sind höchstens 50 und ganz ehrlich das reicht auch. Ich will mir nicht vorstellen was fürein Gewusel und WC Anstehen und nasse stinkende Kleiderschlacht an solchen Daten hier stattfindet.

Ismael zaubert wieder in der Küche, wir kriegen erstmal eine Wanne Popkorn um den ersten schon gar nicht vorhandenen Hunger zu verdrängen, um 6Uhr stehen 8 dampfende Teller auf dem Tisch, Reis mit Steak. Heute muss ich ein wenig früher ins Bett anstatt noch tiefgreifende Diskussionen zu führen Der Tag war lang und morgen früh muss ich bereit sein die verlorene Stadt zu finden. Also sind Corinne, Helen und ich um 9Uhr in den Federn. Die Better sind wirklich bequem und da nicht alle besetzt sind kann ich mir noch eine zweite Kuscheldecke ergattern mit der ich gaanz angenehm warm habe in der Nacht.