Das Auto von Expotur holt uns so ultrapünktlich um 8Uhr im Hostel ab dass Corinne, Helen und ich doch fast noch am Früstück sitzen als der 4×4 vorfährt. Noch auf dem Arepa (so was wie ein Pancake der hier typisch ist) herumkauend laden wir Koffer, wanderschuhe und Wanderrucksäcke ins Auto und ab gehts nach Santa Marta. Dort im Office des Veranstalters treffen wir unsere Gruppe. Iris und Luuk aus Holland, Arnout aus Belgien, Charlie aus Frankreich, unser Guide Jhon und der übersetzter Luis. Die Koffer werden ausgeladen, angeschrieben, alles vorbereitet, bezahlt und eingepackt. In der folgenden 2.5stündigen Fahrt folgt das normale kennenlernen, wo kommst du her wo gehst du hin. Iris ist sehr motiviert laufen zu gehen, sie hat einen Abschluss in Sportphysiologie und scheint sehr fit zu sein. Luis erzählt uns dass er eigentlich Zahnarzt studiert hat, allerdings gibt es in Kolumbien offensichtlich zu viele Zahnärzte, deshlab jobbt er momentan als Übersetzer. Sein englisch ist praktisch perfekt und er verbringt offensichtlich auch viel Zeit im Fitnesstudio. Helen und ich sind uns einig dass er verboten gut aussieht 😛
Mamey ist der Startpunkt unserer 4tägigen Wanderung. Es gibt erstmal Zmittag (ohoo Reis mit Poulet, fein). Jhon ist hier aufgewachsen und erklärt uns dass der Übername des Dorfes, Machete, davon kommt dass es hier früher eher etwas rauer zu und herging und dass die Leute in Ermangelung eines Polizeipostens ihre Probleme oft mit der Machete ausgefochten haben. Heute sei das aber nicht mehr so. In der Gruppe sprechen nicht viele Spanische, nur ich, Corinne und Charlie ein wenig. Ich bin sicher die einzige die Jhon wirklich gut versteht, für mich gibt es danach von Luis alles nochmals nachgedoppelt auf englisch. Auf der ganzen Tour spricht Jhon dann eingeltich nur noch mit mir wenn er spanische Erläuterungen abgibt.
Nun endlich werden die Wanderschuhe angeschnallt. Es geht los. Erstmal laufen wir eher auf einer STrasse, immer wieder überholt uns ein Töff oder Maultiere. Der Ciudad PErdida Trek ist sehr bekannt und es kommen viele Touristen hierher. ZT über 200 Leute am Tag. Heute sind wir aber ca. 3 Gruppen die hintereinander starten. Und es ist bald klar wer als erstes ankommen wird. Fast alle Mitglieder sind extrem sportlich, vor allem Iris, Luuk, Helen und Corinne. NAch einer halben Stunde geht es den ersten Berg hinauf. Immer wieder wird Pause gemacht, unter anderem bei einem kleinen Stand von Jhons Vater um uns eine kalte Cola zu kaufen. Alle ohne Ausnahme sind schon nach 1h klatschnassgeschwitzt. 1h kraxxeln wir eine sandige Piste den Berg hoch. Die Sonne brennt, es ist sehr heiss und feucht, der Schweiss tropft von Strin beim laufen. Oben sehen alle aus als wären sie geschwommen. Auf dem Gipfel erwartet uns ein Unterstand wo Jhon eine Wassermelone aufschneidet. Eine WASSERMELONE! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie göttlich die ist!

Weiter gehts im sogenannten Colombian-Flat, was einfach gar nie flach sondern immer entweder aufwärts oder abwärts ist. Der Weg führt zuerst durch Gebiet der Bauern. Hier sind grosse Flächen des Waldes gerodet um man kann Kühe weiden sehen. Früher gab es hier riesige Plantagen von Koka und militarisierte Gruppen die im Drogenahndel involviert waren. Die Regierung hat damit Schluss gemacht in dem sie mit Fliegern Umweltgifte über die Plantagen ausgetragen hatten. Um den Bauer eine Alternative zu geben händigten sie Kaffee- und Kakaopflanzen aus um damit einen neuen Handela ufzubauen. Das funktierte aber mässig da das Klima nicht geeignet war. Abhilfe schuf dann dank der neuen Sicherheit nach Vertreibung der Paramilitares der Tourismus welcher immernoch wächst da Kolumbien noch nicht lange eine sichere Reisedestination ist und die Leute die Ciudad PErdida erst jetzt für sich entdecken.
Nach ein paar Stunden passieren wir die Grenze zum Gebiet der Eingeborenen. Es gibt noch 4 verschiedene Clans der ursprünglich grössere Zusammengefassten Gruppe der Tayronas. Der Trek führt durch das Gebiet der Kogis. Die Familien bekamen dank der Regierung ihr Territorium als Reservat zugesprochen und verdienen ebenfalls am Tourismus mit. Uns wir dgesagt dass sie aber sehr zurückgezogen und immernoch eher ursprünglich leben. Kindern ist es verboten den Clan zu verlassen, ausser einigen wenigen welchen sie erlauben zu studieren damit sie mit ihren Fähigkeiten als Ärzte oder Juristen ihren Leuten dienen können. Sie isnd verpflichtet nach dem Studium ins Dorf zurückzukehren. Hier in der Kogi-Area stehen die schönen grossen Bäume. Luis erspäht einen Tukan. Der Weg wird dafür etwas schwieriger, vor allem schlammig. Ein Part nennt sich der Culo Rojo, der Roter Hintern, da gehts es ziemlich steil einen Abhang hinunter welcher mit rotem Matsch bedeckt ist. Mit geduld und viel Vorsicht kommen wir alle mit unbeflecktem Po hinunter. Dann geht es über den Fluss auf einer Hängebrücke aus Stahlseil und 20min weiter dem Flussufer entlang zu unserem ersten Nachtcamp. Es ist einiges Konfortabler als ich mir vorgestellt habe mit Dusche, Wasserklo und Stockbetten für alle mit sogar bequemer MAtratze und unverrissenem Moskitonetz. Ich will einfach nur noch unter die Dusche. Alle sind verschwitzt von oben bis unten und das kühle Wasser tut soo gut. In trockenen frischen Kleidern wie eugebohren setzten wir uns an den Tisch und bald bringt uns Ismael, unser Koch, das Abendessen. Es gibt Fisch mit Reis und auf jeden Teller ist wohl eine Portion für 5 Leute gepackt, ich bin nach eienm drittel schon satt obwohl mich das wandern ziemlich hungrig gemacht hat. Schlussendlich waren wir um die 4 Stunden unterwegs heute. Nach dem Essen sitzen wir also alle noch gemütlich bei Kaffee und heisser Schokolade zusammen. Wir (ok ich) reissen eine riesige Diskussion über Umwelt/Klima/Politik an welche super interessant ist, vor allem Arnout welcher Politik und Ökonomie studiert hat ist nicht mehr zu stoppen. Erst um 10Uhr beschliessen wir kollektiv ins Bett zu gehen denn morgen ist ein langer Tag.
Das Frühstück steht 5:30 auf dem Tisch. Mit kleinen Augen und grossem Hunger verdrücken wir unsere Arepa mit Rührei, Ananas, Papaya und Melone.

Dann werden die alten immernoch nassen Kleider angezogen (bääh), Schuhe angeschnallt, Rucksack geschultert und auf gehts. Um 6Uhr sind wir schon unterwegs. Erstmal gehts dem Fluss entlang, Colombian-Flat. Jhon schlägt ein zügiges Tempo an. Bald kommen wir auch schon zum ersten Aufstieg. Innerhalb von 10min schwitze ich wieder. Die Brille kann ic hier fast nicht tragen, sie rutscht von der Nase oder beschlägt ganz einfach von der Hitze die ich ausstrahle. In ca. 40min gehts auf den nächsten Hügel. Hier wartet Wassermelone, yesss!! Ich bin schon das erste Mal wieder kaputt und es ist erst 7Uhr morgens.

Die nächste Etappe führt uns an einem Eingebohrenendorf vorbei. Hier leben ein paar Familien des Wiwa-Clans (zwar immernoch auf Kogi-Gebiet, aber das geht offensichtlich). Wir machen eine Viertelstunde Pause und ein Ältester erklärt uns ein wenig seine Kultur. Alle Männer müssen um erwachsen zu werden mit ca. 18Jahren eine Initiation durchlaufen in der sie 3 Tage meditieren, sich nicht aus dem Haus entferenen und nicht schlafen dürfen. Schaffen sie das kriegen sie einen ausgehölten, etwa handgrossen Kürbis (Name vergessen). Sie füllen ihn mit einem Kalziumpulver welches sie aus Muscheln gewinnen welche sie erst verbrennen und dann zerstampfen. Dieses Pulver vermischen sie mit den Kokablättern welche sie kauen und diese Mischung soll ihnen Energie und Ausdauer für die langen Märsche geben. Auch typisch ist die Herstellung ihrer Umhängetaschen aus Blattfasern. Darin werden die getrockneten Kokablätter aufbewahrt. Der Kürbis ist ein Heiligtum und muss beschützt werden wie eine Ehefrau, er ist die Legitimisierung und Zeichen der Zugehörigkeit zum Clan. Er ermöglicht dem MAnn auch die Teilname an Entscheidungen und Zusammenkünfte.
Etwas weiter den Berg wieder hinunter kommen wir dann an einem Kogi-Dorf vorbei. Alle Häuser sind aus Holz und Palmen geflochten, die Dächer haben zwei Spitzen welche die zwei wichtigsten Berge der Sierra Nevada darstellen welche für die Kogi das Herz der Welt ist. Das Dorf hier ist nicht um darin zu wohnen sondern hierher kommen die LEute nur um Zusammenkünfte abzuhalten. JEde Kogi-Familie hat ihr eigenes Haus hier und uns ist es verboten ins Dorf hineinzugehen. Jhon erklärt uns also vom Weg aus ein paar Eingenarten der Kogi-Kultur. So leben Kogi-Familien immer getrennt, die Männer in einem, die Frauen in einem anderen Haus. Sie haben wenig Kontakt zueiannder. Jungen Männer, nachdem sie den Kürbis erhalten haben, mit einer älteren Frau verheiratet welche sie in alle Sachen welche ihr Vater ihnen nicht mitgeben konnt einführt, also Liebe, Sex, Kinder usw. Kommt die Frau in die Menopause hat der MAnn anrecht auf eine zweite, junge Ehefrau mit welcher er weiter Kinder zeugen soll. Die erste Ehefrau bleibt im Haus und ist sozusagen der Chef der Familie. Stirbt der Mann ist die zweite Ehefrau, nun erfahren, frei für einen zweiten, jungen Ehemann und so schliesst sich der Kreis.
Während Jhon spricht stechen uns die Moskitos als wären wir ihr lang ersehntes Mitagessen. So laufen wir noch so gerne wieder los, dem FLuss entlang, und kommen bald ins Camp2. Hier werden wir heute Mitagessen. Ismael ist schon vorausgerannt und kocht schon fleissig vor sich hin. Bald serviert er uns wieder Berge von Suppe und Reis mit Poulet. Es ist ein frühes Mitagessen, um knapp 11Uhr. Dann ahben wir Zeit um uns im Bach abkühlen, mir ist das Wasser aber definitiv zu kalt, auch wenn ich noch so gerne baden gehen möchte bleibe ich lieber beim Füsse reinhalten.

Nach dem Essen wieder in die Wanderschuhe zu steigen ist etwas hart, immerhin ist das Tshirt in der Sonne etwas getrocknet. Über den Fluss etwas weiter oben und up the Hill. Dieser Aufstieg hat es in sich, vor allem da alle Bäuche noch (zu) voll sind vom Zmittag. Eine Stunde stampfen wir über Stock und Stein bergauf. Unsere Gruppe ist einfach sau fit und ich kann mit Jhons Tempo definitv nicht mithalten. Macht aber nix, ich mache den Anstieg in meinem Tempo. Fast oben fängt es an zu regnen. Da ich abe rnicht mehr nass werden kann als ich eh schon bin stört mich das nicht unbedingt, es ist sogar ein wenig angenehm. Auf dem Berg gibts heute Ananas und ich muss mich einfach erstmal ein paar Minuten hinsetzten, das war anstrengend. Iris ist schon wieder topfit und motiviert so wie immer und lässt sich nur von einer handflächengrossen Spinne verunsichern. Wir montieren alle den Regenschutz auf die Rucksäcke, dann gehts weite. Nun wird es richtig sumpfig, allerdings haben wir Glück und der Regen ist weder sehr stark noch sehr lang. Die Sonne lässt sich aber nicht mehr wirklich blicken bis zu unserem letzten Stopp im Camp3. Nach den 4 am Morgen folgen 3h wandern am Nachmittag. Es geht hier einfach gar nie geradeaus. Imer wieder balanieren wir auf Steinen über Bäche oder weichen Sumpflöchern aus. Der Weg führt durch den Wald, es ist warm und die Luftfeuchtigkeit ist gefühlte 300%. Ich war auf diesem Trek noch nicht einmal trocken.
Um ca. 4Uhr kommen wir ins Camp3 welches ebenfalls ähnlich aufgebaut ist wie die anderen zwei. Doppelstockbetter für alle, Jhon und Luis schlafen in Hängematten. Wir sind gleich am Fluss und während ich die zumindest lauwarme Dusche in Kompanie einer riesen SPinne bevorzuge gehen Helen, Iris und Corinne nochmals schwimmen. hier zeiht man besser lange Hosen an um nicht vollkommen verstochen zu werden. Ich setzte mich auf eine Bank und mache ien paar Dehnübungen, meine Muskeln spüren das lange auf und ab und vor allem auch das eher hohe Tempo der gruppe. Die anderen 3 Gruppen auf dem Trek kommen immer mindestens eine halbe Stunde später an. Das Camp ist ausgelegt für einiges mehr Personen als diese 4 Gruppen zusammen zählen. Luis erzählt uns dass in der HAuptsaison bis zu über 200 Leute am selben Tag den Trekk starten. Wir sind höchstens 50 und ganz ehrlich das reicht auch. Ich will mir nicht vorstellen was fürein Gewusel und WC Anstehen und nasse stinkende Kleiderschlacht an solchen Daten hier stattfindet.
Ismael zaubert wieder in der Küche, wir kriegen erstmal eine Wanne Popkorn um den ersten schon gar nicht vorhandenen Hunger zu verdrängen, um 6Uhr stehen 8 dampfende Teller auf dem Tisch, Reis mit Steak. Heute muss ich ein wenig früher ins Bett anstatt noch tiefgreifende Diskussionen zu führen Der Tag war lang und morgen früh muss ich bereit sein die verlorene Stadt zu finden. Also sind Corinne, Helen und ich um 9Uhr in den Federn. Die Better sind wirklich bequem und da nicht alle besetzt sind kann ich mir noch eine zweite Kuscheldecke ergattern mit der ich gaanz angenehm warm habe in der Nacht.